Ab Montag steht München still – zumindest unter der Erde. Die Gewerkschaft ver.di hat zum Warnstreik aufgerufen, und die Folgen treffen die Stadt mit voller Wucht: Drei U-Bahn-Linien fallen komplett aus, Dutzende Busse bleiben in den Depots, und die S-Bahn muss mit massiven Einschränkungen rechnen. Betroffen sind die Linien U1, U2 und U7, die zusammen täglich über 500.000 Fahrgäste befördern. Pendler müssen sich auf Chaos einstellen, Schulen und Betriebe warnen bereits vor Verspätungen. Der Streik trifft München genau dort, wo es wehtut – im Herzen des öffentlichen Nahverkehrs.

Für eine Stadt, die auf ihren effizienten ÖPNV stolz ist, kommt der Ausstand zur Unzeit. Die Tarifverhandlungen mit den Verkehrsbetrieben stocken seit Wochen, und während die Fronten verhärtet bleiben, leidet die Bevölkerung unter den Folgen. Besonders bitter: Der Streik fällt in eine Phase, in der München ohnehin mit Baustellen und Verkehrsumleitungen kämpft. Die News München zeigen einmal mehr, wie anfällig das System ist – und wie schnell der Alltag aus dem Takt gerät, wenn die U-Bahn stillsteht. Ob Touristen, die zum Oktoberfest anreisen, oder Berufspendler, die rechtzeitig im Büro sein müssen: Die News München dominiert an diesem Montag ein einziges Thema – der große Nahverkehrs-Kollaps.

Warum die MVG jetzt die Arbeit niederlegt

Der Streik bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) kommt nicht überraschend. Seit Wochen brodelt es zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, doch die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für die rund 5.000 Beschäftigten stecken fest. Die Gewerkschaft ver.di hatte bereits im Vorfeld klare Forderungen gestellt: eine Lohnerhöhung von mindestens 12 Prozent bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten. Die MVG bot dagegen gerade einmal 5,5 Prozent über 24 Monate – ein Angebot, das bei den Beschäftigten auf scharfe Kritik stieß.

Laut einer aktuellen Umfrage unter MVG-Mitarbeitern, die von Branchenspezialisten durchgeführt wurde, befürworten über 80 Prozent der Befragten Arbeitskampfmaßnahmen. Viele fühlen sich seit Jahren unterbezahlt, besonders angesichts der stark gestiegenen Lebenshaltungskosten in München. Die Inflation hat die Reallöhne der Beschäftigten im ÖPNV-Bereich in den letzten drei Jahren um durchschnittlich 8 Prozent sinken lassen – ein Verlust, den die Gewerkschaft nun ausgleichen will.

Hinzu kommen strukturelle Probleme: Die MVG kämpft seit langem mit Personalmangel, was zu Mehrarbeit und höheren Belastungen für die Belegschaft führt. Während die Stadt München wächst und der Nahverkehr immer stärker ausgelastet wird, sind die Arbeitsbedingungen für Fahrer:innen und Technikpersonal kaum verbessert worden. Die Streikbereitschaft ist daher nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch ein Zeichen für die wachsende Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen.

Mit dem Ausstand ab Montag setzt ver.di bewusst auf Druck. Drei U-Bahn-Linien komplett stillzulegen, trifft die Stadt an einer empfindlichen Stelle – und zeigt, wie abhängig München von einem funktionierenden Nahverkehr ist.

Diese U-Bahn-Strecken fallen komplett aus

Der Streik trifft den Münchner Nahverkehr mit voller Wucht: Drei U-Bahn-Linien werden ab Montag komplett eingestellt. Betroffen sind die U1, U2 und U7 – ein herber Schlag für Pendler, die täglich auf diese Verbindungen angewiesen sind. Laut Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nutzen allein die U1 und U2 zusammen rund 300.000 Fahrgäste pro Werktag. Ohne Ersatzverkehr drohen massive Einschränkungen, besonders in den Stoßzeiten.

Die U1, eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen der Stadt, verbindet die Innenstadt mit dem Olympiazentrum und dem Norden Münchens. Ihr Ausfall bedeutet nicht nur längere Wartezeiten für Umsteiger, sondern auch überfüllte Ersatzbusse und S-Bahnen.

Besonders kritisch wird die Situation auf der U2, die von Feldmoching bis zum Messestadt-Ost verkehrt. Hier fehlen Alternativen fast vollständig – die parallel verlaufende S-Bahn kann die Kapazitäten nicht auffangen. Verkehrsexperten warnen vor einem Dominoeffekt: Bereits bei früheren Streiks stieg die Auslastung anderer Linien um bis zu 40 Prozent, was zu weiteren Verzögerungen führte.

Die U7, eine kürzere Linie zwischen Olympiazentrum und Neuperlach-Süd, mag auf den ersten Blick weniger zentral erscheinen. Doch ihr Wegfall trifft gezielt Studierende und Berufspendler, die auf die direkte Anbindung an die Universität oder die Peripherie angewiesen sind. Ohne sie verlängern sich Fahrten um bis zu 30 Minuten.

Die MVG rät zu frühzeitiger Umplanung – doch selbst das könnte kaum helfen, wenn der Streik wie angekündigt über mehrere Tage anhält.

Ersatzbusse, Fahrrad, Homeoffice – was jetzt hilft

Der dreitägige Streik im Münchner Nahverkehr zwingt Pendler zum Umdenken – doch Alternativen gibt es. Die MVG setzt ab Montag Ersatzbusse auf den betroffenen U-Bahn-Strecken ein, vor allem auf den Linien U3, U4 und U6. Die Busse fahren im 10- bis 20-Minuten-Takt, wie ein Sprecher der Stadtwerke bestätigte. Allerdings müssen Fahrgäste mit längeren Wartezeiten rechnen, da der Ersatzverkehr die Kapazität der U-Bahnen nicht vollständig abdecken kann.

Wer flexibel reagieren kann, sollte auf das Fahrrad ausweichen. München verfügt über ein gut ausgebautes Radwegenetz, und die aktuellen Wetterprognosen versprechen trockenes, wenn auch kühles Wetter. Laut ADFC nutzen bereits 18 Prozent der Münchner das Rad für den täglichen Arbeitsweg – Tendenz steigend. Für Gelegenheitsradler lohnt sich ein Blick auf die Routenplaner-Apps wie Komoot oder Google Maps, die fahrradfreundliche Strecken vorschlagen.

Homeoffice bleibt die einfachste Lösung für alle, deren Arbeit es zulässt. Viele Unternehmen haben nach der Pandemie hybride Modelle beibehalten, die jetzt reaktiviert werden können. Verkehrsexperten raten dazu, frühzeitig mit dem Arbeitgeber zu klären, ob Remote-Arbeit während des Streiks möglich ist. Wer ohnehin im Homeoffice arbeitet, spart nicht nur Zeit, sondern entlastet auch das überlastete Ersatzverkehrsnetz.

Für alle, die auf Bus oder Tram angewiesen sind, gilt: Zeitpuffer einplanen. Die MVG warnt vor Überlastungen auf den nicht bestreikten Linien, besonders in den Stoßzeiten zwischen 7 und 9 Uhr sowie 16 und 18 Uhr. Wer kann, sollte früher oder später fahren – oder auf Carsharing-Angebote wie Share Now oder Miles zurückgreifen, die in München flächendeckend verfügbar sind.

So reagieren Pendler auf die Streikwelle

Die Ankündigung der Streiks im Münchner Nahverkehr trifft Pendler hart. Viele reagieren mit Frust, andere versuchen sich mit Alternativen zu arrangieren. An den Hauptverkehrsknotenpunkten wie Marienplatz oder Hauptbahnhof bildeten sich bereits am Vortag längere Schlangen vor den Fahrkartenautomaten – ein Zeichen dafür, dass sich Fahrgäste auf längere Wartezeiten oder Umwege einstellen.

Laut einer aktuellen Umfrage des Münchner Verkehrsverbunds (MVV) aus dem Vorjahr nutzen rund 40 Prozent der Berufspendler in der Stadt täglich U-Bahn oder Tram. Für sie bedeutet der Ausfall der Linien U1, U2 und U7 nicht nur Zeitverlust, sondern auch höhere Kosten durch Taxi oder Carsharing. Einige Unternehmen reagierten bereits und empfahlen ihren Mitarbeitern, Homeoffice zu nutzen oder Arbeitszeiten flexibel anzupassen.

Die Stimmung in sozialen Medien schwankt zwischen Verständnis für die Forderungen der Gewerkschaften und Wut über die kurzfristige Ankündigung. „Wieder mal Chaos – und wir zahlen den Preis“, schrieb ein Nutzer auf X. Andere berichten von spontanen Fahrgemeinschaften oder dem Umstieg auf Fahrrad, trotz winterlicher Temperaturen. Verkehrsexperten warnen jedoch vor einem Anstieg der Staus, besonders auf den Hauptrouten wie der Mittleren Ringstraße.

Besonders betroffen sind Eltern, die ihre Kinder zur Kita oder Schule bringen müssen. Einige Schulen haben bereits auf die Situation reagiert und die Bringzeiten gelockert. Doch nicht alle haben diese Flexibilität – für viele bleibt nur die Hoffnung, dass die Streiks schnell beendet werden.

Verhandlungen stocken: Wann ist ein Ende in Sicht?

Die Verhandlungen zwischen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Gewerkschaft ver.di stecken seit Wochen fest – und ein Durchbruch scheint in weiter Ferne. Während die Arbeitgeberseite auf das bestehende Angebot von 5,5 Prozent mehr Lohn über 24 Monate pocht, fordert ver.di mindestens 12,5 Prozent bei einer Laufzeit von nur zwölf Monaten. Die Fronten sind verhärtet, und die jüngste Streikankündigung unterstreicht die Eskalation: Ab Montag bleiben die U3, U6 und U1 komplett stehen, was nach Berechnungen der Stadt München täglich rund 200.000 Pendler direkt trifft.

Tarifexperten sehen wenig Spielraum für schnelle Kompromisse. „In der Regel dauern solche Konflikte im öffentlichen Dienst doppelt so lange wie in der Privatwirtschaft“, erklärt ein Vertreter des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Der Grund: Kommunale Arbeitgeber wie die MVG sind an strenge Haushaltsvorgaben gebunden, während Gewerkschaften in Hochinflationsphasen traditionell höhere Forderungen durchsetzen wollen.

Dass die Gespräche nun in die sechste Runde gehen, ohne greifbare Ergebnisse, wirft Fragen auf. Besonders brisant: Die MVG hatte bereits im Vorfeld signalisiert, dass weitere Zugeständnisse „existenzbedrohend“ für den Haushalt wären. Ver.di kontert mit Verweis auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten – und die Tatsache, dass andere Großstädte wie Berlin oder Hamburg bereits ähnliche Tarifabschlüsse erreicht haben.

Ein Lichtblick könnte der für nächste Woche anberaumte Schlichtungstermin sein. Doch selbst wenn beide Seiten dort an einen Tisch kommen, bleibt ungewiss, ob die Löhne oder die Laufzeit Priorität bekommen. Klare Signale fehlen bisher.

Der dreitägige Streik im Münchner Nahverkehr ab Montag wird die Stadt lahmlegen – besonders hart trifft es Pendler, die auf die U3, U4 oder U6 angewiesen sind, da diese Linien komplett stillstehen. Mit Ersatzbussen, überfüllten S-Bahnen und Staus auf den Straßen droht ein Verkehrschaos, das selbst Alternativrouten wie Fahrrad oder Homeoffice nur begrenzt abfedern können.

Wer nicht im Stau feststecken will, sollte sich frühzeitig über Ausweichmöglichkeiten informieren, etwa über die MVG-App oder die Streik-Hotline, und Pufferzeiten einplanen – selbst kurze Strecken könnten deutlich länger dauern. Ob die Tarifverhandlungen bis Donnerstag eine Lösung bringen, bleibt ungewiss, doch eines ist sicher: München muss sich auf weitere turbulente Tage einstellen.