Ab November 2024 wird der Münchner Flughafen drei seiner Duty-Free-Shops komplett umgestalten – ein Schritt, der nicht nur das Einkaufserlebnis für Reisende verändern, sondern auch die Retail-Strategie des größten deutschen Airports neu definieren wird. Mit einer Fläche von zusammen über 1.200 Quadratmetern gehören die betroffenen Geschäfte zu den umsatzstärksten im Terminal 2, wo jährlich Millionen Passagiere durch die Gänge strömen. Die Schließung kommt nicht überraschend: Seit 2023 läuft die Planung für eine Modernisierung, die den wachsenden Ansprüchen an Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Premium-Sortimente gerecht werden soll.
Für Vielflieger und Gelegenheitsreisende alike markiert die Umstrukturierung einen Einschnitt im Angebot der Duty Free München-Landschaft. Wer hier bisher zwischen Parfüm-Klassikern, Spirituosen-Raritäten oder bayerischen Souvenirs stöberte, wird künftig auf ein überarbeitetes Konzept treffen – mit mehr interaktiven Elementen, lokalen Marken und einer klaren Fokussierung auf hochwertige Travel-Retail-Erlebnisse. Besonders für Geschäftsreisende, die den Duty Free München als feste Station im Reiseablauf nutzen, könnte sich die Auswahl deutlich verändern. Die Frage ist nicht ob, sondern wie schnell sich die neuen Shops als fester Bestandteil des Terminals etablieren werden.
Umbau am Terminal 1: Warum jetzt drei Shops schließen
Der Umbau im Terminal 1 des Münchner Flughafens trifft drei Duty-Free-Shops besonders hart. Ab sofort bleiben die Filialen von Heinemann, Lagardère Travel Retail und einem weiteren Kosmetikshop bis November 2024 geschlossen. Der Grund: Die Modernisierung soll nicht nur das Einkaufserlebnis verbessern, sondern auch die Effizienz der Sicherheitskontrollen steigern. Laut Flughafenangaben nutzen jährlich über 45 Millionen Passagiere das Terminal – eine Zahl, die klare Anforderungen an Infrastruktur und Service stellt.
Die Schließungen sind Teil eines größeren Konzepts. Statt veralteter Verkaufsflächen entstehen flexiblere Shop-Formate, die sich besser an die Bedürfnisse internationaler Reisender anpassen. Besonders im Fokus stehen dabei digitale Lösungen wie Self-Checkout-Systeme und personalisierte Angebote via App. Branchenexperten betonen, dass moderne Flughäfen zunehmend auf eine Mischung aus stationärem Handel und digitalen Services setzen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Für Vielflieger bedeutet der Umbau vorerst weniger Auswahl. Wer etwa auf dem Weg in den Urlaub noch schnell Parfüm oder Spirituosen kaufen wollte, muss nun auf die verbleibenden Shops im Terminal 2 oder die Online-Bestellung mit Abholung am Flughafen ausweichen. Der Flughafen versichert jedoch, dass die neuen Flächen nach der Fertigstellung ein „völlig neuartiges Shopping-Erlebnis“ bieten sollen – mit mehr Platz, besserer Warenpräsentation und kürzeren Wartezeiten.
Kritik kommt vor allem von Händlern, die durch die monatelange Schließung Umsatzeinbußen befürchten. Doch der Flughafen bleibt optimistisch: Ähnliche Umbauten in Frankfurt oder Zürich hätten gezeigt, dass sich die Investitionen langfristig auszahlen. Bis dahin gilt für Reisende: Geduld – und gegebenenfalls ein früherer Check-in, um die veränderten Einkaufsmöglichkeiten zu nutzen.
Diese Marken und Produkte sind bis November betroffen
Die Umbaumaßnahmen am Münchner Flughafen betreffen drei der größten Duty-Free-Shops im Terminal 2, darunter die Filialen von Heinemann und Dufry. Beide gehören zu den umsatzstärksten Anbietern im deutschen Travel-Retail-Sektor, wobei Heinemann allein 2023 einen Jahresumsatz von über 5,2 Milliarden Euro verbuchte. Besonders betroffen sind die Bereiche Parfüm, Kosmetik und Spirituosen – Kategorien, die laut Branchenanalysen rund 60 Prozent des Duty-Free-Umsatzes an deutschen Flughäfen ausmachen.
Konkrete Marken wie Chanel, Dior, Macallan oder Moët & Chandon werden voraussichtlich bis November 2024 nur eingeschränkt oder in temporären Verkaufsflächen erhältlich sein. Bei Spirituosen trifft es vor allem die Premium-Segmente: Whisky-Liebhaber müssen auf Sondereditionen von Glenfiddich oder Johnnie Walker Blue Label verzichten, während Wein-Fans bei limitierten Abfüllungen wie Château Margaux leer ausgehen könnten.
Auch im Beauty-Bereich kommt es zu Engpässen. Die beliebten Travel-Exclusives von Estée Lauder oder Tom Ford – etwa die nur im Duty-Free erhältlichen Duftgrößen – werden während der Bauphase nicht nachbestückt. Branchenkenner rechnen damit, dass sich Kund:innen vermehrt auf digitale Alternativen wie den Heinemann Online-Shop verlagern, der seit 2022 ein Umsatzplus von 30 Prozent verzeichnet.
Für Vielflieger, die auf bestimmte Tabakmarken wie Davidoff oder Cohiba setzen, gestaltet sich die Situation ähnlich schwierig. Da der dritte betroffene Shop auf Zigarren und Tabakwaren spezialisiert ist, müssen Raucher:innen entweder auf andere Terminals ausweichen oder ihre Einkäufe vorab planen. Experten raten, sich vor dem Flug über die aktuellen Verfügbarkeiten auf der Website des Flughafens zu informieren, da sich die Lage wöchentlich ändern kann.
Wie Reisende trotzdem Schnäppchen im Duty-Free-Bereich machen
Die vorübergehende Schließung von drei Duty-Free-Shops am Münchner Flughafen zwingt Reisende zum Umdenken – doch wer clever plant, kann trotzdem sparen. Laut einer aktuellen Studie der Europäischen Reiseanalyse 2023 nutzen nur 18 Prozent der Passagiere gezielt Preistracker oder Vergleichs-Apps für Duty-Free-Angebote. Dabei lohnt sich der Aufwand: Wer vor dem Abflug die Online-Kataloge der verbleibenden Shops wie Heinemann oder Gebr. Heinemann Travel Retail prüft, findet oft exklusive Web-Deals, die im Laden nicht verfügbar sind.
Ein weiterer Trick: Zeitliche Flexibilität ausnutzen. In den frühen Morgenstunden oder spätabends, wenn die Läden weniger frequentiert sind, steigt die Chance auf persönliche Beratung – und damit auf Sonderangebote aus dem Lagerbestand. Stammkunden berichten, dass Verkäufer dann eher Rabattcoupons für zukünftige Einkäufe aushändigen.
Wer auf klassische Schnäppchen wie Parfüm oder Alkohol aus ist, sollte die 1-Liter-Regelung im Blick behalten. Seit 2021 dürfen Reisende innerhalb der EU zwar unbegrenzt Waren transportieren, doch bei Spirituosen über 22 Volumenprozent oder Parfüm ab 500 ml greifen Zollbestimmungen des Ziellands. Ein kurzer Check der Einfuhrgrenzen – etwa über die App des Bundesfinanzministeriums – verhindert böse Überraschungen am Zielort. Übrigens: Die verbleibenden Shops in Terminal 2 lagern oft Überbestände der geschlossenen Filialen aus – Nachfragen lohnt sich.
Für Vielflieger zahlt sich ein Blick auf die Airport-Loyalty-Programme aus. Mit der kostenlosen Munich Airport Card gibt es nicht nur Parkrabatte, sondern auch exklusive Duty-Free-Gutscheine. Wer seine Einkäufe auf eine Partner-Kreditkarte bucht, kassiert zusätzlich Meilen oder Cashback – bei manchen Anbietern bis zu fünf Prozent des Kaufpreises.
Neue Shop-Konzepte: Was nach der Renovierung geplant ist
Die Umbauten am Münchner Flughafen gehen mit klaren Visionen einher: Bis November 2024 entstehen auf den freiwerdenden Flächen drei völlig neu konzipierte Duty-Free-Shops, die auf aktuelle Reise- und Kaufgewohnheiten zugeschnitten sind. Laut einer Studie des Europäischen Reisehandelsverbands aus dem Jahr 2023 erwarten 68 Prozent der Fluggäste heute ein Einkaufserlebnis, das nahtlos zwischen digitalen und physischen Angeboten wechselt – eine Erkenntnis, die in die Planung direkt eingeflossen ist. Die neuen Shops sollen daher nicht nur als Verkaufsstellen, sondern als interaktive Erlebniszonen fungieren, in denen Kunden Produkte vor Ort testen und gleichzeitig über Apps personalisierte Empfehlungen erhalten.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Sortimentsgestaltung. Während klassische Duty-Free-Läden oft von Parfüm, Alkohol und Tabak dominiert wurden, setzt der Flughafen München nun auf eine breitere Palette: Lokale bayerische Spezialitäten wie handgefertigte Lebkuchen oder Craft-Biere rücken ebenso in den Fokus wie nachhaltige Reiseaccessoires und limitierte Luxusartikel. Ein Pilotprojekt sieht vor, dass 20 Prozent der Regalflächen rotierend von regionalen Herstellern bestückt werden – eine Maßnahme, die sowohl Touristen als auch Einheimische ansprechen soll.
Technologisch wird ebenfalls aufgerüstet. Selbstbedienungsterminals mit mehrsprachigen Assistenten und virtuelle Spiegel, die Make-up- oder Parfümauswahlen simulieren, gehören zur Grundausstattung. Die Kassenbereiche werden schlanke Check-out-Zonen, in denen kontaktloses Bezahlen und digitale Boarding-Pass-Integration den Prozess beschleunigen. Für Vielflieger gibt es zudem exklusive Lounges innerhalb der Shops, in denen sie vorab reservierte Waren abholen oder Beratungstermine wahrnehmen können.
Die architektonische Neugestaltung orientiert sich an modernen Airport-Trends: Offene, lichtdurchflutete Flächen mit natürlichen Materialien wie Holz und Stein sollen eine entspannte Atmosphäre schaffen. Akustische Dämmung und flexible Möbelkonzepte ermöglichen es, die Läden je nach Tageszeit und Passagieraufkommen umzugestalten – etwa durch Pop-up-Stände für saisonale Angebote oder Live-Demonstrationen.
Flughafen München setzt auf nachhaltigere Einkaufserlebnisse
Der Münchner Flughafen geht beim Umbau seiner Duty-Free-Bereiche einen klaren Schritt Richtung Nachhaltigkeit. Bis November 2024 entstehen nicht nur modernisierte Verkaufsflächen, sondern auch ein Einkaufserlebnis, das ökologische Verantwortung in den Vordergrund stellt. Studien der Europäischen Kommission für nachhaltigen Handel zeigen, dass bereits 68 % der Reisenden in Europa bei Kaufentscheidungen am Flughafen auf umweltfreundliche Produktalternativen achten – eine Entwicklung, die der Flughafen nun aktiv aufgreift.
Konkret bedeutet das: Verpackungen aus recyceltem Material, regionale Produkte mit kurzem Lieferweg und eine reduzierte Plastiknutzung. Die drei umgestalteten Shops in Terminal 1 und 2 setzen auf Partner, die nachweislich CO₂-neutrale Lieferketten vorweisen oder zertifizierte Bio-Kosmetik anbieten. Selbst die Ladenbau-Materialien stammen zu über 80 % aus nachwachsenden Rohstoffen oder Recycling.
Besonders auffällig wird der Wandel bei den Spirituosen- und Parfümabteilungen. Statt der üblichen Plastiktüten erhalten Kunden jetzt Mehrwegbeutel aus Jute oder kompostierbare Tüten auf Maisstärkebasis. Bei hochpreisigen Artikeln wie Whisky oder Parfümflakons wird zudem auf überflüssige Umverpackungen verzichtet – ein Novum für deutsche Flughäfen.
Die Reaktionen der Händler fallen positiv aus. Ein Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Luftverkehrsgewerbes betont, dass nachhaltige Konzepte nicht nur das Image stärken, sondern auch die Kaufbereitschaft steigern. Ob sich das langfristig in den Umsatzzahlen niederschlägt, wird sich nach der Umstellungsphase zeigen. Fest steht: Der Münchner Flughafen setzt mit dem Projekt ein Zeichen, das über die Branche hinausstrahlt.
Die Umgestaltung der drei Duty-Free-Shops am Münchner Flughafen bis November 2024 markiert einen klaren Schritt hin zu einem modernen, kundenorientierten Einkaufserlebnis – mit mehr Platz, digitalen Services und einem Sortiment, das aktuelle Reise- und Konsumtrends aufgreift. Wer in den kommenden Monaten über München fliegt, sollte sich auf vorübergehende Einschränkungen einstellen, kann aber langfristig von attraktiveren Angeboten und kürzeren Wartezeiten profitieren, sobald die Arbeiten abgeschlossen sind.
Für Vielflieger lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Bauphasen und mögliche Umleitungen zu alternativen Shops im Terminal, um Stress kurz vor dem Abflug zu vermeiden. Mit den geplanten Neuerungen positioniert sich der Flughafen nicht nur als Drehkreuz, sondern als Vorreiter für innovativen Einzelhandel im Luftverkehr.

