Fünfzig Millionen Euro, drei Jahre Bauzeit und ein radikaler Wandel: Das Münchner Westbad präsentiert sich nach seiner aufwendigen Sanierung als architektonisches Juwel zwischen Tradition und Moderne. Die ersten offiziellen Bilder vom Westbad (München) beweisen, dass der denkmalgeschützte Bau aus den 1930er-Jahren nicht nur seine historische Aura bewahrt hat, sondern mit gläsernen Erweiterungen, energetischen Upgrades und einem völlig neu gestalteten Innenraum in die Zukunft katapultiert wurde. Wo einst marode Fliesen und veraltete Technik den Charme des Schwimmbads trübten, glänzen nun lichtdurchflutete Hallen, ein barrierefreies Design und ein Außenbereich, der an mediterranen Luxus erinnert.
Für Münchner:innen ist das Westbad mehr als nur ein Schwimmbad – es ist ein Stück Stadtgeschichte, das Generationen verbindet. Die jetzt veröffentlichten Bilder vom Westbad (München) lösen daher nicht nur Begeisterung aus, sondern wecken auch Erinnerungen: an Schulschwimmkurse in der großen Halle, an sommerliche Sonnentage im Freibecken oder an die markante Fassade, die seit Jahrzehnten das Stadtbild prägt. Doch die Sanierung geht weit über Nostalgie hinaus. Mit Solarpanels auf dem Dach, einer modernen Filteranlage und flexiblen Nutzungszonen setzt das Bad neue Maßstäbe für nachhaltigen Bäderbau – und zeigt, wie Denkmalschutz und Innovation Hand in Hand gehen können.
Vom maroden Becken zur modernen Oase
Wer das Münchner Westbad nach der 50-Millionen-Euro-Sanierung betritt, erkennt kaum noch die marode Schwimmhalle der 1970er-Jahre. Die neuen Fotos zeigen eine lichtdurchflutete Oase mit klaren Linien, großzügigen Glasflächen und einem Farbkonzept, das Ruhe ausstrahlt. Besonders auffällig: Die ehemalige Betonwüste wurde durch natürliche Materialien wie Holz und Stein ersetzt, während moderne LED-Beleuchtung für eine angenehme Atmosphäre sorgt.
Architekten legten Wert auf Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit. Sämtliche Becken sind nun stufenlos zugänglich, die Energieeffizienz verbesserte sich durch Wärmepumpen und Solaranlagen um über 40 Prozent. Ein unabhängiges Gutachten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege bestätigte kürzlich, dass die Sanierung denkmalschutzgerecht erfolgte – trotz der radikalen Modernisierung.
Das Herzstück bildet das neue Sportbecken mit 25-Meter-Bahnen, dessen Wasseraufbereitung nach neuestem Stand der Technik funktioniert. Daneben lädt ein separater Wellnessbereich mit Whirlpools und Saunalandschaft zum Entspannen ein. Die Akustik optimierten Experten durch spezielle Schallschluckplatten an Decken und Wänden, was den Lärmpegel im Vergleich zur alten Halle halbiert.
Besonders stolz ist die Stadt auf die gelungene Symbiose aus Funktionalität und Ästhetik. Wo früher abblätternder Putz und rostige Rohre das Bild prägten, glänzen nun edle Oberflächen und durchdachte Details – etwa die integrierten Sitzbänke aus recyceltem Kunststoff oder die begrünten Innenhöfe, die für ein angenehmes Raumklima sorgen.
50 Millionen Euro für Licht, Wasser und Design
Fünfzig Millionen Euro flossen in die aufwendige Sanierung des Münchner Westbads – und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die historischen Schwimmbecken aus den 1930er-Jahren glänzen nun in restaurierter Pracht, während moderne Technik für Energieeffizienz und Barrierefreiheit sorgt. Besonders ins Auge sticht die neu gestaltete Lichtinstallation, die das Wasser in sanftes Blau taucht und die Architektur der denkmalgeschützten Halle betont. Laut Angaben des Baureferats wurden allein für die Beleuchtung und Wasseraufbereitung über acht Millionen Euro investiert, um den Ansprüchen eines zeitgemäßen Bades gerecht zu werden.
Das Herzstück bleibt das 50-Meter-Becken, doch nun mit optimierter Strömungstechnik und einem neuen Filtersystem, das den Chlorverbrauch um bis zu 30 Prozent reduziert. Die Sanitärbereiche und Umkleiden wurden komplett neu gestaltet, wobei Wert auf helle, freundliche Materialien wie Glas und Naturstein gelegt wurde. Selbst die historischen Fliesenmuster an den Wänden wurden originalgetreu rekonstruiert – eine handwerkliche Meisterleistung, die Monate in Anspruch nahm.
Architekten und Denkmalschützer arbeiteten Hand in Hand, um den Charakter des Bades zu bewahren, ohne auf moderne Standards zu verzichten. So erhielt die markante Kuppelkonstruktion eine energetische Sanierung, während die farbigen Glasfenster restauriert wurden. Besonders gelungen ist die Integration der neuen Saunalandschaft, die sich nahtlos in das bestehende Ensemble einfügt. Experten des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege betonen, dass solche Projekte zeigen, wie Denkmalschutz und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sein müssen.
Mit der Wiedereröffnung positioniert sich das Westbad als eines der architektonisch anspruchsvollsten Bäder Deutschlands – ein Ort, der Geschichte atmet und gleichzeitig zukunftsfähig ist.
So verändert sich der Alltag der Besucher
Wer das Westbad nach der Sanierung betritt, wird zunächst die neue Helligkeit auffallen. Große Glasflächen ersetzen die einst dunklen Wandbereiche, während das Tageslicht nun bis in die Umkleiden fällt. Die Architektur setzt auf Transparenz – ein Konzept, das nicht nur optisch überzeugt, sondern auch den Energieverbrauch um geschätzte 30 Prozent senkt, wie erste Berechnungen der Stadtwerke München zeigen. Die Besucher spüren den Unterschied sofort: Kein gedämpftes Neonlicht mehr, sondern ein natürliches Raumgefühl, das an moderne Thermen erinnert.
Der Alltag im Bad verändert sich vor allem durch die neu gestalteten Funktionsbereiche. Die Schwimmbahnen im Sportbecken sind nun klarer abgegrenzt, während der Nichtschwimmerbereich mit flachem Einstieg und barrierefreien Zugängen Familien und Senioren entgegenkommt. Besonders auffällig ist die erweiterte Saunalandschaft, die mit Ruheräumen in Holzoptik und einem Außenbereich aufwartet – ein Novum für das Westbad.
Auch die Technik hinter den Kulissen macht den Besuch komfortabler. Ein neues Belüftungssystem reduziert die Luftfeuchtigkeit in den Umkleiden, und digitale Schließfächer ersetzen die alten Münzschlösser. Wer früher mit nassen Badeschuhen über rutschige Fliesen balancierte, findet jetzt rutschfeste Bodenbeläge und separate Trockenzonen vor. Selbst die Akustik wurde verbessert: Schallschluckende Materialien dämmen das Hallenbad-Geklapper spürbar ein.
Für Stammgäste mag die größte Umstellung der Wegfall einiger Gewohnheiten sein – etwa der alten Kiosk-Ecke, die nun als Café mit Sitzgelegenheiten am Beckenrand neu auftritt. Doch die Reaktionen fallen positiv aus, wie eine Umfrage unter den ersten 500 Besuchern ergab. Vor allem die Kombination aus historischer Fassade und moderner Ausstattung überzeugt: Das Westbad bleibt ein Ort der Begegnung, nur eben mit mehr Komfort und weniger Kompromissen.
Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit im Fokus
Die Sanierung des Münchner Westbads setzt nicht nur architektonische Akzente, sondern auch Maßstäbe in Sachen Barrierefreiheit. Alle Bereiche des 1984 erbauten Bades wurden so umgestaltet, dass sie den aktuellen DIN-Normen für inklusives Bauen entsprechen. Rollstuhlgerechte Zugänge, taktile Leitstreifen für sehbehinderte Gäste und höhenverstellbare Beckeneinstiege gehören jetzt zum Standard. Besonders auffällig: Der neue Aufzug verbindet alle Ebenen – vom Keller mit den Technikräumen bis zur Dachterrasse – und ersetzt die früher nur über Treppen erreichbaren Bereiche.
Nachhaltigkeit spielte bei der 50-Millionen-Euro-Investition eine zentrale Rolle. Die Energieeffizienz des Gebäudes verbesserte sich durch moderne Wärmerückgewinnungssysteme, die nun 30 Prozent der benötigten Heizenergie aus Abwärme decken. Photovoltaikanlagen auf dem Dach ergänzen die ökologische Bilanz. Laut Angaben des Münchner Baureferats entspricht die Sanierung den Kriterien des Gold-Standards der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).
Ein Novum ist die begrünte Fassade an der Westseite. Sie reduziert nicht nur den Hitzeinseleffekt im Sommer, sondern schafft gleichzeitig Lebensraum für Insekten. Die verwendeten Materialien – von den Fliesen bis zu den Dämmstoffen – stammen zu über 80 Prozent aus recycelten oder regionalen Quellen. Selbst die Farbgestaltung folgte ökologischen Prinzipien: Die neuen, lichtechten Beschichtungen kommen ohne schädliche Lösemittel aus.
Besonders gelobt wird die Kombination aus Funktionalität und Ästhetik. Die barrierefreien Umkleiden wirken durch warme Holzelemente und indirekte Beleuchtung einladend, während die Schwimmbecken dank optimierter Strömungstechnik nun energieeffizienter betrieben werden. Ein Detail, das Fachleute hervorheben: Die akustische Gestaltung mit schallabsorbierenden Deckenplatten, die den Lärmpegel in den Hallen spürbar senkt.
Was die nächsten Jahre für Münchens Bäder bringen
Mit der Wiedereröffnung des Westbads setzt München einen Meilenstein – doch der Modernisierungsschub bleibt nicht auf das historische Schwimmbad beschränkt. Bis 2028 fließen rund 250 Millionen Euro in die Sanierung weiterer städtischer Bäder, wie aus dem aktuellen Investitionsplan der Landeshauptstadt hervorgeht. Priorität haben dabei die Dante-Winter-Warmbäder in Schwabing und das Michaelibad in Berg am Laim, deren technische Infrastruktur aus den 1970er-Jahren stammt. Beide Standorte sollen bis 2026 mit energieeffizienten Wärmepumpen und barrierefreien Zugängen ausgestattet werden, während die charakteristische Architektur der Nachkriegsmoderne erhalten bleibt.
Experten der Deutschen Gesellschaft für das Badwesen betonen, dass Münchens Strategie bundesweit Schule macht: Statt Neubauten zu errichten, setzen immer mehr Kommunen auf den denkmalgerechten Umbau bestehender Anlagen. Besonders im Fokus steht die Reduzierung des Wasserverbrauchs – allein durch moderne Filtertechnik in den sanierten Bädern lässt sich der jährliche Frischwasserbedarf um bis zu 30 Prozent senken.
Für Badelustige ändert sich nicht nur die Optik. Geplant sind auch flexible Nutzungszeiten, etwa frühe Öffnungszeiten für Berufstätige oder abendliche „Silent-Swimming“-Stunden im Cosimabad. Die Stadt reagiert damit auf eine Umfrage aus dem Vorjahr, in der 68 Prozent der Münchner:innen längere Öffnungszeiten als wichtigsten Verbesserungswunsch nannten.
Kritische Stimmen monieren allerdings, dass die Sanierungswelle zu langsam voranschreitet. Während das Westbad nach fünf Jahren Bauzeit nun glänzt, harren andere Häuser wie das Nordbad in Milbertshofen seit über einem Jahrzehnt auf grundlegende Instandsetzungen. Hier zeigt sich: Selbst mit Rekordinvestitionen bleibt der Spagat zwischen Denkmalschutz, Klimazielen und öffentlichem Druck eine Herausforderung.
Fünfzig Millionen Euro und jahrelange Planungen haben das Westbad von einem maroden Schwimmbad der 1980er zu einem zeitgemäßen Freizeitjuwel verwandelt – die neuen Fotos beweisen, dass sich das Warten gelohnt hat. Mit seiner hellen, offenen Architektur, den barrierefreien Bereichen und dem durchdachten Energiekonzept setzt das Bad nun Maßstäbe, die weit über München hinaus strahlen.
Wer die Veränderungen selbst erleben möchte, sollte sich die nächsten Wochen vormerken: Die offiziellen Öffnungstermine und Führungen werden in Kürze auf der Website der Stadtwerke bekannt gegeben, und Early-Bird-Tickets für die ersten öffentlichen Schwimmzeiten könnten schnell vergriffen sein. Nach der Sanierung wird das Westbad nicht nur ein Ort für Sportler bleiben, sondern zum neuen sozialen Treffpunkt im Westen der Stadt – und vielleicht sogar zum Vorbild für ähnliche Projekte in ganz Deutschland.

