Mehr als 300 Hausarztpraxen in München öffnen ihre Türen noch für neue Kassenpatienten – eine überraschend hohe Zahl angesichts der bundesweiten Klage über Ärztemangel. Während andere Großstädte mit monatelangen Wartezeiten kämpfen, zeigt sich die bayerische Landeshauptstadt hier von einer anderen Seite: Wer sucht, findet. Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns bestätigt die Zahlen, und selbst in gefragten Stadtteilen wie Schwabing oder Neuhausen gibt es noch freie Kapazitäten.

Für Neu-Münchner, Umzugswillige oder alle, die endlich einen festen Ansprechpartner für ihre Gesundheit brauchen, ist das eine echte Chance. Gerade in einer wachsenden Stadt wie München, wo der Bedarf an medizinischer Grundversorgung stetig steigt, macht der Blick auf die aktuelle Liste der aufnahmebereiten Hausärzte München Hoffnung. Ob Familienmedizin, chronische Erkrankungen oder Vorsorge – ein Hausarzt in München zu finden, ist derzeit weniger ein Glücksspiel als in vielen anderen Metropolen. Die Voraussetzung? Man muss wissen, wo man sucht.

Warum Hausärzte in München knapp werden

Die Zahl der Hausärzte in München schrumpft seit Jahren – und die Entwicklung beschleunigt sich. Während 2015 noch rund 1.200 Allgemeinmediziner in der Stadt praktizierten, waren es 2023 laut Kassenärztlicher Vereinigung Bayerns nur noch 980. Besonders betroffen sind Stadtteile wie Neuhausen, Moosach oder Ramersdorf, wo viele Praxen schlossen und nur wenige Nachfolge fanden. Die Gründe liegen auf der Hand: Hohe Mieten für Praxisräume, bürokratische Hürden und eine alternde Ärzteschaft, die in den Ruhestand geht.

Ein zentrales Problem ist die unattraktive Vergütung. Hausärzte in Bayern verdienen im Schnitt etwa 20 Prozent weniger als ihre Kollegen in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Hessen. Gleichzeitig steigt der Arbeitsaufwand durch komplexere Behandlungsfälle und digitale Dokumentationspflichten. Viele junge Mediziner entscheiden sich daher für besser bezahlte Facharztkarrieren oder wechseln in Kliniken – statt eine eigene Praxis zu eröffnen.

Die Folgen spüren vor allem Patienten. Wartezeiten auf Termine verlängern sich, und in einigen Vierteln müssen Kassenpatienten mittlerweile bis zu sechs Wochen auf einen freien Slot warten. Besonders ältere oder chronisch kranke Menschen leiden unter der Versorgungslücke. Die Stadt München versucht gegenzusteuern, etwa mit Förderprogrammen für Praxisneugründungen. Doch bis diese Maßnahmen wirken, könnte es Jahre dauern.

Experten der Bayerischen Landesärztekammer warnen: Ohne gezielte Gegenmaßnahmen könnte München bis 2030 bis zu 400 Hausärzte verlieren. Dann wäre fast jeder dritte Stadtbezirk unterversorgt.

Diese Stadtteile bieten die meisten freien Plätze

Wer in München auf der Suche nach einem Hausarzt mit freien Kassenplätzen ist, findet in den äußeren Stadtbezirken die besten Chancen. Besonders im Norden und Westen der Stadt gibt es noch Kapazitäten – hier nehmen aktuell über 40 Prozent der gelisteten Praxen neue Patienten auf. Stadtteile wie Moosach, Milbertshofen oder Neuaubing verzeichnen dabei die höchste Dichte an verfügbaren Plätzen, was auf die jüngere Bevölkerungsstruktur und die dort ansässigen, oft größeren Gemeinschaftspraxen zurückzuführen ist.

Im Vergleich dazu zeigt sich das Bild in den zentralen Bezirken wie Altstadt-Lehel oder Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt deutlich angespannter. Zwar gibt es auch hier vereinzelte Praxen mit freien Kapazitäten, doch die Wartezeiten für einen Termin zur Erstaufnahme können laut einer aktuellen Erhebung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns bis zu sechs Monate betragen.

Eine überraschend positive Entwicklung gibt es im Osten Münchens: In Stadtteilen wie Berg am Laim oder Trudering haben sich in den letzten zwölf Monaten mehrere neue Hausarztpraxen niedergelassen. Grund dafür ist unter anderem das gezielte Förderprogramm der Stadt, das die Ansiedlung von Allgemeinmedizinern in unterversorgten Gebieten unterstützt. Allein in diesem Bereich stehen derzeit rund 60 freie Kassenplätze zur Verfügung.

Wer flexibel ist, sollte auch die angrenzenden Landkreise wie Dachau oder Ebersberg in Betracht ziehen. Viele Praxen in diesen Gebieten nehmen Münchner Patienten auf – oft mit kürzeren Wartezeiten als in der Innenstadt.

So finden Patienten schnell einen neuen Arzt

Die Suche nach einem Hausarzt in München muss nicht monatelang dauern. Wer gezielt vorgeht, findet oft innerhalb weniger Wochen einen Platz. Laut einer aktuellen Erhebung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns haben über 300 Praxen in der Stadt noch Kapazitäten für neue Kassenpatienten – viele davon in den Stadtteilen Schwabing, Neuhausen und Moosach. Entscheidend ist, die richtigen Kanäle zu nutzen und flexibel zu bleiben.

Ein erster Schritt: die offizielle Arztsuche der Kassenärztlichen Vereinigung. Hier lassen sich Praxen nach Postleitzahl, Sprachkenntnissen oder Spezialisierungen filtern. Wer dort keine passende Praxis findet, kann direkt bei den Krankenkassen nachfragen. Die AOK Bayern und die TK München bieten beispielsweise eigene Vermittlungsdienste an, die oft Zugang zu Praxen haben, die nicht öffentlich gelistet sind. Ein Anruf genügt meist, um aktuelle Verfügbarkeiten zu erfragen.

Wer bereit ist, kurze Wartezeiten in Kauf zu nehmen, erhöht seine Chancen deutlich. Viele Praxen nehmen Patienten mit akutem Behandlungsbedarf schneller auf – selbst wenn sie offiziell „geschlossen“ für Neupatienten sind. Studien zeigen, dass rund 60 Prozent der Münchner Hausarztpraxen in Notfällen Ausnahmen machen. Ein höfliches Anschreiben mit kurzer Begründung (z. B. chronische Erkrankung oder Umzug) kann Türen öffnen.

Alternativ lohnt sich der Blick über den Tellerrand: In den Landkreisen München, Dachau oder Freising gibt es oft kürzere Wartezeiten, ohne dass die Anfahrt deutlich länger wird. Die S-Bahn-Linien S1 und S8 verbinden diese Regionen schnell mit der Innenstadt. Wer mobil ist, findet so mitunter innerhalb von zwei Wochen einen Termin.

Was bei der Praxiswahl wirklich zählt

Die Suche nach dem richtigen Hausarzt in München gleicht mit über 300 verfügbaren Praxen oft einer schwierigen Entscheidung. Doch nicht die reine Anzahl der Optionen entscheidet, sondern Kriterien, die über die reine Kassenärztliche Zulassung hinausgehen. Studien der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern zeigen: Rund 60 Prozent der Patienten wechseln ihren Hausarzt innerhalb der ersten zwei Jahre – meist wegen mangelnder persönlicher Passung oder organisatorischer Hürden.

An erster Stelle steht die Erreichbarkeit. Eine Praxis in Laufnähe oder mit guter ÖPNV-Anbindung spart auf Dauer Zeit und Nerven. Besonders in München, wo Staus und überfüllte U-Bahnen den Alltag prägen, macht der Standort oft den Unterschied. Doch auch Öffnungszeiten außerhalb der Standardarbeitszeit oder eine flexible Terminvergabe per Online-Tool können den Ausschlag geben – vor allem für Berufstätige oder Eltern.

Mindestens genauso gewichtig ist das Vertrauensverhältnis. Ein guter Hausarzt hört nicht nur zu, sondern erklärt Diagnosen verständlich und nimmt sich Zeit für Fragen. Patientenberichte in lokalen Foren oder Bewertungsportalen verraten oft mehr als die Praxiswebsite: Wird man bei akuten Beschwerden kurzfristig untergebracht? Wie geht das Team mit chronischen Erkrankungen um? Hier lohnt sich ein genauer Blick.

Technische Ausstattung und Vernetzung spielen ebenfalls eine Rolle. Praxen mit elektronischer Patientenakte oder Kooperationen zu Fachärzten und Kliniken im Raum München beschleunigen Überweisungen und vermeiden Doppeluntersuchungen. Wer Wert auf digitale Lösungen legt, sollte gezielt nach Praxen mit Telemedizin-Angeboten oder Apps für Rezeptbestellungen fragen.

Letztlich zählt die Chemie. Ein Probetermin – viele Praxen bieten ihn an – gibt Aufschluss, ob die Atmosphäre stimmt. Wer sich beim Betreten wohlfühlt und das Gefühl hat, ernst genommen zu werden, hat meist schon die halbe Miete.

Wie sich die Versorgung in den nächsten Jahren ändert

Die Hausarztversorgung in München steht vor spürbaren Veränderungen. Bis 2030 wird fast jeder dritte niedergelassene Allgemeinmediziner in Bayern in Rente gehen – eine Entwicklung, die besonders Großstädte wie München trifft. Laut einer Studie der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) könnten dadurch in den kommenden fünf Jahren bis zu 15 % der Hausarztpraxen wegfallen, wenn nicht genug Nachwuchs nachrückt. Schon jetzt zeigen sich erste Lücken: In manchen Stadtteilen wie Neuhausen oder Schwabing-West suchen Patienten monatelang vergeblich nach einer Praxis mit freien Kapazitäten.

Gleichzeitig zeichnen sich neue Modelle ab, die die Versorgung sichern sollen. Immer mehr Hausärzte organisieren sich in medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder kooperieren mit Fachärzten, um die Patientenbetreuung effizienter zu gestalten. Auch digitale Angebote wie Videosprechstunden oder Online-Terminbuchungen gewinnen an Bedeutung – besonders bei jüngeren Ärzten, die damit auf die wachsende Nachfrage nach flexiblen Lösungen reagieren.

Ein weiterer Trend: die Spezialisierung innerhalb der Allgemeinmedizin. Während klassische Hausärzte früher alles abdeckten, konzentrieren sich manche Praxen heute auf Schwerpunkte wie Geriatrie, Diabetologie oder Präventivmedizin. Das kann die Qualität verbessern, birgt aber auch Risiken. Kritiker warnen, dass eine zu starke Aufsplitterung die ganzheitliche Betreuung gefährden könnte – gerade bei älteren oder chronisch kranken Patienten, die oft mehrere Beschwerden gleichzeitig haben.

Die Stadt München selbst versucht gegenzusteuern, etwa durch Förderprogramme für Praxisneugründungen oder die Ansiedlung von Ärzten in unterversorgten Vierteln. Ob das reicht, bleibt abzuwarten. Fest steht: Wer heute noch leicht einen Hausarzt findet, sollte die Gelegenheit nutzen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob das System die demografischen Herausforderungen meistert – oder ob München bald flächendeckend mit Engpässen kämpft.

Die Suche nach einem Hausarzt in München gestaltet sich für viele Kassenpatienten weniger dramatisch als oft befürchtet: Über 300 Praxen stehen weiterhin offen, von etablierten Arztzentren in Schwabing bis zu kleineren Familienpraxen in Neuhausen oder Perlach. Wer flexibel bei Standort oder Wartezeiten ist, findet mit etwas Geduld durch systematische Online-Recherche oder über die Kassenärztliche Vereinigung schnell einen Platz – selbst in begehrten Stadtteilen wie Maxvorstadt oder Haidhausen.

Ein Tipp für Kurzentschlossene: Die Listen der offenen Praxen werden monatlich aktualisiert, ein regelmäßiger Check lohnt sich also. Besonders in den Sommermonaten, wenn Urlaubsvertretungen anstehen, ergeben sich oft unerwartete Kapazitäten.

Mit der wachsenden Zahl junger Ärztinnen und Ärzte, die sich in München niederlassen, könnte sich die Situation in den kommenden Jahren sogar weiter entspannen – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen für Praxisgründungen bleiben stabil.