Ab Dezember 2024 schrumpft die Fahrzeit zwischen den beiden bayerischen Wirtschaftszentren auf magere 35 Minuten – ein Rekord, der Pendler und Unternehmen gleichermaßen aufatmen lässt. Die neue Regionalbahn RB 58 wird mit modernisierten Zügen und optimierter Streckenführung die Verbindung München nach Landshut revolutionieren, wo bisher 50 Minuten und mehr auf der Uhr standen. Täglich nutzen über 12.000 Fahrgäste die Strecke, Tendenz stark steigend. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) spricht von einem „Meilenstein für die Metropolregion“, der durch 160 Millionen Euro Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge möglich wurde.

Für Berufspendler, Studierende und Tagesausflügler bedeutet die Beschleunigung mehr als nur Zeitersparnis. Die Strecke München nach Landshut verbindet nicht nur zwei der dynamischsten Städte Bayerns, sondern entlastet auch die überfüllte A 92, wo Staus an Werktagen längst zur Regel geworden sind. Mit Taktverdichtung auf 30 Minuten in der Hauptverkehrszeit und barrierefreien Einstiegsmöglichkeiten setzt die RB 58 neue Maßstäbe – gerade für eine Region, in der Wohnraumknappheit und steigende Mieten viele dazu zwingen, weiter außerhalb nach bezahlbarem Wohnraum zu suchen. Die ersten Testfahrten laufen bereits, die Vorfreude bei Vielfahrern ist spürbar.

Jahrzehntelanger Stillstand im Schienennetz beendet

Seit den 1980er-Jahren hatte sich am Schienennetz zwischen München und Landshut kaum etwas bewegt. Die Streckenführung blieb unverändert, die Fahrzeiten stagnierten bei knapp 50 Minuten – trotz wachsender Pendlerströme und wirtschaftlicher Verflechtung der Regionen. Während andere Ballungsräume ihre Bahnverbindungen modernisierten, fristete die Strecke ein Dasein als vernachlässigtes Sorgenkind im bayerischen Nahverkehr. Das ändert sich nun grundlegend.

Verkehrsexperten der Technischen Universität München hatten bereits 2019 in einer Studie die dramatischen Folgen des Investitionsstaus beziffert: Allein zwischen 2010 und 2020 stieg die Zahl der Pendler auf dieser Relation um 38 Prozent, während die Kapazitäten der Bahn gleichzeitig um 12 Prozent sanken. Die neue Regionalbahn schließt diese Lücke nicht nur, sondern setzt mit einer Reisezeitverkürzung um 15 Minuten Maßstäbe für den ländlichen Schienenverkehr.

Entscheidend für den Durchbruch war die Aufwertung der bestehenden Infrastruktur. Statt teurer Neubaustrecken setzte man auf intelligente Optimierungen: Die Elektrifizierung der gesamten Relation, der Ausbau von Überholgleisen in Freising und Moosburg sowie ein modernisiertes Signal- und Leitsystem ermöglichen nun Taktfahrten im 30-Minuten-Rhythmus. Besonders profitieren wird die Region von den neuen Haltepunkten in Eching und Langenbach, die bisher nur umständlich über Busse erreichbar waren.

Dass der Stillstand endlich Geschichte ist, verdankt sich auch einem ungewöhnlichen Schuldenkompromiss zwischen Bund, Land und Deutscher Bahn. Während ähnliche Projekte oft an Finanzierungsstreitigkeiten scheiterten, einigte man sich hier auf ein gestaffeltes Modell: Der Bund übernimmt 60 Prozent der Baukosten, Bayern steuert 30 Prozent bei, die restlichen 10 Prozent trägt die Bahn über langfristige Nutzergebühren.

Direktverbindung startet mit Taktfahrplan alle 30 Minuten

Ab Dezember setzt die neue Regionalbahn zwischen München und Landshut auf einen durchgetakteten 30-Minuten-Rhythmus – und das ohne Umstieg. Die direkte Verbindung reduziert die Fahrzeit auf nur noch 35 Minuten, was Pendler und Tagesausflügler gleichermaßen entlastet. Bisher mussten Reisende oft in Freising oder Moosburg umsteigen, was die Strecke auf bis zu 50 Minuten verlängerte. Mit der neuen Linie entfällt dieser Aufwand, während gleichzeitig die Kapazitäten steigen: Pro Zug stehen nun bis zu 300 Sitzplätze zur Verfügung, davon 40 in der ersten Klasse.

Verkehrsexperten betonen, dass der dichte Takt besonders für Berufspendler ein Gamechanger ist. Studien des Bayerischen Verkehrsministeriums zeigen, dass über 60 % der täglichen Fahrten zwischen den beiden Städten auf den Berufsverkehr entfallen. Mit Zügen im Halbstundentakt lässt sich die Auslastung gleichmäßiger verteilen – Staus auf der A92 könnten so langfristig sinken.

Nicht nur die Häufigkeit, auch die Pünktlichkeit profitiert vom neuen Konzept. Durch reservierte Trassen und moderne Signaltechnik soll die Verspätungsquote unter 2 % gedrückt werden. Vergleichbare Strecken in Oberbayern erreichen derzeit nur etwa 85 % Pünktlichkeit.

Für Gelegenheitsreisende gibt es einen Bonus: Die Züge verkehren auch am Wochenende im 30-Minuten-Takt, wenn auch mit leicht reduzierter Frequenz ab 20 Uhr. Damit wird Landshuts Altstadt mit ihren historischen Plätzen wie dem Marienplatz noch attraktiver für Münchner, die spontan einen Ausflug planen.

Halbstundentakt und moderne Doppelstockzüge im Einsatz

Ab Dezember setzt die neue Regionalbahn zwischen München und Landshut auf ein attraktives Angebot: Ein Halbstundentakt zu den Hauptverkehrszeiten sorgt für Flexibilität, besonders für Pendler. Die Züge verkehren montags bis freitags zwischen 5 und 20 Uhr im 30-Minuten-Rhythmus, an Wochenenden und in den Randzeiten im Stundentakt. Damit wird die Strecke zu einer der am dichtesten bedienten Regionalverbindungen in Bayern – ein entscheidender Schritt, um den Individualverkehr zu entlasten.

Herzstück des Konzepts sind moderne Doppelstockzüge des Typs Stadler KISS, die bis zu 1.000 Fahrgäste pro Zug befördern können. Mit ihrer barrierefreien Ausstattung, Steckdosen an jedem Sitzplatz und kostenlosem WLAN setzen sie neue Maßstäbe im Regionalverkehr. Die Deutsche Bahn hatte ähnliche Modelle bereits auf anderen Strecken eingeführt, wo sie die Fahrgastzahlen um bis zu 25 Prozent steigerten.

Besonders profitieren werden Berufspendler, die bisher auf überfüllte S-Bahnen oder Staus auf der A92 angewiesen waren. Die direkte Verbindung ohne Umstieg verkürzt die Reisezeit um bis zu 15 Minuten im Vergleich zur bisherigen Regionalbahn. Auch für Studierende der Hochschule Landshut oder Tagesausflügler wird die Strecke attraktiver, da die Züge nun häufiger und zuverlässiger verkehren.

Laut einer Studie des Bayerischen Verkehrsministeriums könnte die neue Taktung den Anteil der Bahnnutzer auf dieser Relation mittelfristig von 12 auf 18 Prozent erhöhen – vorausgesetzt, die Pünktlichkeit hält, was die Planer versprechen.

Fahrpreise, Ticketoptionen und Umsteigemöglichkeiten im Überblick

Ab Dezember 2024 sinken die Fahrpreise für die Strecke München–Landshut spürbar. Ein Einzelfahrschein kostet im Regionalverkehr 8,90 Euro, während das Bayern-Ticket für bis zu fünf Personen weiterhin 27 Euro bleibt. Pendler profitieren besonders: Das Monatsabo für die neue RB-Linie liegt bei 129 Euro – rund 15 Prozent günstiger als bisherige Angebote auf der Strecke. Laut einer aktuellen Erhebung des Bayerischen Verkehrsverbunds (BVB) nutzen bereits über 60 Prozent der Berufspendler zwischen den beiden Städten verbundene Tickets wie das IsarCard-Abo, das auch in der neuen Regionalbahn gilt.

Flexibilität bieten die verschiedenen Ticketoptionen. Neben klassischen Einzeltickets gibt es das Landshut-München-Pendlerpaket mit zehn Fahrten zum Preis von 75 Euro, das innerhalb von drei Monaten genutzt werden kann. Für Gelegenheitsfahrer lohnt sich das TagesTicket Plus für 16,50 Euro, das zusätzlich die Nutzung aller Busse und Bahnen in beiden Städten einschließt. Wer häufiger unterwegs ist, kann zwischen Wochen-, Monats- und Jahreskarten wählen – letztere ab 1.200 Euro jährlich.

Umsteigen wird einfacher. In Freising, dem einzigen Zwischenhalt, bestehen direkte Anschlüsse zur S1 nach München (Flughafen/Taufkirchen) sowie zu Regionalzügen Richtung Regensburg und Ingolstadt. Die Taktung ist auf die neuen Fahrpläne abgestimmt: Wer aus Landshut kommt, hat in Freising maximal fünf Minuten Wartezeit auf die S-Bahn. Für Fahrgäste aus dem Raum Moosburg oder Mainburg gibt es zudem optimierte Busanbindungen, die direkt an den Bahnhof Landshut führen.

Digital buchen spart Zeit. Über die BVG-App oder die DB Navigator lassen sich Tickets in Echtzeit erwerben, inklusive Live-Auskunft zu Verspätungen oder Auslastung. Barzahlung ist an den Automaten der Stationen München Ost, Freising und Landshut möglich, doch die Verbundpartner empfehlen die mobile Variante – nicht zuletzt wegen der automatischen Speicherung der Fahrten für Steuererklärungen oder Arbeitgeber-Erstattungen.

Ausbaupläne: Nächste Streckenprojekte bis 2030 fest im Blick

Der Start der neuen Regionalbahn zwischen München und Landshut markiert erst den Anfang einer ehrgeizigen Ausbauoffensive. Bis 2030 plant der Freistaat Bayern, das Schienennetz in der Region um weitere 120 Kilometer zu erweitern – mit klaren Prioritäten für Pendlerstrecken und Entlastung der überlasteten Bundesstraßen. Besonders im Fokus steht die Elektrifizierung der Strecke München–Mühldorf–Freilassing, die nach aktuellen Prognosen des Bayerischen Verkehrsministeriums bis 2028 abgeschlossen sein soll. Damit würde sich die Reisezeit zwischen der Landeshauptstadt und dem Chemiedreieck um bis zu 20 Prozent verkürzen.

Parallel laufen die Vorbereitungen für den zweigliedrigen Ausbau der Bahnstrecke Landshut–Neumarkt in der Oberpfalz. Hier sollen zusätzliche Überholgleise und moderne Signaltechnik den Taktverkehr auf 30 Minuten verdichten. Verkehrsexperten betonen, dass solche Maßnahmen nicht nur die Attraktivität der Bahn steigern, sondern auch den Güterverkehr entzerren – ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung Ostbayerns.

Konkret wird bereits an der Reaktivierung der stillgelegten Strecke zwischen Mainburg und Abensberg gearbeitet. Die ersten Bauabschnitte sind für 2025 avisiert, wobei die Kosten auf rund 180 Millionen Euro veranschlagt werden. Langfristig könnte diese Verbindung als Zubringer für die neue Regionalbahn dienen und das Umland noch enger an München anbinden.

Kritische Stimmen monieren zwar Verzögerungen bei der Genehmigung einzelner Teilprojekte, doch die Zuständigen im Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr halten am Zeitplan fest. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob Bayern sein Versprechen einlöst: ein Schienennetz, das mit dem Wachstum der Metropolregion Schritt hält – ohne die ländlichen Gebiete abzuhalten.

Die neue Regionalbahn zwischen München und Landshut setzt ab Dezember Maßstäbe: Mit nur 35 Minuten Fahrzeit wird die Strecke nicht nur deutlich schneller, sondern auch attraktiver für Pendler, Studierende und Tagesausflügler. Wer bisher auf das Auto angewiesen war, findet jetzt eine echte Alternative – zuverlässig, umweltfreundlich und ohne Stauärger auf der A92.

Wer die Verbindung nutzen möchte, sollte sich früh über die genauen Fahrpläne informieren, denn die Taktung und Haltepunkte könnten sich je nach Tageszeit unterscheiden. Besonders für Berufstätige lohnt sich ein Blick auf die Abo-Angebote der Deutschen Bahn, die mit der neuen Strecke noch interessanter werden.

Mit dem Start der Linie rückt die Region noch enger zusammen – und zeigt, wie moderne Infrastruktur Lebensqualität und Mobilität nachhaltig verbessern kann.