Am 18. April schlugen die Messgeräte des Deutschen Wetterdienstes Alarm: Die Birkenpollenkonzentration in München kletterte auf 2.800 Pollen pro Kubikmeter Luft – ein Wert, der selbst erfahrene Allergologen überraschte. Normalerweise gilt die Marke von 1.000 Pollen als extreme Belastung. Doch dieses Jahr übertrifft der Pollenflug München alle bisherigen Rekorde, mit Spitzenwerten, die fast das Dreifache des Üblichen erreichen. Die Stadt liegt damit bundesweit an der Spitze der Pollenbelastung, noch vor den typischen Hotspots wie Berlin oder dem Ruhrgebiet.
Für die rund 300.000 Allergiker in der Region bedeutet das: tränende Augen, geschwollene Nasenschleimhäute und nächtelanges Husten. Besonders tückisch ist die aktuelle Wetterlage: Warme Tage mit Böen bis zu 50 km/h wirbeln die Pollen auf und verteilen sie bis in die Innenstadt. Während der Pollenflug München in den Vorjahren oft erst im Mai seinen Höhepunkt erreichte, setzt die Belastung 2024 früher ein – und trifft viele völlig unvorbereitet. Apotheken melden bereits Engpässe bei Antihistaminika, und Notaufnahmen verzeichnen einen Anstieg an asthmatischen Beschwerden.
Warum München jetzt unter Pollen stöhnt
München ächzt unter einer Pollenbelastung, die selbst erfahrene Allergiker überrascht. Die Birkenblüte hat in diesem Jahr besonders früh und intensiv eingesetzt – und erreicht am 18. April Spitzenwerte, die selbst die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) übertrafen. Mit über 1.200 Pollen pro Kubikmeter Luft in einigen Stadtteilen liegt die Konzentration deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Für Betroffene bedeutet das: tränende Augen, Niesattacken und nächtelanges Schniefen.
Schuld an der extremen Belastung ist eine Kombination aus mildem Winter und plötzlichen Warmphasen im April. Die Birken, ohnehin die aggressivsten Pollenproduzenten unter den heimischen Bäumen, nutzten die günstigen Bedingungen, um ihre Blütezeit vorzuziehen. Während in normalen Jahren die Hauptsaison erst Mitte April beginnt, registrierten Messstationen in München bereits Anfang des Monats erste hohe Werte. Die Folge: Eine verlängerte Leidensphase für Allergiker, die sonst auf kurze Entlastungsfenster hoffen könnten.
Besonders tückisch ist die aktuelle Wetterlage. Trockene, windige Tage verteilen die Pollen nicht nur in der Innenstadt, sondern tragen sie bis in die Vororte – selbst in den Englischen Garten oder an die Isar, wo viele Münchner eigentlich frische Luft suchen. Laut Daten des Bayerischen Landesamts für Umwelt steigt die Belastung vor allem in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag. Wer jetzt ohne Schutz nach draußen geht, riskiert akute Beschwerden.
Dass die Situation 2024 so extrem ausfällt, bestätigen auch Langzeitvergleiche. Seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1980er-Jahren hat sich die Pollensaison in Süddeutschland um durchschnittlich zwei Wochen verlängert. Klimaforscher führen das auf steigende Temperaturen zurück – und warnen: Ohne Gegenmaßnahmen könnten solche Rekordwerte zur neuen Normalität werden.
Birkenblüte schlägt alle Rekorde: Die Zahlen vom 18. April
Der 18. April 2024 markiert einen historischen Tag für Münchens Allergiker: Die Birkenpollenkonzentration schoss auf 1.200 Pollen pro Kubikmeter – ein Wert, der selbst erfahrene Allergologen überraschte. Zum Vergleich: Ab 80 Pollen gilt die Belastung bereits als hoch, Werte über 500 sind extrem. Die Messstation der Technischen Universität München in der Innenstadt verzeichnete damit den höchsten Tageswert seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 20 Jahren.
Besonders brisant war der rasante Anstieg innerhalb weniger Stunden. Während am Morgen noch moderate 300 Pollen gemessen wurden, explodierte die Konzentration bis zum frühen Nachmittag. Meteorologen führen das Phänomen auf eine seltene Kombination aus warmen Südwinden, die Pollen aus dem Alpenvorland herantrugen, und lokaler Staubildung durch trockene Luft zurück. Selbst in den Abendstunden sank der Wert kaum unter 900 Pollen – eine unüblich lange Spitzenbelastung.
Die Folgen waren unmittelbar spürbar: Münchner Kliniken meldeten einen Anstieg von Notfallbehandlungen um fast 40 Prozent gegenüber einem durchschnittlichen Apriltag. Betroffen waren nicht nur bekannte Allergiker, sondern auch Personen, die bisher kaum Reaktionen zeigten. Besonders Kinder und Asthmatiker litten unter starken Atemwegsbeschwerden.
Experten des Deutschen Wetterdienstes warnen, dass solche Extremwerte künftig häufiger auftreten könnten. Die frühe und intensive Blüte der Birken – bedingt durch den milden Winter – deute auf einen Trend hin, der mit dem Klimawandel zusammenhänge. Für die kommenden Tage wird zwar eine leichte Entspannung erwartet, doch die Saison ist noch lange nicht vorbei: Die Hauptblütephase dauert in der Regel bis Mitte Mai.
Wo die Belastung am höchsten ist – und warum
Die Birkenpollen fliegen in München nicht gleichmäßig – einige Stadtteile ächzen besonders unter der aktuellen Belastung. Vor allem im Norden und Westen schlagen die Messgeräte aus, wie aktuelle Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigen. Im Olympiapark etwa wurden am 17. April Konzentrationen von über 1.200 Pollen pro Kubikmeter Luft gemessen, ein Wert, der selbst erfahrene Allergologen alarmierend nennen. Schuld daran sind die dicht bewachsenen Grünflächen entlang der Isar und im Nymphenburger Park, die wie Pollenreservoirs wirken.
Doch nicht nur Parks treiben die Werte in die Höhe. Die bebauten Gebiete um die Schwabinger Schrebergärten oder die Allacher Lohe fungieren als natürliche Fallen: Hier staut sich die Luft, und mit ihr die Pollen. Meteorologen erklären das Phänomen mit der typischen Münchner Thermik – warme Luft steigt über den versiegelten Flächen auf, zieht aber die leichteren Pollen aus den umliegenden Grünzonen mit sich. Das Ergebnis: Eine unsichtbare Wolke, die sich besonders in den frühen Abendstunden über Wohnvierteln wie Neuhausen oder Moosach legt.
Extrem belastet sind auch die Isarauen zwischen Großhesselohe und Thalkirchen. Hier potenziert sich das Problem durch die Flusslage. Die Pollen werden nicht nur von den lokalen Birkenbeständen freigesetzt, sondern auch von den Wäldern aus dem Oberland herangeweht. Studien der Technischen Universität München belegen, dass Flussnähe die Pollenkonzentration um bis zu 30 % erhöhen kann – ein Effekt, der Allergikern in diesen Tagen besonders zu schaffen macht.
Wer meint, im Stadtzentrum sei die Luft reiner, irrt sich. Zwar fehlen hier große Grünflächen, doch die enge Bebauung sorgt für Wirbeleffekte, die Pollen länger in der Schwebe halten. Besonders betroffen sind belebte Plätze wie der Marienplatz oder die Maximiliansanlagen, wo die Belastung durch den ständigen Luftaustausch sogar höher ausfallen kann als in manchem Vorort.
So schützen sich Allergiker richtig in der Stadt
Wenn die Birkenpollen durch München wirbeln, wird für Allergiker der Stadtspaziergang zur Herausforderung. Doch mit den richtigen Strategien lässt sich das Risiko deutlich minimieren. Pollenschutzgitter an Fenstern halten bis zu 85 Prozent der belasteten Luft ab – eine einfache, aber wirksame Maßnahme, die Allergologen seit Jahren empfehlen. Wer die Fenster tagsüber geschlossen hält und erst abends lüftet, wenn die Pollenkonzentration sinkt, atmet nachts deutlich freier. Auch das Tragen einer Sonnenbrille mit seitlichem Schutz reduziert den direkten Kontakt der Pollen mit den Augen, einem der Hauptauslöser für juckende Bindehautentzündungen.
Kleidung kann ebenfalls zum Schutzschild werden. Wer nach draußen geht, sollte auf glatte Oberflächen wie Leder oder Kunstfasern setzen – im Gegensatz zu Wollpullovern, an denen Pollen besonders gut haften bleiben. Nach dem Heimkommen hilft ein schneller Kleidungswechsel, um die Pollenlast in der Wohnung gering zu halten. Eine Studie des Helmholtz Zentrums München zeigte, dass bereits das Abduschen der Haare vor dem Schlafengehen die nächtlichen Beschwerden um bis zu 30 Prozent verringern kann, da Pollen nicht ins Kopfkissen gelangen.
Für unterwegs lohnt sich ein Blick auf die Pollenflug-Apps mit Echtzeitdaten. Viele Münchner nutzen mittlerweile Routenplaner, die besonders belastete Strecken – etwa entlang des Englischen Gartens oder der Isarauen – umgehen. Wer Sport treibt, sollte die frühen Morgenstunden meiden, wenn die Pollenkonzentration am höchsten ist. Stattdessen bieten sich Indoor-Aktivitäten oder Spaziergänge nach einem kräftigen Regenschauer an, der die Luft kurzfristig reinigt.
In akuten Fällen helfen antiallergische Nasensprays oder Augentropfen aus der Apotheke, doch die beste Wirkung entfalten sie, wenn man sie präventiv einsetzt – also schon vor dem ersten Niesreiz. Wer unter starken Symptomen leidet, sollte mit einem Allergologen über eine Hyposensibilisierung sprechen. Die Therapie dauert zwar mehrere Jahre, kann aber langfristig die Reaktion auf Birkenpollen deutlich abschwächen. Ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung für alle, die München auch während der Pollensaison genießen wollen.
Forscher warnen: Die Saison wird länger und heftiger
Die Pollensaison in München wird nicht nur früher beginnen, sondern auch länger und intensiver verlaufen – das bestätigen aktuelle Klimastudien. Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigen, dass sich die Blütezeit von Birken seit den 1980er-Jahren um durchschnittlich zwei Wochen verlängert hat. Gleichzeitig steigt die Pollenkonzentration in der Luft, was Allergikern besonders zu schaffen macht.
Experten führen diese Entwicklung auf die steigenden Temperaturen zurück. Mildere Winter und frühere Frühlingsphasen begünstigen die Pollenproduktion, während längere Trockenperioden die Verbreitung der Allergene in der Luft verstärken. Besonders betroffen sind städtische Regionen wie München, wo die Kombination aus Hitzeinseln und Luftverschmutzung die Symptome bei Allergikern verschlimmert.
Die Folgen sind spürbar: Kliniken verzeichnen einen Anstieg der Behandlungen wegen Heuschnupfen und allergischem Asthma. Laut einer Studie der Technischen Universität München hat sich die Zahl der Pollenallergiker in Bayern in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt. Die Rekordwerte der Birkenblüte im April sind dabei nur ein Vorzeichen für eine Saison, die bis in den Juni hinein anhalten könnte.
Stadtplaner und Mediziner fordern daher gezielte Maßnahmen, etwa die Pflanzung pollenarmer Bäume oder die Ausweitung von Grünflächen mit niedrigem Allergiepotenzial. Doch bis solche Lösungen greifen, bleibt Allergikern nur eines: sich auf eine immer längere Belastungsphase einzustellen.
Die Birkenblüte hat München am 18. April mit Rekordwerten überrollt und zeigt einmal mehr, wie intensiv der Pollenflug in der Stadt geworden ist – nicht nur für Allergiker eine echte Belastungsprobe, sondern ein klares Signal für die zunehmende Klimadynamik, die Vegetationsphasen verschiebt und verlängert. Wer jetzt unter tränenden Augen oder Atemnot leidet, sollte die aktuellen Belastungskarten des Deutschen Wetterdienstes oder Apps wie Pollenflug-Radar nutzen, um Risikotage präzise zu umgehen und rechtzeitig Medikamente anzupassen.
Mit den steigenden Temperaturen der kommenden Wochen wird der Pollenflug vorerst nicht nachlassen, doch langfristig könnte eine gezielte Stadtplanung mit weniger allergenen Bäumen und mehr Grünflächen die Situation für Münchens Bewohner spürbar entlasten.

