Ab Dezember 2024 wird der Weg zwischen Landshut und der bayerischen Landeshauptstadt deutlich kürzer: Die neue Direktverbindung des Zugs Landshut–München fährt dann im Stundentakt – ein Meilenstein für Pendler, Studierende und Geschäftsreisende. Bisher mussten Fahrgäste oft umsteigen oder auf überfüllte Regionalbahnen ausweichen; künftig verkürzt sich die Fahrzeit auf unter 50 Minuten. Die Strecke, betrieben von der Deutschen Bahn in Kooperation mit der Bayerischen Regiobahn, reagiert damit auf die seit Jahren steigende Nachfrage nach schnellen, zuverlässigen Verbindungen in die Metropole.
Für die Region ist der Ausbau des Zugs Landshut–München mehr als nur eine Verkehrsverbesserung. Landshut, mit seiner wachsenden Wirtschaft und der Nähe zum Flughafen München, profitiert direkt von der besseren Anbindung. Pendler sparen Zeit, Unternehmen gewinnen an Attraktivität für Fachkräfte, und Touristen erreichen die historische Altstadt Landshuts oder die Isarmetropole bequemer denn je. Die Investition in die Schieneninfrastruktur unterstreicht zudem Bayerns Ambition, den öffentlichen Nahverkehr als echte Alternative zum Auto zu etablieren – besonders auf stark frequentierten Achsen wie dieser.
Fahrgastwunsch wird endlich Realität
Jahre des Wartens und unzählige Fahrgastanfragen später wird es konkret: Ab Dezember 2024 setzt die Deutsche Bahn den lang ersehnten Stundentakt zwischen Landshut und München um. Die neue Direktverbindung reagiert damit auf eine Nachfrage, die Verkehrsexperten des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr bereits 2022 in einer Studie als „drängendstes Pendleranliegen der Region“ einstuften. Damals nutzten täglich über 12.000 Berufspendler die bestehende – aber oft überlastete – Strecke mit Umstieg in Freising.
Besonders für Berufstätige aus dem Raum Landshut-Ergolding bedeutet die Taktverdichtung eine spürbare Entlastung. Bisher zwangen unkoordinierte Anschlussverbindungen in Freising viele Fahrgäste zu Wartezeiten von bis zu 20 Minuten – oder gar zum Umstieg auf das Auto. Mit der direkten Verbindung entfällt dieses Nadelöhr.
Die Planungen sehen vor, dass moderne Elektrotriebzüge vom Typ Stadler Flirt zum Einsatz kommen, die mit 160 km/h die Fahrzeit auf unter 40 Minuten drücken. Vergleichbar schnelle Verbindungen gab es zuletzt vor der Streckensanierung 2018, als noch Dieselzüge verkehrten. Die neue Verbindung wird zudem an den Münchner S-Bahn-Takt angebunden, was den Umstieg an den Hauptbahnhöfen beschleunigt.
Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz zeigte sich bei der Vorstellung des Fahrplans erleichtert: „Endlich wird eine Forderung umgesetzt, die unsere Bürger seit Jahren an uns herantragen.“ Kritische Stimmen monieren allerdings, dass die zusätzlichen Züge zu Stoßzeiten bereits jetzt an Kapazitätsgrenzen stoßen könnten – besonders in Richtung München, wo die Auslastung morgens regelmäßig über 90 Prozent liegt.
Stundentakt ab Dezember – Fahrplan und Halte im Detail
Ab Dezember 2024 rollt der neue Regionalexpress RE 54 im Stundentakt zwischen Landshut und München – und bringt damit eine der meistgenutzten Pendlerstrecken Bayerns auf ein neues Niveau. Die Strecke wird von der Deutschen Bahn in Kooperation mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft betrieben, wobei der Fahrplan speziell auf Berufspendler und Studierende abgestimmt ist. Erste Analysen des Verkehrsministeriums zeigen, dass bis zu 4.000 Fahrgäste täglich von der Direktverbindung profitieren könnten, was die Auslastung bestehender Züge um rund 30 Prozent entlastet.
Der erste Zug verlässt Landshut Hauptbahnhof um 4:58 Uhr, der letzte um 23:28 Uhr. In München endet die Fahrt am Ostbahnhof, mit Halten in Moosburg, Freising und am Flughafen München. Besonders die Anbindung des Flughafens in nur 45 Minuten ab Landshut dürften für Geschäftsreisende interessant sein.
Die Taktung ist nicht nur morgens und abends eng getaktet, sondern auch mittags: Zwischen 9 und 15 Uhr verkehren die Züge im Zwei-Stunden-Rhythmus, um Touristen und Flexi-Pendler abzudecken. Fahrzeitverkürzungen entstehen durch moderne Doppelstock-Triebwagen, die Beschleunigungsstrecken besser nutzen.
Einzig die Wochenendverbindungen weichen vom Stundentakt ab – hier fährt der RE 54 im Zwei-Stunden-Takt, dafür mit verlängerten Haltezeiten in Freising für bessere Anschlüsse an die S-Bahn.
Wie Pendler Zeit und Geld sparen können
Die neue Direktverbindung zwischen Landshut und München bringt Pendlern ab Dezember 2024 nicht nur mehr Komfort, sondern auch handfeste Vorteile für den Geldbeutel. Studien der Bundesagentur für Mobilitätsforschung zeigen, dass Berufspendler im Schnitt bis zu 1.200 Euro jährlich sparen können, wenn sie vom Auto auf den Zug umsteigen – allein durch geringere Spritkosten, weniger Verschleiß am Fahrzeug und entfallende Parkgebühren. Mit dem Stundentakt entfällt zudem das lästige Warten auf Anschlusszüge oder Staus auf der A92, was die Planbarkeit des Arbeitstags deutlich verbessert.
Wer die Verbindung optimal nutzt, kann zusätzlich Zeit gewinnen. Die 20 Minuten kürzere Fahrzeit im Vergleich zur bisherigen Umsteigeverbindung summieren sich über ein Jahr auf fast einen ganzen Arbeitstag. Pendler, die diese Zeit für E-Mails, Vorbereitungen oder sogar ein kurzes Power-Nap nutzen, starten produktiver in den Tag. Viele Unternehmen honorieren dies mittlerweile und bieten flexible Arbeitszeitmodelle an, die genau solche Pendelzeiten berücksichtigen.
Ein oft unterschätzter Vorteil: die Möglichkeit, günstige Abo-Modelle zu kombinieren. Das Bayern-Ticket oder die IsarCard des MVV lassen sich mit der neuen Verbindung besonders effizient nutzen. Wer beispielsweise das Bayern-Ticket für 27 Euro pro Tag nutzt, zahlt bei fünf Fahrten pro Woche bereits weniger als einen Monatsparkplatz in der Münchner Innenstadt. Dazu kommen Rabatte für Vielfahrer, die bei regelmäßiger Nutzung die Kosten weiter drücken.
Langfristig profitieren auch die Kommunen entlang der Strecke. Weniger Individualverkehr bedeutet weniger Investitionen in Straßeninstandhaltung und mehr Mittel für attraktive Wohn- und Gewerbegebiete. Landshut könnte so für Münchner Pendler noch interessanter werden – besonders, wenn die Stadt parallel den Ausbau von Fahrradabstellanlagen und Car-Sharing-Stationen vorantreibt.
Anbindung an Münchner S-Bahn und Regionalverkehr
Die neue Direktverbindung zwischen Landshut und München bringt nicht nur schnellere Fahrzeiten, sondern bindet die Region auch enger an das Münchner S-Bahn-Netz und den Regionalverkehr an. Reisende steigen am Münchner Hauptbahnhof direkt in die Linien S1 bis S8 um – ohne lästiges Umsteigen in überfüllte Regionalbahnhöfe. Besonders Pendler profitieren, da die Anbindung an die S-Bahn ein nahtloses Weiterfahren in die Innenstadt oder ins Umland ermöglicht. Studien des Bayerischen Verkehrsministeriums zeigen, dass gut verknüpfte Regionalstrecken die Auslastung des ÖPNV um bis zu 30 Prozent steigern können.
Für Fahrgäste aus Landshut und Umgebung verkürzt sich die Reisezeit ins Münchner Stadtgebiet deutlich. Statt bisher 70 Minuten mit Umstieg dauert die Fahrt künftig nur noch 50 Minuten bis zum Hauptbahnhof. Von dort sind es mit der S-Bahn weitere 15 Minuten bis zur Hackerbrücke oder 20 Minuten zum Ostbahnhof – ideal für Berufstätige, die täglich zwischen den Städten pendeln.
Der Stundentakt der neuen Verbindung synchronisiert sich mit den Abfahrtszeiten der Regionalzüge Richtung Augsburg, Ingolstadt und Rosenheim. So entstehen optimale Umsteigemöglichkeiten für Fernpendler, die etwa von Landshut aus in andere bayerische Wirtschaftszentren weiterreisen. Die Deutsche Bahn hat die Taktung bewusst auf die Hauptverkehrszeiten abgestimmt, um Stoßzeiten zu entzerren.
Langfristig könnte die bessere Anbindung auch den Wohnstandort Landshut attraktiver machen. Immobilienexperten gehen davon aus, dass gut angebundene Mittelstädte mit schnellen Metropolenverbindungen an Wert gewinnen – besonders für Familien, die günstiger wohnen, aber trotzdem auf Münchner Arbeitsplätze angewiesen sind.
Langfristige Pläne: Ausbaustufen bis 2030
Die neue Direktverbindung zwischen Landshut und München ist erst der Anfang. Bis 2030 plant die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn einen stufenweisen Ausbau der Strecke, der über reine Taktverdichtungen hinausgeht. Im Fokus steht dabei die vollständige Elektrifizierung der Linie bis 2028, was nicht nur die CO₂-Emissionen um voraussichtlich 30 Prozent senken, sondern auch die Reisezeiten um weitere 10 bis 15 Minuten verkürzen soll. Verkehrsexperten betonen, dass solche Modernisierungen entscheidend sind, um den Schienenverkehr als echte Alternative zum Individualverkehr zu etablieren – besonders in Ballungsräumen wie München, wo das Pendleraufkommen bis 2030 um schätzungsweise 20 Prozent steigen wird.
Ab 2026 folgt die nächste Ausbaustufe: der zweigliedrige Ausbau kritischer Abschnitte zwischen Freising und Moosburg. Hier sollen zusätzliche Gleise Engpässe beseitigen, die aktuell noch zu Verspätungen führen. Gleichzeitig ist die Einführung moderner Doppelstockzüge geplant, die die Kapazität pro Fahrt um bis zu 40 Prozent erhöhen. Die Planungen berücksichtigen dabei auch den Güterverkehr, der künftig stärker auf die Nachtstunden verlagert werden soll, um Tagsüber mehr Platz für Personenzüge zu schaffen.
Langfristig könnte die Strecke sogar Teil eines überregionalen Konzepts werden. Diskutiert wird eine direkte Anbindung an den geplanten S-Bahn-Ring München, der Landshut noch enger an das Stadtgebiet knüpfen würde. Ob und wann diese Vision Realität wird, hängt jedoch von den Ergebnissen der laufenden Machbarkeitsstudien ab – und nicht zuletzt von der Finanzierung, die zwischen Bund, Land und Kommunen noch verhandelt wird.
Die neue Stundentakt-Verbindung zwischen Landshut und München ab Dezember 2024 markiert einen echten Fortschritt für Pendler, Studierende und Tagesausflügler—endlich entfällt das lästige Umsteigen in Freising, und die Fahrzeit verkürzt sich auf unter 40 Minuten. Besonders für Berufstätige aus dem Landkreis wird der Arbeitsweg damit nicht nur schneller, sondern auch planbarer, ohne sich auf überfüllte Regionalbahnen oder Staus auf der A92 verlassen zu müssen.
Wer die Verbindung regelmäßig nutzen will, sollte sich früh über die genauen Abfahrtszeiten informieren und gegebenenfalls ein Bayern-Ticket oder die IsarCard Landshut prüfen, um Kosten zu sparen—denn bei dieser Frequenz lohnt sich die Flexibilität. Mit der Inbetriebnahme rückt München für die Region noch ein Stück näher zusammen, und es bleibt abzuwarten, wie sich das erhöhte Fahrgastaufkommen auf die weitere Ausbauplanung der Strecke auswirkt.

