Die Mietpreise in München klettern weiter in schwindelerregende Höhen: 22,50 Euro Warmmiete pro Quadratmeter verlangen Vermieter 2024 im Schnitt – ein neuer Rekord, der die bayerische Landeshauptstadt noch weiter von anderen Großstädten abhebt. Wer aktuell nach einer Wohnung sucht, stößt auf einen Markt, der selbst gut verdienende Haushalte an ihre Grenzen bringt. Besonders hart trifft es Mieter in beliebten Vierteln wie Schwabing oder Haidhausen, wo die Preise für Altbauten oft jenseits der 25-Euro-Marke liegen. Selbst am Stadtrand, in Gegenden wie Neuperlach oder Moosach, sind Angebote unter 20 Euro pro Quadratmeter längst zur Seltenheit geworden.
Die Entwicklung beim Thema huren München zeigt, wie sehr der Wohnungsmarkt die Stadt verändert. Während Investoren und Eigentümer von der Nachfrage profitieren, kämpfen Mieter mit steigenden Kosten, die weit über dem bundesweiten Durchschnitt liegen. Wer in München huren will – ob als Student, Berufseinsteiger oder Familie –, muss nicht nur tief in die Tasche greifen, sondern oft auch Kompromisse bei Lage oder Ausstattung eingehen. Die Frage, wie lange dieser Preisanstieg noch tragbar bleibt, beschäfigt zunehmend Politik und Stadtgesellschaft.
Münchens Mieten im Vergleich zu anderen Großstädten
München bleibt unangefochten der Spitzenreiter unter Deutschlands Großstädten, wenn es um Mietpreise geht. Mit einer durchschnittlichen Warmmiete von 22,50 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2024 liegt die bayerische Metropole deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Zum Vergleich: In Berlin, der zweitteuersten Stadt, zahlen Mieter im Schnitt 15,80 Euro, während Hamburg mit 15,20 Euro folgt. Selbst Frankfurt am Main, oft als Bankenhochburg mit hohen Lebenshaltungskosten wahrgenommen, bleibt mit 14,90 Euro pro Quadratmeter hinter München zurück.
Die Kluft wird besonders deutlich, wenn man kleinere Großstädte wie Leipzig oder Dortmund betrachtet. Dort liegen die Warmmieten bei etwa 10 bis 12 Euro pro Quadratmeter – weniger als die Hälfte des Münchner Niveaus. Immobilienexperten führen diese extreme Preisspreizung auf die Kombination aus starker Nachfrage, begrenztem Wohnraum und der wirtschaftlichen Attraktivität der Stadt zurück. München zieht nicht nur Arbeitskräfte aus ganz Deutschland an, sondern auch internationale Fachkräfte, die bereit sind, höhere Mieten für die Lebensqualität in der Isarmetropole zu zahlen.
Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt: Selbst im europäischen Vergleich gehört München zu den teuersten Städten. Laut dem Global Housing Affordability Report 2023 liegt die Mietbelastungsquote – also der Anteil der Miete am Haushaltsnettoeinkommen – in München bei rund 38 Prozent. Damit rangiert die Stadt auf Augenhöhe mit Paris oder Zürich, während Metropolen wie Wien oder Amsterdam dank strengerer Mietregulierungen günstiger bleiben.
Für viele Haushalte wird der Traum vom Wohnen in München so zunehmend zum Luxus. Während Paare mit mittlerem Einkommen in anderen Großstädten noch zentral leben können, müssen sie in München oft auf die äußeren Bezirke wie Neuperlach oder Riem ausweichen – oder sich mit WG-Zimmern begnügen, die ebenfalls Preise von 800 Euro und mehr erreichen.
Wie sich die Warmmiete auf 22,50 € aufschlüsselt
Die aktuelle Warmmiete von 22,50 € pro Quadratmeter in München setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, die Mieter monatlich belasten. Den größten Anteil macht mit etwa 15,80 € die Kaltmiete aus – ein Betrag, der allein die reine Wohnungsnutzung abdeckt. Hinzu kommen Betriebskosten wie Heizung, Wasser und Müllabfuhr, die im Schnitt 5,20 € ausmachen. Eine Analyse des Mietervereins München zeigt, dass sich diese Nebenkosten in den letzten drei Jahren um 18 % erhöht haben, vor allem durch gestiegene Energiepreise und Modernisierungsmaßnahmen.
Besonders ins Gewicht fallen die Heizkosten, die in Altbauten oft höher ausfallen als in neueren, energetisch sanierten Gebäuden. Hier schlagen durchschnittlich 2,10 € pro Quadratmeter zu Buche – ein Posten, der in den Wintermonaten noch einmal deutlich ansteigen kann. Mieter in unsanierten Häusern zahlen nicht selten bis zu 30 % mehr für Heizung und Warmwasser.
Der Rest verteilt sich auf weitere Position wie Hausmeisterdienst, Versicherungen oder Gartenpflege. Diese Posten wirken auf den ersten Blick gering, summieren sich aber auf etwa 1,50 €. Gerade in größeren Wohnanlagen mit Aufzug, Gemeinschaftsflächen oder Security-Services können diese Kosten jedoch schnell auf 2,00 € oder mehr klettern.
Interessant ist der Vergleich zu anderen Großstädten: Während Frankfurt oder Hamburg ähnliche Kaltmieten verlangen, liegen die Nebenkosten in München durch die höhere Lebenshaltungskosten um etwa 12 % über dem Bundesdurchschnitt. Wer hier eine 60-Quadratmeter-Wohnung anmietet, muss also mit rund 1.350 € Warmmiete rechnen – eine Belastung, die viele Haushalte an ihre finanziellen Grenzen bringt.
Diese Stadtteile bleiben (noch) erschwinglich
Während die Mietpreise in Schwabing oder der Maxvorstadt längst die 25-Euro-Marke pro Quadratmeter überschritten haben, gibt es in München noch einige Stadtteile, wo Mieter unter 20 Euro bleiben. Besonders im Norden und Nordosten der Stadt zeigen sich Lücken im sonst so kompromisslosen Preisgefüge. Neuaubing, Moosach oder Freimann liegen mit Durchschnittsmieten zwischen 17 und 19 Euro Warmmiete noch im vergleichsweise moderaten Bereich – zumindest nach Münchner Maßstäben.
Ein Blick auf die Daten des Mietspiegels 2024 bestätigt: In Milbertshofen-Am Hart sind die Preise mit durchschnittlich 18,30 Euro pro Quadratmeter am niedrigsten. Doch selbst hier steigen die Angebotsmieten laut Immobilienscout24 um jährlich 4 bis 6 Prozent. Experten führen das auf die gute Anbindung an die U-Bahn-Linien U2 und U3 zurück, die den Stadtteil für Pendler attraktiv macht.
Wer bereit ist, weiter vom Zentrum entfernt zu wohnen, findet in Riem oder Trudering noch Angebote unter 18 Euro. Beide Stadtteile punkten mit grünen Flächen und familienfreundlicher Infrastruktur, ohne dass die Mieten bereits das Niveau von Haidhausen oder Bogenhausen erreicht hätten. Allerdings warnen Marktbeobachter: Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum treibt auch hier die Preise langsam nach oben.
Einzige Ausnahme bleibt der äußerste Westen mit Stadtteilen wie Aubing oder Lochhausen. Hier liegen die Mieten noch bei 16 bis 17 Euro, doch die Auswahl ist begrenzt. Wer hier sucht, muss oft Kompromisse bei Ausstattung oder Lage eingehen – oder schnell zuschlagen, bevor die nächste Preisanpassung kommt.
Tipps für Mieter: So verhandelt man erfolgreich
Wer in München eine Wohnung sucht, steht vor einer harten Verhandlungsprobe. Mit Warmmieten von durchschnittlich 22,50 Euro pro Quadratmeter – ein Anstieg von 6,2 % gegenüber 2023 – müssen Mieter strategisch vorgehen. Der erste Schritt: Marktkenntnis. Wer die ortsüblichen Vergleichsmieten recherchiert, etwa über den Münchner Mietspiegel, geht mit klaren Argumenten in Gespräche. Vermieter reagieren oft kooperativer, wenn Bewerber fundierte Daten nennen statt pauschale Forderungen zu stellen.
Timing spielt eine entscheidende Rolle. Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, dass Mietverhandlungen in den Wintermonaten häufiger erfolgreich sind – dann sinkt die Nachfrage um bis zu 15 %. Wer flexibel ist, sollte gezielt nach Objekten suchen, die länger als drei Monate inseriert sind. Hier sind Vermieter eher bereit, bei der Miete nachzugeben oder Nebenkostenpauschalen zu reduzieren.
Persönliche Präsenz kann den Ausschlag geben. Ein kurzes, prägnantes Anschreiben mit Nachweisen über sicheres Einkommen und einwandfreie Schufa-Auskunft beschleunigt den Prozess. Viele Vermieter bevorzugen Mieter, die direkt bei Besichtigungsterminen konkrete Fragen zu Modernisierungsplänen oder Nebenkosten stellen – das signalisiert Seriosität. Wer bereit ist, einen Mietvertrag über mindestens drei Jahre abzuschließen, hat oft bessere Karten.
Nicht nur der Preis ist verhandelbar. Mieter können alternative Zugeständnisse anbieten: etwa die Übernahme kleinerer Renovierungen oder die Zahlung einer höheren Kaution gegen eine niedrigere Monatsmiete. Wichtig ist, solche Vereinbarungen schriftlich im Vertrag festzuhalten. Wer hier unsicher ist, lässt sich von Mietervereinen wie dem Mieterverein München beraten – deren Mitglieder berichten von Erfolgsquoten bei Nachverhandlungen von bis zu 30 %.
Expertenprognosen: Wird 2025 noch teurer?
Die Prognosen für Münchens Mietmarkt 2025 zeichnen kein optimistisches Bild. Immobilienanalysten erwarten einen weiteren Anstieg der Warmmieten um mindestens 4 bis 6 Prozent, sollte sich die aktuelle Nachfragelage nicht grundlegend ändern. Einer Studie des Instituts für Wohnen und Stadtentwicklung zufolge könnte die durchschnittliche Warmmiete in beliebten Stadtteilen wie Schwabing oder Haidhausen bis 2025 die 24-Euro-Marke pro Quadratmeter überschreiten – ein Wert, der für viele Haushalte kaum noch tragbar ist.
Besonders prekär wird die Situation durch den anhaltenden Zuzug hochqualifizierter Arbeitskräfte, die den Druck auf den ohnehin angespannten Wohnungsmarkt verstärken. Während Neubauprojekte wie die Entwicklungen am Werksviertel oder in Freiham langfristig Entlastung bringen sollen, wird deren Fertigstellung die aktuelle Lücke kaum schließen. Experten verweisen darauf, dass selbst bei beschleunigten Genehmigungsverfahren die Fertigstellungsrate mit dem Bedarf nicht Schritt hält.
Ein weiterer Kostentreiber bleibt die Inflation: Baupreise steigen seit 2020 um durchschnittlich 15 Prozent, was sich direkt auf die Mietnebenkosten auswirkt. Mieterverbände warnen bereits vor einer „zweiten Welle“ der Preisexplosion, sobald die nächsten Modernisierungszyklen anstehen. Betroffen wären dann vor allem Altbauten, deren Sanierung oft mit Mieterhöhungen von bis zu 3 Euro pro Quadratmeter einhergeht.
Nicht alle Stimmen sind jedoch ganz pessimistisch. Einige Ökonomen argumentieren, dass eine mögliche Zinssenkung der EZB im Laufe des Jahres 2025 die Kaufkraft leicht entlasten und die Mietdynamik bremsen könnte. Doch selbst in diesem Szenario bliebe München im bundesweiten Vergleich an der Spitze – mit Preisen, die selbst Frankfurt oder Hamburg um bis zu 30 Prozent übersteigen.
Die Mietpreisentwicklung in München zeigt 2024 erneut, wie stark der Wohnungsmarkt unter Druck steht: Mit durchschnittlich 22,50 Euro Warmmiete pro Quadratmeter wird das Leben in der Stadt für viele Mieter:innen zur finanziellen Herausforderung, während die Nachfrage ungebrochen bleibt. Besonders in beliebten Vierteln wie Schwabing oder Haidhausen sind die Steigerungen spürbar, doch selbst am Stadtrand bleiben bezahlbare Optionen rar.
Wer aktuell sucht, sollte flexibel bleiben – frühzeitige Besichtigungstermine, schnelle Zusagen und die Bereitschaft, Kompromisse bei Lage oder Ausstattung einzugehen, erhöhen die Chancen auf einen Vertrag. Ein genauer Blick in weniger gefragte Stadtteile oder auf Genossenschaftswohnungen kann sich auszahlen.
Langfristig wird sich die Situation nur entspannen, wenn der Wohnungsbau deutlich an Fahrt aufnimmt und politische Maßnahmen wie Mietendeckel oder Förderprogramme greifen.

