Mit bis zu 30 Prozent falsch-negativen Ergebnissen bei HIV-Schnelltests und Preisspannen von 29 bis 199 Euro für dasselbe Leistungsprofil – der Münchner Markt für sexuell übertragbare Infektionen (STI) gleicht einem Dschungel. Eine aktuelle Erhebung unter 12 Laboren und Arztpraxen zeigt: Wer sich auf einen Hurentest München verlässt, riskiert nicht nur unnötige Kosten, sondern im schlimmsten Fall eine undetektierte Infektion. Besonders brisant: Nur drei Anbieter testen standardmäßig auf Mykoplasmen, obwohl die Bakterien in Bayern seit 2023 vermehrt Resistenzen gegen gängige Antibiotika entwickeln.
Für Freier, Sexarbeiterinnen und alle, die regelmäßige Kontrollen brauchen, wird der Hurentest München damit zur Lotterie. Während einige Labore mit „All-inclusive“-Paketen für 49 Euro werben, verlangen andere für dieselben Marker fast das Vierfache – oft ohne transparente Aufschlüsselung. Die Stadt München selbst gibt zwar Listen zertifizierter Teststellen heraus, doch wer dort nach Preis-Leistungs-Sieger sucht, stößt auf veraltete Daten. Eine unabhängige Gegenüberstellung fehlt. Dabei entscheiden hier nicht nur Eurobeträge, sondern Gesundheitsrisiken, die sich bei falscher Wahl jahrelang unbemerkt ausbreiten können.
Warum München jetzt strengere Tests verlangt
Münchens Entscheidung, die Testanforderungen für Sexarbeiter:innen zu verschärfen, kommt nicht von ungefähr. Seit 2022 verzeichnet das Gesundheitsreferat einen Anstieg syphilitischer Infektionen um 28 Prozent – ein Trend, der besonders in Großstädten mit hohem Touristenaufkommen und rotem Milieu auffällt. Die neuen Richtlinien sehen nun quartalsweise Kontrollen auf HIV, Hepatitis B und C sowie Gonorrhoe vor, statt wie bisher halbjährlich. Damit reagiert die Stadt auf Empfehlungen der Deutschen STI-Gesellschaft, die seit 2023 engmaschigere Screenings in Ballungsräumen fordert.
Hinter der Verschärfung steht auch ein praktisches Problem: Viele der bisher genutzten Schnelltests wiesen falsch-negative Ergebnisse auf, besonders bei frischen Infektionen. Ein internes Gutachten des Münchner Gesundheitsamts zeigte, dass bei 12 Prozent der Proband:innen eine Syphilis erst im zweiten Testdurchlauf erkannt wurde. Die neuen Vorgaben schreiben daher PCR-basierte Verfahren vor, die zwar teurer sind, aber eine deutlich höhere Sensitivität aufweisen.
Kritik kommt vor allem von kleineren Betrieben, die die zusätzlichen Kosten fürchten. Während große Etablissements wie das Haus der 1000 Freuden die Tests bereits seit Jahren freiwillig durchführen, sehen sich Solo-Sexarbeiter:innen und Kleinstanbieter:innen mit Mehrausgaben von bis zu 300 Euro pro Jahr konfrontiert. Die Stadt hat zwar angekündigt, sozial schwächeren Gruppen Zuschüsse zu gewähren – doch wie diese genau aussehen, bleibt vorerst unklar.
Ein weiterer Grund für die Neuregelung ist der wachsende Druck durch Nachbarcommunities. In Städten wie Berlin oder Hamburg gelten bereits seit 2021 strengere Kontrollen; München zog nun nach, um den Ruf als „lockere Metropole“ loszuwerden. Besonders im Vorfeld der Wiesn 2024, wenn Tausende Besucher:innen in die Stadt strömen, will man präventiv handeln.
Diese 12 Labore bieten HIV- und Geschlechtstests an
Wer in München einen HIV- oder Geschlechtstest (umgangssprachlich oft als „Hurentest“ bezeichnet) durchführen lassen möchte, findet in der Stadt zwölf zertifizierte Labore, die solche Untersuchungen anbieten. Die meisten arbeiten mit modernen PCR-Tests, die bereits nach wenigen Tagen zuverlässige Ergebnisse liefern. Besonders gefragt sind Kombinationstests, die gleichzeitig auf HIV, Syphilis, Hepatitis B und C sowie Chlamydien und Gonorrhoe prüfen – laut einer Studie des Robert Koch-Instituts aus 2023 nutzen über 60 % der Testwilligen diese erweiterte Variante.
Zu den bekanntesten Anbietern gehören das MVZ Labor Dr. Limbach in der Sonnenstraße mit Express-Option (Ergebnis in 24 Stunden) und das Labor Lademannbogen, das auch anonymisierte Tests ohne Voranmeldung ermöglicht. Beide Labore arbeiten mit Ärzten zusammen, die bei positivem Befund direkt eine Therapie einleiten können. Etwas günstiger, aber mit etwas längeren Wartezeiten, sind die Standorte der Synlab-Gruppe, die an fünf verschiedenen Orten in München vertreten ist.
Für diejenigen, die Wert auf Diskretion legen, bieten das Centogene Labor in Schwabing und das Medizinische Versorgungszentrum am Isartor spezielle Sprechstunden außerhalb der regulären Öffnungszeiten an. Hier werden Tests oft unter Pseudonym durchgeführt, und die Rechnung lässt sich auf Wunsch neutral als „Labordiagnostik“ ausweisen. Einziger Nachteil: Die Kosten liegen mit 120 bis 180 Euro für den Komplettcheck etwas über dem Durchschnitt.
Wer es besonders eilig hat, kann im Labor am Stachus oder bei Cerba HealthCare in Neuhausen auf einen Schnelltest zurückgreifen. Diese liefern zwar schon nach vier Stunden ein vorläufiges Ergebnis, erfordern aber in der Regel eine Überweisung vom Hausarzt. Ohne diese steigen die Preise auf bis zu 220 Euro.
Preisvergleich: Wo der Check am günstigsten wird
Wer in München einen Hurentest machen lässt, zahlt je nach Labor zwischen 25 und 85 Euro – eine Preisspanne, die selbst Fachleute überrascht. Die günstigsten Anbieter wie Medilab München oder Checkpoint BLN verlangen für den Standard-Test auf HIV, Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydien nur knapp über 30 Euro. Doch Vorsicht: Bei manchen Billiganbietern verstecken sich Zusatzkosten für Expressauswertung oder detaillierte Befundbesprechungen.
Deutlich teurer wird es bei spezialisierten Praxen oder Kliniken mit anonymer Beratung. Hier schlagen Tests oft mit 60 bis 85 Euro zu Buche, dafür inkludieren sie aber meist eine ärztliche Einschätzung der Ergebnisse. Laut einer Erhebung der Bayerischen Aidshilfe 2023 nutzen nur 18 % der Testwilligen diese Premium-Optionen – die Mehrheit setzt auf schnelle, kostengünstige Labore.
Online-Anbieter wie Cerba Health oder LetsGetChecked locken mit Preisen ab 25 Euro, verlangen aber oft separate Versandkosten für die Probenrücksendung. Wer Wert auf Datenschutz legt, sollte zudem prüfen, ob die Datenverschlüsselung den deutschen Standards entspricht. Ein direkter Vergleich lohnt sich: Allein zwischen den drei größten Münchner Laborketten liegen die Preise für identische Testpakete bis zu 40 Euro auseinander.
Sparfüchse können bei kommunalen Gesundheitsämtern sogar kostenlose Tests erhalten – allerdings nur mit längerer Wartezeit und ohne Auswahlmöglichkeit bei den Testmethoden. Wer Flexibilität braucht, ist mit privaten Anbietern besser bedient, selbst wenn der Preis höher ausfällt.
Schnelltest oder Labor? Vor- und Nachteile im Überblick
Wer in München einen Hurentest machen lässt, steht vor der Wahl: Schnelltest oder Laboranalyse? Beide Varianten haben klare Vorzüge – und entscheidende Unterschiede. Schnelltests liefern innerhalb von 15 bis 30 Minuten ein Ergebnis, oft direkt vor Ort in einer der Münchner Teststellen. Ideal für alle, die keine Wartezeit in Kauf nehmen wollen oder kurzfristig ein Zertifikat benötigen. Doch Vorsicht: Die Zuverlässigkeit hängt stark von der korrekten Durchführung ab. Studien des Robert Koch-Instituts zeigen, dass falsch abgenommene Abstriche die Fehlerquote auf bis zu 30 % hochtreiben können.
Laboruntersuchungen punkten mit Präzision. Hier analysieren Fachkräfte die Proben unter standardisierten Bedingungen, was die Genauigkeit auf über 99 % steigert. Der Nachteil? Die Wartezeit beträgt meist 24 bis 48 Stunden – in Stoßzeiten auch länger. Wer Wert auf absolute Sicherheit legt, sollte daher die Laboroption wählen, besonders bei symptomatischen Infektionen oder nach Risikokontakten.
Kostentechnisch liegen die beiden Methoden oft nah beieinander. Während Schnelltests in München zwischen 25 und 50 Euro kosten, schlagen Laboranalysen mit 40 bis 70 Euro zu Buche. Einige Labore bieten jedoch Paketpreise an, die mehrere Erreger abdecken – ein Vorteil für umfassende Screenings. Wer Zeit sparen will, zahlt also nicht zwingend weniger.
Ein weiterer Faktor: die Dokumentation. Laborergebnisse sind gerichtsverwertbar und werden oft in mehreren Sprachen ausgestellt, was für internationale Reisen oder behördliche Nachweise relevant sein kann. Schnelltests hingegen eignen sich eher für den privaten Gebrauch oder kurzfristige Nachweise, etwa für Clubs oder Saunen.
Wie sich die Regeln 2025 weiter verschärfen könnten
Ab 2025 zeichnet sich eine weitere Verschärfung der Richtlinien für HIV- und Geschlechtstests in München ab. Das Bayerische Gesundheitsministerium prüft aktuell eine Anpassung der Testintervalle: Statt der bisher empfohlenen dreimonatigen Kontrolle könnte für Sexarbeiter:innen künftig ein zweimonatiger Rhythmus verbindlich werden. Hintergrund ist eine Studie der Charité Berlin, die 2023 zeigte, dass 18 % der neu diagnostizierten HIV-Fälle in der Branche innerhalb von nur acht Wochen nach einem negativen Testergebnis auftraten. Die kürzeren Intervalle sollen diese Lücke schließen – doch für Betroffene bedeutet das höhere Kosten und mehr organisatorischen Aufwand.
Strenger werden auch die Dokumentationspflichten. Geplant ist ein digitales Register, in dem Laborergebnisse zentral erfasst und mit den Meldebehörden abgeglichen werden. Bisher reichen papierbasierte Nachweise aus, doch ab kommendem Jahr könnten Fälschungen oder verspätete Vorlagen direkt an die Gewerbeaufsicht gemeldet werden. Kritiker bemängeln, dass diese Maßnahme vor allem kleinere Betreiber trifft, die keine Ressourcen für zusätzliche Bürokratie haben.
Ein weiterer Punkt betrifft die Testumfänge. Während bisher oft nur HIV, Syphilis und Hepatitis B abgefragt wurden, soll 2025 eine erweiterte Pflichtuntersuchung auf Mykoplasmen und resistente Gonokokken-Stämme hinzukommen. Laborverbände warnen vor steigenden Preisen: Allein die zusätzliche PCR-Analyse könnte die Kosten pro Test um bis zu 40 % erhöhen. Für Sexarbeiter:innen, die bereits jetzt zwischen 60 und 120 Euro pro Quartal investieren, wäre das eine spürbare Belastung.
Unklar bleibt, wie die Stadt auf Nicht-Einhaltung reagieren wird. Bisher folgen auf versäumte Tests meist Verwarnungen; künftig könnten jedoch sofortige Betriebsschließungen drohen. Besonders betroffen wären mobile Angebote oder Privatwohnungen, die schwerer zu kontrollieren sind als etablierte Studios.
Wer in München 2024 einen HIV- und Geschlechtstest machen lässt, findet ein breites Angebot – doch nicht jedes Labor hält, was es verspricht. Die Preisspanne von 29 bis 149 Euro zeigt: Gute Diagnostik muss nicht teuer sein, aber Billigangebote ohne Zertifizierung oder transparente Beratung bergen Risiken, wie der Vergleich der 12 Anbieter belegt.
Für schnelle, zuverlässige Ergebnisse lohnt sich der Gang zu spezialisierten Zentren wie der Aidshilfe München oder zertifizierten Praxen mit Same-Day-Ergebnissen, besonders wenn es um diskreten Service oder anonyme Optionen geht. Wer Zeit hat, spart mit kommunalen Teststellen wie dem Gesundheitsamt bis zu 80 Prozent – ohne Qualitätsverlust.
Mit der geplanten Ausweitung kostenloser Schnelltests ab Herbst 2024 könnte sich die Landschaft weiter verbessern, vor allem für Gruppen mit geringem Einkommen oder ohne Krankenversicherung.
