Ab 1. Juni schlägt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) erneut zu: Das MonatsTicket für den gesamten Innenraum steigt auf 72,90 Euro – ein Plus von 3,50 Euro gegenüber dem Vorjahr. Damit klettert der Preis seit 2020 um fast 20 Prozent, während Löhne und Gehälter in der gleichen Zeit kaum mithalten konnten. Die Begründung der MVG klingt vertraut: gestiegene Energiekosten, höhere Personalkosten und die allgemeine Inflation machen den Öffentlichen Nahverkehr teurer. Doch für Pendler und Vielfahrer kommt die Erhöhung zur Unzeit – gerade in einer Stadt, in der die Mieten ohnehin explodieren und viele Haushalte jeden Cent zweimal umdrehen müssen.

Betroffen sind nicht nur Berufstätige, die täglich mit U-Bahn, Tram oder Bus unterwegs sind. Auch Schüler, Studierende und Senioren, die auf das München ÖPNV-Ticket angewiesen sind, spüren die Preisschraube. Während andere Städte wie Berlin oder Hamburg ihre Tarife stabil halten oder sogar Sozialtickets einführen, setzt München weiter auf schrittweise Steigerungen. Dabei war das MVG-Ticket einst ein Vorzeigeprojekt für bezahlbare Mobilität – doch dieser Anspruch bröckelt zusehends. Wer sich fragt, ob es Alternativen gibt, wird schnell feststellen: Die Auswahl bleibt überschaubar, und die Abhängigkeit vom München ÖPNV-Ticket bleibt für viele unumgänglich.

Preissteigerung bei der MVG: Warum jetzt?

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zieht die Preisschraube an – und das nicht zum ersten Mal. Ab Juni steigt der Preis für das beliebte MonatsTicket auf 72,90 Euro, ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt die Teuerung leicht über der allgemeinen Inflationsrate in Bayern, die 2023 bei 3,1 Prozent lag. Für Vielfahrer bedeutet das: Wer täglich pendelt, zahlt künftig rund 2,40 Euro mehr pro Monat. Die Begründung der MVG klingt vertraut: steigende Energiekosten, höhere Löhne im öffentlichen Dienst und notwendige Investitionen in die Infrastruktur.

Doch warum ausgerechnet jetzt? Verkehrsexperten verweisen auf einen Mix aus langfristigen Planungen und akutem Handlungsdruck. Laut einer Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sind die Betriebskosten im ÖPNV seit 2020 um durchschnittlich 12 Prozent gestiegen – getrieben vor allem durch die Energiekrise und Lieferengpässe bei Ersatzteilen. Die MVG hatte die letzten Preisanpassungen bewusst moderat gehalten, doch die finanziellen Puffer sind aufgebraucht. Ohne die aktuelle Erhöhung drohten laut internen Berechnungen Lücken im Fahrplan oder Verschiebungen bei der Fahrzeugmodernisierung.

Kritiker monieren, die Preissteigerung treffe besonders Geringverdiener und Studierende, für die das MonatsTicket oft schon jetzt an der Schmerzgrenze liegt. Tatsächlich zeigt eine Umfrage der Technischen Universität München aus dem Vorjahr, dass 18 Prozent der ÖPNV-Nutzer in der Stadt bereits auf Fahrten verzichten, wenn die Kosten um mehr als drei Euro steigen. Die MVG wirbt zwar mit Sozialtarifen und ermäßigten Angeboten, doch diese decken längst nicht alle Betroffenen ab.

Hinzu kommt der politische Faktor: Während andere Großstädte wie Berlin oder Hamburg ihre Tarife stabil halten – teils durch massive Zuschüsse der Länder –, setzt München weiter auf eine kostendeckende Finanzierung. Das spart dem Freistaat kurzfristig Millionen, belastet aber die Fahrgäste direkt. Ob die Preiserhöhung langfristig die gewünschte Wirkung zeigt oder eher zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen führt, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

72,90 Euro fürs MonatsTicket – die genauen Änderungen

Ab 1. Juni steigt der Preis für das beliebte MonatsTicket der MVG auf 72,90 Euro – eine Erhöhung um 1,90 Euro gegenüber dem bisherigen Tarif. Die Anpassung betrifft alle Standard-Kunden, während ermäßigte Tickets (z. B. für Azubis oder Studierende) nun 41,90 Euro kosten. Damit liegt München weiterhin über dem Bundesdurchschnitt: In Berlin zahlt man für ein vergleichbares Monatsticket 69 Euro, in Hamburg 70,50 Euro.

Die Preiserhöhung ist Teil einer jährlichen Tarifanpassung, die die MVG mit steigenden Betriebskosten und Inflationsauswirkungen begründet. Laut aktuellem Verkehrsverbund-Bericht Bayern sind die Ausgaben für Personal, Energie und Infrastruktur seit 2020 um durchschnittlich 6 % gestiegen. Besonders ins Gewicht fällt der höhere Strompreis für U-Bahnen und Straßenbahnen, der allein 2023 zu Mehrkosten von rund 12 Millionen Euro führte.

Für Vielfahrer bleibt das MonatsTicket dennoch günstiger als Einzel- oder Tageskarten. Bei 20 Fahrten im Monat (z. B. täglich Hin- und Rückweg) liegt der effektive Preis pro Fahrt bei etwa 3,65 Euro – ein Vorteil gegenüber dem Einzelticket (3,70 Euro in der Zone M). Wer zusätzlich das IsarCard-Abo nutzt, spart weiter 5 % auf den Monatsbeitrag.

Kritik kommt von Fahrgastverbänden, die auf die soziale Ungleichheit hinweisen: Für Geringverdiener oder Pendler aus dem Umland werde der ÖPNV damit noch weniger attraktiv. Die MVG verweist hingegen auf erweiterte Angebote wie das 49-Euro-Ticket für Schüler und Azubis, das seit Januar 2024 gilt. Ob die Preisanpassung zu sinkenden Fahrgastzahlen führt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen – 2023 nutzten durchschnittlich 1,1 Millionen Menschen monatlich die MVG.

So wirkt sich die Erhöhung auf Pendler und Vielfahrer aus

Für Pendler, die täglich mit der MVG unterwegs sind, schlägt die Preiserhöhung besonders zu Buche. Bei einem Monatsnettoeinkommen von 2.500 Euro – dem Durchschnitt in München – frisst das neue MonatsTicket mit 72,90 Euro nun fast drei Prozent des Gehalts. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag der Anteil noch bei 2,3 Prozent. Wer auf das günstigere IsarCard-Abo umsteigt, spart zwar 12 Euro im Monat, bindet sich dafür aber für ein ganzes Jahr.

Vielfahrer, die bisher mit dem Streifenkarten-System arbeiteten, müssen umdenken. Die 10er-Streifenkarte für die Innenraum-Zone steigt von 14,80 auf 15,50 Euro – eine Erhöhung von 4,7 Prozent. Rechnet man die neuen Preise auf eine tägliche Fahrt um, zahlt man künftig 77 Cent pro Strecke statt bisher 74 Cent. Für jemand, der 20 Arbeitstage im Monat pendelt, summiert sich das auf zusätzliche 12 Euro im Jahr.

Verkehrsexperten weisen darauf hin, dass die Preisanpassung besonders Geringverdiener trifft. Eine Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zeigt: Haushalte mit einem Einkommen unter 1.500 Euro geben bereits jetzt über fünf Prozent ihres Budgets für ÖPNV aus. Mit der aktuellen Erhöhung könnte dieser Wert auf bis zu 5,8 Prozent steigen – ein spürbarer Einschnitt, wenn Miete und Lebenshaltungskosten in München ohnehin hoch sind.

Wer flexibel bleiben will, für den lohnt sich ein genauer Blick auf die Tageskarten. Die EinzelTageskarte Innenraum kostet ab Juni 9,10 Euro statt 8,80 Euro. Für Gelegenheitsfahrer mag der Unterschied gering wirken, doch bei wöchentlich zwei Fahrten kommt man auf 72,80 Euro im Monat – und liegt damit knapp unter dem MonatsTicket. Die Rechnung geht nur auf, wenn man diszipliniert plant.

Alternativen zum MonatsTicket: Lohnt sich der Wechsel?

Mit dem Preissprung auf 72,90 Euro wird das MVG-MonatsTicket für viele Pendler zur Kostenfrage. Doch wer täglich nur kurze Strecken fährt oder flexible Arbeitszeiten hat, könnte mit Alternativen günstiger fahren. Studien des Verkehrsverbunds zeigen: Fast 30 Prozent der MonatsTicket-Nutzer legen weniger als 20 Fahrten pro Monat zurück – für sie lohnt sich oft die Einzelkarte oder das 10er-StreifenTicket.

Das IsarCard9 Uhr bleibt mit 65,10 Euro eine attraktive Option für Spätpendler. Wer erst nach 9 Uhr unterwegs ist, spart damit 7,80 Euro im Monat. Auch die City-Pass-Inhaber profitieren: Sie zahlen für das MonatsTicket nur 58,30 Euro – ein Vorteil, den viele übersehen.

Für Gelegenheitsfahrer rechnet sich das 3-Tage-Ticket (17,50 Euro) oder das Single-Ticket (3,70 Euro) oft besser. Wer etwa nur an 15 Tagen im Monat fährt, kommt mit Einzelkarten auf rund 55 Euro – und bleibt damit deutlich unter dem MonatsTicket-Preis. Allerdings erfordert das mehr Planung.

Radler können mit der Kombi-Karte (MVG + MVG Rad) sparen: Für 10,90 Euro im Monat gibt es Leihfahrräder dazu. Wer ohnehin oft zwischen ÖPNV und Rad wechselt, reduziert so die Kosten. Ein Vergleich der eigenen Fahrgewohnheiten mit den Tarifoptionen lohnt sich – besonders vor dem Hintergrund der Preiserhöhung.

Langfristige Pläne: Drohen weitere Preisanpassungen?

Die aktuelle Preiserhöhung der MVG ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Trends, der sich in den kommenden Jahren fortsetzen könnte. Verkehrsexperten verweisen auf die steigenden Betriebskosten, die seit 2015 um durchschnittlich 3,2 Prozent pro Jahr klettern – deutlich über der Inflationsrate. Energiepreise, Personalkosten und die notwendige Modernisierung der Infrastruktur setzen die Verkehrsbetriebe unter Druck. Ohne zusätzliche öffentliche Zuschüsse bleiben Tariferhöhungen eine der wenigen Stellschrauben, um die Qualität des Angebots aufrechtzuerhalten.

Bundesweite Vergleiche zeigen: München liegt mit den neuen Preisen zwar im oberen Mittelfeld, aber noch unter Städten wie Hamburg oder Frankfurt. Doch die Differenz schrumpft. Analysen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) deuten darauf hin, dass bis 2027 mit weiteren Anpassungen in fast allen Großstädten zu rechnen ist – besonders dort, wo der ÖPNV-Ausbau vorangetrieben wird.

Kritiker warnen vor einer Abwärtsspirale: Höhere Ticketpreise könnten Fahrgäste abschrecken, was wiederum die Einnahmen mindert und neue Erhöhungen nötig macht. Die MVG betont zwar, dass Sozialtarife und Ermäßigungen ausgeweitet werden, doch ob das ausreicht, um einkommensschwache Haushalte zu entlasten, bleibt fraglich. Die Stadt München muss hier abwägen zwischen finanzieller Stabilität des Systems und sozialer Verträglichkeit.

Langfristig könnte die Lösung in einem bundesweiten Fördertopf liegen – ähnlich dem 49-Euro-Ticket, das zeitweise die Preisspirale durchbrach. Bis dahin bleiben Münchens Pendler auf die lokalen Entscheidungen angewiesen.

Die Preiserhöhung der MVG trifft Fahrgäste spürbar: Ab Juni steigt das MonatsTicket auf 72,90 Euro – eine Belastung für Pendler und Gelegenheitsnutzer gleichermaßen. Wer bisher mit dem 49-Euro-Ticket oder günstigeren Monatskarten unterwegs war, muss nun umdenken oder tiefer in die Tasche greifen.

Lohnt sich ein Wechsel? Wer regelmäßig fährt, sollte die neuen Tarife mit Alternativen wie dem Deutschlandticket (49 Euro) oder Jobtickets vergleichen – oft bleibt das MVG-Abo nur für Vielfahrer innerhalb Münchens sinnvoll. Langfristig könnte der Druck auf die Politik wachsen, bezahlbare Mobilität in der Stadt neu zu verhandeln, statt die Kosten einfach an die Fahrgäste weiterzugeben.