Ab dem 1. Juni wird München zum Vorreiter in der Abfalltrennung: Die Wertstoffhöfe der Stadt führen ein neues System mit zwölf Plastik-Kategorien ein – von Joghurtbechern bis zu Shampooflaschen. Was bisher in einen einzigen gelben Sack wanderte, muss künftig penibel sortiert werden. Die Regelung betrifft alle 14 städtischen Wertstoffhöfe und soll die Recyclingquote deutlich steigern. Laut Umweltreferat landeten 2023 noch 30 Prozent des Plastikmülls in der falschen Tonne, obwohl die Technologie für hochwertiges Recycling längst existiert.

Für Münchner Haushalte bedeutet das Umdenken: Wer bisher Plastikverpackungen einfach in den gelben Sack warf, steht vor einer neuen Herausforderung. Der Wertstoffhof München reagiert damit auf verschärfte EU-Vorgaben, die bis 2025 eine Recyclingquote von 55 Prozent für Kunststoffverpackungen vorsehen. Doch nicht nur die Politik treibt die Veränderung voran – auch die Nachfrage nach recycelten Materialien steigt. Ob die strenge Trennung an den Wertstoffhöfen München tatsächlich zu weniger Müllverbrennung führt, wird sich zeigen. Fest steht: Wer künftig falsch sortiert, riskiert Ablehnung an der Annahmestelle.

Warum München die Plastiktrennung jetzt verschärft

Ab Juni wird in Münchens Wertstoffhöfen die Plastiktrennung radikal verschärft – und das aus gutem Grund. Die Stadt reagiert damit auf alarmierende Zahlen: Nur etwa 40 Prozent des in Deutschland gesammelten Plastikmülls werden tatsächlich recycelt, der Rest landet in der Verbrennung oder im Export. Mit der neuen 12-Kategorien-Regelung will München die Quote deutlich steigern und die Qualität der Wertstoffe verbessern.

Bisher landeten Joghurtbecher, Shampooflaschen und Verpackungsfolien oft in einem einzigen Container. Künftig müssen Bürger:innen zwischen transparenten Flaschen, farbigen Behältern, Styropor oder Verbundstoffen wie Kaffeebecher-Mischmaterialien unterscheiden. Umweltverbände begrüßen den Schritt, da nur sauber getrennte Kunststoffe zu hochwertigem Regranulat verarbeitet werden können – ein entscheidender Faktor für die Kreislaufwirtschaft.

Die Verschärfung folgt auch auf Druck der EU, die bis 2025 eine Recyclingquote von 50 Prozent für Plastikverpackungen vorschreibt. München geht damit einen Schritt weiter als viele andere Kommunen, die sich oft auf die Mindestanforderungen beschränken. Kritiker bemängeln zwar den höheren Aufwand für Haushalte, doch Studien zeigen: Je präziser die Trennung, desto geringer die Kosten für die spätere Aufbereitung.

Praktisch bedeutet das für die Wertstoffhöfe mehr Personal an den Annahmestellen und klarere Beschilderung. Wer falsch sortiert, muss mit Hinweisen oder gar der Ablehnung des Mülls rechnen. Die Stadt setzt auf eine Übergangsphase mit Schulungen, um die Akzeptanz zu erhöhen.

12 neue Kategorien: Was gehört wohin?

Ab Juni wird’s konkret: Wer in Münchens Wertstoffhöfen Plastikmüll entsorgen will, muss sich durch ein System aus zwölf Kategorien kämpfen. Die neue Regelung folgt den Vorgaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt, das 2023 in einer Pilotstudie feststellte, dass bis zu 30 Prozent der Kunststoffabfälle in Sammelstellen falsch sortiert werden – mit gravierenden Folgen für das Recycling. Statt der bisherigen groben Trennung in „Verpackungen“ und „Restplastik“ gibt es nun feinere Unterteilungen, die sich an Materialzusammensetzung und Verwendungszweck orientieren.

Den Anfang machen die Klassiker: PET-Flaschen und -Behälter landen in Kategorie 1, während andere Getränkeverpackungen wie Milch- oder Saftkartons (Kategorie 2) separat erfasst werden. Neu ist die strikte Trennung von Hartplastik (Kategorie 4) und Folien (Kategorie 5), die bisher oft gemeinsam in den Container wanderten. Auch Spielzeug, Haushaltsgegenstände und Elektrogeräte aus Kunststoff erhalten eigene Kategorien – ein Schritt, der laut Umweltverbänden die Wiederverwertungsquote um bis zu 15 Prozent steigern könnte.

Besonders knifflig wird es bei Verbundstoffen. Joghurtbecher mit Aluminiumdeckel? Kategorie 6. Tetrapacks mit Plastikbeschichtung? Kategorie 2. Und wer unsicher ist, ob die alte Plastikgießkanne nun unter „Gartenabfälle“ oder „Großteile aus Kunststoff“ (Kategorie 11) fällt, findet vor Ort farbige Hinweisschilder und QR-Codes mit Sortierhilfen. Die Stadt München hat zudem angekündigt, in den ersten Wochen zusätzliches Personal einzusetzen, um Fragen zu beantworten.

Kritik kommt von Gewerbetreibenden, die häufiger größere Mengen anfallen haben. Die neue Regelung verlange mehr Zeit und Lagerfläche – doch das Umweltreferat bleibt hart: Wer falsch sortiert, muss mit Ablehnung oder sogar Gebühren rechnen. Ein Blick auf andere Großstädte wie Berlin oder Hamburg zeigt, dass München damit kein Einzelfall ist. Die Tendenz geht klar Richtung Präzision, auch wenn das für manche erstmal Umgewöhnung bedeutet.

So bereiten Haushalte Abfälle richtig vor

Ab Juni wird in Münchens Wertstoffhöfen Präzision gefragt: Wer Plastikmüll falsch sortiert, riskiert, dass ganze Container abgewiesen werden. Die neuen Regeln mit zwölf Kategorien erfordern eine sorgfältige Vorbereitung der Abfälle – schon im Haushalt. Verpackungen aus Polyethylen (PE) wie Shampooflaschen oder Kanister gehören etwa in Kategorie 4, während Joghurtbecher aus Polystyrol (PS) unter Kategorie 7 fallen. Ein Blick auf die Kennzeichnung mit den Recycling-Codes (z. B. „02 HDPE“) hilft, die richtige Zuordnung zu treffen. Studien des Umweltbundesamts zeigen, dass bis zu 30 % der Plastikabfälle in deutschen Haushalten falsch sortiert werden – eine Quote, die München mit der verschärften Trennung deutlich senken will.

Der erste Schritt beginnt in der Küche: Abfälle müssen sauber, aber nicht sterilisiert sein. Reste von Lebensmitteln in Verpackungen führen zur Kontamination und können ganze Chargen unbrauchbar machen. Ein kurzes Ausspülen mit kaltem Wasser reicht aus. Deckel von Flaschen oder Dosen sollten entfernt und separat entsorgt werden, da sie oft aus anderen Materialien bestehen. Bei Verbundstoffen wie Tetrapacks gilt besondere Aufmerksamkeit – sie gehören nicht in die Plastiktrennung, sondern in die Kategorie „Verbundverpackungen“ (Kategorie 11).

Für Haushalte mit begrenztem Platz empfiehlt sich ein System aus durchsichtigen Beuteln oder kleinen Boxen, die nach den zwölf Kategorien beschriftet werden. So lässt sich der Müll über Wochen sammeln, ohne dass die Sortierung verloren geht. Besonders knifflig: Folien und Tüten aus Polyethylen (Kategorie 3), die oft mit anderen Plastikarten verwechselt werden. Hier hilft der „Zerreißtest“ – lässt sich die Folie leicht mit den Händen zerreißen, handelt es sich meist um PE. Die Wertstoffhöfe stellen ab Juni auch Infoblätter mit Bildbeispielen bereit, um die Zuordnung zu erleichtern.

Elektrogeräte, Batterien oder Sondermüll wie Farbreste haben in der Plastiktrennung nichts zu suchen. Sie gehören in die dafür vorgesehenen Container auf den Wertstoffhöfen. Wer unsicher ist, kann die kostenlose Hotline der AWM nutzen oder die Online-Datenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt konsultieren. Dort sind über 2.000 Abfallarten mit Entsorgungsweg aufgelistet – inklusive der neuen Münchner Plastik-Kategorien.

Strafen und Kontrollen bei falscher Entsorgung

Wer ab Juni Plastikabfälle falsch auf Münchens Wertstoffhöfen entsorgt, muss mit Konsequenzen rechnen. Die Stadt führt ein gestuftes Sanktionensystem ein: Bei erstmaligem Verstoß erhalten Bürger eine schriftliche Verwarnung, wiederholte Verstöße kosten bis zu 50 Euro. Besonders hart trifft es Gewerbetreibende – hier drohen Bußgelder von bis zu 250 Euro, da sie laut Abfallwirtschaftsgesetz strengere Pflichten haben. Kontrollen finden nicht nur stichprobenartig statt: Jeder dritte Wertstoffhof-Besucher wird nach Angaben der AWG (Abfallwirtschaftsgesellschaft München) systematisch überprüft.

Die neuen Regeln basieren auf einer Studie des Bayerischen Landesamts für Umwelt, die 2023 ergab, dass 38 % der Plastikabfälle in bayerischen Recyclinganlagen falsch sortiert werden. München reagiert damit auf bundesweite Vorgaben, die eine Sortenreinheit von mindestens 90 % fordern. Um dies durchzusetzen, setzen die Wertstoffhöfe auf geschultes Personal und digitale Dokumentation: Jede falsch entsorgte Tonne wird fotografiert und dem Verursacher zugeordnet.

Besonders kritisch wird die Trennung bei Verbundstoffen wie Joghurtbechern oder Tetrapacks gesehen. Wer diese in die falsche Kategorie wirft, riskiert nicht nur Strafen, sondern verzögert den gesamten Recyclingprozess. Die AWG betont, dass die neuen Kontrollen auch pädagogisch wirken sollen – durch Beratung vor Ort und klare Hinweisschilder in 12 Sprachen.

Langfristig plant die Stadt, die Strafen dynamisch anzupassen: Bei anhaltend hohen Fehlerquoten könnten die Bußgelder steigen, während korrekte Entsorger künftig Rabatte auf die Müllgebühren erhalten. Die ersten Wochen nach Einführung gelten allerdings als Übergangsphase – hier wird noch stärker auf Aufklärung als auf Bestrafung gesetzt.

Langfristige Ziele: Weniger Müll, mehr Recycling

Mit der neuen Plastiktrennung auf Münchens Wertstoffhöfen verfolgt die Stadt ein klares Ziel: Bis 2030 soll die Recyclingquote für Kunststoffe von derzeit 48 auf mindestens 65 Prozent steigen. Die 12-Kategorien-Trennung ist dabei nur der erste Schritt. Studien des Umweltbundesamts zeigen, dass eine präzisere Sortierung die Wiederverwertungsrate um bis zu 20 Prozent erhöhen kann – vorausgesetzt, die Bürger:innen beteiligen sich konsequent.

Langfristig geht es nicht nur um Müllvermeidung, sondern um eine echte Kreislaufwirtschaft. München plant, die getrennten Kunststoffe direkt an regionale Verwerter zu liefern, um Transportwege kurz zu halten. Besonders im Fokus stehen Verpackungen aus Polyethylen und Polypropylen, die sich zu Granulat verarbeiten lassen. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern reduziert auch den CO₂-Ausstoß der Müllverbrennung.

Ein weiterer Baustein ist die Aufklärung. Ab Herbst 2024 sollen Schulprogramme und Stadtteilinitiativen über die korrekte Trennung informieren. Denn selbst die beste Infrastruktur nützt wenig, wenn die Fehlwurfquote hoch bleibt. Aktuell landen noch immer 15 Prozent der Plastikabfälle in falschen Behältern – ein Wert, den die Stadt halbieren will.

Parallel dazu arbeitet München an einer Digitalisierung der Wertstoffhöfe. Geplant sind App-basierte Systeme, die Bürger:innen per Scan über die richtige Kategorie informieren. So könnte die Trennung künftig noch einfacher werden – und die Recyclingziele schneller erreicht.

Ab Juni wird Münchens Mülltrennung zum Präzisionssport: Mit zwölf Plastik-Kategorien setzen die Wertstoffhöfe neue Maßstäbe – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Alltag jedes Haushalts. Wer jetzt denkt, das sei nur bürokratischer Aufwand, übersehen die Chance, dass sauber getrennter Kunststoff tatsächlich wieder zu hochwertigen Produkten wird und nicht in der Verbrennung landet.

Wer Stress vermeiden will, sollte schon jetzt damit beginnen, Plastikmüll nach Typen zu sortieren: Joghurtbecher, Shampooflaschen und Folien gehören ab sofort in separate Behälter, am besten beschriftet und direkt in der Küche. Apps wie Mülltrennung München oder die offiziellen Merkblätter der AWM helfen bei Unsicherheiten – ein kurzer Blick spart später Zeit und Ärger.

Die Umstellung mag zunächst holprig wirken, doch langfristig könnte Münchens Modell Schule machen – und zeigen, dass radikale Trennung kein Hindernis, sondern ein notwendiger Schritt für eine Kreislaufwirtschaft ohne Kompromisse ist.