Mit 15 Grad im Schatten und den ersten gelben Pollenwarnungen auf dem Handy beginnt der März in München dieses Jahr nicht leise, sondern mit einem doppelten Weckruf: Der Winter ist vorbei, und die Natur meldet sich zurück – für Allergiker oft früher als erwünscht. Die Wetterdienste bestätigen, was viele schon am eigenen Körper spüren: Die Temperaturen liegen fast zehn Grad über dem langjährigen Durchschnitt für diese Jahreszeit, während Hasel und Erle bereits ihre Pollen in die Luft schicken. Selbst die Isar promt mit ersten Frühlingsbotschaften – die Ufereichen treiben aus, als wäre der Kalender schon auf April vorgedreht.

Für Münchner bedeutet dieser ungewöhnlich milde Start in den März mehr als nur eine Garderobenfrage. Wer jetzt noch mit dicker Jacke durch die Innenstadt läuft, wirkt fast schon deplatziert zwischen den ersten Eis essenden Touristen auf dem Marienplatz. Doch die Kehrseite zeigt sich in den Apotheken: Die Nachfrage nach Antihistaminika steigt rasant, und die Pollen-Apps warnen vor „mäßiger bis hoher Belastung“. Der Frühling kommt – und er nimmt sich diesmal kein Blatt vor den Mund.

Frühlingshafte Rekordtemperaturen zum Monatsbeginn

Der März zeigte sich in München gleich mit einem Temperaturrekord: Am ersten Wochenende kletterte das Thermometer auf frühlingshafte 15 Grad – ein Wert, der sonst erst Ende März oder Anfang April typisch ist. Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes bestätigen, dass solche Frühlingstemperaturen zu Monatsbeginn immer häufiger auftreten. In den letzten 20 Jahren lag die Durchschnittstemperatur im März um 1,8 Grad höher als im langjährigen Mittel.

Die ungewöhnliche Wärme lockte viele Münchner nach draußen. In den Englischen Garten strömten bereits am Samstag Hunderte, um die ersten Sonnenstrahlen zu genießen. Auch die Biergärten öffneten früher als üblich ihre Türen – ein klares Zeichen dafür, dass die Stadt das milde Wetter sofort nutzt.

Doch die Rekordtemperaturen bringen nicht nur Freude. Mit den warmen Luftmassen kamen auch die ersten Pollen. Der Pollenwarndienst meldete bereits erhöhte Konzentrationen von Hasel und Erle, was Allergiker frühzeitig belastet. Experten raten, jetzt schon Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, da die Saison in diesem Jahr besonders intensiv werden könnte.

Während die einen die frühlingshaften Temperaturen feiern, warnen Meteorologen vor möglichen Folgen. Plötzliche Kälteeinbrüche im März sind nicht ungewöhnlich – und könnten nach diesem milden Start umso härter ausfallen.

Pollenalarm: Welche Allergiker jetzt aufpassen müssen

Der frühe Märzwärme in München bringt nicht nur Sonnensuchende auf die Isarwiesen – er läutet auch die Hochsaison für Pollenallergiker ein. Bereits jetzt zeigen Messstationen der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst erhöhte Konzentrationen von Hasel- und Erlenpollen in der Luft. Besonders betroffen sind Menschen mit Kreuzallergien, die auf Birkenpollen reagieren, denn diese folgen meist nur wenige Wochen später.

Laut aktuellen Daten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit leiden rund 15 Prozent der Münchner Bevölkerung unter Heuschnupfen – Tendenz steigend. Die Kombination aus milden Temperaturen und sporadischen Regenfällen schafft ideale Bedingungen für die Pollenverbreitung. Allergiker sollten daher bereits jetzt ihre Medikamente überprüfen und bei ersten Symptomen wie Niesen oder juckenden Augen handeln.

Besonders kritisch wird es in den Morgenstunden und an trockenen Tagen, wenn die Pollenkonzentration in der Stadtluft ihr Maximum erreicht. Wer empfindlich reagiert, sollte Lüftungszeiten auf die Abendstunden verlegen und beim Spaziergang durch den Englischen Garten oder die Fröttmaninger Heide eine Sonnenbrille tragen – das schützt die Augen vor direktem Pollenkontakt. Auch das regelmäßige Waschen der Haare vor dem Schlafengehen hilft, die Belastung zu reduzieren.

Für Risikogruppen wie Asthmatiker oder Eltern kleiner Kinder mit Allergieneigung gilt besondere Vorsicht. Die Technische Universität München empfiehlt in ihren aktuellen Leitlinien, bei anhaltend hohen Pollenwerten auf intensive körperliche Aktivität im Freien zu verzichten – zumindest bis die ersten kräftigen Regengüsse im April für eine natürliche Reinigung der Luft sorgen.

Von Sonnenschein zu Schauern: Das März-Wetter bleibt unberechenbar

Der März in München zeigt einmal mehr, warum er als klassischer Wetter-Wendehals gilt. Während die ersten Tage mit bis zu 15 Grad und strahlendem Sonnenschein fast an Frühsommer erinnerten, folgte nur 48 Stunden später ein markanter Temperatursturz auf knapp über dem Gefrierpunkt. Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes bestätigen das typische Phänomen: „Die Großwetterlage über Mitteleuropa ist im März besonders dynamisch, mit schnellen Wechseln zwischen atlantischen Tiefausläufern und kontinentaler Kaltluft.“

Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen Tages- und Nachttemperaturen. Tagsüber locken milde Werte zwischen 12 und 15 Grad die Menschen in die Parks und Biergärten, doch nach Einbruch der Dunkelheit fällt das Thermometer oft um 10 Grad oder mehr. Diese Schwankungen stellen nicht nur für die Garderobe eine Herausforderung dar, sondern belasten auch Kreislauf und Immunsystem.

Die unbeständige Wetterlage bringt zudem erste Gewitter mit sich – ein ungewöhnlich frühes, aber kein ungewöhnliches Phänomen für die Region. Statistisch gesehen treten in Süddeutschland in jedem dritten März bereits erste Wärmegewitter auf, ausgelöst durch die labil geschichtete Luft in Kombination mit der zunehmenden Sonneneinstrahlung. Besonders betroffen sind die Voralpenregionen, wo sich die Wolken an den Bergen stauen und lokal begrenzte, aber heftige Schauer entladen.

Für Allergiker bedeutet das wechselhafte Wetter eine zusätzliche Belastung. Die warmen Phasen beschleunigen die Pollenfreisetzung von Hasel und Erle, während Regenperioden zwar kurzfristig Linderung verschaffen, die Luftfeuchtigkeit danach aber Schimmelsporen begünstigt. Die ersten Warnstufen für Birkenpollen wurden bereits ausgegeben – zwei Wochen früher als im langjährigen Durchschnitt.

Tipps gegen Heuschnupfen: So übersteht man die erste Pollenwelle

Die erste Pollenwelle trifft Allergiker oft wie ein Schlag – besonders, wenn der März mit milden 15 Grad und frühem Blütenstaub startet. Hasel- und Erlenpollen fliegen bereits durch Münchens Luft, gefolgt von Birke und Esche in den kommenden Wochen. Wer jetzt handelt, kann die Beschwerden aber deutlich lindern. Studien des Deutschen Allergie- und Asthmabundes zeigen: Wer Pollenkonzentrationen aktiv meidet, reduziert Symptome wie Niesen, juckende Augen oder Atemnot um bis zu 40 Prozent.

Ein einfacher, aber wirksamer Trick ist das richtige Lüften. In der Stadt sollten Betroffene Fenster morgens zwischen 6 und 8 Uhr geschlossen halten, wenn die Pollenbelastung am höchsten ist. Auf dem Land gilt die Abendzeit als kritisch. Wer lüftet, nutzt am besten Pollenschutzgitter – die halten bis zu 85 Prozent der Partikel zurück. Auch die Kleidung spielt eine Rolle: Nach dem Aufenthalt draußen helfen ein Wechsel der Oberbekleidung und eine Dusche, um Pollen abzuwaschen.

Medikamente wie Antihistaminika wirken am besten, wenn man sie frühzeitig einnimmt. Viele Allergiker warten zu lange und kämpfen dann mit starken Reaktionen. Nasenspülungen mit Salzlösung oder spezielle Augentropfen können zusätzlich helfen, die Schleimhäute zu beruhigen. Wer unter starken Symptomen leidet, sollte mit einem Allergologen über eine Hyposensibilisierung sprechen – die Therapie zeigt bei rund 70 Prozent der Patienten langfristige Erfolge.

Auch die Ernährung kann Einfluss nehmen. Histaminhaltige Lebensmittel wie gereifter Käse, Rotwein oder Sauerkraut verstärken oft die Beschwerden. Stattdessen empfehlen Experten frisches Obst und Gemüse mit hohem Vitamin-C-Gehalt, das entzündungshemmend wirkt. Und wer in München unterwegs ist: Die Pollen-Apps des Deutschen Wetterdienstes liefern tagesaktuelle Belastungsdaten – so lässt sich der Spaziergang im Englischen Garten gezielt in pollenarme Zeiten legen.

Klimawandel verschiebt Jahreszeiten – was das für München bedeutet

Die Jahreszeiten in München verschieben sich messbar – und der März ist dafür ein Paradebeispiel. Klimadaten des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass der Frühling in Bayern heute im Schnitt zwei bis drei Wochen früher beginnt als noch vor 50 Jahren. Während die Isarstadt früher erst im April mit stabilen Plusgraden rechnen konnte, steigen die Thermometer nun oft schon im März über 15 Grad. Die Folgen sind nicht nur spürbar, sondern auch sichtbar: Haselnuss und Erle lassen ihre Pollen bereits im Februar fliegen, wo sie früher erst im März aktiv wurden.

Für die Münchner bedeutet das vor allem eines: längere Pollensaisons. Allergiker müssen sich auf frühere und intensivere Belastungen einstellen. Doch die Veränderungen gehen tiefer. Ökosysteme geraten aus dem Takt, wenn Pflanzen früher blühen, Insekten aber noch nicht aktiv sind. Selbst die Biergärten öffnen mittlerweile oft schon im März – ein Zeichen, wie sehr sich das städtische Leben den neuen Klimarealitäten anpasst.

Besonders auffällig ist die Zunahme der sogenannten „Föhnlagen“, die München im März zunehmend mit milden, fast sommerlichen Temperaturen versorgen. Diese warmen Fallwinde aus den Alpen treiben die Quecksilbersäule rasant in die Höhe, während gleichzeitig die Nächte noch frostig bleiben können. Ein Wetterphänomen, das nicht nur für Gartenbesitzer zur Herausforderung wird, sondern auch die Stadtplanung vor neue Fragen stellt: Wie lässt sich München an längere Vegetationsperioden und häufigere Temperaturschwankungen anpassen?

Die Daten sprechen eine klare Sprache. So registrierte die Wetterstation am Flughafen München im März 2024 bereits fünf Tage mit Temperaturen über 15 Grad – ein Wert, der vor 30 Jahren noch als absolute Ausnahme galt. Klimamodelle prognostizieren, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Für die Stadt heißt das: mehr Hitzetage im Frühjahr, längere Trockenphasen – und die Notwendigkeit, Grünflächen und Wassermanagement neu zu denken.

Der März zeigt sich in München diesmal von seiner unberechenbarsten Seite: Frühlingstemperaturen bis 15 Grad locken die Menschen nach draußen, während erste Pollenwarnungen Allergikern schon jetzt die Tränen in die Augen treiben. Wer jetzt denkt, der Winter sei endgültig vorbei, könnte sich täuschen – typisch für Münchens Wetter sind auch noch spät eisige Nächte oder plötzliche Schneeschauer, selbst wenn die Sonne tagsüber schon Kraft hat.

Für alle, die die warmen Tage nutzen wollen, lohnt sich ein Blick auf die Pollenfluginformationen der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst, besonders bei Wind, der die Belastung noch verstärkt. Wer empfindlich reagiert, sollte abends die Haare waschen und Kleidung nicht im Schlafzimmer lagern, um die Pollenlast zu reduzieren.

Bis sich der März endgültig festlegt, bleibt nur eines sicher: München erlebt wieder einmal, wie schnell sich Frühlingsgefühle und winterliche Rückfälle abwechseln können.