Mit einem spektakulären 3,8 Millionen Liter fassenden Becken und einer natürlichen Felslandschaft hat der Tierpark München heute seine neue Pinguin-Anlage nach eineinhalb Jahren Bauzeit feierlich eröffnet. Die Anlage, die auf 1.200 Quadratmetern Platz für rund 50 Humboldt-Pinguine bietet, setzt mit modernster Technik und artgerechter Gestaltung Maßstäbe für Zoos in ganz Europa. Besonders beeindruckend: Ein 18 Meter langer Unterwassertunnel ermöglicht Besuchern einen einzigartigen Blick in die dynamische Welt der Pinguine – direkt auf Augenhöhe mit den schnellen Schwimmern.
Die Eröffnung markiert nicht nur einen Meilenstein für den Artenschutz, sondern auch für den Tierpark München als eine der beliebtesten Freizeitattraktionen der Stadt. Über 1,5 Millionen Besucher jährlich können nun erleben, wie die Pinguine durch Strömungskanäle jagen oder auf künstlichen Eisschollen ruhen. Hinter den Kulissen sorgt ein hochmodernes Filtersystem für kristallklares Wasser, während Solarpanels auf dem Dach der Anlage den Energiebedarf teilweise decken. Ein Projekt, das Naturerlebnis und Nachhaltigkeit vereint – und München um eine weitere Sehenswürdigkeit reicher macht.
Ein lang ersehnter Neubau für Hellabrunns Pinguine
Nach 18 Monaten Bauzeit und jahrelanger Planung ist es endlich soweit: Die Pinguine im Münchner Tierpark Hellabrunn bekommen ein neues Zuhause. Die rund 3.000 Quadratmeter große Anlage ersetzt den alten, in die Jahre gekommenen Pinguinbereich aus den 1970er-Jahren und setzt neue Maßstäbe in Sachen Tierwohl und Besuchererlebnis. Besonders die artgerechte Gestaltung stand im Fokus – mit natürlichen Felsformationen, verschiedenen Wasserbecken und Rückzugsmöglichkeiten, die den Bedürfnissen der Humboldt-Pinguine gerecht werden.
Experten für Zooarchitektur betonen, dass moderne Gehege nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern vor allem funktional sein müssen. Die neue Anlage in Hellabrunn bietet den Tieren etwa 50 Prozent mehr Platz als zuvor. Ein zentrales Element ist das 1,5 Meter tiefe Becken mit Strömungskanal, das den Pinguinen natürliche Schwimmbedingungen ermöglicht. Gleichzeitig sorgen unterschiedliche Höhenzonen für Abwechslung – von flachen Sonnenplätzen bis zu schattigen Nischen.
Besucher können die Tiere nun aus verschiedenen Perspektiven beobachten, darunter eine Unterwasser-Scheibe, die Einblicke in das Schwimmverhalten der Pinguine gibt. Die Anlage ist so konzipiert, dass sie auch pädagogische Zwecke erfüllt: Infotafeln und interaktive Stationen erklären die Lebensweise der Humboldt-Pinguine, eine vom Aussterben bedrohte Art, die an der Küste Perus und Chiles heimisch ist.
Mit der Eröffnung des Neubaus unterstreicht Hellabrunn seinen Anspruch, Tierhaltung und Artenschutz kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Investition in Höhe von mehreren Millionen Euro zeigt, wie ernst der Tierpark seine Verantwortung nimmt – nicht nur gegenüber den Tieren, sondern auch gegenüber den jährlich über 1,5 Millionen Besuchern.
Wie die 18-monatige Bauphase die Anlage revolutionierte
Die 18-monatige Bauphase der neuen Pinguin-Anlage im Tierpark Hellabrunn war mehr als nur eine Sanierung – sie markierte einen radikalen Wandel in Haltung, Technik und Besuchererlebnis. Wo früher Betonbecken dominierten, entstanden nun 1.200 Quadratmeter naturnah gestalteter Lebensraum mit strömendem Salzwasser, Felsformationen und einer dynamischen Küstenlandschaft. Besonders die Integration eines 140.000 Liter fassenden Beckens mit natürlicher Filtertechnologie setzte Maßstäbe: Das System reinigt das Wasser biologisch über Mikroorganismen und spart so bis zu 30 Prozent Energie im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen.
Hinter den Kulissen arbeitete ein Team aus Biologen, Architekten und Tierpflegern Hand in Hand, um artgerechte Bedingungen für die Humboldt-Pinguine zu schaffen. Die Tiere profitieren nun von variablen Wassertiefen bis zu 2,5 Metern, die ihren natürlichen Tauchtrieben entsprechen. Ein Novum ist auch die klimatisierte Brutkammer, deren Temperatur und Luftfeuchtigkeit automatisch an die Jahreszeiten angepasst werden – eine Innovation, die selbst in modernen Zoos selten ist.
Experten der Europäischen Vereinigung der Zoo- und Wildtierärzte betonen, wie selten solch umfangreiche Umbauten während des laufenden Betriebs gelingen. Durch temporäre Umzüge der Pinguine in Zwischenquartiere und nächtliche Bauarbeiten blieb der Tierpark für Besucher geöffnet. Die größte Herausforderung? Die präzise Nachbildung der südamerikanischen Pazifikküste – inklusive Gezeiten-Simulation, die zweimal täglich das Wasser um 40 Zentimeter steigen und fallen lässt.
Sichtbar wird der Fortschritt auch an Details wie den schalldämmenden Scheiben der Besuchergalerie, die Stress für die Tiere minimieren, oder den unterirdischen Futterschächten, die eine naturnahe Nahrungssuche ermöglichen. Selbst die Beleuchtung orientiert sich am Tagesrhythmus der Pinguine – mit LED-Technik, die das Spektrum des antarktischen Lichts imitiert.
Von Eiskalt bis tropisch: Technische Meisterleistung hinter den Kulissen
Hinter den gläsernen Wänden der neuen Pinguin-Anlage verbirgt sich eine technische Präzisionsarbeit, die Besucher kaum wahrnehmen. Um den 20 Humboldt-Pinguinen ein artgerechtes Zuhause zu bieten, simuliert die Anlage nicht nur zwei völlig unterschiedliche Klimazonen, sondern hält diese auch stabil – bei Temperaturen zwischen -5°C im Eisbereich und bis zu 28°C in der tropischen Zone. Möglich macht das ein ausgeklügeltes System aus Wärmetauschern, Kälteaggregaten und einer intelligenten Steuerung, die Luftfeuchtigkeit, Temperatur und sogar die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers millimetergenau reguliert.
Besonders herausfordernd war die Umsetzung der Eiszone, die mit einer speziellen Kühltechnik arbeitet. Hier kommen so genannte Glykol-Kältemaschinen zum Einsatz, wie sie sonst in industriellen Großanlagen verwendet werden. Sie kühlen nicht nur die Luft, sondern auch das 180.000 Liter fassende Beckenwasser auf konstant 4°C herunter – eine Temperatur, die selbst an heißen Sommertagen nicht schwankt. Experten der Gesellschaft für Marine Aquakultur bestätigen, dass solche Systeme sonst nur in hochspezialisierten Forschungsanlagen zu finden sind.
Doch Technik allein reicht nicht. Die tropische Zone mit ihren üppigen Pflanzen und warmen Temperaturen erforderte eine völlig andere Herangehensweise. Hier sorgen Wärmepumpen in Kombination mit einer automatisierten Bewässerungsanlage dafür, dass die Luftfeuchtigkeit bei 70% bleibt – ideal für die Pinguine, die in ihrer natürlichen Heimat, den Küsten Perus und Chiles, ähnlich wechselhafte Bedingungen gewohnt sind. Selbst die Beleuchtung passt sich dem Tagesrhythmus an: LED-Panels simulieren Sonnenauf- und -untergänge, während UV-Strahler die Vitamin-D-Versorgung der Tiere sichern.
Unsichtbar, aber unverzichtbar: ein unterirdisches Leitsystem, das sämtliche Daten in Echtzeit an die Tierpfleger übermittelt. Von der Wassertemperatur bis zur CO₂-Konzentration in der Luft – jede Abweichung wird sofort gemeldet. So bleibt die Anlage nicht nur eine Attraktion für Besucher, sondern vor allem ein sicheres Zuhause für ihre Bewohner.
Besucherinfos: Wann die Pinguine erstmals zu sehen sind
Ab dem 12. Mai 2024 haben Besucher des Tierparks München Hellabrunn erstmals die Gelegenheit, die neue Pinguin-Anlage zu erkunden. Die Eröffnung markiert das Ende einer 18-monatigen Bauphase, in der das 1.200 Quadratmeter große Areal nach modernen zoologischen Standards gestaltet wurde. Besonders die frühe Morgenszeit zwischen 9 und 11 Uhr gilt als ideal, um die Humboldt-Pinguine bei ihrer ersten Fütterung zu beobachten – ein Moment, der laut Zoologen besonders aktivitätsreich ist.
Wer die Tiere in ruhigeren Phasen erleben möchte, sollte die späten Nachmittagsstunden nutzen. Dann ziehen sich die Pinguine oft an die flachen Uferzonen zurück, wo sie entspannt sitzen oder im Wasser gleiten. Die Anlage bleibt bis zum regulären Parkschluss um 18 Uhr (im Sommer bis 19 Uhr) zugänglich.
Ein besonderes Highlight für Familien: An Wochenenden und Feiertagen bietet der Tierpark um 14 Uhr kurze Führungen an, bei denen Biologen Wissenswertes über die Lebensgewohnheiten der Pinguine erklären. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Hinter den Kulissen arbeitete das Hellabrunn-Team monatelang daran, den Tieren eine möglichst naturnahe Umgebung zu schaffen. Felsformationen, Strömungskanäle und ein 80.000 Liter fassendes Becken simulieren nun die Küstenregionen Perus – den ursprünglichen Lebensraum der Humboldt-Pinguine. Studien zeigen, dass solche artgerechten Anlagen das Wohlbefinden der Tiere deutlich steigern.
Tipp für Fotografen: Die beste Lichtstimmung für Aufnahmen herrscht vormittags, wenn die Sonne die Anlage von Osten her ausleuchtet. Stative sind erlaubt, Blitzlicht jedoch untersagt, um die Tiere nicht zu stören.
Zukunftspläne: Artenschutz und Forschung im Fokus
Mit der Eröffnung der neuen Pinguin-Anlage setzt der Tierpark München Hellabrunn einen klaren Fokus auf langfristige Artenschutzprojekte. Die Anlage dient nicht nur als moderner Lebensraum für die rund 30 Humboldt-Pinguine, sondern auch als Forschungsstation. Biologen des Parks arbeiten eng mit internationalen Naturschutzorganisationen zusammen, um Daten zu sammeln – etwa zu Fortpflanzungsverhalten oder den Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Populationen. Studien zeigen, dass der Bestand der Humboldt-Pinguine in freier Wildbahn in den letzten 30 Jahren um über 80 Prozent geschrumpft ist, was die Dringlichkeit solcher Projekte unterstreicht.
Geplant ist, die Anlage künftig für gezielte Zuchtprogramme zu nutzen. Besonders im Blick: die genetische Vielfalt erhalten. Durch den Austausch mit anderen Zoos und Tierparks in Europa soll Inzucht vermieden werden. Die ersten Erfolge sind bereits sichtbar – im vergangenen Jahr schlüpften in Hellabrunn drei Jungtiere, die später in andere Schutzprojekte integriert wurden.
Neben der praktischen Arbeit setzt der Tierpark auf Bildung. Interaktive Stationen rund um die Anlage informieren Besucher über Bedrohungen wie Überfischung oder Plastikmüll in den Ozeanen. Schulklassen erhalten speziell entwickelte Programme, die das Bewusstsein für den Schutz mariner Ökosysteme stärken sollen. Die Hoffnung: dass jeder Gast nicht nur unterhalten, sondern auch zum Mitdenken angeregt wird.
Langfristig könnte die Anlage sogar als Modell für ähnliche Projekte dienen. Aktuell prüft Hellabrunn Kooperationen mit südamerikanischen Partnern, um direkt in den natürlichen Habitaten der Pinguine Schutzmaßnahmen zu unterstützen – etwa durch den Aufbau lokaler Monitoring-Stationen an der Küste Perus und Chiles.
Mit der neuen Pinguin-Anlage setzt der Tierpark Hellabrunn Maßstäbe für artgerechte Haltung und moderne Zoogestaltung – 18 Monate Bauzeit haben sich gelohnt. Die 1.200 Quadratmeter große Anlage mit natürlichen Felsformationen, Strömungskanälen und einem 200.000-Liter-Becken bietet nicht nur den Humboldt-Pinguinen ein Zuhause, das ihrem ursprünglichen Lebensraum nachempfunden ist, sondern auch Besuchern ein einzigartiges Erlebnis, das Unterhaltung und Aufklärung verbindet.
Wer die neuen Bewohner live erleben möchte, sollte den Besuch mit einer Führung kombinieren – die Tierpfleger geben spannende Einblicke in die Gewohnheiten der Pinguine und die technischen Raffinessen der Anlage. Bis 2025 plant der Tierpark weitere Modernisierungen, die Hellabrunn als Vorreiter für tierfreundliche Konzeptionen festigen werden.

