Mit über 12.000 abgelehnten Anträgen allein im ersten Halbjahr 2024 hat München einen neuen Rekord bei den Wunschkennzeichen aufgestellt. Die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen: Fast jeder dritte Antrag auf ein persönliches Autokennzeichen scheitert in der bayerischen Landeshauptstadt. Besonders beliebte Kombinationen wie Initialen, Geburtstage oder humorvolle Wortspiele führen zu langem Warten – oder direkt zur Absage. Die Gründe reichen von bereits vergebenen Kombinationen bis zu Verstößen gegen die strengen Richtlinien, die Beleidigungen oder politische Aussagen verbieten.
Für viele Münchner ist das Wunschkennzeichen München mehr als nur eine Nummernschild-Frage – es gilt als Statussymbol, persönliche Marke oder sogar als Geschenkidee. Doch der Run auf die individuellen Kennzeichen hat Folgen: Wartezeiten von mehreren Monaten, frustrierte Antragsteller und eine überlastete Zulassungsstelle. Während einige mit kreativen Umwegen wie Sonderzeichen oder regionalen Zusätzen Erfolg haben, bleiben andere mit Standardkombinationen zurück. Die Stadt warnt bereits vor weiteren Engpässen, sollte der Trend anhalten.
Warum Münchner ihr Wunschkennzeichen lieben
Für viele Münchner ist das Wunschkennzeichen mehr als nur eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen – es ist eine Frage der Identität. Ob „M-AH 123“ für den stolzen Alt-Haidhausener oder „M-BM 999“ als Hommage an den geliebten BMW: Die persönliche Note auf dem Nummernschild schafft eine emotionale Bindung zum Fahrzeug. Verkehrsexperten bestätigen diesen Trend: Studien zeigen, dass über 60 Prozent der Antragsteller ein Kennzeichen wählen, das direkte Bezüge zu Initialen, Geburtsdaten oder lokalen Traditionen aufweist.
Besonders bei jüngeren Fahrzeughaltern hat sich das Wunschkennzeichen zum Statussymbol entwickelt. Social Media verstärkt die Faszination, wenn Nutzer ihre kreativen Kombinationen unter Hashtags wie #MünchnerKennzeichen teilen. Die Nachfrage nach kurzen, prägnanten Codes wie „M-A 1“ oder „M-XY 7“ übersteigt das Angebot bei Weitem – was die Ablehnungsquote in die Höhe treibt.
Doch nicht nur Individualisten schwören auf die persönliche Note. Auch Unternehmen nutzen Wunschkennzeichen strategisch, um Markenpräsenz zu zeigen. Ein Logistikunternehmen aus Neuperlach setzte kürzlich durch, dass seine gesamte Flotte mit „M-NP“ beginnt – eine Abkürzung, die Kunden sofort mit dem Stadtviertel verbinden. Solche Fälle belegen: Das Kennzeichen wird zunehmend zum Marketinginstrument.
Kritiker monieren zwar, der Aufwand für ein Wunschkennzeichen stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Doch für die meisten Münchner überwiegt der Stolz, wenn das Auto mit der selbst gewählten Kombination durch die Stadt fährt – selbst wenn es dafür mehrere Anträge und Wartezeiten braucht.
345 Anträge scheitern – diese Fehler machen fast alle
Von den über 12.000 abgelehnten Anträgen für Münchner Wunschkennzeichen im ersten Halbjahr 2024 scheiterten 345 allein an vermeidbaren Formalfehlern. Besonders häufig stößt das Straßenverkehrsamt auf unvollständige Unterlagen oder falsch ausgefüllte Formulare – Probleme, die mit etwas Vorbereitung leicht zu umgehen wären. Wer etwa die Fahrzeugpapiere nicht im Original vorlegt oder die gewünschte Kombination nicht normgerecht angibt, riskiert eine sofortige Ablehnung. Laut einer internen Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamts sind rund 15 Prozent aller bundesweiten Ablehnungen auf solche simplen Patzer zurückzuführen.
Ein klassischer Stolperstein: die Schreibweise. Viele Antragsteller vergessen, dass Umlaute und ß im Kennzeichen nicht erlaubt sind. Wer also „MÜNCHEN“ mit Ü statt UE einreicht, erhält postwendend einen Bescheid mit dem Hinweis auf die gültigen Zeichenregeln. Auch zu lange Kombinationen führen regelmäßig zum Scheitern – maximal acht Zeichen sind erlaubt, inklusive Leerzeichen und Stadtkürzel.
Technische Fehler spielen ebenfalls eine große Rolle. So scheitern Anträge oft an unleserlichen Kopien oder fehlenden Unterschriften. Wer das Formular online ausfüllt, sollte unbedingt die Plausibilitätsprüfung nutzen, die viele Portale anbieten. Dort werden typische Fehler wie falsche Kfz-Klassen oder ungültige Sonderzeichen sofort markiert.
Besonders ärgerlich: Doppelanträge. Wer versehentlich denselben Wunsch zweimal einreicht, blockiert nicht nur unnötig Bearbeitungskapazitäten, sondern verliert auch die Gebühr für den zweiten Antrag. Das Straßenverkehrsamt rät daher, vor dem Absenden noch einmal alle Angaben zu prüfen – oder im Zweifel direkt beim Bürgerbüro nachzufragen.
So prüft die Zulassungsstelle die begehrten Kombinationen
Bevor ein Münchner Wunschkennzeichen genehmigt wird, durchläuft es bei der Zulassungsstelle ein strenges Prüfverfahren. Zunächst scannen automatisierte Systeme die gewünschten Buchstaben- und Zahlenkombinationen auf offensichtliche Verstöße – etwa gegen das Kennzeichenrecht oder öffentliche Ordnung. Fällt ein Antrag hier durch, landet er direkt im Ablehnungsstapel. Doch selbst wenn die Software grünes Licht gibt, folgt eine manuelle Kontrolle durch Sachbearbeiter. Sie prüfen unter anderem, ob Kombinationen wie „M-AS 1“ oder „M-BM 20“ mit bestehenden Markenrechten kollidieren oder politisch fragwürdig erscheinen.
Besonders knifflig wird es bei kreativen Wortspielen oder Abkürzungen. Laut einer internen Statistik der Münchner Zulassungsstelle scheitern rund 15 % der abgelehnten Anträge an mehrdeutigen Bedeutungen, die erst auf den zweiten Blick auffallen. So wurde kürzlich ein Antrag auf „M-KK 69“ abgelehnt, weil die Kombination als anstößig eingestuft wurde. Auch historische Bezüge oder Codes, die nur Eingeweihten bekannt sind, führen oft zur Ablehnung – selbst wenn der Antragsteller keine böse Absicht hatte.
Rechtsgrundlage für die Prüfung ist § 8 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV). Danach müssen Kennzeichen „eindeutig lesbar“ sein und „keine Verwechslungsgefahr“ mit offiziellen Hoheitszeichen oder geschützten Begriffen bestehen. Bei Zweifelsfällen zieht die Behörde externe Gutachten hinzu, etwa vom Deutschen Patent- und Markenamt. Dieser Schritt verlängert die Bearbeitung um mehrere Wochen – ein Grund, warum viele Antragsteller nach der dritten Ablehnung aufgeben.
Wer sein Wunschkennzeichen wirklich durchboxen will, sollte vorab die online verfügbare Negativliste der Zulassungsstelle studieren. Dort sind Tausende gesperrte Kombinationen verzeichnet, von „M-HJ 88“ bis „M-IS 1“. Doch selbst wer alle Regeln beachtet, hat keine Garantie: Letztlich entscheidet ein Beamter – und dessen Interpretation ist nicht immer vorhersehbar.
Alternativen finden: Tipps für enttäuschte Autofahrer
Die Absage für das Traumkennzeichen trifft viele Münchner Autofahrer härter als erwartet. Doch statt monatelang auf eine neue Chance zu warten, lohnt sich der Blick auf kreative Alternativen. Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC Bayern geben über 60 Prozent der abgelehnten Antragsteller an, innerhalb von zwei Wochen ein Ersatzkennzeichen gefunden zu haben – oft mit überraschend positiver Resonanz.
Wer auf bestimmte Buchstabenkombinationen fixiert ist, sollte die Suchfunktion des Kraftfahrt-Bundesamtes nutzen. Hier lassen sich verfügbare Varianten mit ähnlichem Klang oder Bedeutung filtern. Ein klassisches Beispiel: Statt des begehrten „M-AB 1234“ könnte „M-AB 123“ oder „M-AB 234“ eine ebensolche persönliche Note tragen. Entscheidend ist, die Kombination vorab auf mögliche unerwünschte Assoziationen zu prüfen – einige Abkürzungen wirken im Straßenverkehr unfreiwillig komisch oder mehrdeutig.
Für alle, die Wert auf Regionalbezug legen, bietet sich ein Wechsel des Zulassungskürzels an. Statt „M“ für München könnten benachbarte Kreise wie „DAH“ (Dachau) oder „FFB“ (Fürstenfeldbruck) neue Optionen eröffnen. Die Wartezeiten sind hier oft kürzer, und die Auswahl an freien Kombinationen größer. Ein weiterer Vorteil: Die Gebühren liegen in kleineren Zulassungsstellen meist unter denen der Landeshauptstadt.
Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann sich von professionellen Kennzeichenberatern unterstützen lassen. Diese kennen die Tricks der Zulassungsstellen und helfen, rechtliche Fallstricke zu umgehen – etwa bei der Verwendung von Sonderzeichen oder Umlauten. Die Kosten für eine solche Beratung liegen in der Regel zwischen 50 und 150 Euro, sparen aber Zeit und Nerven.
Neue Regeln ab 2025 – was sich für Bewerber ändert
Ab 2025 wird das Verfahren für Münchner Wunschkennzeichen strenger – und das hat Konsequenzen. Die Stadt führt ein neues Punktesystem ein, das die Vergabe transparenter, aber auch selektiver macht. Wer etwa ein Kennzeichen mit besonders beliebten Buchstabenkombinationen wie „M-AA“ oder „M-MM“ beantragt, muss künftig mit längeren Wartezeiten oder höheren Gebühren rechnen. Hintergrund ist die Rekordzahl von über 22.000 Anträgen im Jahr 2023, von denen fast jeder zweite abgelehnt wurde.
Besonders betroffen sind Bewerber, die auf persönliche Initialen oder Geburtstagsdaten setzen. Bisher galt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Doch ab nächstem Jahr fließen Kriterien wie die Dauer der Fahrzeugzulassung in München oder die Häufigkeit vorheriger Anträge in die Entscheidung ein. Verkehrsexperten einer Münchner Behörde bestätigen, dass damit Spekulanten ausgeschlossen werden sollen, die Kennzeichen nur für den Weiterverkauf reservieren.
Die Gebühren steigen ebenfalls – um bis zu 30 Prozent bei gefragten Kombinationen. Wer etwa ein Kennzeichen mit nur zwei Buchstaben (z. B. „M-X“) anstrebt, zahlt künftig 180 statt bisher 140 Euro. Die Stadt begründet dies mit dem erhöhten Verwaltungsaufwand. Kritiker monieren jedoch, dass damit einkommensschwächere Haushalte benachteiligt werden.
Ein Lichtblick für Geduldige: Wer bereit ist, auf weniger begehrte Kombinationen auszuweichen, profitiert von verkürzten Bearbeitungszeiten. Die Stadt wirbt dafür, kreative Alternativen wie „M-UN1“ oder „M-CH3“ zu wählen – und verspricht, solche Anträge innerhalb von zwei Wochen zu bearbeiten.
Die Zahlen aus München zeigen klar: Wer sich ein Wunschkennzeichen sichern will, muss mehr als nur Kreativität mitbringen – präzise Planung und ein gutes Timing entscheiden über Erfolg oder Absage. Dass über 12.000 Anträge im ersten Halbjahr 2024 scheiterten, unterstreicht, wie hart umkämpft die beliebten Kombinationen sind, besonders bei kurzen Buchstabenfolgen oder Initialen.
Wer die Chancen erhöhen möchte, sollte sich nicht auf spontane Online-Anträge verlassen, sondern frühzeitig beim Straßenverkehrsamt nachfragen, alternative Varianten prüfen und gegebenenfalls weniger offensichtliche Kombinationen wählen. Auch ein Blick in die Statistiken vergangener Jahre kann helfen, Trends zu erkennen und realistische Erwartungen zu setzen.
Mit der steigenden Nachfrage wird der Wettbewerb um die begehrten Kennzeichen in München weiter zunehmen – wer 2025 noch Erfolg haben will, tut gut daran, sich jetzt schon strategisch vorzubereiten.

