Bis 2025 will die SWM München das Ladenetz für Elektroautos in der Stadt massiv ausbauen – über 50 neue Ladestationen sollen hinzukommen. Damit reagiert der kommunale Versorger auf die wachsende Nachfrage: Allein im vergangenen Jahr stieg die Zahl der zugelassenen E-Fahrzeuge in der Landeshauptstadt um fast 40 Prozent. Die geplanten Stationen verteilen sich strategisch auf Wohnviertel, Gewerbegebiete und öffentliche Parkplätze, um Lademöglichkeiten flächendeckend zugänglich zu machen.

Der Ausbau ist Teil der Klimastrategie der Stadt, die bis 2035 CO₂-neutral werden will. Die SWM München setzt dabei nicht nur auf Quantität, sondern auch auf moderne Technik: Geplant sind Schnelllader mit bis zu 150 kW Leistung sowie intelligente Steuerungssysteme, die Netzüberlastungen verhindern. Für Fahrzeughalter bedeutet das kürzere Ladezeiten und mehr Planungssicherheit – ein entscheidender Schritt, um die Elektromobilität im Alltag praktikabler zu gestalten.

Münchens ehrgeizige Klimaziele treiben Ausbau voran

Münchens Weg zur Klimaneutralität bis 2035 ist klar gesteckt – und die Stadtwerke München (SWM) setzen die Pläne konsequent um. Mit über 50 neuen Ladestationen bis 2025 allein im öffentlichen Raum verdoppelt das Unternehmen fast sein bestehendes Angebot. Die Strategie folgt dem Masterplan Ladeinfrastruktur, den der Stadtrat 2021 verabschiedete. Damals hieß es: Bis 2025 müssen 1.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte stehen. Aktuell sind es rund 600 – die SWM ziehen nun nach.

Besonders im Fokus stehen Wohnviertel mit hoher E-Auto-Dichte, aber wenig privater Lademöglichkeit. In Neuhausen, Schwabing oder Giesing, wo Altbauten oft keine eigenen Stellplätze bieten, entstehen daher Cluster aus Schnell- und Normalladestationen. Eine Studie des Öko-Instituts zeigt: Über 60 Prozent der Münchner Haushalte ohne eigene Garage würden ein E-Auto nutzen – vorausgesetzt, die Ladesäule liegt maximal 300 Meter entfernt.

Doch der Ausbau stößt nicht überall auf Begeisterung. Anwohnerverbände kritisieren vereinzelt die Standortwahl, etwa wenn Parkplätze für Ladesäulen wegfallen. Die SWM reagiert mit Bürgerdialogen und passt Standorte an, wo nötig. Technisch setzt man auf Zukunftssicherheit: Alle neuen Säulen unterstützen mindestens 150 kW Ladeleistung und sind für bidirektionales Laden vorbereitet – eine Voraussetzung, um später Fahrzeugbatterien als Stromspeicher zu nutzen.

Parallel treibt die SWM die Umstellung der eigenen Fahrzeugflotte voran. Bis 2028 sollen alle 300 Dienstwagen elektrisch fahren, unterstützt durch betriebsinterne Ladestationen auf Depots und in Verwaltungsgebäuden. Der Strom kommt zu 100 Prozent aus eigenen erneuerbaren Quellen, vor allem aus den Münchner Stadtwerken-Wasserkraftwerken an Isar und Lech.

Wo genau die neuen Ladesäulen bis 2025 entstehen

Die Stadtwerke München (SWM) setzen ihre Ausbaupläne für die E-Mobilität gezielt dort um, wo der Bedarf am größten ist. Priorität haben Wohngebiete mit hohem Stellplatzmangel und wenig privater Ladeinfrastruktur – etwa in Neuhausen, Schwabing-West oder der Messestadt Riem. Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fehlen in dicht besiedelten Großstädten wie München bis zu 70 Prozent der benötigten Ladesäulen, um die Nachfrage bis 2030 zu decken. Die SWM reagiert darauf mit einer Fokussierung auf öffentliche Parkplätze, Supermarkt-Parkhäuser und Quartiere mit hohem Pendleraufkommen.

Konkrete Standorte stehen bereits fest: So entstehen bis 2025 mindestens zwölf neue Säulen in der Nähe von U-Bahn-Haltestellen wie Olympia-Einkaufszentrum oder Moosach, wo Pendler ihre Fahrzeuge während der Arbeitszeit aufladen können. Weitere acht Stationen sind für Gewerbegebiete wie das MOC oder den Kreativquartier-Bereich geplant, um Lieferverkehr und Dienstwagen zu bedienen. Die Auswahl erfolgte in Abstimmung mit dem Münchner Verkehrsreferat, das Ladezonen gezielt dort ausweist, wo Staus durch suchende E-Auto-Fahrer vermieden werden sollen.

Auch ländlichere Stadtteile wie Aubing oder Allach profitieren vom Ausbau, allerdings mit angepasster Technologie. Hier setzen die SWM auf Schnelllader mit bis zu 150 kW Leistung, da die Nutzer seltener, aber mit höherem Zeitdruck laden. Ein Pilotprojekt am Riemer Park testet zudem induktive Ladesysteme im Boden, die während des Parkens automatisch Energie übertragen – eine Lösung, die besonders für Carsharing-Flotten interessant ist.

Die genauen Koordinaten aller neuen Standorte veröffentlicht die SWM schrittweise auf ihrer Website, sobald die Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind. Erste Säulen gehen bereits im Herbst 2024 in Betrieb, der Großteil folgt bis Mitte 2025. Kritiker monieren zwar, dass die Verteilung noch immer zu stark auf die Innenstadt konzentriert sei – doch die SWM betont, dass weitere Standorte in den Außenbezirken in einer zweiten Phase bis 2027 folgen sollen.

Schnellladen in 15 Minuten: Technik im Fokus

Wer sein E-Auto in München künftig in Rekordzeit aufladen will, könnte an den neuen SWM-Schnellladestationen fündig werden. Die Technologie dahinter basiert auf Hochleistungs-Gleichstrom (HPC) mit bis zu 350 kW Ladeleistung – genug, um selbst große Batterien wie die des Hyundai Ioniq 5 in unter 15 Minuten von 10 auf 80 Prozent zu bringen. Zum Vergleich: Herkömmliche Wechselstrom-Ladesäulen schaffen das in der Regel erst nach mehreren Stunden.

Entscheidend für die Geschwindigkeit ist nicht nur die Leistung, sondern auch die intelligente Steuerung. Die SWM setzt auf dynamisches Lastmanagement, das die verfügbare Strommenge je nach Netzauslastung optimal verteilt. So vermeidet man Überlastungen, ohne die Ladezeiten spürbar zu verlängern. Studien des Fraunhofer-Instituts zeigen, dass solche Systeme die Effizienz von Schnellladestationen um bis zu 20 Prozent steigern können – ein entscheidender Faktor für den Ausbau in dicht besiedelten Gebieten wie München.

Die Technik kommt allerdings nicht ohne Herausforderungen. Hochstrom-Ladung erzeugt mehr Wärme, was spezielle Kühlsysteme in Kabeln und Steckern erfordert. Die SWM plant daher, an besonders frequentierten Standorten wie dem Olympiapark oder dem Ostbahnhof Lösungen mit Flüssigkeitskühlung einzusetzen. Auch die Kompatibilität spielt eine Rolle: Während neuere Modelle wie der BMW i4 oder der VW ID.4 problemlos mit 350 kW laden, müssen ältere E-Autos oft mit reduzierter Leistung vorliebnehmen.

Langfristig könnte das Schnellladenetz der SWM den Umstieg auf E-Mobilität in München beschleunigen. Denn wer keine private Wallbox hat, ist auf öffentlich zugängliche Stationen angewiesen – und hier zählt jede Minute. Die Stadtwerke versprechen, dass die neuen Säulen nicht nur schnell, sondern auch zuverlässig sein sollen: Mit einer geplanten Verfügbarkeit von 99 Prozent würde München damit zu den Spitzenreitern in Deutschland gehören.

Kosten, Tarife und Zugänglichkeit für Münchner Fahrzeughalter

Für Münchner Fahrzeughalter ändert sich mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur auch die Kostenstruktur. Die SWM bieten seit 2023 ein gestaffeltes Tarifsystem an, das zwischen Privatkunden, Gewerbetreibenden und Carsharing-Anbietern unterscheidet. Aktuell liegt der Durchschnittspreis für eine Kilowattstunde an öffentlichen SWM-Säulen bei 0,49 Euro – ein Wert, der laut einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) etwa 12 Prozent unter dem bundesweiten Schnitt für städtische Anbieter liegt. Wer regelmäßig an den neuen Schnellladestationen mit bis zu 150 kW Leistung lädt, zahlt einen Aufschlag von 0,08 Euro pro kWh, da hier höhere Netzentgelte anfallen.

Zugangsbarrieren sollen bewusst niedrig gehalten werden. Seit dem Start des Projekts „SWM 360°laden“ im Vorjahr genügt eine einmalige Registrierung über die SWM-App oder die Website, um an allen Säulen im Stadtgebiet laden zu können – ohne zusätzliche Verträge oder Grundgebühren. Für Mieter ohne eigene Wallbox bietet die SWM zudem Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften wie der GEWOFAG an, um shared Ladelösungen in Tiefgaragen zu realisieren. Bislang nutzen rund 6.200 Münchner Haushalte dieses Modell.

Gewerbliche Nutzer profitieren von Sonderkonditionen, sofern sie nachweisen können, dass ihre Fahrzeuge im Rahmen eines Fuhrparks oder für Lieferdienste eingesetzt werden. Hier sinkt der kWh-Preis auf 0,42 Euro, wenn mindesten 5.000 kWh pro Jahr abgenommen werden. Kleinunternehmer kritisieren jedoch die fehlende Transparenz bei den Abrechnungsmodalitäten für Mehrwertsteuer und Stadtwerke-Rabatte – ein Punkt, den die SWM laut eigener Aussage bis zum Rollout der neuen Stationen 2025 überarbeiten will.

Barrierefreiheit spielt ebenfalls eine Rolle: Alle neuen Standorte werden nach den Richtlinien der DIN 18040 geplant, mit mindesten einem Ladeplatz pro Station, der für Rollstuhlfahrer und Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich ist. Die Bezahlterminals sind mit Sprachausgabe und Braille-Beschriftung ausgestattet. Wer keine Smartphone-App nutzen kann, erhält auf Antrag eine physischen Ladekarte per Post – ein Service, den bisher nur wenige kommunale Anbieter in Deutschland offerieren.

Langfristige Pläne: Wie SWM das Netz bis 2030 verdichten will

Bis 2030 will die SWM München nicht nur die Ladeinfrastruktur ausbauen, sondern das gesamte Netz systematisch verdichten. Aktuell gibt es rund 1.200 öffentliche Ladepunkte im Stadtgebiet – doch laut dem jüngsten Mobilitätskonzept der Landeshauptstadt soll diese Zahl bis Ende des Jahrzehnts auf mindestens 5.000 steigen. Die SWM setzt dabei auf eine Mischung aus Schnellladestationen an stark frequentierten Knotenpunkten wie dem Marienplatz oder dem Ostbahnhof und normalen AC-Ladesäulen in Wohnvierteln, um sowohl Pendler als auch Anwohner abzudecken.

Ein zentraler Baustein der Strategie ist die Kooperation mit privaten Partnern. Supermarktketten, Parkhausbetreiber und große Arbeitgeber werden gezielt eingebunden, um Ladeplätze auf bestehenden Flächen zu errichten. Studien des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zeigen, dass über 60 % der Münchner E-Auto-Fahrer ihre Fahrzeuge vor allem während des Einkaufs oder der Arbeitszeit laden – ein klares Signal, dass die SWM hier gezielt Kapazitäten schaffen muss.

Technisch setzt man auf zukunftssichere Lösungen: Neue Säulen werden standardmäßig mit einer Leistung von 22 kW ausgestattet, um auch größere Fahrzeugbatterien effizient zu versorgen. Zudem testet die SWM in ausgewählten Gebieten bidirektionales Laden, bei dem E-Autos nicht nur Strom ziehen, sondern bei Bedarf auch ins Netz zurückspeisen können. Diese Pilotprojekte laufen derzeit in Schwabing und Neuhausen.

Langfristig plant die SWM, die Ladeinfrastruktur mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien zu verknüpfen. Geplant sind Mikronetze in Kombination mit Solaranlagen auf städtischen Gebäuden, um die Ladestationen möglichst CO₂-neutral zu betreiben. Bis 2028 sollen erste dieser „grünen Ladehubs“ in Betrieb gehen.

Mit den über 50 geplanten Ladesäulen bis 2025 setzt die SWM München ein klares Zeichen für die Verkehrswende und schafft konkrete Voraussetzungen, um die Elektromobilität in der Stadt alltagstauglich zu machen. Die gezielte Verteilung über das gesamte Stadtgebiet – von dicht besiedelten Wohnvierteln bis zu Gewerbegebieten – zeigt, dass hier nicht nur Symbolpolitik, sondern praxisnahe Infrastruktur im Fokus steht.

Für Münchner E-Auto-Fahrer lohnt es sich, die SWM-Website oder Apps wie PlugShare regelmäßig zu prüfen, da die neuen Standorte schrittweise in Betrieb gehen und oft mit attraktiven Tarifen für SWM-Kunden verbunden sind. Wer noch zögert, könnte jetzt den richtigen Zeitpunkt abpassen: Mit dem Ausbau entfällt für viele das größte Hindernis – die Sorge vor leeren Batterien auf der Strecke.

Bis 2030 will München klimaneutral sein, und der Ladesäulen-Ausbau ist nur ein Baustein – doch einer, der direkt spürbar macht, wie sich die Stadt auf die Zukunft vorbereitet.