Mit 3,5 Millionen Besuchern im Vorjahr ist der Weihnachtsmarkt München Marienplatz nicht nur der größte der Stadt, sondern auch einer der beliebtesten in ganz Deutschland. In diesem Jahr eröffnet er mit 150 liebevoll gestalteten Ständen – fünf mehr als 2022 – und einem komplett überarbeiteten Lichterkonzept, das die historische Kulisse des Rathauses in neuem Glanz erstrahlen lässt. Die Organisatoren setzen auf Nachhaltigkeit: Erstmals stammen alle Stromquellen für die Beleuchtung aus regionalen Ökostrom-Anbietern, während die Holzhütten zu 80 Prozent aus recycelten Materialien bestehen.
Für Münchner und Touristen gleichermaßen markiert der Weihnachtsmarkt München Marienplatz den offiziellen Start in die Vorweihnachtszeit. Zwischen handgefertigtem Christbaumschmuck, dampfenden Glühweintassen und dem Duft von gebrannten Mandeln verwandelt sich der Platz ab dem 27. November in ein winterliches Zentrum – mit verlängerten Öffnungszeiten bis 22 Uhr unter der Woche. Besonders Familien profitieren von den neuen Angeboten: Ein kostenloser Märchenwald für Kinder und tägliche Auftritte des Christkinds auf dem Balkon des Rathauses sorgen für magische Momente mitten im Stadtgetümmel.
Ein Jahrhundert Tradition zwischen Rathaus und Glockenspiel
Seit 1913 verwandelt sich der Marienplatz jedes Jahr in ein festliches Zentrum, das Besucher aus aller Welt anzieht. Zwischen dem historischen Rathaus und dem berühmten Glockenspiel entsteht so ein Weihnachtsmarkt, der Tradition und Moderne auf einzigartige Weise verbindet. Die ersten Stände wurden damals von lokalen Handwerkern betrieben – heute zählt der Markt zu den größten und bekanntesten in Deutschland, mit über drei Millionen Besuchern jährlich.
Das Glockenspiel der Frauenkirche bildet seit jeher die malerische Kulisse. Dreimal täglich ertönen seine 43 Glocken, während die Figuren aus der Münchner Stadtgeschichte zum Leben erwachen. Für viele Einheimische gehört es zur vorweihnachtlichen Routine, sich nach dem Bummel über den Markt mit einem Glühwein in der Hand vor dem Rathaus zu versammeln.
Historiker betonen, dass der Markt trotz seines Wachstums seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat. Laut einer Studie des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege sind über 60 Prozent der heutigen Anbieter Familienbetriebe, die seit Generationen auf dem Marienplatz vertreten sind. Ob Lebkuchen nach uraltem Rezept oder handgeschnitzte Krippen – das Angebot spiegelt die handwerkliche Kontinuität wider.
Besonders reizvoll ist der Kontrast zwischen den mittelalterlichen Fassaden und dem modernen Lichterkonzept, das in diesem Jahr erstmals LED-Technik mit traditionellen Kerzenmotiven kombiniert. Während die Tannenbäume in warmem Gold leuchten, strahlen die Stände in sanftem Weiß – eine Hommage an die Münchner Eleganz.
150 Händler und ein neues Lichtermeer über dem Platz
Mit 150 Händlern, Kunsthandwerkern und kulinarischen Ständen verwandelt sich der Marienplatz erneut in das pulsierende Herz des Münchner Weihnachtszaubers. Die Zahl der Aussteller übertrifft damit die des Vorjahres um zehn Prozent – ein Zeichen für die ungebrochene Beliebtheit des Marktes, der seit Jahrzehnten zu den umsatzstärksten Weihnachtsmärkten Deutschlands zählt. Zwischen den traditionellen Holzbuden reihen sich diesmal besonders viele nachhaltige Anbieter ein, die auf regional hergestellte Waren oder recycelte Materialien setzen. Ein Trend, den Marktforscher bereits seit 2022 in der Branche beobachten: Immer mehr Besucher legen Wert auf ökologische Verantwortung, ohne auf festliche Atmosphäre verzichten zu wollen.
Über den Köpfen der Besucher spannt sich in diesem Jahr ein völlig neues Lichterkonzept. Statt der bisherigen Kettenbeleuchtung schwebt nun ein dynamisches Netz aus 2.500 LED-Lichtern in verschiedenen Warmtönen über dem Platz. Die Installation reagiert auf Bewegungen und erzeugt so ein sanftes, wellenartiges Spiel – inspiriert von nordischen Polarlichtern. Die Technologie stammt von einem Münchner Lichtdesign-Studio, das sonst vor allem Theater und Großveranstaltungen ausstattet.
Besonders auffällig: die zentrale, 12 Meter hohe „Lichtpyramide“ als neuer Blickfang. Sie ersetzt die bisherige große Tanne am Platzrand und dient gleichzeitig als Projektionsfläche für wechselnde Motive – von schneebedeckten Alpen bis zu historischen Münchner Weihnachtsdarstellungen. Um die Pyramidenbasis gruppieren sich die beliebtesten Stände: Glühwein in biozertifizierten Bechern, handgeschnitzte Krippen aus dem Berchtesgadener Land und die alljährlich ausverkauften „Münchner Christkindl“-Lebkuchen.
Die Händler selbst zeigen sich zuversichtlich. „Die ersten Tage liefen besser als erwartet“, berichtet ein Standbetreiber, der seit 15 Jahren dabei ist. Die Stadt München hat zudem die Laufwege optimiert, um Engpässe an den Hauptattraktionen zu vermeiden – eine Lehre aus den überfüllten Abendstunden der Vorjahre.
Von handgefertigtem Schmuck bis zur dampfenden Glühweintasse
Zwischen den historischen Fassaden des Münchner Rathauses und dem markanten Turm der Frauenkirche verwandelt sich der Marienplatz ab Ende November in ein Fest für die Sinne. Über 150 Holzbuden laden zum Stöbern ein, wobei handgefertigter Schmuck aus den Werkstätten bayerischer Kunsthandwerker besonders ins Auge fällt. Laut einer Umfrage des Münchner Tourismusamts aus dem Vorjahr geben 68 Prozent der Besucher an, gezielt nach einzigartigen Geschenken wie filigranen Silberanhängern mit alpinen Motiven oder keramischen Christbaumschmuck aus der Region zu suchen – weit entfernt von der Massenware großer Ketten.
Wer durch die Gassen schlendert, wird unweigerlich vom Duft frisch gebackener Mandeln und gebrannten Zucker angelockt. Doch das wahre Highlight bleibt die dampfende Glühweintasse, serviert in den traditionellen, pfandfreien Henkelbechern mit Münchner Wappen. Die Wirte setzen in diesem Jahr auf eine überarbeitete Rezeptur: Der Glühwein wird mit regionalem Bio-Dornfelder und einer Prise Zimt aus dem neighboring Spice Museum angereichert, was ihm eine besonders aromatische Note verleiht.
Nicht nur für Naschkatzen, sondern auch für Liebhaber rustikaler Handwerkskunst lohnt sich ein Blick in die hinteren Reihen des Marktes. Hier präsentieren Schnitzer ihre neuesten Kreationen – von winzigen Krippenfiguren bis zu meterhohen Holzskulpturen, die oft monatelange Arbeit erfordern. Ein besonderes Augenmerk gilt den lebensgroßen Weihnachtsengeln aus Lindenholz, die von einer lokalen Zunft nach jahrhundertealten Vorlagen gefertigt werden.
Während Kinder sich an den Zuckerwatte-Ständen tummeln, finden Erwachsene am Rande des Platzes Ruhezonen mit beheizten Sitzbänken. Neu in diesem Jahr: ein „Lichterpavillon“, in dem Besucher unter hunderten von LED-Lichterketten – inspiriert von den Sternenkonstellationen des Winterhimmels – eine Pause vom Trubel einlegen können. Die Beleuchtung wurde in Zusammenarbeit mit Münchner Lichtdesignern entwickelt und soll den Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Lichterketten um fast 40 Prozent reduzieren.
Tipps für Besucher: Beste Zeiten und versteckte Ecken
Wer den Münchner Christkindlmarkt am Marienplatz ohne Gedränge erleben möchte, sollte die frühen Abendstunden zwischen 17 und 19 Uhr nutzen. Dann leuchten die neuen LED-Lichterketten in warmem Bernstein erst richtig auf, während die Besucherzahlen noch überschaubar bleiben. Laut einer Umfrage der Stadt München besuchen rund 60 Prozent der Gäste den Markt erst nach 20 Uhr – wer früher kommt, genießt nicht nur mehr Platz an den Holztischen, sondern auch frisch gebackene Mandeln und noch dampfende Glühweintassen.
Ein Geheimtipp für Fotobegeisterte: Der weniger frequentierte Bereich hinter dem Rathaus, wo die historischen Arkaden mit ihren gotischen Verzierungen als malerische Kulisse dienen. Hier lohnt sich ein Blick nach oben – die neuen Lichtinstallationen spiegeln sich in den alten Glasfenstern und schaffen eine fast märchenhafte Atmosphäre.
Familien mit Kindern meiden besser die Wochenenden. Unter der Woche bietet der Markt mehr Raum für ungestörtes Staunen, besonders am späten Vormittag, wenn die Schulklassen bereits wieder verschwunden sind. Die kleinen Besucher lieben die handgeschnitzten Krippen am Stand Nr. 42, wo ein traditioneller Erzgebirgischer Kunsthandwerker seine Werke vorführt.
Wer abseits der klassischen Weihnachtsmarkt-Routen stöbern will, findet zwischen Stand 87 und 93 lokale Künstler, die ihre Arbeiten direkt vor Ort anfertigen. Hier gibt es keine Massenware, sondern individuelle Stücke wie handgefertigte Keramik aus dem Bayerischen Wald oder filigrane Schmuckstücke aus Münchner Werkstätten. Ein kurzes Gespräch mit den Ausstellern offenbart oft überraschende Geschichten hinter den Exponaten – und manchmal sogar ein persönliches Weihnachtsgeschenk, das nirgends sonst zu finden ist.
Wie der Markt 2024 noch nachhaltiger werden soll
Nachhaltigkeit steht 2024 noch stärker im Fokus des Münchner Christkindlmarkts. Die Stadt hat gemeinsam mit den Marktbetreibern konkrete Maßnahmen umgesetzt, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern. So stammen die rund 300.000 Lichter des neuen LED-Konzepts ausschließlich aus zertifizierter Ökostrom-Quelle – eine Entscheidung, die den Energieverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen Beleuchtungen um bis zu 70 Prozent senkt. Auch die Holzständer der Buden werden nun zu 100 Prozent aus regionalem, FSC-zertifiziertem Holz gefertigt und nach dem Markt wiederverwendet.
Ein weiterer Schritt: das strikt reduzierte Plastikaufkommen. Alle Speisen und Getränke werden in diesem Jahr ausschließlich in kompostierbaren Bechern und Tellern aus nachwachsenden Rohstoffen serviert. Selbst die traditionellen Lebkuchenherzen hängen an Bändern aus recycelter Baumwolle statt an Plastikschnüren. Umweltverbände wie der Bund Naturschutz in Bayern begrüßen diese Entwicklungen, betonen aber, dass die größte Herausforderung im Abfallmanagement liegt – besonders an Wochenenden, wenn bis zu 50.000 Besucher täglich den Marienplatz füllen.
Hinter den Kulissen arbeitet man an einer Logistik-Revolution. Die Anlieferung der Waren erfolgt nun gebündelt über ein zentrales Lager am Stadtrand, um Leerfahrten zu minimieren. Für die rund 150 Aussteller gibt es erstmals verbindliche Richtlinien zur Mülltrennung, überwacht durch ein externes Kontrollteam. Wer gegen die Vorgaben verstößt, riskiert Vertragsstrafen – ein Novum für Münchner Märkte.
Besonders stolz ist man auf das Pilotprojekt „Grüne Oase“: Ein Teil des Marktgeländes wird als plastikfreie Zone ausgewiesen, in der nur regional produzierte Waren verkauft werden dürfen. Hier testet die Stadt auch ein Pfandsystem für Glühweinbecher, das bei Erfolg 2025 auf den gesamten Markt ausgeweitet werden soll.
Der Münchner Christkindlmarkt am Marienplatz setzt 2024 mit 150 liebevoll gestalteten Ständen, einem glanzvollen Lichterkonzept und bewährter Tradition neue Maßstäbe – nicht nur als größter Weihnachtsmarkt der Stadt, sondern als festliches Highlight, das Besucher aus aller Welt anzieht. Wer zwischen handgeschnitzten Krippen, dampfenden Glühweintassen und dem Rauschgoldengel über den Köpfen steht, spürt sofort: Hier wird Weihnachten nicht nur gefeiert, sondern mit allen Sinnen erlebt.
Wer den Trubel umgehen möchte, sollte unter der Woche vor 18 Uhr kommen oder den weniger überlaufenen Vormittagsbesuch mit einem Abstecher in die nahegelegene Frauenkirche verbinden – die Kombination aus Marktzauber und Münchner Kultur lohnt sich. Bis zum 24. Dezember verwandelt der Platz sich täglich in ein leuchtendes Märchen, das schon jetzt zeigt: Die Magie des Christkindlmarkts bleibt ungebrochen, auch wenn sich die Stadt um ihn herum weiterentwickelt.
