Ab September erweitert München sein Ganztagsangebot für Grundschüler um zwölf neue Programme – ein Schritt, der die Betreuungslandschaft in der Stadt spürbar verändert. Mit den zusätzlichen Plätzen reagiert die Landeshauptstadt auf die wachsende Nachfrage nach verlässlicher Kinderbetreuung, die Arbeitszeiten und Schulalltag besser vereint. Die neuen Angebote umfassen nicht nur klassische Hausaufgabenhilfe, sondern auch kreative Workshops, Sportkurse und naturwissenschaftliche Projekte, die gezielt auf die Interessen von Kindern im Grundschulalter zugeschnitten sind.
Für Eltern, die sich über die aktuellen Entwicklungen rund um München heute Kinder informieren, bedeutet die Ausweitung mehr Flexibilität und Planungssicherheit. Besonders in Stadtteilen mit hohem Bedarf wie Neuhausen oder Schwabing sollen die neuen Ganztagsmodelle Entlastung bringen. Die Stadt setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Trägern und Vereinen, um ein vielfältiges Programm zu gewährleisten. Wer sich über die genauen Standorte und Anmeldefristen für die neuen Angebote im Rahmen von München heute Kinder informieren möchte, findet die Details ab sofort auf den offiziellen Portalen der Stadt.
Mehr Betreuung, weniger Stress für Eltern
Eltern in München atmen auf: Mit den zwölf neuen Ganztagsangeboten an Grundschulen entfällt ab Herbst das tägliche Jonglieren zwischen Arbeitsende und Kinderbetreuung. Studien der Technischen Universität München zeigen, dass über 60 Prozent der berufstätigen Eltern mit Kindern im Grundschulalter unter Zeitdruck leiden – besonders in Großstädten, wo Betreuungslücken oft zu spontanen Lösungen wie teuren Tagesmüttern oder Notfallplänen mit Großeltern führen. Die erweiterten Öffnungszeiten bis 16 Uhr decken nun genau diese kritische Phase ab, in der viele Eltern noch im Büro sind oder im Stau stehen.
Doch es geht nicht nur um Zeitgewinn. Die Ganztagsbetreuung entlastet auch psychisch. Pädagogische Fachkräfte übernehmen Hausaufgabenbetreuung, bieten strukturierte Freizeitaktivitäten und sorgen für eine verlässliche Tagesroutine. Das kommt besonders Alleinerziehenden zugute, die laut Stadtsozialbericht München fast doppelt so häufig von Stresssymptomen betroffen sind wie Paare mit Kindern. Statt zwischen Kita, Hort und Schulschluss hin- und herzuorganisieren, können Eltern nun auf ein durchgehendes Konzept setzen – mit festen Ansprechpartnern und klaren Abläufen.
Kritische Stimmen monieren zwar, dass nicht alle Schulen gleichermaßen von den Neuerungen profitieren. Doch die Priorisierung sozialer Brennpunkte wie Neuperlach oder Moosach, wo der Bedarf am höchsten ist, zeigt Wirkung: Hier sinkt die Wartezeit auf Betreuungsplätze bereits jetzt um bis zu 40 Prozent. Die Stadt setzt dabei auf ein Mix aus schuleigenen Angeboten und Kooperationen mit Vereinen wie dem Deutschen Roten Kreuz oder der Arbeiterwohlfahrt, die ergänzende Programme wie Musik- oder Sportkurse anbieten.
Langfristig könnte das Modell sogar die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in München neu definieren. Während andere Großstädte noch über Pilotprojekte diskutieren, setzt die Landeshauptstadt auf flächendeckende Umsetzung – und reagiert damit auf eine Forderung, die Elternverbände seit Jahren stellen: mehr Planungssicherheit, weniger Improvisation.
Diese zwölf Projekte kommen ab September
Mit dem neuen Schuljahr erweitert München sein Ganztagsangebot für Grundschüler deutlich: Zwölf Projekte starten ab September, die von kreativen Werkstätten bis zu naturwissenschaftlichen Entdeckerclubs reichen. Besonders im Fokus stehen dabei die Stadtteile Neuhausen, Schwabing-West und Ramersdorf, wo die Nachfrage nach Betreuungsplätzen laut Bildungsreferat in den letzten zwei Jahren um 18 Prozent gestiegen ist. Die neuen Formate wurden in enger Abstimmung mit Elternvertretungen und pädagogischen Fachkräften entwickelt, um Lücken im bestehenden Angebot zu schließen.
An der Grundschule an der Blutenburgstraße beginnt ein „Klanglabor“, in dem Kinder unter Anleitung von Musikpädagogen eigene Instrumente bauen und komponieren. Parallel dazu führt die Montessorischule an der Balanstraße ein Projekt ein, das Grundschülern spielerisch Programmieren beibringt – unterstützt durch Kooperationen mit lokalen Tech-Unternehmen. Beide Angebote laufen zunächst als einjähriges Pilotprojekt und sollen bei Erfolg auf weitere Standorte ausgeweitet werden.
Im Bereich Bewegung setzt die Grundschule an der Dachauer Straße auf ein ungewöhnliches Konzept: Ein „Kletterwald im Klassenzimmer“ kombiniert motorische Förderung mit Teamübungen, geleitet von ausgebildeten Sporttherapeuten. Studien der TU München zeigen, dass solche bewegungsintensiven Formate die Konzentrationsfähigkeit von Kindern um bis zu 23 Prozent steigern können – ein Argument, das auch skeptische Eltern überzeugt hat.
Ergänzt wird das Programm durch Sprachförderkurse für Kinder mit Migrationshintergrund an der Grundschule an der Herterichstraße sowie einem „Stadtteildetektiv“-Projekt in Perlach, bei dem Schüler ihre Umgebung mit fotografischen und kartografischen Methoden erkunden. Die Verteilung der Angebote orientiert sich an sozialräumlichen Kriterien, um gezielt dort zu wirken, wo der Bedarf am größten ist.
Finanziert werden die Projekte aus dem städtischen Bildungsbudget sowie durch Mittel des Bayerischen Familienministeriums. Die Anmeldung läuft bereits – mit einer Besonderheit: Erstmals können Eltern die Wünsche ihrer Kinder direkt über eine digitale Plattform einbringen, was die Planung flexibler macht als in früheren Jahren.
Wie Schulen den Ganztag kindgerecht gestalten
Der Ausbau der Ganztagsbetreuung an Münchner Grundschulen folgt einem klaren pädagogischen Konzept: Rhythmisierung statt Überforderung. Statt starrer Stundenpläne setzen die Schulen auf abwechslungsreiche Phasen aus Lernen, Bewegung und Entspannung. Studien der Universität Bamberg zeigen, dass Grundschulkinder im Ganztag besonders profitieren, wenn freies Spiel und strukturierte Lernzeiten im Verhältnis 40:60 stehen. Diese Balance soll Stress reduzieren und die Konzentrationsfähigkeit steigern – ein Prinzip, das nun auch die zwölf neuen Standorte in München umsetzen.
Konkrete Beispiele machen deutlich, wie das aussehen kann. An der Grundschule an der Blutenburgstraße gibt es künftig tägliche „Bewegte Pausen“ mit Parcours auf dem Schulhof, während die Grundschule an der Guardinistraße Kooperationen mit dem nahegelegenen Kulturladen einging. Dort gestalten Künstler wöchentliche Werkstätten, in denen die Kinder malend oder musizierend den Schulalltag ausgleichen. Solche Partnerschaften mit lokalen Akteuren sind kein Zufall: Die Stadt München fördert gezielt Netzwerke, die Schulen mit Vereinen, Musikschulen oder Umweltinitiativen verbinden.
Auch die Räume spielen eine zentrale Rolle. Klassenzimmer werden zu Lernlandschaften umgestaltet, in denen Rückzugsecken für leise Aktivitäten ebenso Platz finden wie Gruppenarbeitstische. Die Grundschule an der Dachauer Straße etwa richtete eine „Chill-Ecke“ mit Sitzsäcken und Hörbüchern ein – ein Angebot, das besonders bei jüngeren Schülern auf positive Resonanz stieß. Pädagogen betonen, dass solche Elemente nicht nur der Erholung dienen, sondern auch soziales Lernen fördern.
Elternbefragungen aus dem Pilotprojekt 2023 bestätigten: Die Zufriedenheit steigt, wenn Schulen flexible Abholmöglichkeiten anbieten und die Hausaufgabenbetreuung in den Vormittag verlegen. So bleibt der Nachmittag für AGs oder einfach fürs Toben auf dem Bolzplatz. Dass dabei die Bedürfnisse der Kinder im Mittelpunkt stehen, zeigt sich auch an Details wie der „Stillen Stunde“ nach dem Mittagessen – eine Idee, die ursprünglich aus skandinavischen Schulen stammt und nun in München Schule macht.
Anmeldung, Kosten und Öffnungszeiten im Überblick
Ab September können Münchner Eltern ihre Kinder für die neuen Ganztagsangebote anmelden. Die Registrierung läuft zentral über das Bildungsportal der Stadt, wo alle 12 Standorte mit freien Plätzen aufgelistet sind. Priorität erhalten Geschwisterkinder und Familien aus dem jeweiligen Sprengel, doch freie Kapazitäten stehen auch Kindern aus anderen Stadtteilen offen. Laut aktueller Planung rechnet das Referat für Bildung und Sport mit etwa 300 zusätzlichen Ganztagsplätzen – eine direkte Reaktion auf die gestiegene Nachfrage der letzten Jahre.
Die Kosten staffeln sich nach Einkommen und Familiengröße. Für Haushalte mit einem Bruttoeinkommen unter 3.500 Euro monatlich beträgt der Elternbeitrag 50 Euro pro Monat, während Gutverdiener bis zu 220 Euro zahlen. Geschwisterkinder erhalten 20 Prozent Ermäßigung. In den Gebühren enthalten sind Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und pädagogische Freizeitangebote bis 16 Uhr. Sozialpass-Inhaber sind komplett von den Kosten befreit.
Die Öffnungszeiten orientieren sich am Schulbetrieb: Montags bis donnerstags von 7:30 bis 16:00 Uhr, freitags endet die Betreuung bereits um 14:00 Uhr. In den Ferien bleibt die Ganztagsbetreuung geschlossen, doch an bis zu 15 Tagen pro Jahr bieten ausgewählte Schulen eine Notbetreuung an. Pädagogische Fachkräfte des Städtischen Jugendamts empfehlen, die Anmeldung bis spätestens 15. Juli abzuschließen, da die Plätze nach Eingangsdatum vergeben werden.
Eltern, die unsicher sind, können sich an die Beratungsstellen der Landeshauptstadt wenden. Dort gibt es individuelle Informationen zu Fördermöglichkeiten und Alternativen wie den kooperativen Ganztag, bei dem externe Träger mit Schulen zusammenarbeiten.
Langfristige Pläne: München will weiter ausbauen
Die 12 neuen Ganztagsangebote an Münchner Grundschulen sind erst der Anfang. Die Landeshauptstadt hat ehrgeizige Pläne: Bis 2030 soll der Anteil der Grundschulen mit offener oder gebundener Ganztagsbetreuung auf 80 Prozent steigen. Aktuell liegt die Quote bei etwa 60 Prozent – ein Zuwachs von 20 Prozentpunkten innerhalb der letzten fünf Jahre. Bildungsreferent Florian Kraus betont, dass die Nachfrage seitens der Eltern kontinuierlich wächst, besonders in dicht besiedelten Stadtteilen wie Neuhausen oder Schwabing.
Ein zentrales Ziel ist die flächendeckende Versorgung mit qualitativ hochwertigen Betreuungsplätzen. Dabei setzt München auf ein flexibles Modell: Während einige Schulen den klassischen gebundenen Ganztag mit festem Stundenplan anbieten, bevorzugen andere das offene Konzept mit freiwilligen AGs am Nachmittag. Studien des Deutschen Jugendinstituts zeigen, dass besonders Kinder aus sozial benachteiligten Familien von strukturierten Ganztagsangeboten profitieren – ihre schulischen Leistungen verbessern sich messbar.
Finanziell wird der Ausbau durch Landesmittel und kommunale Haushaltsmittel gestemmt. Allein für das laufende Jahr sind 15 Millionen Euro zusätzlich eingeplant, darunter Mittel für die Sanierung von Räumlichkeiten und die Einstellung von Fachpersonal. Kritiker monieren zwar, dass der Ausbau zu langsam voranschreite, doch die Stadt verweist auf die komplexe Koordination zwischen Schulverwaltung, Jugendhilfe und freien Trägern.
Langfristig soll auch die Digitalisierung der Ganztagsangebote vorangetrieben werden. Pilotprojekte in drei Grundschulen testen bereits Tablet-gestützte Lernformate für die Hausaufgabenbetreuung. Ob diese Ansätze Schule machen, wird sich in den kommenden zwei Jahren zeigen.
Mit den zwölf neuen Ganztagsangeboten ab Herbst setzt München einen wichtigen Schritt, um Familien entlasten und Kinder besser fördern zu können – nicht nur durch längere Betreuungszeiten, sondern durch gezielte Bildungs- und Freizeitkonzepte, die auf die Bedürfnisse von Grundschülern zugeschnitten sind. Besonders für berufstätige Eltern bedeutet das mehr Planungssicherheit, während Kinder von strukturierten Aktivitäten profitieren, die über den klassischen Unterricht hinausgehen.
Wer sein Kind für eines der Programme anmelden möchte, sollte die Fristen der jeweiligen Schule im Blick behalten und frühzeitig Kontakt zu den Verantwortlichen aufnehmen, da einige Angebote begrenzt sind. Die ersten Erfahrungen im neuen Schuljahr werden zeigen, wie gut Theorie und Praxis hier zusammenfinden.
Die Erweiterung des Ganztagsangebots ist nur der Anfang – langfristig könnte München damit zum Vorbild für andere Großstädte werden, die ähnliche Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf meistern müssen.

