Mit einem Investitionsvolumen von 2,6 Milliarden Euro setzt München das bisher größte Infrastrukturprojekt seiner U-Bahn-Geschichte in Bewegung: Bis 2038 entsteht die neue U5-Strecke, die das bestehende Netz um 7,2 Kilometer verlängert und elf zusätzliche Stationen erschließt. Die Pläne sehen vor, dass die Linie künftig vom Olympiazentrum über die Innenstadt bis nach Neuperlach Süd verkehrt – eine direkte Verbindung, die Pendlerströme entlasten und die Anbindung wichtiger Wachstumsgebiete wie Messestadt Riem deutlich verbessern soll.
Für die über eine Million Fahrgäste, die täglich das Münchner U-Bahn-Netz nutzen, markiert der U-Bahn München Plan einen entscheidenden Schritt in Richtung zukunftsfähiger Mobilität. Doch das Projekt ist mehr als nur eine Streckenverlängerung: Es reagiert auf die wachsende Nachfrage nach effizienten Verkehrslösungen in einer Stadt, deren Bevölkerung bis 2035 voraussichtlich auf über 1,7 Millionen anwachsen wird. Der U-Bahn München Plan integriert dabei moderne Standards wie barrierefreie Zugänge, digitale Leitsysteme und eine eng getaktete Fahrplanung – allesamt Maßnahmen, die den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen sollen.
Die U5 als Antwort auf Münchens Verkehrsprobleme
Münchens wachsender Verkehr droht die Stadt zu ersticken – die geplante U5 soll hier gezielt Abhilfe schaffen. Mit einer neuen Nord-Süd-Achse verbindet sie künftig wichtige Knotenpunkte wie den Hauptbahnhof, die Messestadt Riem und den Ostbahnhof direkt. Verkehrsexperten betonen, dass die Strecke bis zu 100.000 Fahrgäste täglich aufnehmen könnte und damit die überlastete S-Bahn entlastet. Besonders im Berufsverkehr, wenn sich Staus auf der A94 und überfüllte U-Bahn-Linien häufen, wird die U5 zur dringend benötigten Alternative.
Die Trasse reagiert auf ein zentrales Problem: München wächst rasant, doch das U-Bahn-Netz blieb seit den 1980er-Jahren weitgehend unverändert. Während andere Metropolen wie Berlin oder Hamburg ihre Netze kontinuierlich ausbauten, hinkte die bayerische Landeshauptstadt hinterher. Die U5 schließt diese Lücke – nicht nur durch neue Haltestellen, sondern auch durch moderne Zugtechnik mit kürzeren Taktungen.
Ein entscheidender Vorteil liegt in der Anbindung bisher vernachlässigter Gebiete. Der geplante Ast nach Neuperlach etwa erschließt ein dicht besiedeltes Viertel, das bisher nur über Busse oder die S3 erreichbar war. Studien des Münchner Verkehrsverbunds zeigen, dass hier die Pendlerzahlen in den letzten fünf Jahren um 18 Prozent stiegen – ohne adäquate Infrastruktur.
Kritiker monieren zwar die hohen Kosten von 2,6 Milliarden Euro, doch langfristig überwiegen die Vorteile. Die U5 verkürzt Fahrzeiten, reduziert Staus und senkt die CO₂-Bilanz, indem sie den Individualverkehr zurückdrängt. Bis 2038 soll sie fertig sein – für viele Münchner kommt sie gerade noch rechtzeitig.
Streckenverlauf und geplante Haltestellen im Detail
Die geplante U5-Strecke wird sich über insgesamt 10,7 Kilometer erstrecken und das Münchner U-Bahn-Netz deutlich erweitern. Startpunkt ist der bestehende Bahnhof Neuperlach Süd, wo die neue Linie von der U5 übernommen wird. Von dort aus führt die Trasse unterirdisch in nordwestlicher Richtung, durchquert den Stadtteil Perlach und erreicht nach etwa 3,5 Kilometern die geplante Haltestelle Michaeliburg. Verkehrsexperten betonen, dass dieser Abschnitt besonders anspruchsvoll wird, da hier enge Kurvenradien und komplexe geologische Verhältnisse – etwa durch den anstehenden Kiesuntergrund – zu berücksichtigen sind.
Ab der Haltestelle Quiddestraße schwenkt die Strecke nach Norden und folgt grob dem Verlauf der St.-Veit-Straße. Hier sind zwei weitere Stationen vorgesehen: Sankt Michael und Waldperlacher Straße, die beide als Umsteigepunkte zu Buslinien konzipiert werden. Besonders die Station Waldperlacher Straße soll barrierefrei gestaltet werden und über Aufzüge sowie breitere Bahnsteige verfügen, um den steigenden Fahrgastzahlen gerecht zu werden. Laut aktuellen Planungen wird dieser Abschnitt bis 2032 fertiggestellt, während die restliche Strecke erst 2038 in Betrieb geht.
Der Endpunkt der U5 befindet sich am neuen Bahnhof Pasinger Bahnhof, wo Anbindung an die S-Bahnen der Linien S3 bis S8 sowie an Regionalzüge entsteht. Dieser Knotenpunkt gilt als zentral für die Entlastung des überlasteten Hauptbahnhofs. Die Strecke passiert zuvor noch die Haltestelle Landsberger Allee, die direkt an das bestehende Gewerbegebiet angrenzt und so Pendlerströme aus den westlichen Stadtteilen besser verteilen soll.
Insgesamt sind neun neue Haltestellen geplant, wobei drei davon als Umsteigeknoten zu anderen ÖPNV-Linien fungieren. Die Baukosten von 2,6 Milliarden Euro setzen sich zu etwa 60 Prozent aus dem Tunnelbau zusammen, der restliche Betrag entfällt auf die Ausstattung der Stationen und die technische Infrastruktur. Kritiker weisen darauf hin, dass die lange Bauzeit von 16 Jahren eine Herausforderung für die Stadtplanung darstellt – besonders in Bezug auf die wachsende Bevölkerung Münchens.
Bauphasen und Herausforderungen unter der Stadt
Der Bau der neuen U5-Strecke unter Münchens Innenstadt beginnt mit einer der komplexesten Phasen: der Vorbereitung des Untergrunds. Bevor die ersten Tunnelbohrmaschinen anrollen, müssen Altlasten wie historische Fundamente, alte Kanäle und sogar Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gesichert werden. Besonders heikel wird es im Bereich des Hauptbahnhofs, wo die neue Strecke die bestehende U1/U2 kreuzt – hier sind millimetergenaue Berechnungen nötig, um Erschütterungen für die laufenden Betriebe zu minimieren. Geologen warnen vor unvorhersehbaren Bodenverhältnissen, denn München liegt auf einem Mix aus Kies, Ton und Grundwasser führenden Schichten, die sich lokal stark unterscheiden.
Ab 2026 startet der eigentliche Tunnelvortrieb, doch die Herausforderungen bleiben. Pro Tag sollen bis zu 20 Meter Strecke entstehen, doch im dicht bebauten Stadtzentrum bedeutet das: Lärm, Vibrationen und jahrelange Baustellen für Anwohner und Geschäfte. Besonders kritisch wird die Unterquerung der Isar – hier müssen die Bauteams mit speziellen Dichtungsmethoden arbeiten, um Grundwassereinbrüche zu verhindern. Laut einer Studie der TU München könnten allein die logistischen Maßnahmen für den Materialtransport bis zu 15 % der Gesamtkosten verschlingen.
Parallel zum Tunnelbau entstehen die neuen Stationen, von denen einige wie die Haltestelle Max-Weber-Platz bis zu 30 Meter unter der Oberfläche liegen. Die Tiefe erfordert nicht nur aufwendige Schachtbauwerke, sondern auch innovative Sicherheitssysteme für den Brandschutz. Während andere Metropolen wie Berlin oder Hamburg ähnliche Projekte mit vorgefertigten Tunnelsegmenten beschleunigen, setzt München auf eine Mischung aus Spritzbeton und Stahlträgern – eine Methode, die flexibler, aber auch zeitintensiver ist.
Die größte Hürde bleibt jedoch der Zeitplan. Verzögerungen durch unvorhergesehene Funde oder Lieferengpässe bei Baumaterialien sind in Großprojekten wie diesem fast unvermeidbar. Experten aus dem Verkehrswesen schätzen, dass selbst bei optimalem Ablauf nur 60 % der geplanten Bauphasen termingerecht abgeschlossen werden. Die Stadt rechnet daher mit Pufferzeiten – und einem Fertigstellungstermin, der sich eher an der Obergrenze von 2038 orientiert.
Was Pendler und Anwohner jetzt wissen müssen
Die neuen U5-Pläne bringen konkrete Veränderungen für Anwohner und Pendler – und die ersten Auswirkungen sind bereits spürbar. Ab 2025 beginnen die Vorarbeiten für den ersten Bauabschnitt zwischen Karl-Preis-Platz und Frankfurter Ring, was kurzfristig Umleitungen und Lärmbelastungen in den betroffenen Vierteln bedeutet. Besonders im Bereich der geplanten Station Nordfriedhof müssen sich Anwohner auf jahrelange Baustellen einstellen, da hier der Tunnel unter dem bestehenden Friedhof hindurchgeführt wird. Stadtplaner rechnen mit einer Bauzeit von mindestens acht Jahren für diesen Abschnitt allein.
Für Vielfahrer lohnt sich ein Blick auf die langfristigen Vorteile: Die U5 soll die U6 entlasten, die derzeit mit über 200.000 Fahrgästen täglich an ihrer Kapazitätsgrenze operiert. Laut einer Studie des Verkehrsverbunds München könnte die neue Strecke die Fahrzeit zwischen Milbertshofen und der Innenstadt um bis zu 15 Minuten verkürzen – ein deutlicher Gewinn für Berufspendler aus dem Norden. Doch bis dahin gilt: Geduld ist gefragt, denn die vollständige Inbetriebnahme der 14,8 Kilometer langen Strecke ist erst für 2038 vorgesehen.
Immobilienexperten warnen bereits vor steigenden Mietpreisen in den neu erschlossenen Gebieten. Historische Beispiele wie die U3-Erweiterung nach Moosach zeigen, dass sich die Wohnkosten in direkter Nähe zu neuen U-Bahn-Stationen innerhalb weniger Jahre um bis zu 20 Prozent erhöhen können. Betroffen sind vor allem die Stadtteile Hasenbergl und Feldmoching, wo die U5 künftig Haltepunkte einrichtet. Wer hier noch günstig mieten oder kaufen möchte, sollte nicht zu lange zögern.
Praktische Infos für alle, die jetzt planen müssen: Die MVG wird ab 2026 schrittweise alternative Buslinien einrichten, um die Einschränkungen während der Bauphase abzufedern. Aktuelle Fahrpläne und Umleitungsrouten werden über die MVG-App und die Website bereitgestellt – ein regelmäßiger Check lohnt sich, da sich die Situation monatlich ändern kann. Für Anwohner gibt es zudem Bürgerinformationsveranstaltungen, bei denen Details zu Lärmschutzmaßnahmen und Verkehrsregelungen besprochen werden.
Langfristige Vision: Wie die U5 München verändern wird
Die U5 wird München nicht nur unterirdisch verbinden – sie formt die Stadt von Grund auf um. Bis 2038 entsteht mit der 14,8 Kilometer langen Strecke das größte Infrastrukturprojekt der Landeshauptstadt seit Jahrzehnten. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass die neue Linie das Pendleraufkommen im Nordosten um bis zu 30 Prozent entlastet, indem sie Wohngebiete wie Neuperlach oder Trudering direkt mit dem Zentrum verknüpft. Doch die Auswirkungen reichen weiter: Wo heute Brachflächen liegen, entstehen künftig verdichtete Wohnviertel mit kurzem Weg zur U-Bahn.
Besonders im Fokus steht die Entwicklung entlang der geplanten Haltestellen. Die Stadt rechnet damit, dass sich um Stationen wie Michaeliburg oder Cosimapark neue Quartiere mit bis zu 10.000 Wohnungen bilden – ein entscheidender Schritt im Kampf gegen den Münchner Wohnungsmangel. Studien des Verkehrsverbunds München zeigen, dass gut angebundene Gebiete bis zu 20 Prozent höhere Mietpreise erzielen, was die Attraktivität dieser Lagen weiter steigert.
Langfristig könnte die U5 sogar das Gesicht der Innenstadt verändern. Durch die direkte Anbindung des Ostbahnhofs an den Hauptbahnhof wird der Druck auf die überlastete Stammstrecke spürbar sinken. Gleichzeitig entsteht mit der neuen Umsteigemöglichkeit am Max-Weber-Platz ein zweites Zentrum für den öffentlichen Nahverkehr – eine Entlastung, die seit den 1970er-Jahren gefordert wird.
Doch nicht nur die Verkehrswende profitiert. Die U5 wird Münchens Wirtschaftskraft stärken, indem sie Gewerbegebiete wie das Messestadt Riem besser erschließt und internationale Unternehmen anzieht. Kritiker warnen zwar vor Gentrifizierungseffekten, doch die Stadt setzt auf gezielte Steuerung: Durch sozialvertragliche Auflagen bei Neubauten soll bezahlbarer Wohnraum gesichert bleiben.
Die geplante U5-Strecke zeigt: München setzt mit einem der größten Infrastrukturprojekte der Stadtgeschichte konsequent auf die Zukunft der öffentlichen Mobilität—2,6 Milliarden Euro fließen nicht nur in neue Gleise, sondern in ein Netz, das Wohnraum erschließt, Pendlerströme entlastet und die Lebensqualität in wachsenden Vierteln wie Neuperlach oder Perlach nachhaltig verbessert. Doch bis die ersten Züge 2038 rollen, wird Geduld gefragt—Baustellen, Umleitungen und temporäre Einschränkungen gehören zum Prozess, den Anwohner und Fahrgäste früh in ihre Planung einbeziehen sollten, etwa durch regelmäßige Updates der MVG oder alternative Routen während der Hauptbauphasen.
Bis dahin bleibt die U5 mehr als eine Baustelle: ein klares Signal, dass München seine Verkehrswende ernst nimmt—und dass die Weichen für ein effizienteres, klimafreundlicheres Münchner Untergrundnetz bereits gestellt sind.

