Ab dem 1. Juli schlägt der Münchner Flughafen bei den Parkgebühren kräftig zu: Wer sein Auto am Terminal P20 oder in den nahen Parkhäusern abstellt, zahlt künftig bis zu 18 Euro pro Tag – eine Steigerung von fast 25 Prozent gegenüber den bisherigen Preisen. Besonders betroffen sind Vielflieger und Urlauber, die ihr Fahrzeug über mehrere Tage oder Wochen am Flughafen lassen. Die neuen Tarife gelten für alle Parkprodukte, von der Kurzzeitabstellung bis zum Langzeitparkplatz, und treffen damit sowohl Geschäftsreisende als auch Familien, die über die Ferien verreisen.
Die Erhöhung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Konzept parken und fliegen München ohnehin unter Druck gerät. Steigende Spritpreise, ausgedehnte Baustellen auf den Zufahrtsstraßen und nun auch noch teurere Stellplätze machen die Anreise mit dem eigenen Auto zunehmend unattraktiv. Wer bisher auf parken und fliegen München setzte, um stressfrei in den Urlaub zu starten, muss nun entweder tiefer in die Tasche greifen oder auf Alternativen wie den Flughafen-Shuttle oder öffentliche Verkehrsmittel ausweichen. Die Frage ist, ob die Preispolitik des Flughafens die ohnehin angespannte Situation für Pendler und Reisende weiter verschärft.
Warum die Preiserhöhung jetzt kommt
Der Zeitpunkt für die Gebührenerhöhung am Münchner Flughafen kommt nicht von ungefähr. Seit der Pandemie kämpfen Flughäfen bundesweit mit gestiegenen Betriebskosten – von Energie über Personal bis hin zu Sicherheitsaufwendungen. Allein die Inflation hat die Ausgaben für Wartung und Infrastruktur um rund 15 Prozent in die Höhe getrieben, wie Branchenanalysen zeigen. Die Flughafen München GmbH gibt diese Mehrkosten nun teilweise an die Parkkunden weiter, statt sie vollständig über Flugpreise oder Landeszuschüsse abzufedern.
Hinzu kommt der anhaltende Boom im Reiseverkehr. 2023 verzeichnete München mit über 41 Millionen Passagieren fast wieder Vorkrisenniveau – und die Prognosen für 2024 deuten auf neue Rekordzahlen hin. Mehr Fluggäste bedeuten auch mehr Fahrzeuge auf den Parkflächen, was den Druck auf die Kapazitäten erhöht. Die Preisanpassung soll hier steuernd wirken: Durch höhere Tagesgebühren erhofft sich der Flughafen eine bessere Auslastungsverteilung, besonders in Stoßzeiten wie den Sommerferien.
Ein weiterer Faktor ist die langfristige Investitionsplanung. Der Flughafen steckt Milliarden in Modernisierungen, darunter den Ausbau der Terminals und die Elektrifizierung der Parkhäuser. Solche Projekte finanzieren sich nicht von allein. Während andere Einnahmequellen wie Einzelhandelsmieten oder Landegebühren begrenzt sind, bieten Parkgebühren eine direkt steuerbare Einnahmequelle – auch wenn sie bei Vielfliegern und Pendlern auf wenig Gegenliebe stoßen.
Kritiker verweisen darauf, dass München damit zu den teuersten deutschen Flughäfen für Parkkunden aufschließt. Doch im europäischen Vergleich – etwa mit Zürich oder Amsterdam – bleibt der Sprung auf 18 Euro pro Tag noch moderat. Ob die Erhöhung ihr Ziel erreicht oder nur zu mehr Ausweichverkehr auf günstigere Park-and-Ride-Angebote führt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Genauere Kosten: Wer zahlt wie viel mehr?
Ab dem 1. Juli schlagen die neuen Parktarife am Münchner Flughafen mit voller Wucht zu. Wer sein Auto im Parkhaus P20 für einen Tag abstellt, zahlt künftig bis zu 18 Euro – eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber den bisherigen 14,40 Euro. Besonders betroffen sind Vielflieger und Pendler, die regelmäßig auf die Parkflächen angewiesen sind. Laut einer Studie des ADAC aus dem Jahr 2023 nutzen rund 30 Prozent der Flughafenparkenden die Angebote für Langzeitparker, die nun besonders tief in die Tasche greifen müssen.
Die Preiserhöhung trifft nicht alle gleichermaßen. Kurzzeitparker, die ihr Fahrzeug für maximal zwei Stunden abstellen, kommen mit einem Aufschlag von 50 Cent auf 5,50 Euro noch vergleichsweise glimpflich davon. Anders sieht es bei den Wochen- und Monatskarten aus: Hier steigen die Kosten um bis zu 30 Prozent. Wer bisher 120 Euro für einen Monat im Parkhaus bezahlte, muss nun 156 Euro einplanen.
Geschäftsreisende mit Firmenwagen werden die Veränderungen kaum spüren – die meisten Unternehmen übernehmen die Parkkosten oder buchen direkt über Corporate-Verträge mit Rabatten. Privatreisende hingegen müssen umdenken. Viele setzen bereits auf Alternativen wie die S-Bahn-Anbindung oder Ride-Sharing-Dienste, deren Nutzung seit der Ankündigung der Preiserhöhung laut MVG um 12 Prozent gestiegen ist.
Ein Blick auf andere große deutsche Flughäfen zeigt: München liegt mit den neuen Tarifen im oberen Mittelfeld. Frankfurt Main verlangt für Tagesparker bis zu 20 Euro, während Berlin-Brandenburg mit maximal 15 Euro noch günstiger bleibt. Die Flughafen München GmbH begründet die Anpassung mit gestiegenen Betriebskosten – doch ob die höheren Einnahmen tatsächlich in die Infrastruktur fließen, bleibt abzuwarten.
Alternativen zum teuren Flughafen-Parkplatz
Wer am Münchner Flughafen nicht täglich 18 Euro fürs Parken ausgeben will, findet Alternativen – oft nur wenige Kilometer entfernt. Private Parkplätze in der Nähe des Airports bieten „Parken und Fliegen“-Services zu deutlich günstigeren Preisen an. Laut einer aktuellen Erhebung des ADAC liegen die Tagespreise bei solchen Anbietern durchschnittlich zwischen 5 und 12 Euro, inklusive Shuttle-Transfer zum Terminal. Besonders beliebt sind bewachte Parkplätze in Hallbergmoos oder Freising, wo Reisende ihr Auto sicher abstellen und innerhalb von 10 bis 15 Minuten mit einem Pendelbus zum Flughafen gebracht werden.
Eine weitere Option sind Park-and-Ride-Plätze an den S-Bahn-Stationen rund um den Flughafen. Wer beispielsweise am Parkplatz der S1 in Neufahrn parkt, zahlt nur 1,50 Euro pro Tag und erreicht den Terminal 1 in weniger als 10 Minuten mit der S-Bahn. Allerdings sind diese Plätze oft schnell belegt – vor allem in den frühen Morgenstunden.
Für Vielflieger lohnt sich ein Vergleich der Langzeitpark-Angebote. Einige Hotels in der Nähe des Flughafens bieten Pakete an, die eine Übernachtung mit mehrtägigem Parken kombinieren. So kostet eine Woche Parken inklusive einer Nacht im Hotel oft nicht mehr als drei Tage auf dem offiziellen Flughafenparkplatz. Reiseexperten raten, solche Angebote frühzeitig zu buchen, da die Kapazitäten begrenzt sind.
Wer flexibel ist, kann auch auf Mitfahrgelegenheiten oder Carsharing-Dienste zurückgreifen. Plattformen wie BlaBlaCar vermitteln Fahrten zum Flughafen, bei denen sich die Kosten für Sprit und Parken auf mehrere Personen verteilen. Eine Studie des Bundesverkehrsministeriums zeigt, dass rund 20 Prozent der Flughafenpendler in München bereits solche Alternativen nutzen – Tendenz steigend.
So sparen Vielflieger trotz höherer Gebühren
Wer regelmäßig vom Münchner Flughafen startet, kennt das Dilemma: Parkgebühren fressen einen Großteil des Reisebudgets. Ab Juli wird es noch teurer – doch mit der richtigen Strategie lassen sich die Kosten deutlich drücken. Eine aktuelle Studie des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft zeigt, dass Vielflieger bis zu 30 Prozent sparen können, wenn sie Parkalternativen nutzen und frühzeitig buchen.
Die einfachste Lösung liegt oft abseits des offiziellen Flughafenparkplatzes. Private Anbieter in der Umgebung wie Parkhäuser in Freising oder Erding bieten Tagespreise ab 5 Euro – weniger als ein Drittel der neuen Flughafengebühren. Shuttleservice inklusive. Wer Wert auf Sicherheit legt, sollte auf zertifizierte Parkplätze mit Videoüberwachung achten.
Langzeitparker profitieren von Abo-Modellen. Einige Anbieter bieten Monatskarten für 120 Euro an – bei 20 Flugtagen im Monat sinkt der Tagessatz damit auf 6 Euro. Noch günstiger wird es mit Sammelkarten: Zehn Parkplätze im Voraus gebucht, reduzieren den Preis pro Tag oft auf unter 7 Euro.
Ein oft unterschätzter Tipp: Hotelparkplätze nutzen. Viele Hotels in der Nähe des Flughafens erlauben es Gästen, das Auto auch ohne Übernachtung für 8 bis 10 Euro pro Tag abzustellen. Kombiniert mit einem kostenlosen Transfer zum Terminal, wird das zur preiswerten Alternative – besonders für Frühflüge.
Langfristige Pläne: Steigen die Preise weiter?
Die jüngste Erhöhung der Parkgebühren am Münchner Flughafen wirft Fragen auf, ob Reisende in den kommenden Jahren mit weiteren Preissprüngen rechnen müssen. Branchenbeobachter verweisen auf einen klaren Trend: Seit 2015 sind die Kosten für „Parken und Fliegen“-Angebote an deutschen Großflughäfen im Schnitt um 42 Prozent gestiegen – eine Entwicklung, die München nicht auslässt. Während der Flughafen die Anpassung mit gestiegenen Betriebskosten und Investitionen in die Infrastruktur begründet, deuten Analysen darauf hin, dass die Preisspirale sich weiterdrehen könnte.
Ein zentraler Faktor ist die wachsende Nachfrage nach Parkplätzen in unmittelbarer Nähe zum Terminal. Mit steigenden Passagierzahlen – 2023 nutzten über 31 Millionen Menschen den Flughafen München – wird der Druck auf die begrenzten Kapazitäten größer. Wirtschaftsexperten warnen, dass diese Knappheit langfristig zu einer weiteren Verknappung des Angebots und damit zu höheren Preisen führen könnte.
Zusätzlich treiben allgemeine Inflation und steigende Energiekosten die Betriebskosten von Parkhausbetreibern in die Höhe. Laut einer Studie des ADAC haben sich die Miet- und Wartungskosten für Parkflächen in Ballungsräumen seit 2020 um durchschnittlich 18 Prozent erhöht. Diese Kosten werden oft an die Kunden weitergegeben.
Ob sich der Trend fortsetzt, hängt auch von alternativen Mobilitätskonzepten ab. Sollten Carsharing-Dienste oder der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs die Nachfrage nach Parkplätzen dämpfen, könnte das die Preisentwicklung bremsen. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie stark der Flughafen München die Gebühren in den nächsten Jahren an die Inflation und die wachsende Auslastung anpasst.
Die Erhöhung der Parkgebühren am Münchner Flughafen auf bis zu 18 Euro pro Tag ab Juli trifft vor allem Vielflieger und Urlauber, die ihr Auto am Airport abstellen – eine spürbare Preisschraube, die die Reisekosten weiter in die Höhe treibt. Wer regelmäßig vom Flughafen München startet, muss nun noch genauer kalkulieren oder nach Alternativen suchen, denn die neuen Tarife machen das Parken zu einer der teuersten Optionen im Vergleich zu anderen deutschen Großflughäfen.
Wer die zusätzlichen Ausgaben umgehen will, sollte frühzeitig nach günstigeren Parkmöglichkeiten in der Umgebung Ausschau halten, etwa bei privaten Anbietern mit Shuttle-Service oder den oft preiswerteren Park-and-Ride-Plätzen in den Nachbarcommunities wie Freising oder Hallbergmoos. Langfristig könnte der Preisdruck jedoch auch den Trend hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln oder Carsharing-Diensten beschleunigen, sobald die Anbindung an den Flughafen weiter ausgebaut wird.

