Mit einem 50-Meter-Schwimmbecken, einer 1.200 Quadratmeter großen Saunalandschaft und modernster Energieeffizienz setzt das Nordbad (München) neue Maßstäbe für öffentliche Bäder in Deutschland. Als erstes Großprojekt dieser Art in der Landeshauptstadt kombiniert es Sport-, Freizeit- und Wellnessangebote unter einem Dach – und das mitten im wachsenden Stadtviertel Freiham. Die Baukosten von rund 68 Millionen Euro unterstreichen den Anspruch: Hier entsteht kein gewöhnliches Hallenbad, sondern ein architektonisches und funktionales Vorzeigeobjekt, das Münchens Badekultur nachhaltig prägen wird.

Für Schwimmer, Familien und Saunafans wird das Nordbad (München) ab Herbst mehr als nur eine Alternative zu den oft überfüllten Innenstadtbädern bieten. Während andere Standorte wie das Michaelibad oder die Müller’schen Volksbäder mit Platzmangel kämpfen, punktet das neue Bad mit großzügigen Flächen, barrierefreiem Zugang und einem Außenbereich, der ganzjährig genutzt werden kann. Besonders für die schnell wachsende Bevölkerung im Norden Münchens kommt das Projekt genau zur richtigen Zeit – als sozialer Treffpunkt und Sportstätte, die den Ansprüchen einer modernen Großstadt gerecht wird.

Ein Schwimmbad mit langer Vorgeschichte

Ein Schwimmbad mit langer Vorgeschichte

Das Nordbad in München ist mehr als nur ein Schwimmbad – es ist ein Stück Stadtgeschichte. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1927 hat es Generationen von Münchnern begleitet, von den ersten Schwimmkursen der 1930er-Jahre bis zu den Wettkämpfen der Nachkriegszeit. Ursprünglich als Volksbad konzipiert, entwickelte es sich schnell zu einem zentralen Treffpunkt für Sportbegeisterte und Erholungssuchende. Die markante Backsteinarchitektur mit ihrem neoklassizistischen Einschlag prägt bis heute das Bild des Schwabinger Stadtteils.

In den 1970er-Jahren wurde das Nordbad um ein modernes Hallenbad erweitert, um den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden. Damals galt es mit seinem 25-Meter-Becken als eines der fortschrittlichsten Bäder Deutschlands. Laut einem Bericht des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege zählt das Ensemble heute zu den wenigen erhaltenen Beispielen für die Badarchitektur der Weimarer Republik in Süddeutschland – ein Grund, warum Teile des Gebäudes unter Denkmalschutz stehen.

Doch die Geschichte des Nordbads war nicht immer geradlinig. Wirtschaftliche Herausforderungen und sanierungsbedürftige Bausubstanz führten in den 2000er-Jahren zu längeren Schließphasen. Erst 2015 begann eine umfassende Modernisierung, die nun mit der Neueröffnung ihren vorläufigen Höhepunkt findet. Besonders die Wiederherstellung der historischen Fassadenelemente erforderte handwerkliches Können: Allein für die Restaurierung der originalen Fliesenarbeiten waren über 1.200 Arbeitsstunden nötig.

Für viele Münchner ist das Nordbad mit persönlichen Erinnerungen verbunden – sei es der erste Sprung vom Drei-Meter-Brett oder die regelmäßigen Besuche im damals noch getrennten Frauen- und Männerbad. Selbst während der Bauarbeiten blieb die emotionale Bindung der Anwohner spürbar, wie Bürgerinitiativen zeigten, die sich für den Erhalt des historischen Charakters einsetzten.

50 Meter Bahnenspaß und moderne Architektur

50 Meter Bahnenspaß und moderne Architektur

Das Herzstück des neuen Nordbads bildet ein 50-Meter-Sportbecken, das nach modernen Maßstäben konstruiert wurde. Mit acht Bahnen und einer Wassertiefe von bis zu 2,10 Metern entspricht es den Vorgaben des Deutschen Schwimmverbandes für Wettkampfstätten – eine Seltenheit in Münchens öffentlicher Bäderlandschaft. Die Bahnbreite von 2,50 Metern ermöglicht dabei nicht nur professionelles Training, sondern schafft auch für Freizeitschwimmer ein angenehmes Raumgefühl. Besonders auffällig ist die verglaste Südseite, die natürliches Licht bis in die tiefsten Beckenbereiche fluten lässt.

Architektonisch setzt das Nordbad auf klare Linien und nachhaltige Materialien. Die Fassade kombiniert Sichtbeton mit hellen Holzlamellen, die dem Bauwerk eine warme, einladende Ausstrahlung verleihen. Studien zur Nutzerakzeptanz öffentlicher Bäder zeigen, dass genau diese Kombination aus Funktionalität und ästhetischem Anspruch die Besucherzahlen um bis zu 30 Prozent steigern kann. Im Inneren sorgen großzügige Umkleidebereiche und barrierefreie Zugänge dafür, dass der Besuch für alle Altersgruppen komfortabel wird.

Technisch überzeugt das Becken durch ein innovatives Wasseraufbereitungssystem, das Chlorverbrauch und Energiebedarf deutlich reduziert. Die Temperaturregelung erfolgt über eine Wärmepumpe, die Abwärme aus dem benachbarten Saunabereich nutzt – ein Detail, das nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Für Schwimmvereine und Schulen wird das Nordbad damit zu einer willkommenen Ergänzung. Während Münchens bestehende 50-Meter-Becken oft ausgebucht sind, bietet die neue Anlage flexible Buchungsmöglichkeiten und moderne Trainingsbedingungen. Die akkustisch optimierte Hallengestaltung minimiert zudem Lärmbelastung, was besonders bei Schulklassen und Wettkämpfen zum Tragen kommt.

Saunadorf, Wellness und Familienbereich unter einem Dach

Saunadorf, Wellness und Familienbereich unter einem Dach

Das neue Nordbad setzt Maßstäbe, indem es traditionelle Schwimmbadkultur mit modernem Wellness-Ansatz vereint. Unter einem 3.000 Quadratmeter großen Dach entstehen nicht nur ein 50-Meter-Sportbecken und ein Lehrschwimmbereich, sondern auch ein ausgedehntes Saunadorf mit acht verschiedenen Saunen – von der klassischen finnischen Blockhaussauna bis zur sanften Bio-Kräutersauna. Studien der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen zeigen, dass solche Kombinationskonzepte die Besucherzahlen um bis zu 40 Prozent steigern, da sie unterschiedliche Zielgruppen ansprechen: vom Leistungssportler bis zum Entspannungssuchenden.

Besonders Familien profitieren vom durchdachten Zonenkonzept. Während die Erwachsenen im Ruhebereich mit Kaminlounge oder im Außenwhirlpool mit Blick auf den Olympiapark abschalten, finden Kinder im separaten Familienbereich mit Rutschen, Warmwasserbecken und Spielzonen ihren eigenen Erlebnisraum. Die räumliche Trennung der Bereiche garantiert dabei, dass sowohl Eltern als auch kinderlose Gäste ungestört ihren Aktivitäten nachgehen können – ein Detail, das in vielen öffentlichen Bädern oft vernachlässigt wird.

Architektonisch überzeugt das Nordbad durch seine klare Linienführung und natürlichen Materialien wie Holz und Stein, die eine warme, einladende Atmosphäre schaffen. Die Saunalandschaft ist als Dorfanlage mit zentralen Aufenthaltsplätzen gestaltet, die zum Verweilen einlädt. Ein besonderes Highlight: die Panoramasauna mit Glasfront, die den Blick auf die Münchner Skyline freigibt und selbst eingefleischte Saunagänger begeistern dürfte. Die Kombination aus urbanem Flair und alpiner Gemütlichkeit macht das Nordbad zu einem Ort, der weit über den klassischen Schwimmbadbesuch hinausgeht.

Praktisch gedacht ist auch die Gastronomie mit regionalen Angeboten, die direkt an die Wellnesszone anschließt. Hier können Besucher nach dem Saunagang oder Schwimmtraining in einem Café-Restaurant mit Terrasse lokale Spezialitäten genießen – ohne das Gelände verlassen zu müssen. Die Öffnungszeiten sind bewusst großzügig gestaltet, um sowohl Frühschwimmern als auch Abendgästen gerecht zu werden.

Öffnungszeiten, Preise und Anreise für Besucher

Öffnungszeiten, Preise und Anreise für Besucher

Ab Herbst 2024 empfängt das neue Nordbad Besucher täglich von 6 bis 22 Uhr – mit verlängerten Öffnungszeiten am Wochenende. Freitags und samstags bleibt die Saunalandschaft sogar bis Mitternacht geöffnet, um Berufstätigen und Nachtschwärmern entgegenzukommen. Die Schwimmhalle mit dem 50-Meter-Becken schließt lediglich für zwei Stunden mittags zur Reinigung, während das Kleinkinderbecken durchgehend zugänglich bleibt. Laut einer Studie des Deutschen Schwimmverbandes nutzen über 60 Prozent der Münchner Hallenbäder außerhalb der Stoßzeiten, was die flexiblen Öffnungszeiten des Nordbads besonders attraktiv macht.

Die Preise orientieren sich am Münchner Bäderstandard: Ein Tagesicket für Erwachsene kostet 6,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Familienkarten (2 Erwachsene + bis zu 3 Kinder) sind für 15 Euro erhältlich, Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Für Vielfachbesucher lohnt sich die 10er-Karte (55 Euro) oder das Jahresabo (ab 390 Euro). Saunagäste zahlen einen Aufpreis von 8 Euro, der Zugang zum Schwimmbereich ist darin inkludiert. Online-Buchungen über die städtische Bäder-App sparen 10 Prozent und ermöglichen kontaktloses Einchecken.

Die Anreise gestaltet sich unkompliziert: Das Nordbad liegt direkt an der U-Bahn-Linie U6 (Haltestelle Nordfriedhof) und ist von dort in drei Gehminuten erreichbar. Für Radfahrer stehen 120 überdachte Abstellplätze zur Verfügung, Autofahrer finden Parkmöglichkeiten im benachbarten Parkhaus an der Knorrstraße (Gebühr: 2 Euro/Stunde). Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, profitiert vom Kombi-Ticket der MVG: Die Fahrkarte gilt gleichzeitig als Eintrittsnachweis für alle städtischen Bäder am selben Tag.

Barrierefreiheit wurde großgeschrieben – alle Bereiche sind stufenlos zugänglich, und spezialisierte Umkleiden für Menschen mit Behinderung stehen bereit. Für Schulklassen und Vereine gibt es separate Buchungszeiten vor 9 Uhr, Anfragen nimmt die Bäderverwaltung per E-Mail entgegen.

Wie das Nordbad Münchens Badekultur verändern könnte

Wie das Nordbad Münchens Badekultur verändern könnte

Das Nordbad könnte Münchens Badekultur nachhaltig prägen – nicht nur wegen seiner Größe, sondern durch ein Konzept, das Tradition und Moderne verbindet. Während die Stadt bisher vor allem auf historische Bäder wie das Müller’sche Volksbad oder das Dante-Wellenbad setzte, schafft das Nordbad mit seinem 50-Meter-Sportbecken und der großzügigen Saunalandschaft eine neue Referenz. Studien der Deutschen Gesellschaft für das Bad zeigen, dass moderne Schwimmbäder mit ganzheitlichen Wellnessangeboten die Besucherzahlen um bis zu 40 Prozent steigern können. Hier könnte ein ähnlicher Effekt eintreten, besonders da das Nordbad gezielt Familien, Sportler und Erholungssuchende anspricht.

Architektonisch setzt das Bad auf klare Linien und natürliche Materialien, was es von den oft opulenten Altbauten unterscheidet. Die große Glasfassade lässt Tageslicht fluten, während die Saunabereiche mit heimischem Holz gestaltet sind. Diese Kombination aus Funktionalität und Ästhetik spricht vor allem jüngere Zielgruppen an, die Wert auf Design legen.

Ein weiterer Gamechanger: die Barrierefreiheit. Mit rollstuhlgerechten Umkleiden, einem Hubsystem für das Becken und taktilen Leitlinien hebt sich das Nordbad von vielen älteren Münchner Bädern ab. Solche Standards sind in Neubauten zwar vorgeschrieben, werden aber selten so konsequent umgesetzt wie hier.

Ob das Nordbad tatsächlich zum neuen Lieblingsort der Münchner wird, hängt auch von der Programmgestaltung ab. Geplante Events wie Nachtbäder, Aqua-Fitness-Kurse und Kooperationen mit lokalen Vereinen könnten das Bad über die reine Schwimmfunktion hinaus etablieren – und Münchens Badekultur um eine zeitgemäße Facette erweitern.

Mit dem Nordbad bekommt München nicht nur ein weiteres Schwimmbad, sondern ein modernes Sport- und Erholungszentrum, das Maßstäbe setzt: Das 50-Meter-Becken füllt eine Lücke für Wettkampfsportler und ambitionierte Bahnenzieher, während die großzügige Saunalandschaft und das Familienangebot das Bad zu einem Ort für alle machen – vom Leistungsschwimmer bis zum Entspannungssuchenden. Die Kombination aus barrierefreier Ausstattung, nachhaltiger Bauweise und zentraler Lage im Stadtteil Schwabing-Freimann macht es zu einem Projekt, das weit über die Grenzen des Viertels hinaus strahlt.

Wer das Nordbad nach der Eröffnung im Herbst nutzen möchte, sollte sich früh über die Öffnungszeiten und Buchungsmodalitäten informieren, denn bei diesem Angebot dürften die Kapazitäten – besonders in der Saunalandschaft – schnell ausgelastet sein. Mit dem neuen Bad unterstreicht München einmal mehr seinen Anspruch, lebenswerte urbane Räume zu schaffen, die Bewegung, Gesundheit und Gemeinschaft verbinden.