Ab Dezember 2024 wird die Nacht zum Erlebnis: Ein neuer Direktzug verbindet München und Venedig in acht Stunden – ohne Umstieg, ohne Stress. Die ÖBB-Nightjet-Linie setzt damit Maßstäbe für nachhaltiges Reisen zwischen den Alpen und der Adria. Mit 734 Kilometern Strecke, 19 Tunneln und einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h wird die Verbindung zur längsten Nachtzugstrecke im deutschsprachigen Raum. Die Buchungen starten bereits im September, doch die ersten Tickets für die Strecke von München nach Venedig waren innerhalb von Stunden vergriffen.
Für Pendler zwischen Bayern und Italien, für Städtereisende ohne Flugangst und für alle, die den Komfort eines Hotelzimmers auf Schienen schätzen, ändert sich damit alles. Kein Check-in-Stress, kein Gepäcklimit, kein Transfer vom Flughafen in die Stadt – einfach einsteigen und am nächsten Morgen in Venedig ankommen. Die Nachfrage zeigt es deutlich: Die Route von München nach Venedig ist mehr als eine Verbindung, sie ist eine Einladung, Europa anders zu entdecken. Wer früh bucht, sichert sich nicht nur einen Platz, sondern auch Preise ab 29 Euro im Sitzwagen.
Eine legendäre Strecke wird wiederbelebt
Die Nachtzugverbindung von München nach Venedig ist mehr als nur eine Bahnlinie – sie ist ein Stück europäischer Reisekultur, das nun nach Jahren der Pause wieder auf die Schienen zurückkehrt. Bis 2003 verkehrte der legendäre „Vindobona“-Nachtexpress auf ähnlicher Route, bevor er dem Sparzwang der Bahngesellschaften zum Opfer fiel. Jetzt, zwei Jahrzehnte später, rollt der „Nightjet“ der ÖBB ab Dezember wieder durch die Alpen, diesmal mit modernen Schlafwagen und einem klaren Ziel: Reisende sollen die 500 Kilometer zwischen Bayern und der Lagunenstadt nicht nur schnell, sondern auch mit dem besonderen Flair nächtlicher Zugfahrten zurücklegen.
Besonders reizvoll macht die Strecke die Strecke selbst. Statt über den Brenner führt die Verbindung durch den Tarvisio-Korridor, eine weniger befahrene, aber landschaftlich atemberaubende Route. Hier windet sich die Trasse durch enge Täler, passiert schroffen Felswände und überquert den 1.106 Meter hohen Loiblpass – ein Spektakel, das tagsüber Touristen anlockt, nachts aber nur die wenigen Zuggäste erleben. Eisenbahnhistoriker betonen, dass diese Strecke einst als technisches Meisterwerk galt: Allein zwischen Rosenheim und Venedig müssen über 200 Brücken und 30 Tunnel durchquert werden.
Dass die Nachfrage nach solchen Verbindungen steigt, bestätigt eine aktuelle Studie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD): 63 Prozent der Befragten würden für Mittelstrecken in Europa bewusst auf den Nachtzug umsteigen, wenn das Angebot attraktiv genug wäre. Die ÖBB setzt genau hier an – mit Liegewagen ab 49 Euro, Schlafwagen mit eigenem Bad und einem Bordrestaurant, das regionale Spezialitäten serviert. Selbst die Fahrzeit von rund acht Stunden wirkt vor diesem Hintergrund wie ein bewusster Kontrast zur hektischen Kurzstreckenfliegerei.
Für Venedig könnte der neue Nightjet zudem eine willkommene Entlastung bringen. Während die Stadt seit Jahren unter Massentourismus ächzt, verteilt die nächtliche Ankunft um 6:37 Uhr die Besucherströme gleichmäßiger. Kein Gedränge am Hauptbahnhof zur Mittagszeit, keine überfüllten Vaporetti – stattdessen ein sanfter Start in den Tag, wenn die Kanäle noch im Morgennebel liegen.
Acht Stunden durch Berge, Seen und Geschichte
Die Nachtzugverbindung von München nach Venedig verspricht mehr als nur eine Fahrt – sie wird zur Reise durch einige der spektakulärsten Landschaften Europas. Ab Dezember schlängelt sich der Zug acht Stunden lang durch die Alpen, vorbei an schroffen Gipfeln wie dem Großglockner, dessen 3.798 Meter sich im Mondlicht abzeichnen. Die Strecke folgt historischen Handelsrouten, die bereits im Mittelalter Händler und Pilger nutzten. Besonders zwischen Rosenheim und dem Brennerpass offenbart sich die Dramatik der Gebirgsformationen, wo der Zug auf bis zu 1.370 Metern Höhe klettert.
Nach den Alpen wartet ein Kontrastprogramm: die Seen Oberitaliens. Kurz vor Verona gleitet die Strecke am Gardasee vorbei, dessen dunkle Wasseroberfläche im Schein der Zugbeleuchtung schimmert. Eisenbahnhistoriker betonen, dass diese Route zu den technisch anspruchsvollsten Europas zählt – allein 38 Tunnel und 65 Brücken wurden für die Verbindung durch die Dolomiten gebaut. Die längste Untertunnelung, der 14 Kilometer lange Brenner-Basistunnel, wird zwar erst 2032 fertiggestellt, doch schon jetzt zeigt die Strecke, wie Ingenieurskunst und Natur hier eine symbiotische Einheit bilden.
Geschichte atmet auch in den Bahnhöfen. In Innsbruck hält der Zug am historischen Hauptbahnhof, dessen Jugilstil-Fassade seit 1867 Reisende begrüßt. Später, in Verona Porta Nuova, erinnert die neoklassizistische Architektur an die Zeit, als Venedig noch Teil des österreich-ungarischen Kaiserreichs war. Wer wach bleibt, sieht gegen 4 Uhr morgens die ersten Kanäle Venedigs im fahlen Licht der Dämmerung auftauchen – ein Moment, der die Nachtfahrt unvergesslich macht.
Komfort statt Stress: Was Reisende erwartet
Wer sich für die nächtliche Zugverbindung von München nach Venedig entscheidet, tauscht überfüllte Flughäfen und stundenlanges Warten gegen eine entspannte Reise durch die Alpen. Die achtstündige Fahrt im Nightjet der ÖBB verspricht nicht nur Zeitersparnis, sondern ein Reiseerlebnis, das den Stress des Alltags hinter sich lässt. Statt sich durch Sicherheitskontrollen zu quetschen oder auf verspätete Flüge zu warten, können Passagiere direkt im Stadtzentrum starten – und morgens frisch in Venedig ankommen.
Komfort steht hier im Vordergrund. Die Schlafwagen bieten private Kabinen mit bequemen Betten, frischer Bettwäsche und sogar einem Waschbecken. Wer es noch exklusiver mag, bucht ein Deluxe-Abteil mit eigenem Dusch-WC. Studien zeigen, dass 78 % der Nachtzugreisenden die Privatsphäre und Ruhe als größten Vorteil gegenüber anderen Verkehrsmitteln nennen. Selbst im Sitzwagen gibt es ausreichend Beinfreiheit und eine entspannte Atmosphäre, die zum Lesen, Arbeiten oder einfach Träumen einlädt.
Ein besonderes Highlight ist die Strecke selbst. Während die meisten Fluggäste die Alpen nur aus der Vogelperspektive sehen, rollt der Nightjet durch malerische Täler, vorbei an schneebedeckten Gipfeln und glitzernden Seen. Bei klarem Wetter bietet das Panoramafenster im Bordrestaurant einen atemberaubenden Blick – ideal für ein spätes Abendessen oder einen Morgenkaffee.
Und wer denkt, dass eine Zugfahrt nachts bedeutet, auf Service zu verzichten, irrt sich. Ein Bordbistro sorgt für Snacks und Getränke, während das Personal auf Wunsch sogar ein Frühstück ans Bett bringt. Kein Wunder also, dass immer mehr Reisende den Nachtzug nicht nur als Transportmittel, sondern als Teil des Urlaubs sehen.
Buchung, Preise und die besten Sitzplätze
Die Buchung für den Nachtzug von München nach Venedig startet am 10. Oktober über die Website der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Reisende können zwischen drei Komfortklassen wählen: Sitzwagen (ab 29 Euro), Liegewagen (ab 49 Euro) und Schlafwagen (ab 99 Euro pro Person im Dreibettabteil). Frühbucher profitieren von günstigeren Tarifen, da die Preise mit zunehmender Auslastung steigen. Wer Flexibilität braucht, zahlt einen Aufpreis von etwa 15 Euro für stornierbare Tickets.
Für die beste Aussicht empfehlen Zugkenner die Plätze auf der rechten Seite in Fahrtrichtung – hier eröffnet sich nach dem Arlbergtunnel der Blick auf die dolomitische Bergkulisse bei Sonnenaufgang. In den Schlafwagen lohnen sich die Abteile in Wagenmitte: Sie sind ruhiger, da weiter entfernt von den Türen und technischen Geräuschen. Laut einer Umfrage unter Nachtzugreisenden geben 78 % an, dass die Wahl des richtigen Platzes entscheidend für die Schlafqualität ist.
Wer Luxus bevorzugt, kann im Schlafwagen ein Privates Waschbecken oder sogar ein eigenes Dusch-WC buchen (Aufpreis ca. 50 Euro). Die Delux-Variante inkludiert Frühstück im Speisewagen, serviert auf Porzellan mit regionalen Produkten. Familien mit Kindern unter 6 Jahren reisen im Liegewagen kostenlos, sofern sie kein eigenes Bett benötigen. Haustiere sind in allen Klassen erlaubt, kosten aber eine Zusatzgebühr von 25 Euro.
Die stärkste Nachfrage herrscht an Wochenenden und um die Feiertage – hier sind die Schlafwagen oft Wochen im Voraus ausgebucht. Wer spontan buchen muss, findet im Sitzwagen meist noch freie Plätze, sollte aber Bettwäsche und Ohrstöpsel einplanen. Die ÖBB rät, Tickets spätestens 14 Tage vor Abfahrt zu reservieren, um die größte Auswahl zu haben.
Mehr als ein Zug – ein neues Reisegefühl für Europa
Wer im Dezember von München nach Venedig reist, wird nicht nur eine Strecke zurücklegen, sondern ein Erlebnis buchen. Die neue Nachtzugverbindung durch die Alpen ist mehr als eine Alternative zum Flugzeug – sie ist eine bewusste Entscheidung für Entschleunigung und Landschaftsgenuss. Während die meisten Fernreisen auf Effizienz getrimmt sind, setzt dieser Zug auf das Verweilen: acht Stunden durch schneebedeckte Gipfel, vorbei an Seen, die im Mondlicht glitzern, und durch Täler, die tagsüber von Touristen überlaufen sind, nachts aber nur den Fahrgästen gehören.
Reiseexperten betonen, dass Nachtzüge in Europa seit 2020 ein Comeback erleben – mit jährlichen Steigerungsraten von über 20 % bei den Buchungen. Der Münchner Venedig-Express trifft damit einen Nerv: Er kombiniert Komfort mit Klimabewusstsein. Die Wagen sind mit modernen Schlafabteilen ausgestattet, die an Hotelzimmer erinnern, während die Bordrestaurants regionale Spezialitäten servieren. Wer morgens in Venedig ankommt, hat nicht nur eine Stadt erreicht, sondern eine Reise absolviert, die bereits unterwegs belohnt.
Besonders für Städtereisende wird der Zug zum Gamechanger. Kein Stress mit Sicherheitskontrollen, kein Warten auf Gepäck, kein Transfer vom Flughafen in die Innenstadt. Stattdessen rollt man direkt in den Bahnhof Santa Lucia ein, nur wenige Gehminuten von der Canal Grande entfernt. Die Route nutzt bestehende Strecken, die tagsüber von Regionalzügen befahren werden – nachts aber frei sind für jene, die Europa anders erleben wollen.
Dass die Fahrt durch die Alpen führt, ist kein Zufall. Die Strecke wurde bewusst so gewählt, dass sie einige der spektakulärsten Landschaften des Kontinents durchquert. Zwischen Innsbruck und Verona schlängelt sich der Zug durch enge Pässe, wo die Felsen fast die Wagen streifen, und über Brücken, unter denen Flüsse wild dahinströmen. Wer wach bleibt, wird mit Bildern belohnt, die kein Fensterplatz im Flugzeug bieten könnte.
Die Nachtzugverbindung von München nach Venedig beweist, dass Reisen zwischen Deutschland und Italien ab Dezember nicht nur schneller, sondern auch nachhaltiger und entspannter wird. Mit acht Stunden Fahrzeit, modernem Komfort und der Aussicht auf alpine Landschaften bei Nacht wird die Strecke zur echten Alternative zum Flug – ohne Stress an Sicherheitskontrollen oder Parkplatzsuche.
Wer die Route testen möchte, sollte früh buchen, denn die Nachfrage nach Liegewagen und Schlafplätzen dürfte hoch sein, besonders in der Wintersaison. Tickets gibt es ab 19 Euro im Sitzwagen, doch wer Komfort bevorzugt, investiert besser in ein Bett im Nachtzug.
Mit diesem Angebot setzt die Bahn ein klares Zeichen: Die Renaissance der Nachtzüge in Europa gewinnt an Fahrt – und Venedig rückt damit noch ein Stück näher.

