Ab dem 1. Januar 2024 steigen die Taxipreise in München um bis zu 12 Prozent – eine Erhöhung, die Fahrgäste und Verbände gleichermaßen auf die Barrikaden treibt. Die neue Tarifordnung sieht nicht nur höhere Grundgebühren vor, sondern auch deutlich teurere Kilometerpreise, besonders in den Nacht- und Wochenendzuschlägen. Für eine typische Fahrt vom Hauptbahnhof zum Marienplatz könnten Passagiere künftig bis zu drei Euro mehr zahlen, während längere Strecken wie der Transfer zum Flughafen noch stärker zu Buche schlagen. Die Taxi-Innung München rechtfertigt die Anpassung mit gestiegenen Betriebskosten, doch die Kritik bleibt laut.
Die Preiserhöhung trifft besonders Pendler und Touristen, die auf Taxi München als zuverlässiges Verkehrsmittel angewiesen sind. In einer Stadt mit ohnehin hohen Lebenshaltungskosten kommt die Tarifanpassung zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die MVG hat erst kürzlich die Preise für ÖPNV-Tickets angehoben, und viele Haushalte kämpfen bereits mit Inflation und Energiekosten. Während die Branche betont, dass die neuen Sätze notwendig seien, um Fahrermangel und steigende Spritpreise auszugleichen, formiert sich Widerstand. Petitionen gegen die Erhöhung sammeln tausende Unterschriften, und auf Social Media häufen sich Aufrufe, Alternativen wie Ridepooling oder Carsharing zu nutzen – eine Entwicklung, die Taxi München langfristig unter Druck setzen könnte.
Warum Münchens Taxifahrer jetzt mehr verlangen
Die Preiserhöhung bei Münchner Taxis kommt nicht von ungefähr. Seit Jahren kämpfen die Fahrer mit steigenden Betriebskosten, die nun einen kritischen Punkt erreicht haben. Allein die Spritpreise sind im Vergleich zu 2020 um durchschnittlich 30 Prozent gestiegen – eine Belastung, die viele kleine Taxibetriebe an den Rand der Rentabilität treibt. Hinzu kommen höhere Versicherungsprämien und Wartungskosten, die sich direkt auf die Kalkulation der Fahrpreise auswirken. Branchenkenner bestätigen, dass ohne Anpassung der Tarife zahlreiche Fahrer gezwungen wären, ihren Beruf aufzugeben.
Ein weiterer Grund für die Teuerung liegt in den strengen Auflagen der Stadt. München verlangt von Taxiunternehmen moderne, umweltfreundliche Fahrzeuge – eine Umstellung, die hohe Investitionen erfordert. Elektro- oder Hybridmodelle sind in der Anschaffung deutlich teurer als herkömmliche Dieselautos. Laut einer Studie des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands (BZP) geben über 60 Prozent der Münchner Taxibetriebe an, dass sie ohne Preisanpassungen die geforderten Flottenmodernisierungen nicht stemmen könnten.
Auch der Fachkräftemangel spielt eine Rolle. Viele Fahrer haben nach der Pandemie den Beruf gewechselt, was zu einem Mangel an qualifiziertem Personal führt. Um neue Fahrer zu gewinnen, müssen Unternehmen attraktivere Arbeitsbedingungen bieten – was wiederum die Kosten in die Höhe treibt.
Die Stadtverwaltung betont zwar, dass die Erhöhung sozial abgefedert werden soll, etwa durch ermäßigte Tarife für bestimmte Fahrgastgruppen. Doch für die meisten Kunden bleibt die Preisspirale spürbar.
So stark steigen die Preise pro Kilometer und Wartezeit
Die Preiserhöhung trifft Münchner Fahrgäste direkt in der Brieftasche. Ab 2024 steigt der Grundpreis für die ersten zwei Kilometer von 4,70 auf 5,20 Euro – ein Plus von 10,6 Prozent. Wer nur kurze Strecken fährt, zahlt damit sofort mehr. Besonders ärgerlich für Pendler: Die Wartezeit wird mit 40 Euro pro Stunde berechnet, bisher waren es 36 Euro. Bei Stau oder längeren Haltezeiten summieren sich die Kosten rasant.
Für Fahrten über zwei Kilometer erhöht sich der Kilometertarif von 2,20 auf 2,30 Euro. Klingt nach wenig, macht aber bei einer 10-Kilometer-Strecke bereits 1 Euro Unterschied. Taxiverbände begründen die Anpassung mit gestiegenen Betriebskosten: Spritpreise, Fahrzeugwartung und Personalkosten hätten sich seit 2022 um durchschnittlich 15 Prozent erhöht. Eine aktuelle Studie des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen bestätigt, dass 87 Prozent der Betriebe ohne Tariferhöhung Verluste machen würden.
Nachts und an Sonn- oder Feiertagen wird es noch teurer. Der Zuschlag steigt von 2 auf 2,50 Euro pro Fahrt. Wer um 3 Uhr morgens vom Oktoberfest nach Hause fährt, muss damit rechnen, für eine 5-Kilometer-Strecke statt 18 Euro künftig über 20 Euro zu zahlen. Die Stadt München hat die Erhöhung genehmigt, betont aber, dass Sozialtarife für Bedürftige unverändert bleiben.
Kritik kommt vor allem von Vielfahrern wie Hotelgästen oder Geschäftsleuten. Viele nutzen bereits Alternativen wie Ridepooling-Dienste, die oft 20 bis 30 Prozent günstiger sind. Doch während Konkurrenten flexibel Preise anpassen können, sind Taxis an die behördlich festgelegten Tarife gebunden – ein struktureller Nachteil, der die Branche unter Druck setzt.
Fahrgäste wehren sich: Alternativen und Sparstrategien
Die Preiserhöhung trifft viele Münchner hart – doch statt tatenlos zu zahlen, suchen Fahrgäste nach Auswegen. Besonders beliebt: Fahrgemeinschaften über Apps wie BlaBlaCar oder lokale Mitfahrbörsen. Laut einer aktuellen Umfrage des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) nutzen bereits 28 Prozent der Großstädter regelmäßig Mitfahrgelegenheiten, um Kosten zu sparen. Wer flexibel ist, kann so bis zu 60 Prozent der Taxikosten einsparen – ohne auf Komfort komplett zu verzichten.
Öffentliche Verkehrsmittel bleiben die naheliegendste Alternative. Die MVG hat zwar 2023 selbst die Preise angehoben, doch mit Tageskarten ab 9,50 Euro oder dem IsarCard-Abo bleibt der Vergleich zum Taxi günstig. Pendler, die bisher abends ofts das Taxi nahmen, steigen nun vermehrt auf Nachtbusse um – oder kombinieren U-Bahn und kurze Fußwege.
Technikaffine setzen auf E-Scooter oder Leihräder. Die MVG Rad-App zeigt verfügbare Räder in Echtzeit an, und mit 8 Cent pro Minute unterbieten die Kosten selbst kurze Taxifahrten. Kritiker monieren zwar die Wetterabhängigkeit, doch bei trockenem Wetter sind die kleinen Flotten eine echte Konkurrenz.
Wer nicht auf Taxis verzichten will, nutzt Tricks: Vorab per App vergleichen lohnt sich, denn die Preise variieren zwischen Anbietern wie FreeNow, Uber und lokalen Funktaxis um bis zu 20 Prozent. Auch das Warten lohnt – wer außerhalb der Stoßzeiten (7–9 Uhr, 16–19 Uhr) fährt, zahlt oft weniger, da viele Anbieter dynamische Zuschläge berechnen. Ein Anruf beim Taxiruf kann zudem günstiger sein als die Buchung über Drittanbieter-Apps, die Gebühren aufschlagen.
Stadt und Taxiverbände rechtfertigen die Erhöhung
Die geplante Preiserhöhung von bis zu 12 Prozent rechtfertigen die Münchner Taxiverbände mit deutlich gestiegenen Betriebskosten. Allein die Spritpreise lägen laut dem Bayerischen Taxiverband aktuell rund 30 Prozent über dem Niveau von 2020, während Wartung, Versicherungen und Fahrzeuganschaffungen ebenfalls teurer geworden seien. Studien des Bundesverkehrsministeriums bestätigen diesen Trend: Die Fixkosten für Taxibetriebe stiegen bundesweit seit 2021 um durchschnittlich 18 Prozent – eine Belastung, die viele kleine Unternehmen an ihre Grenzen bringe.
Besonders die Umstellung auf umweltfreundlichere Fahrzeuge treibe die Ausgaben in die Höhe. Elektro- oder Hybridtaxis verursachten zwar geringere Spritkosten, doch die Anschaffungspreise lägen mit 50.000 Euro und mehr deutlich über denen herkömmlicher Dieselmodelle. Hinzu kämen höhere Versicherungstarife für E-Fahrzeuge und der Ausbau der Ladeinfrastruktur, die viele Betreiber selbst finanzieren müssten.
Die Stadt München unterstützt die Anpassung der Tarife. Ein Sprecher des Referats für Arbeit und Wirtschaft verwies auf die Notwendigkeit, „die Wirtschaftlichkeit des Taxigewerbes zu sichern“ – besonders vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. Ohne attraktive Verdienstmöglichkeiten drohe ein weiterer Rückgang der Fahrerzahlen, was letztlich die Versorgung der Fahrgäste gefährde.
Kritik an der Höhe der Erhöhung weisen die Verbände zurück. Die letzte Tarifanpassung liege drei Jahre zurück, während die Inflation in diesem Zeitraum kumuliert über 12 Prozent betragen habe. „Wir holen hier nur nach, was längst überfällig war“, hieß es aus Kreisen der Taxi-Innung.
Was die Preisschraube für Pendler und Touristen bedeutet
Die Preiserhöhung von bis zu 12 Prozent trifft Pendler besonders hart. Wer täglich mit dem Taxi zur Arbeit fährt, muss künftig mit deutlich höheren Monatskosten rechnen. Bei einer durchschnittlichen Fahrtstrecke von 15 Kilometern und 20 Arbeitstagen im Monat summieren sich die Mehrkosten schnell auf über 50 Euro – eine spürbare Belastung für viele Haushalte.
Touristen, die München als teure Stadt ohnehin schon mit Vorsicht planen, werden die neuen Tarife ebenfalls zu spüren bekommen. Gerade für Gruppen oder Familien, die auf Taxis angewiesen sind, steigen die Ausgaben merklich. Ein Beispiel: Die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt kostet nun rund 80 Euro statt bisher 72 Euro. Wer mehrere Strecken zurücklegt, gibt schnell ein Vielfaches aus.
Laut einer aktuellen Erhebung des Bayerischen Taxiverbands nutzen rund 30 Prozent der Münchner Taxifahrgäste das Angebot regelmäßig für Berufswege. Für sie wird die Preisschraube zum Problem, da Alternativen wie ÖPNV oder Fahrgemeinschaften nicht immer praktikabel sind. Besonders betroffen sind Schichtarbeiter oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die auf Taxis angewiesen bleiben.
Auch der Tourismussektor könnte indirekt leiden. Wenn Besucher durch hohe Taxikosten abgeschreckt werden, sinkt die Attraktivität der Stadt als Reiseziel. Hotellerie und Gastronomie fürchten bereits, dass Gäste künftig kürzer bleiben oder auf Ausgaben verzichten. Die Preiserhöhung kommt damit zur Unzeit – in einer Phase, in der München ohnehin mit sinkenden Übernachtungszahlen kämpft.
Die deutliche Preiserhöhung von bis zu 12 Prozent bei Münchner Taxis ab 2024 trifft Fahrgäste hart – besonders Pendler, Touristen und einkommensschwache Haushalte, für die das Taxi oft die letzte Option bleibt. Während die Branche mit gestiegenen Kosten argumentiert, zeigt der Protest der Kunden, dass die Akzeptanz für solche Sprünge ohne transparente Alternativen oder Sozialtarife begrenzt ist.
Wer nicht auf das Taxi verzichten kann, sollte vor der Fahrt Preise vergleichen, Ridepooling-Dienste prüfen oder Apps nutzen, die Festpreise anbieten – selbst kleine Ersparnisse summieren sich bei regelmäßiger Nutzung. Langfristig wird sich zeigen müssen, ob die Stadt München regulierend eingreift oder ob der Markt selbst Lösungen findet, die bezahlbare Mobilität und faire Löhne für Fahrer unter einen Hut bringen.

