Mit einem 50-Meter-Wettkampfbecken, einer 10-Meter-Sprungplattform und einer Fläche von über 5.000 Quadratmetern setzt München neue Maßstäbe für öffentliche Bäder: Das Hallenbad am Olympiapark öffnet im Dezember seine Türen – und löst damit das 2021 geschlossene Georg-Schühlein-Bad als größtes schwimmbad Münchens ab. Die Investition von 68 Millionen Euro macht es zum modernsten Schwimmkomplex der Stadt, ausgestattet mit Barrierefreiheit, Solarenergie und einem separaten Lehrschwimmbecken für Anfänger.

Für Münchens 1,5 Millionen Einwohner kommt das Projekt zur rechten Zeit. Seit Jahren klagen Vereine über zu wenig Bahnkapazitäten, Familien über überfüllte Wochenenden in den bestehenden Becken. Das neue schwimmbad Münchens am Olympiapark soll nicht nur den Sportbetrieb entlasten, sondern auch ein architektonisches Highlight werden: Die gläserne Fassade spiegelt das Olympiagelände wider, während innen natürliches Licht die Bahnen flutet. Ein Konzept, das Schwimmen vom reinen Training zur urbanen Freizeiterfahrung macht.

Ein Schwimmbad für Olympia-Erbe und Münchner Tradition

Das neue Hallenbad am Münchner Olympiapark knüpft bewusst an die Architektur- und Sporttradition der Olympischen Spiele 1972 an. Mit seinem klaren, funktionalen Design und der Nähe zum ikonischen Olympiastadion setzt es ein architektonisches Statement, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet. Die 50-Meter-Bahn entspricht exakt den olympischen Maßstäben – eine bewusste Entscheidung, um den Standort als Trainingsstätte für Spitzenathleten zu etablieren.

Doch das Bad dient nicht nur dem Leistungssport. Es fügt sich nahtlos in Münchens lange Badekultur ein, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Damals entstanden mit dem Müller’schen Volksbad oder dem Dantebad Institutionen, die bis heute genutzt werden. Laut einer Studie des Bayerischen Schwimmverbandes besuchen jährlich über 3 Millionen Menschen öffentliche Bäder in der Stadt – ein Beweis für die anhaltende Beliebtheit des Schwimmens als Freizeit- und Gesundheitssport.

Besonders auffällig ist die Materialwahl: Sichtbeton, Glas und Stahl dominieren den Innenraum und erinnern an die typische Nachkriegsmoderne der 1970er-Jahre. Gleichzeitig sorgen große Fensterfronten für eine helle, einladende Atmosphäre. Die Verbindung von sportlicher Funktionalität und ästhetischem Anspruch macht das Bad zu einem Ort, der sowohl Wettkämpfe als auch entspanntes Bahnenziehen ermöglicht.

Für die Münchner ist das Projekt mehr als nur ein Neubau. Es symbolisiert die lebendige Verbindung zwischen dem Erbe der Olympischen Spiele und dem alltäglichen Leben in der Stadt – ein Ort, an dem Geschichte spürbar wird, während man seine Bahnen zieht.

50 Meter Bahnlänge und moderne Architektur im Detail

Das Herzstück des neuen Hallenbads am Münchner Olympiapark bildet das 50-Meter-Becken – eine Seltenheit in städtischen Schwimmbädern. Mit acht Bahnen und einer Wassertiefe von bis zu 2,30 Metern entspricht es den Vorgaben des Deutschen Schwimm-Verbandes für Wettkämpfe. Die Bahnlänge ermöglicht nicht nur professionelles Training, sondern schafft auch für Freizeitschwimmer ein ungewöhnlich großzügiges Raumgefühl. Laut einer Studie der Deutschen Gesellschaft für das Badwesen nutzen nur etwa 15 % der kommunalen Hallenbäder in Deutschland ein 50-Meter-Becken, was Münchens neues Bad zu einer Besonderheit macht.

Architektonisch setzt der Neubau auf klare Linien und eine lichtdurchflutete Halle. Die Fassade besteht aus großflächigen Glasfronten, die den Blick auf die charakteristische Dachlandschaft des Olympiaparks freigeben. Im Inneren sorgen indirekte LED-Beleuchtung und helle Naturmaterialien wie Eichenholz für eine moderne, einladende Atmosphäre. Besonders auffällig ist die wellenförmige Deckenkonstruktion, die nicht nur ästhetisch wirkt, sondern auch die Akustik optimiert – ein entscheidender Faktor in großen Schwimmhallen.

Technisch überzeugt das Bad durch energieeffiziente Lösungen. Eine Wärmepumpe nutzt die Abwärme des Beckenwassers zur Beheizung der Räume, während Photovoltaikmodule auf dem Dach einen Teil des Strombedarfs decken. Die Wasseraufbereitung erfolgt nach dem neuesten Stand der Technik mit reduziertem Chlorverbrauch, was sowohl die Umwelt als auch die Haut der Schwimmer schont.

Für Besucher besonders praktisch: Die Tribüne mit 250 Plätzen lässt sich bei Bedarf flexibel erweitern, etwa für Schulwettkämpfe oder Vereinsmeisterschaften. Direkt angrenzend befinden sich ein Lehrschwimmbecken und ein separater Kinderbereich, der durch farbige Bodenmarkierungen und spielerische Elemente besticht. Die Kombination aus Funktionalität und Design macht das Bad zu einem Vorzeigeprojekt für moderne Sportstätten in urbanen Räumen.

Öffnungszeiten, Preise und Buchungssystem für Besucher

Ab Dezember stehen die Türen des neuen Hallenbads am Münchner Olympiapark für Besucher offen – mit klaren Regelungen für Öffnungszeiten, Eintrittspreise und ein digitales Buchungssystem. Montags bis freitags öffnet das Bad um 6:30 Uhr für Frühschwimmer, während der Hauptbetrieb von 10:00 bis 22:00 Uhr läuft. Am Wochenende beginnt der Badespaß bereits um 8:00 Uhr, wobei sonntags um 20:00 Uhr Schluss ist. Diese Zeiten orientieren sich an den Bedürfnissen von Vereinen, Schulen und Freizeitgästen, wie eine Sprecherin der Münchner Bäderbetriebe bestätigte. Besonders die frühen Öffnungszeiten sollen Berufstätigen und Wettkampfsportlern entgegenkommen.

Die Preise halten sich im Rahmen anderer Münchner Bäder: Erwachsene zahlen 6,50 Euro für zwei Stunden, ermäßigt sind es 4,50 Euro. Familienkarten (zwei Erwachsene mit bis zu drei Kindern) kosten 16 Euro. Wer länger bleiben möchte, kann einen Tagespass für 9 Euro lösen. Studien zufolge nutzen über 60 Prozent der Hallenbadbesucher in Deutschland Zeitfenster von unter zwei Stunden – das neue Preismodell spiegelt diese Nachfrage wider. Für Stammgäste lohnt sich die 10er-Karte (55 Euro) oder das Jahresabo (ab 390 Euro).

Das Buchungssystem läuft vollständig digital über die Website der Münchner Bäderbetriebe oder eine dedizierte App. Besucher können Zeitfenster im Voraus reservieren, um Wartezeiten zu vermeiden. Spontane Gäste erhalten Restplätze vor Ort, sofern Kapazitäten frei sind. An Wochenenden und Feiertagen empfiehlt sich eine Online-Buchung, da die Nachfrage experiencegemäß höher ist. Barzahlung ist möglich, kontaktlose Bezahlmethoden werden jedoch bevorzugt.

Für Schulklassen und Vereine gibt es Sonderkonditionen sowie exklusive Buchungszeiten außerhalb der Publikumsöffnungszeiten. Die Stadt München hat hierfür extra Früh- und Spätstunden eingeplant, um den Trainingsbetrieb nicht zu beeinträchtigen.

Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit im Fokus der Planung

Das neue Hallenbad am Münchner Olympiapark setzt von Anfang an Maßstäbe – nicht nur mit seinem 50-Meter-Wettkampfsbecken, sondern auch durch konsequente Barrierefreiheit. Alle Bereiche, von den Umkleiden bis zu den Beckenzugängen, erfüllen die DIN-Norm 18040 für rollstuhlgerechte Gestaltung. Besonders auffällig: Ein spezielles Hubsystem ermöglicht es Mobilitätseingeschränkten, ohne fremde Hilfe ins Wasser zu gelangen. Solche Lösungen sind noch immer selten in deutschen Bädern, obwohl laut Statistischem Bundesamt rund 10,2 Millionen Menschen in Deutschland von schwerer Behinderung betroffen sind.

Nachhaltigkeit durchzieht das Konzept bis ins Detail. Die Energieversorgung basiert auf einem Blockheizkraftwerk, das gleichzeitig Strom und Wärme für das gesamte Bad erzeugt. Die Dachflächen tragen eine Photovoltaikanlage, während Regenwasser für die Toilettenspülung und Bewässerung der Außenanlagen genutzt wird. Selbst die Materialwahl folgte ökologischen Kriterien: Die verwendeten Fliesen und Dämmstoffe stammen zu 80 Prozent aus recycelten Rohstoffen.

Architekten und Stadtplaner arbeiteten eng mit Verbänden wie dem Bayerischen Behindertenbeauftragten zusammen, um typische Hürden zu vermeiden. So sind etwa die Duschen ebenerdig angelegt, und taktile Leitstreifen führen Blinde sicher durch das Gebäude. Die Akustik in den Hallen wurde zudem so optimiert, dass Hörgeräteträger klare Sprachverständlichkeit haben – ein oft unterschätzter, aber entscheidender Faktor in öffentlichen Bädern.

Besonders gelungen ist die Verbindung von Funktionalität und Ästhetik. Die barrierefreien Elemente wirken nicht wie nachträgliche Anbauten, sondern sind nahtlos in das moderne Design integriert. Das beginnt bei den breiteren Türen, die optisch kaum auffallen, und reicht bis zu den farblich kontrastreichen Handläufen, die gleichzeitig als gestalterisches Element dienen. Solche Lösungen zeigen, dass Barrierefreiheit kein Hindernis für ansprechende Architektur sein muss – im Gegenteil.

Zukunftsvision: Mehr als nur ein Hallenbad für München

Das neue Hallenbad am Münchner Olympiapark ist mehr als ein Schwimmbecken – es soll ein Leuchtturmprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung werden. Mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach, Wärmepumpen und Regenwassernutzung setzt die Anlage Maßstäbe, die weit über den üblichen Standard hinausgehen. Experten der Deutschen Gesellschaft für das Badwesen (DGfdB) betonen, dass solche Konzepte künftig zum Vorbild für öffentliche Bäder in Großstädten werden könnten, besonders vor dem Hintergrund steigender Energiekosten und Klimaziele.

Architektonisch fügt sich der Neubau nahtlos in das Olympiapark-Ensemble ein, ohne die ikonische Silhouette der 1970er-Jahre zu stören. Große Glasfronten lassen Tageslicht fluten, während die Innenräume mit regionalen Materialien wie Tannenholz aus bayerischen Wäldern gestaltet sind. Die Planung sah von Anfang an vor, dass das Bad nicht nur Sportlern, sondern auch Familien, Schulen und Reha-Patienten gerecht wird – ein Multifunktionskonzept, das in München bisher einzigartig ist.

Besonders ambitioniert ist die digitale Infrastruktur: Über eine App lassen sich Bahnzeiten reservieren, Wasserqualität in Echtzeit abrufen oder personalisierte Trainingspläne erstellen. Solche Innovationen könnten laut einer Studie der TU München die Auslastung öffentlicher Bäder um bis zu 30 Prozent steigern, ohne zusätzliche Flächen zu verbrauchen.

Langfristig könnte das Projekt sogar das Freizeitverhalten der Münchner prägen. Mit direktem S-Bahn-Anschluss und Fahrradstellplätzen wird das Bad zum Knotenpunkt für Bewegung und Begegnung – ein Ort, der Schwimmen mit urbanem Lebensgefühl verbindet.

Mit dem neuen Hallenbad am Olympiapark bekommt München nicht nur eine moderne Sportstätte mit olympischem Flair, sondern auch ein dringend benötigtes 50-Meter-Becken, das Schwimmern aller Leistungsstufen endlich wieder ausreichend Bahnlänge bietet. Die Kombination aus barrierefreier Ausstattung, nachhaltiger Bauweise und zentraler Lage macht die Anlage zu einem echten Gewinn für die Stadt – besonders in den Wintermonaten, wenn Outdoor-Bäder geschlossen sind.

Wer die ersten Runden im Dezember drehen will, sollte sich früh über die Öffnungszeiten und mögliche Voranmeldungen informieren, denn mit dem Andrang ist zu rechnen. Die Münchner Bäderbetriebe kündigen bereits jetzt Sonderaktionen zur Eröffnung an, darunter geführte Touren und Probeschwimmen für Vereine.

Damit setzt München ein klares Zeichen für die Zukunft des Schwimmsports in der Region und zeigt, wie moderne Infrastruktur urbanes Leben bereichern kann.