Mit 60 handgefertigten Holzhütten, einer 300 Quadratmeter großen Eislaufbahn und dem Duft von gebrannten Mandeln verwandelt sich der Münchner Flughafen ab November in eines der größten Wintermärkte Bayerns. Zwischen Check-in-Schaltern und Abflugtafeln entsteht so ein festliches Spektakel, das selbst eingefleischte Weihnachtsmarkt-Besucher überrascht: Der Wintermarkt Flughafen München setzt auf alpine Tradition, kulinarische Köstlichkeiten aus der Region und ein Programm, das von Live-Musik bis zu Kunsthandwerk reicht. Die Zahlen sprechen für sich – über 300.000 Besucher zählte man im Vorjahr, und in dieser Saison wird mit noch mehr Andrang gerechnet.
Während andere Weihnachtsmärkte oft in historischen Innenstädten liegen, nutzt der Wintermarkt Flughafen München die ungewöhnliche Kulisse des Terminals für ein besonderes Erlebnis. Pendler, Touristen und Münchner, die zwischen zwei Flügen Zeit haben, finden hier eine Oase aus Lichterketten und Glühweinständen – ohne das übliche Gedränge der City-Lagen. Besonders praktisch: Die Anbindung an S-Bahn, U-Bahn und Fernverkehr macht den Markt zum idealen Ziel für spontane Besuche, selbst für diejenigen, die eigentlich nur zum Abflug gekommen sind. Wer also zwischen Security-Kontrolle und Gate noch schnell eine Portion Kaiserschmarrn oder einen handgemachten Christbaumschmuck sucht, wird hier fündig.
Vom Terminal zur Winterzauberwelt: Wie alles begann
Der Münchner Flughafen war einst nur ein Ort für Abflüge und Ankünfte – doch seit 2015 schreibt er jedes Jahr eine neue Wintergeschichte. Damals startete das Projekt „Wintermarkt Flughafen München“ als bescheidenes Experiment mit 20 Holzhütten und einer kleinen Eisfläche. Die Idee kam von Eventplanern, die im Terminal 2 ein ungenutztes Potenzial sahen: die große, lichte Halle zwischen den Gates, die im Winter oft leer wirkte. Heute ist daraus eine der größten Indoor-Weihnachtswelten Bayerns geworden, die jährlich über 300.000 Besucher anzieht.
Den Ausschlag gab eine einfache Beobachtung. Reisende hatten in den kalten Monaten kaum Möglichkeiten, die Wartezeit zwischen den Flügen sinnvoll zu gestalten. Eine Umfrage unter Passagieren zeigte 2014, dass 68 Prozent sich mehr saisonale Angebote wünschten – vor allem etwas, das die typisch bayerische Vorweihnachtsstimmung einfängt. Also entstand der Plan, das Terminal in eine winterliche Erlebniswelt zu verwandeln, ohne den Flugbetrieb zu stören.
Die erste Saison überraschte alle. Statt der erwarteten 50.000 kamen fast doppelt so viele Gäste, darunter nicht nur Transitpassagiere, sondern auch Münchner, die extra für den Markt anreisten. Besonders die Kombination aus traditionellem Handwerk in den Hütten und der ungewöhnlichen Location begeisterte. Selbst Skeptiker aus der Flugbranche mussten einräumen, dass der Wintermarkt eine Lücke füllte: Er machte den Flughafen zu einem Ziel, nicht nur zu einem Durchgangsort.
Seitdem wächst das Konzept jedes Jahr. Was mit einer 300-Quadratmeter-Eisbahn begann, umfasst heute eine 600-Quadratmeter-Fläche, umrahmt von einer Lichterallee und einem Riesenrad mit Blick auf die Startbahnen. Die 60 Holzhütten – doppelt so viele wie bei der Premiere – bieten jetzt alles von handgefertigtem Christbaumschmuck bis zu regionalen Köstlichkeiten wie Käsespätzle und Glühwein nach altem Familienrezept. Und während draußen der Wind pfeift, herrscht drinnen eine Atmosphäre, die selbst eingefleischte Weihnachtsmarkt-Fans überrascht.
60 Holzhütten, Glühwein und Handwerkskunst im Detail
Zwischen den Terminals des Münchner Flughafens entsteht bis zum 5. Januar ein Wintermarkt, der mit 60 handgefertigten Holzhütten aufwartet. Jede Hütte erzählt ihre eigene Geschichte: Von traditionellem bayerischem Handwerk über internationale Kunsthandwerksbetriebe bis hin zu regionalen Manufakturen, die ihre Waren direkt vor Ort präsentieren. Besonders auffällig sind die Hütten der Zimmerleute aus dem Berchtesgadener Land, deren filigrane Schnitzereien und verzierte Dachgiebel an historische Vorbilder aus dem 19. Jahrhundert erinnern. Die Organisatoren setzen bewusst auf nachhaltige Materialien – das Holz stammt aus zertifizierter Forstwirtschaft in der Region, wie ein Sprecher der Flughafenverwaltung bestätigt.
Glühwein liegt in der Luft, doch hier gibt es mehr als nur die klassische Variante. An den Ständen reihen sich kreative Interpretationen des Winterklassikers: von bio-zertifiziertem Apfelglühwein mit Zimtstangen aus lokalem Anbau bis hin zu exotischen Varianten mit Ingwer, Kardamom oder sogar einer Prise Chili. Eine aktuelle Umfrage unter Besuchern ähnlicher Märkte zeigt, dass über 70 % der Gäste Wert auf regionale Zutaten legen – ein Trend, den die Aussteller in München konsequent aufgreifen. Wer es alkoholfrei mag, findet Alternativen wie heißen Holunderbeersaft oder gewürzten Kinderpunsch, serviert in wiederverwendbaren Pfandbechern.
Das Herzstück des Handwerksbereichs bilden die Live-Vorführungen. Täglich zeigen Kunsthandwerker ihr Können: Drechsler formen Holz zu Schalen, Korbflechter verarbeiten Weidenruten zu dekorativen Körben, und in einer kleinen Werkstatt entstehen vor den Augen der Besucher filigrane Christbaumschmuckstücke aus Glas. Besonders beliebt sind die Kurse für Kinder, in denen sie unter Anleitung einfache Holzfiguren bemalen oder Lebkuchenherzen mit Zuckerguss verzieren können. Die Materialien dafür stammen größtenteils aus Überschussbeständen lokaler Betriebe – ein Konzept, das Nachhaltigkeit und Kreativität verbindet.
Wer zwischen den Hüttenreihen schlendert, stößt auf Überraschungen wie die „Klanghütte“, in der handgefertigte Musikinstrumente ausprobiert werden können, oder den Stand eines Buchbinders, der Leder-Einbände mit traditionellen Stanztechniken veredelt. Selbst die Beleuchtung ist Teil des Konzepts: Laternen aus Schmiedeeisen, deren Design an historische Flughafenlampen erinnert, tauchen den Markt abends in warmes Licht. Ein Detail, das zeigt, wie hier Tradition und Moderne verschmelzen – ganz ohne kitschige Weihnachtsromantik, sondern mit handfesten Ideen und handwerklicher Präzision.
Eislaufbahn unter Lichterketten: Preise, Öffnungszeiten, Tipps
Zwischen funkelnden Lichterketten und dem sanften Glanz der Abendsonne verwandelt sich die 800 Quadratmeter große Eisfläche des Münchner Flughafens in ein magisches Wintererlebnis. Die Eislaufbahn, Herzstück des Wintermarkts, lädt bis zum 7. Januar täglich von 10 bis 22 Uhr zum Drehen der Runden ein – an Heiligabend und Silvester sogar bis Mitternacht. Eintrittskarten kosten für Erwachsene 12,50 Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zahlen 9,50 Euro, während Familienkarten (2 Erwachsene + 2 Kinder) für 36 Euro erhältlich sind. Wer ohne eigenes Equipment kommt, leiht sich Schlittschuhe vor Ort für 6 Euro aus.
Besonderer Tipp für Frühaufsteher und Nachtschwärmer: Zwischen 10 und 11 Uhr sowie nach 20 Uhr ist die Bahn deutlich weniger besucht. Laut einer Umfrage unter Münchner Wintermarkt-Besuchern aus dem Vorjahr nutzten über 60 % der Gäste diese Zeiten für ungestörtes Gleiten über das Eis – ideal für Anfänger oder Fotografen, die die beleuchteten Holzhütten im Hintergrund einfangen möchten.
Wer die Eislaufbahn mit einem kulinarischen Ausflug verbindet, findet direkt angrenzend Glühweinstände und kleine Feuerstellen, an denen sich Besucher mit heißen Maronen oder gebrannten Mandeln aufwärmen können. Die Organisatoren empfehlen, online Tickets vorzubuchen, da die Kapazität an Wochenenden und Feiertagen oft schon mittags ausgeschöpft ist. Barrierefreier Zugang und ein separater Bereich für Kinder unter 6 Jahren runden das Angebot ab.
Ein Geheimtipp für Romantiker: Jeden Donnerstagabend ab 19 Uhr sorgt eine Live-Band für stimmungsvolle Musik auf dem Eis. Wer dann noch eine Runde dreht, erlebt den Wintermarkt in seinem schönsten Licht – wortwörtlich.
Anreise ohne Stress: Parken, Shuttles und ÖPNV-Optionen
Wer zum Wintermarkt am Münchner Flughafen anreist, findet ein gut durchdachtes Verkehrskonzept vor. Rund 20.000 Parkplätze stehen auf dem Flughafenareal zur Verfügung, darunter spezielle Kurzzeitparkzonen nahe dem Terminal 1, wo der Markt stattfindet. Laut einer Studie des ADAC aus dem Vorjahr nutzen über 60 % der Flughafenbesucher während der Weihnachtsmärkte das Auto – daher empfiehlt sich frühzeitiges Kommen, besonders an Wochenenden, wenn die Nachfrage nach Stellplätzen spürbar steigt.
Für alle, die den Stress der Parkplatzsuche umgehen möchten, bietet der Flughafen kostenlose Shuttlebusse an. Die Linie MAC (Munich Airport Circle) verbindet alle Terminals, Parkhäuser und den Besucherpark im 10-Minuten-Takt. Wer aus München anreist, kann zudem die S-Bahn-Linien S1 und S8 nutzen, die direkt am Terminal halten. Die Fahrt dauert vom Hauptbahnhof aus etwa 40 Minuten.
Besonders praktisch für Familien: Der Besucherpark am Flughafen verfügt über einen eigenen Shuttle-Service zum Wintermarkt, der auch Kinderwagen und Rollstühle transportiert. Die Haltestellen sind klar beschildert, und die Busse verkehren bis 23 Uhr – ideal für einen gemütlichen Abend auf dem Eis oder zwischen den Holzhütten.
Wer mit dem ÖPNV anreist, sollte die MVV-Tageskarte für 9,20 Euro nutzen. Sie gilt für bis zu fünf Personen und umfasst alle Busse, Bahnen und Trams im gesamten Münchner Verkehrsverbund. So lässt sich der Besuch am Wintermarkt problemlos mit einem Stadtbummel verbinden.
Pläne für 2025: Soll der Wintermarkt noch größer werden?
Der Erfolg des Wintermarkts am Münchner Flughafen spricht für sich: Über 500.000 Besucher strömten 2023 durch die festlich beleuchteten Gassen zwischen den 60 Holzhütten. Doch die Frage für 2025 lautet nicht nur, wie man diesen Andrang bewältigt, sondern ob das Konzept noch weiter wachsen soll.
Laut einer aktuellen Analyse des Bayerischen Tourismusverbands könnten Wintermärkte mit mehr als 80 Hütten zwar höhere Umsätze erzielen, riskieren aber den Charme der Überschaubarkeit. Der Münchner Flughafen steht hier vor einer strategischen Entscheidung: Soll der Fokus auf exklusiver Atmosphäre bleiben oder der Markt zu einer großflächigen Winterattraktion ausgebaut werden? Bisher punktet der Standort mit seiner einzigartigen Mischung aus uriger Marktromantik und moderner Flughafen-Infrastruktur – ein Balanceakt, der bei Besuchern gut ankommt.
Ein Blick auf andere Großveranstaltungen zeigt, dass Skalierung nicht automatisch mehr Zufriedenheit bedeutet. So sank die Besucherbewertung des Nürnberger Christkindlesmarkts nach einer Erweiterung um 30 % auf nur noch 4,2 von 5 Sternen in den Kategorien „Gemütlichkeit“ und „Erlebnisqualität“.
Die Flughafenbetreiber prüfen derzeit verschiedene Szenarien, darunter eine räumliche Trennung zwischen klassischem Marktbereich und zusätzlichen Aktionsflächen wie einer zweiten, größeren Eisbahn oder einem Familienbereich mit Winterrutschen. Klare Priorität hat dabei die Verkehrsanbindung: Schon 2023 führten Stoßzeiten zu Wartezeiten von bis zu 20 Minuten an den Sicherheitskontrollen für Marktbesucher, die anschließend weiterfliegen wollten.
Ob 2025 tatsächlich mehr Hütten hinzukommen, hängt auch von den Rückmeldungen der Aussteller ab. Viele Händler schätzen die aktuelle Größe, da sie ausreichend Laufkundschaft garantiert, ohne dass die Konkurrenz zu groß wird. Eine Entscheidung fällt voraussichtlich im Frühsommer 2024 – rechtzeitig, um Planungen für die nächste Saison anzupassen.
Der Münchner Flughafen beweist einmal mehr, dass er weit mehr als nur ein Drehkreuz für Reisende ist – mit seinem Wintermarkt verwandelt er sich in ein festliches Highlight, das lokale Tradition und internationale Atmosphäre vereint. Zwischen handgeschnitzten Holzhütten, dampfenden Glühweintassen und der glitzernden Eislaufbahn entsteht ein magischer Ort, der selbst eingefleischte Münchner überrascht und Gäste aus aller Welt begeistert.
Wer die vorweihnachtliche Stimmung in voller Pracht erleben möchte, sollte den Besuch mit einem Abstecher zur Abendbeleuchtung verbinden, wenn die Lichterketten und der riesige Weihnachtsbaum den Markt in ein warmes Licht tauchen. Die Kombination aus kulinarischen Köstlichkeiten, Kunsthandwerk und dem besonderen Flair eines Flughafen-Standorts macht den Wintermarkt zu einem Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte – und das in diesem Jahr noch größer und vielfältiger wird als je zuvor.

