Mit einem Schlag setzte eine Altbauwohnung in München einen neuen Rekord: 3,2 Millionen Euro für knapp 200 Quadratmeter im Herzen von Schwabing. Das Objekt in der Barer Straße übertrifft damit alle bisherigen Verkaufspreise für Bestandsimmobilien in der Stadt – und das in einem Markt, der ohnehin schon seit Jahren überhitzt. Die Käuferin, eine internationale Investorin, sicherte sich damit nicht nur eine prestigeträchtige Adresse, sondern auch ein Stück Münchner Geschichte: Die Wohnung stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert, kombiniert aber den Charme alter Stuckdecken mit modernster Haustechnik.
Der Deal wirft ein Schlaglicht auf die Realität beim Thema Wohnung München kaufen. Während der Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen in der Landeshauptstadt bei rund 10.000 Euro pro Quadratmeter liegt, zeigen Spitzenobjekte wie dieses, dass die Obergrenze längst jenseits der 15.000-Euro-Marke liegt. Für lokale Käufer wird der Traum vom Eigenheim damit immer unerreichbarer – es sei denn, sie setzen auf weniger gefragte Lagen oder sanierungsbedürftige Bestandsimmobilien. Doch selbst dort steigen die Preise ungebremst, getrieben von der anhaltenden Nachfrage nach Wohnungen in München zum Kauf und dem chronischen Wohnraummangel.
Rekordpreis für Münchner Altbau-Charm
Mit 3,2 Millionen Euro für eine 180-Quadratmeter-Wohnung in Schwabing hat München einen neuen Rekord bei Altbauimmobilien aufgestellt. Die Preisspirale dreht sich weiter: Laut dem aktuellen Gutachterausschuss für Grundstückswerte liegen die Quadratmeterpreise für sanierte Altbauten in Top-Lagen inzwischen bei durchschnittlich 18.500 Euro – ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch dieser Fall sprengt selbst diese Marke um fast das Doppelte.
Die Wohnung im dritten Obergeschoss eines Jugendstilhauses aus dem Jahr 1905 besticht durch originale Stuckdecken, Parkettböden und eine repräsentative Raumaufteilung mit vier Zimmern, Bibliothek und Wintergarten. Besonders selten: ein privater Balkon mit Blick in den begrünten Innenhof – ein Luxus, der in Münchens dicht bebauten Altbauvierteln kaum noch zu finden ist.
Immobilienexperten führen die extreme Preissteigerung auf die Kombination aus historischer Bausubstanz, exklusiver Lage nahe dem Englischen Garten und der absoluten Seltenheit solcher Objekte zurück. Während Neubauten in München oft mit standardisierten Grundrissen und moderner Architektur punkten, suchen Käufer mit tiefen Taschen zunehmend den unnachahmlichen Charme alter Gemäuer – selbst wenn das bedeutet, für jeden Quadratmeter fast 18.000 Euro zu zahlen.
Dass der Käufer anonym blieb, überrascht nicht. Bei Preisen jenseits der Drei-Millionen-Marke handele es sich fast ausnahmslos um internationale Investoren oder vermögende Privatpersonen, die Wert auf Diskretion legen, so ein Sprecher des Maklerverbands IVD Süd. Für Münchner Verhältnisse ist der Deal dennoch ein Ausrufezeichen: Noch vor fünf Jahren lagen die Spitzenpreise für Altbauwohnungen bei maximal 2,5 Millionen Euro.
Wie 120 Quadratmeter 3,2 Millionen wert werden
Die Adresse sagt schon viel: Ein historisches Altbaujuwel in Schwabing, zwischen Leopoldstraße und Englischem Garten. Hier, wo Münchens Elite seit jeher residiert, machte eine 120-Quadratmeter-Wohnung Schlagzeilen – nicht wegen ihrer Größe, sondern wegen des Preises. 3,2 Millionen Euro für eine Immobilie dieser Dimension wirken auf den ersten Blick wie ein Ausreißer. Doch wer den Markt kennt, erkennt das Muster: Seit 2020 sind die Preise für denkmalgeschützte Altbauten in Toplagen um durchschnittlich 18 Prozent gestiegen, wie aktuelle Daten des Gutachterausschusses zeigen.
Allein die Lage erklärt einen Großteil des Werts. Schwabing gehört zu den drei teuersten Stadtteilen Münchens, direkt nach Bogenhausen und der Altstadt. Doch hier kommt der Charme des Objekts ins Spiel: Stuckdecken, Parkettböden aus Eiche, originale Flügeltüren und eine Raumaufteilung, die noch aus der Gründerzeit stammt. Solche Details sind nicht nur optisch reizvoll – sie machen die Wohnung zu einem seltenen Gut. Immobilienexperten schätzen, dass weniger als fünf Prozent der Münchner Altbauten in diesem Zustand und mit dieser Ausstattung auf den Markt kommen.
Der Käufer zahlt also nicht nur für Quadratmeter, sondern für Exklusivität. Die Wohnung liegt in einem Haus mit nur sechs Parteien, was in einer Stadt mit hoher Nachfrage nach Privatsphäre ein entscheidender Faktor ist. Hinzu kommt die historische Bedeutung des Gebäudes: Errichtet 1903 von einem Architekten, der auch für die Villenkolonie Prinzregentenstraße verantwortlich zeichnete. Solche Provenienz treibt den Preis – besonders bei internationalen Käufern, die Münchner Altbauten als Kapitalanlage mit Prestige sehen.
Dass der Verkauf ohne öffentliche Ausschreibung über die Bühne ging, unterstreicht die Diskretion des Deals. In diesem Segment werden Objekte oft im stillen Verkauf gehandelt, noch bevor sie auf Portalen auftauchen. Für die meisten Münchner bleibt eine solche Wohnung damit unerreichbar – doch für Investoren ist sie ein sicheres Wertdepot. Denn während Neubauten an Charme verlieren, steigt die Nachfrage nach authentischem Altbau weiter.
Luxuslage oder Spekulation: Wer kauft solche Wohnungen?
Die Käufergruppe für Luxusimmobilien wie die 3,2-Millionen-Euro-Altbauwohnung in München ist kleiner, als viele vermuten. Laut einer Studie des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Bayern entfielen 2023 nur etwa 1,2 % aller Wohnungsverkäufe in der Landeshauptstadt auf Objekte über 2,5 Millionen Euro. Wer hier zugreift, gehört meist zu einer von drei Kategorien: vermögende Privatpersonen mit lokalem Bezug, internationale Investoren oder institutionelle Anleger, die auf Wertsteigerung setzen.
An der Spitze stehen oft Münchner Unternehmer oder Erben, die ihr Kapital in Sachwerten parken wollen. Sie schätzen nicht nur die exklusive Lage in Vierteln wie Schwabing oder Bogenhausen, sondern auch die historische Substanz der Altbauten – Stuckdecken, Parkettböden und hohe Räume lassen sich nicht nachbauen. Ein Immobiliensachverständiger aus der Branche bestätigt: „Bei Objekten dieser Preisklasse entscheidet selten die Rendite, sondern der emotionale Wert. Viele Käufer haben eine persönliche Verbindung zur Stadt oder zum Viertel.“
Daneben mischen internationale Käufer mit, vor allem aus der Schweiz, Österreich oder dem Nahen Osten. Sie nutzen München als sicheren Hafen für ihr Vermögen, getrieben von politischer Stabilität und der Hoffnung auf langfristige Wertsteigerung. Anders als bei Neubauten, wo Steuern und Regularien abschrecken, locken Altbauten mit ihrem Charme – selbst wenn Sanierungskosten von 1.000 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter anfallen.
Seltener, aber präsent sind auch Fondsgesellschaften oder Family Offices, die Luxuswohnungen als Portfolio-Beimischung erwerben. Ihr Kalkül: In München steigen die Preise für Top-Lagen seit Jahrzehnten kontinuierlich, selbst in Krisenzeiten. Die Mietrendite von 2 bis 3 % ist zwar überschaubar, doch der Fokus liegt auf der Substanz. Ein Risiko bleibt dennoch – bei Objektpreisen jenseits der 3-Millionen-Marke wird der Kreis potenzieller Mieter oder späterer Käufer extrem klein.
Finanzierungstricks: So stemmen Käufer siebenstellige Preise
Wer in Münchens Top-Lagen wie Schwabing oder der Altstadt eine Altbauwohnung kaufen will, braucht nicht nur ein dickes Portemonnaie, sondern auch eine kluge Finanzierungsstrategie. Bei Kaufpreisen jenseits der drei Millionen Euro scheitern selbst gutverdienende Käufer oft an den strengen Eigenkapitalvorgaben der Banken. Immobilienexperten raten deshalb zu kreativen Lösungen: Kombinationen aus klassischen Hypotheken, Bausparverträgen und staatlichen Fördermitteln können die monatliche Belastung deutlich senken.
Ein bewährter Trick ist die Aufteilung des Kaufpreises in mehrere Finanzierungsbausteine. So lassen sich etwa 60 bis 70 Prozent des Preises über eine Annuitätendarlehen abdecken, während der Rest durch Eigenkapital oder alternative Modelle wie Forward-Darlehen gestreckt wird. Laut einer Studie der Bundesbank nutzen rund 15 Prozent der Käufer in der Luxusklasse zudem Erbvorbezüge oder Schenkungen, um die Eigenkapitalhürde zu überwinden. Wer frühzeitig plant, kann so selbst bei siebenstelligen Beträgen die monatliche Rate im Rahmen halten.
Für besonders teure Objekte wie die jüngst verkaufte 200-Quadratmeter-Wohnung in der Münchner Innenstadt lohnt sich auch der Blick auf ausländische Banken. Einige Institute aus der Schweiz oder Österreich bieten günstigere Zinsen für hochpreisige Immobilien – allerdings oft nur mit zusätzlichen Sicherheiten wie Wertpapierdepots. Wer hier verhandelt, sollte genau rechnen: Die Ersparnis bei den Zinsen darf nicht durch höhere Gebühren oder Währungsrisiken zunichtegemacht werden.
Steuerliche Optimierung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Wer die Wohnung als Kapitalanlage nutzt, kann Abschreibungen und Werbungskosten geltend machen. Bei selbstgenutztem Wohneigentum helfen Modelle wie die Riester-Förderung oder die Wohnungsbauprämie, die Finanzierung zu entlasten. Entscheidend ist, alle Möglichkeiten frühzeitig mit einem Steuerberater durchzusprechen – denn im Münchner Immobilienmarkt zählt jeder Prozentpunkt.
Münchens Immobilienmarkt: Wird der Altbau bald unerschwinglich?
Der Münchner Altbaumarkt zeigt seit Jahren eine klare Tendenz: Was einst als bezahlbare Alternative zum Neubau galt, entwickelt sich zunehmend zur Luxusware. Aktuelle Daten des Gutachterausschusses belegen, dass die Quadratmeterpreise für Altbauwohnungen in zentralen Lagen seit 2019 um durchschnittlich 28 Prozent gestiegen sind – ein Zuwachs, der selbst erfahrene Makler überrascht. Besonders gefragt sind denkmalgeschützte Objekte mit Stuckdecken, Parkettböden und hohen Räumen, die den Charme des 19. Jahrhunderts mit modernem Komfort verbinden. Doch genau diese Kombination treibt die Preise in schwindelerregende Höhen.
Immobilienexperten führen den Preisanstieg auf eine Kombination aus knappen Beständen und ungebrochener Nachfrage zurück. Während Neubauten in München oft mit langen Wartezeiten und hohen Kaufpreisen verbunden sind, bieten Altbauten sofortigen Wohnkomfort in etablierten Vierteln wie Schwabing oder der Maxvorstadt. Die Folge: Selbst sanierungsbedürftige Objekte wechseln innerhalb weniger Tage den Besitzer – oft weit über dem geforderten Preis.
Besonders eklatant wird die Entwicklung bei Top-Lagen. Eine Analyse des lokalen Marktes zeigt, dass Altbauwohnungen in der Innenstadt mittlerweile ähnliche Preise erzielen wie hochwertige Neubauten. Für eine 120-Quadratmeter-Wohnung in einem historischen Gebäude müssen Käufer heute schnell 1,5 bis 2 Millionen Euro einplanen. Selbst in weniger zentralen Stadtteilen wie Haidhausen oder Neuhausen steigen die Preise kontinuierlich, getrieben von der Hoffnung auf Wertsteigerung.
Doch nicht nur die Kaufpreise steigen – auch die Nebenkosten werden zum Problem. Sanierungsauflagen bei denkmalgeschützten Objekten, hohe Grunderwerbsteuern und gestiegene Zinsen für Finanzierungen machen den Erwerb für normale Haushalte nahezu unmöglich. Wer heute noch einen Altbau in München kaufen will, braucht entweder ein hohes Einkommen oder viel Eigenkapital.
Der Rekordpreis von 3,2 Millionen Euro für Münchens teuerste Altbauwohnung unterstreicht einmal mehr, wie extrem der Immobilienmarkt in der bayerischen Landeshauptstadt bleibt – selbst bei Bestandsimmobilien mit historischem Charme und Top-Lage sind Spitzenpreise längst keine Seltenheit mehr. Wer hier kaufen will, muss nicht nur tief in die Tasche greifen, sondern auch schnell handeln, denn attraktive Objekte verschwinden oft innerhalb von Tagen vom Markt.
Für Kaufinteressierte lohnt es sich, frühzeitig Finanzierungen zu klären, Kompromisse bei der Ausstattung abzuwägen und gezielt nach weniger umkämpften Stadtteilen wie Schwabing-West oder Laim Ausschau zu halten, wo der Quadratmeterpreis noch etwas unter dem Niveau der Innenstadt liegt.
Langfristig könnte sich die Dynamik nur dann abschwächen, wenn die Stadt den Neubau von Wohnraum deutlich beschleunigt – oder die Zinsen so stark steigen, dass selbst Münchens kaufkräftige Kundschaft ins Stocken gerät.
