ADHS wird bei Erwachsenen oft erst spät erkannt – obwohl etwa 4 bis 5 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen sind. Viele kämpfen jahrelang mit Konzentrationsstörungen, innerer Unruhe oder emotionaler Instabilität, ohne die Ursache zu kennen. Die Diagnose im Erwachsenenalter kann Leben verändern: Sie erklärt langjährige Herausforderungen und eröffnet Wege zu gezielter Unterstützung.
München reagiert auf den wachsenden Bedarf mit spezialisierten Angeboten. Die neuen ADHS-Sprechstunden für Erwachsene ab 18 Jahren bieten niedrigschwellige Diagnostik und Beratung. Wer in der Landeshauptstadt nach einer fundierten ADHS-Diagnostik für Erwachsene in München sucht, findet nun kürzere Wartezeiten und interdisziplinäre Teams. Besonders für Berufstätige und Studierende, die Symptome wie Prokrastination oder Überforderung im Alltag kennen, könnte dies der erste Schritt zu mehr Klarheit sein.
Warum ADHS bei Erwachsenen oft übersehen wird

ADHS wird bei Erwachsenen häufig über Jahre nicht erkannt – obwohl die Symptome oft seit der Kindheit bestehen. Viele Betroffene entwickeln Strategien, um ihre Konzentrationsprobleme oder innere Unruhe zu kompensieren. Doch diese Anpassungen verschleiern das eigentliche Problem: Studien zeigen, dass nur etwa 10–20 % der Erwachsenen mit ADHS eine korrekte Diagnose erhalten, obwohl die Prävalenz bei 3–4 % der Bevölkerung liegt.
Ein zentrales Problem ist das Klischee, ADHS sei eine „Kinderkrankheit“. Während hyperaktives Verhalten bei Jungen früh auffällt, äußert sich ADHS im Erwachsenenalter oft anders: als chronische Prokrastination, emotionale Impulsivität oder Schwierigkeiten, Alltagsstrukturen einzuhalten. Diese Symptome werden schnell als Persönlichkeitsschwäche oder Stressfehlregulation fehlgedeutet.
Hinzu kommt, dass viele Hausärzte und Psychotherapeuten mit der ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen wenig vertraut sind. Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie (DGPPN) empfehlen zwar spezifische Testverfahren, doch ohne gezielte Fortbildung bleiben selbst typische Anzeichen wie innere Getriebenheit oder Reizüberflutung unerkannt. Erst spezialisierte Zentren – wie die neuen ADHS-Sprechstunden in München – setzen standardisierte Fragebögen und ausführliche Anamnesen ein, um die Diagnose zu sichern.
Besonders Frauen sind betroffen: Sie zeigen seltener äußere Unruhe, sondern eher Tagträumerei oder Perfektionismus – Verhaltensweisen, die selten mit ADHS in Verbindung gebracht werden. Viele erhalten erst im Rahmen einer Depression oder Angststörung die richtige Diagnose, obwohl ADHS oft die Ursache für diese Begleiterkrankungen ist.
So läuft die Diagnostik in den Münchner Sprechstunden ab

Die ADHS-Diagnostik für Erwachsene in den Münchner Sprechstunden folgt einem strukturierten, mehrstufigen Prozess. Zunächst steht ein ausführliches Erstgespräch an, in dem Fachärzte für Psychiatrie oder spezialisierte Psychologen die Krankengeschichte systematisch erfassen. Dabei geht es nicht nur um aktuelle Symptome wie Konzentrationsschwächen oder Impulsivität, sondern auch um Verhaltensmuster aus Kindheit und Jugend. Studien zeigen, dass bei über 60 % der Betroffenen die Symptome bereits vor dem 12. Lebensjahr auftraten – ein zentrales Kriterium für die Diagnose.
Anschließend kommen standardisierte Testverfahren zum Einsatz, darunter klinische Interviews wie das DIVA-5 oder Fragebögen zur Selbsteinschätzung. Diese Instrumente helfen, subjektive Wahrnehmungen mit objektiven Kriterien abzugleichen. Parallel werden mögliche Differenzialdiagnosen wie Depressionen oder Angststörungen geprüft, da sich deren Symptome oft mit ADHS überschneiden.
In einigen Fällen ziehen die Münchner Spezialisten zusätzliche Informationen ein – etwa durch Gespräche mit Angehörigen oder alte Schulzeugnisse. Diese Quellen liefern wertvolle Hinweise, besonders wenn Betroffene selbst unsicher sind, ob ihre Probleme auf ADHS zurückgehen. Die gesamte Diagnostik dauert meist mehrere Termine, um eine fundierte Einschätzung zu gewährleisten.
Abgeschlossen wird der Prozess mit einer ausführlichen Rückmeldung, in der Therapieoptionen wie Verhaltenstherapie oder medikamentöse Behandlung besprochen werden. Die Wartezeiten auf einen Termin variieren je nach Kapazität, doch die neuen Sprechstunden sollen hier Entlastung schaffen.
Von der Anmeldung bis zum Erstgespräch: Praktische Schritte

Der erste Schritt beginnt mit einer einfachen Online-Anmeldung über die Website der Münchner ADHS-Sprechstunde. Das Formular erfasst grundlegende Daten wie Alter, Symptome und bisherige Diagnosen – alles verschlüsselt und datenschutzkonform. Studien zeigen, dass rund 40 % der Erwachsenen mit ADHS erst nach dem 30. Lebensjahr eine Diagnose erhalten, oft wegen fehlender Anlaufstellen. Die Wartezeit auf einen Termin beträgt in München derzeit etwa vier bis sechs Wochen, deutlich kürzer als in vielen anderen Städten.
Nach der Anmeldung folgt eine Bestätigungsmail mit einem Link zur digitalen Patientenakte. Hier laden Interessierte vorab Fragebögen hoch, etwa den ASRS-v1.1 (WHO-Screeningtool für ADHS im Erwachsenenalter) oder den WURS-K zur Erfassung kindlicher Symptome. Wer unsicher ist, kann sich an die Hotline wenden – die Mitarbeiter klären offene Fragen und helfen bei technischen Problemen. Die Unterlagen müssen spätestens drei Tage vor dem Erstgespräch vorliegen, sonst wird der Termin verschoben.
Das Erstgespräch selbst dauert 90 Minuten und findet entweder vor Ort in der Praxis am Stachus oder per Videosprechstunde statt. Ein Facharzt für Psychiatrie oder ein spezialisierter Psychologe führt durch das Gespräch, das sich in drei Teile gliedert: eine ausführliche Anamnese, die Auswertung der Fragebögen und eine erste Einschätzung der Symptome. Wer Medikamente einnimmt, sollte eine Liste der Wirkstoffe mitbringen – auch pflanzliche Präparate oder Nahrungsergänzungsmittel spielen eine Rolle.
Am Ende des Termins erhalten Patienten eine vorläufige Einschätzung und einen Fahrplan für die nächsten Schritte. Bei Verdacht auf ADHS folgen meist eine körperliche Untersuchung (z. B. Schilddrüsenwerte) und gegebenenfalls eine neuropsychologische Testung. Die Kosten übernimmt in der Regel die Krankenkasse, sofern eine Überweisung vom Hausarzt vorliegt. Wer privat versichert ist, klärt die Erstattung direkt mit seiner Versicherung.
Kostenübernahme und Wartezeiten – was Betroffene wissen müssen

Die Kosten für eine ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen hängen stark vom gewählten Weg ab. Übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Behandlung, fallen für Versicherte in der Regel nur die üblichen Zuzahlungen an – etwa zehn Euro pro Quartal für die ambulante Versorgung. Bei privat Versicherten oder Selbstzahlern können die Kosten jedoch zwischen 300 und 800 Euro liegen, abhängig vom Umfang der Diagnostik. Laut einer Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (2023) warten Betroffene in Ballungsräumen wie München im Schnitt drei bis sechs Monate auf einen Termin bei spezialisierten Fachärzten für Psychiatrie oder Neurologie.
Wer den Verdacht auf ADHS hat, sollte zunächst den Hausarzt kontaktieren. Dieser kann eine erste Einschätzung vornehmen und bei Bedarf eine Überweisung zu den neuen ADHS-Sprechstunden in München ausstellen. Ohne Überweisung ist die Wartezeit oft länger, da extern zugewiesene Patienten priorisiert werden.
Ein entscheidender Faktor ist die Wahl der Einrichtung: Universitätskliniken wie die LMU München bieten manchmal kürzere Wartezeiten als niedergelassene Psychiater, da sie über mehr Kapazitäten in der Lehre verfügen. Allerdings sind die Termine dort oft starr geplant und weniger flexibel als in privaten Praxen. Wer es eilig hat, kann sich auf Wartelisten mehrerer Anbieter gleichzeitig setzen – ein Vorgehen, das in München aufgrund der hohen Nachfrage weit verbreitet ist.
Die Diagnostik selbst umfasst meist mehrere Sitzungen, darunter ausführliche Anamnesegespräche, Fragebögen und manchmal auch neuropsychologische Tests. Die Kosten für diese Leistungen werden von den Kassen übernommen, sofern die Diagnostik durch zugelassene Ärzte oder Kliniken erfolgt. Selbstzahler erhalten nach der Diagnose eine detaillierte Rechnung, die sie bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung geltend machen können.
Langfristige Begleitung: Therapieoptionen nach der Diagnose

Eine ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter markiert oft den Beginn eines längeren Prozesses. Studien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie zeigen, dass rund 60 % der Betroffenen auch nach der Diagnose weiterhin mit Alltagsherausforderungen kämpfen – nicht wegen mangelnder Behandlungsmöglichkeiten, sondern weil die Therapie individuell angepasst und kontinuierlich begleitet werden muss.
Die neuen Münchner ADHS-Sprechstunden setzen hier an: Nach der Diagnostik erhalten Patienten eine detaillierte Einschätzung der passenden Therapieoptionen. Dazu gehören verhaltenstherapeutische Ansätze, die auf die typischen Symptome wie Impulsivität oder Organisationsprobleme eingehen, aber auch medikamentöse Behandlungen, falls erforderlich. Entscheidend ist die enge Zusammenarbeit zwischen Psychiatern, Therapeuten und – bei Bedarf – Berufscoaches, um Strategien für den Alltag zu entwickeln.
Besonders bewährt hat sich die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Sie hilft Erwachsenen, dysfunktionale Muster zu erkennen und durch strukturierte Techniken zu ersetzen. Viele Betroffene berichten, dass sie erst durch die Therapie lernen, ihre Stärken – etwa Kreativität oder hohe Energie – gezielt einzusetzen, statt sich auf Defizite zu konzentrieren. Ergänzend bieten einige Praxen in München auch Achtsamkeitstrainings oder Neurofeedback an, um die Selbstregulation zu verbessern.
Langfristig kommt es darauf an, die Therapie an veränderte Lebensumstände anzupassen. Ob im Beruf, in Beziehungen oder bei der Familienplanung: ADHS zeigt sich oft in unterschiedlichen Lebensphasen anders. Die Münchner Sprechstunden arbeiten daher mit einem Netzwerk aus Spezialisten zusammen, die bei Bedarf weitere Unterstützung vermitteln – von der Paarberatung bis hin zu arbeitsplatzbezogenen Anpassungen.
Münchens neue ADHS-Sprechstunden für Erwachsene schließen eine wichtige Lücke – endlich gibt es niedrigschwellige Angebote, die über die oft jahrelangen Wartezeiten bei Fachärzten hinweghelfen und gezielt auf die Bedürfnisse von Betroffenen ab 18 Jahren eingehen. Mit standardisierten Diagnoseverfahren, interdisziplinären Teams und der Möglichkeit zur weiteren Therapievermittlung setzt das Konzept Maßstäbe, die weit über die Landeshauptgrenze hinaus Beachtung verdienen.
Wer den Verdacht auf ADHS hat, sollte nicht zögern, die Termine über die genannten Anlaufstellen zu vereinbaren; besonders ratsam ist es, vorab Symptomtagebücher oder alte Schulzeugnisse bereitzuhalten, um die Anamnese zu beschleunigen. Die Etablierung solcher Strukturen markiert erst den Anfang – künftig könnte München damit zum Vorbild für eine flächendeckende Versorgung werden, die ADHS im Erwachsenenalter endlich als das ernstnimmt, was es ist: eine häufige, behandelbare neurobiologische Besonderheit.

