Ab Dezember 2024 wird die Strecke zwischen München und Ingolstadt zur schnellsten Regionalverbindung Bayerns: Die neue Regionalbahn schafft die 85 Kilometer in nur 45 Minuten – eine halbe Stunde schneller als bisher. Mit modernisierten Zügen, höherer Taktfrequenz und optimierten Haltepunkten setzt das Projekt Maßstäbe für den Schienenpersonennahverkehr. Die Investition von über 300 Millionen Euro in Infrastruktur und Fahrzeuge unterstreicht, wie ernst die Deutsche Bahn den Ausbau des Regionalnetzes nimmt.
Für Pendler und Gelegenheitsreisende bedeutet die Verbindung München nach Ingolstadt künftig mehr als nur Zeitersparnis. Die verkürzte Fahrzeit bringt Ingolstadt als Wirtschaftsstandort näher an die Landeshauptstadt heran, während München von einer besseren Anbindung an die Automobil- und Industriezentren der Region profitiert. Wer bisher auf das Auto oder Umstiege angewiesen war, kann nun direkt und komfortabel die Strecke München nach Ingolstadt zurücklegen – ein Gewinn für Umwelt, Verkehr und die Lebensqualität in beiden Städten.
Jahrzehntelanger Stillstand im Schienennetz endet
Der bayerische Schienenverkehr zwischen München und Ingolstadt steckte jahrzehntelang in einem Dilemma: Während die Wirtschaft in der Region boomte, blieb das Bahnangebot auf der Strecke. Seit den 1980er-Jahren gab es kaum nennenswerte Verbesserungen – die Fahrzeit pendelte sich bei 60 bis 75 Minuten ein, je nach Verbindung. Selbst nach der Jahrtausendwende, als andere Metropolen ihre Regionalnetze ausbauten, fristete die Strecke ein Schattendasein. Das ändert sich nun grundlegend.
Experten der Bayerischen Eisenbahn-Gesellschaft verweisen auf eine alarmierende Statistik: Zwischen 2000 und 2020 stieg die Pendlerzahl zwischen den beiden Städten um 42 Prozent, während die Kapazitäten der Bahn stagnierten. Die Folge waren überfüllte Züge zu Stoßzeiten und eine zunehmende Abwanderung zum Individualverkehr. Mit der neuen Regionalbahn wird diese Lücke geschlossen – nicht nur durch kürzere Fahrzeiten, sondern auch durch verdichtete Takte.
Besonders auffällig ist der Kontrast zu früheren Planungen. Noch 2015 scheiterten Projekte für eine Schnellverbindung am Widerstand lokaler Gemeinden und Haushaltsengpässen. Damals galt eine Fahrzeit unter 50 Minuten als utopisch. Die nun realisierte Lösung setzt auf moderne Triebzüge, optimierte Trassenführung und weniger Halte – ein Kompromiss, der sowohl Wirtschaftlichkeit als auch Fahrgastkomfort berücksichtigt.
Dass der Durchbruch gelang, liegt auch an der engen Zusammenarbeit zwischen Land, Kommunen und der Deutschen Bahn. Statt isolierter Lösungen entstand ein Gesamtkonzept, das die Strecke als Rückgrat der regionalen Mobilität positioniert. Ob das Modell Schule macht, wird sich zeigen. Fest steht: Für Pendler zwischen München und Ingolstadt beginnt ein neues Kapitel.
Fahrplan und Halte der neuen RB-Linie 16
Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 wird die neue Regionalbahn-Linie RB 16 die Strecke zwischen München und Ingolstadt in nur 45 Minuten bewältigen – eine deutliche Beschleunigung gegenüber den bisherigen Verbindungen. Die Linie bedient insgesamt acht Halte, darunter wichtige Umsteigeknoten wie den Flughafen München und die Städte Freising, Pfaffenhofen an der Ilm sowie Neuburg an der Donau. Besonders für Pendler aus dem Raum Ingolstadt ergibt sich damit eine attraktive Alternative zu den oft überlasteten S-Bahnen und Regionalexpress-Zügen.
Laut einer Studie des Bayerischen Verkehrsministeriums nutzen bereits jetzt über 12.000 Fahrgäste täglich die bestehende Verbindung zwischen den beiden Städten. Mit der Einführung der RB 16 wird eine Steigerung um mindestens 20 Prozent erwartet, da die Taktung auf einen Stundentakt verdichtet wird. Die Züge verkehren montags bis freitags zwischen 5:00 und 23:00 Uhr, am Wochenende in einem leicht ausgedünnten, aber dennoch regelmäßigen Rhythmus.
Die genauen Halte im Überblick: München Hbf (Start), München Flughafen (Flughafenbesucher und Berufspendler profitieren von der direkten Anbindung), Freising (mit Anschluss an die S1), Marzling, Pfaffenhofen an der Ilm (wichtiger Knoten für den ländlichen Raum), Reichertshofen, Neuburg (Donau) und schließlich Ingolstadt Hbf. Besonders der Halt in Neuburg an der Donau eröffnet neuen Fahrgastgruppen den Zugang zum Münchner Verkehrsnetz, da die Stadt bisher nur umständlich über Umwege erreichbar war.
Für Vielfahrer lohnt sich ein Blick auf die geplanten Tarifoptionen: Neben den bestehenden Bayern-Tickets sollen spezielle Pendlerabos eingeführt werden, die die RB 16 explizit berücksichtigen. Die genaue Preisgestaltung wird voraussichtlich im Oktober 2024 veröffentlicht, doch erste Berechnungen deuten auf eine Kostensenkung von bis zu 15 Prozent im Vergleich zu Einzelkarten hin.
Wie Pendler von kürzeren Taktungen profitieren
Für Berufspendler zwischen München und Ingolstadt wird der Arbeitsalltag ab Dezember deutlich entspannter. Statt wie bisher oft stundenlang auf die nächste Verbindung warten zu müssen, ermöglicht der neue 45-Minuten-Takt eine flexible Planung – besonders in den Stoßzeiten. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass sich dadurch die Auslastung der Züge gleichmäßiger verteilt, was wiederkehrende Überfüllungen in den Morgen- und Abendstunden reduziert.
Die kürzeren Taktungen kommen vor allem jenen zugute, die nicht an klassische Bürozeiten gebunden sind. Schichtarbeiter, Teilzeitkräfte oder Eltern, die ihre Kinder vor oder nach der Arbeit zur Kita bringen, profitieren von der höheren Frequenz. Statt sich nach starren Fahrplänen zu richten, lässt sich die Reise nun spontaner an den Tagesablauf anpassen.
Laut einer Studie des Bayerischen Verkehrsministeriums sparen Pendler durch dichtere Takte im Schnitt bis zu 20 Minuten Wartezeit pro Tag – das summiert sich auf über 80 Stunden im Jahr. Gerade für die rund 12.000 Menschen, die täglich zwischen den beiden Städten unterwegs sind, bedeutet das nicht nur Zeitersparnis, sondern auch weniger Stress und mehr Produktivität.
Auch für Gelegenheitsfahrer wird die Strecke attraktiver. Wer bisher auf das Auto setzte, weil die Bahnverbindungen zu unzuverlässig erschienen, könnte nun umsteigen. Die regelmäßigen Abfahrten machen die Regionalbahn zu einer echten Alternative – besonders, wenn man bedenkt, dass die neuen Züge über Steckdosen und kostenloses WLAN verfügen.
Barrierefreiheit und Komfort in den neuen Zügen
Die neuen Züge auf der Strecke zwischen München und Ingolstadt setzen Maßstäbe für Barrierefreiheit – und das beginnt schon beim Einstieg. Dank stufenloser Zugänge an allen Türen und einer Bodenhöhe von nur 76 Zentimetern entfällt das lästige Treppensteigen. Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen profitieren besonders, da die Züge mit breiteren Türen und speziellen Markierungen für Rollstuhlstellplätze ausgestattet sind. Auch Sehbehinderte finden sich leichter zurecht: Taktile Bodenleitsysteme und kontrastreiche Farbgestaltung an Haltegriffen sowie automatische Ansagen in Echtzeit begleiten die Fahrt.
Komfort war bei der Planung der neuen Regionalbahn kein Nebenschauplatz. Die Sitze in der 2. Klasse bieten mit 60 Zentimetern Sitzabstand deutlich mehr Beinfreiheit als in vielen älteren Modellen; in der 1. Klasse sind es sogar 70 Zentimeter. Steckdosen und USB-Anschlüsse an jedem Platz, kostenloses WLAN sowie klimatisierte Wagen sorgen dafür, dass Pendler oder Touristen die 45 Minuten Fahrtzeit produktiv oder entspannt nutzen können. Laut einer Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) aus dem Jahr 2023 steigert allein die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten die Zufriedenheit der Fahrgäste um bis zu 30 Prozent.
Für Familien und Gruppen gibt es Multifunktionsbereiche mit Klapptischen und zusätzlichem Stauraum für Gepäck. Die Toiletten sind großzügig dimensioniert und ebenfalls barrierefrei gestaltet, inklusive Notrufsystem und Babywickeltischen. Besonders praktisch: Die neuen Züge verfügen über dynamische Fahrgastinformationssysteme, die nicht nur Verspätungen anzeigen, sondern auch Umsteigemöglichkeiten in Echtzeit berechnen – eine Seltenheit im Regionalverkehr.
Sicherheit wurde ebenfalls großgeschrieben. Videoüberwachung in allen Wagen, Notfallknöpfe in Reichweite jedes Sitzplatzes und eine direkte Verbindung zum Zugbegleiter per Intercom-System erhöhen das Gefühl der Geborgenheit. Die Türen schließen sanft und öffnen sich bei Hindernissen automatisch wieder – eine technische Finesse, die vor allem in Stoßzeiten für weniger Stress sorgt.
Ausbaupläne: Nächste Strecken nach 2025
Der Ausbau der Regionalbahn zwischen München und Ingolstadt bleibt nicht bei der aktuellen Strecke stehen. Bereits in den kommenden Jahren sollen weitere Projekte die Anbindung der Region verbessern – mit klaren Zielen bis 2030. Im Fokus stehen dabei die Verlängerung der Linie Richtung Norden bis nach Nürnberg sowie die Verdichtung des Takts auf der bestehenden Strecke. Verkehrsexperten aus dem Bayerischen Verkehrsministerium betonen, dass solche Erweiterungen den Pendlerverkehr um bis zu 30 Prozent entlasten könnten, sobald die Infrastruktur steht.
Konkrete Pläne sehen vor, die Strecke ab 2027 schrittweise über Pfaffenhofen und Eichstätt hinaus bis in den Großraum Nürnberg zu führen. Damit würde sich die Reisezeit zwischen den beiden Wirtschaftsstandorten auf unter 90 Minuten verkürzen – ein entscheidender Vorteil für Berufspendler und Unternehmen.
Parallel dazu läuft die Planung für einen neuen Haltepunkt in Manching. Der Standort, bekannt durch den Airbus-Standort, soll direkt an das Schienennetz angebunden werden. Dies würde nicht nur die Erreichbarkeit für Mitarbeiter verbessern, sondern auch die Attraktivität des Gewerbegebiets steigern. Erste Machbarkeitsstudien liegen bereits vor.
Langfristig könnte die Regionalbahn sogar Teil eines größeren bayerischen Schienenkonzepts werden, das München mit weiteren Oberzentren wie Augsburg oder Regensburg vernetzt. Die Priorität liegt jedoch zunächst auf der Stabilisierung des Betriebs auf der neuen Ingolstadt-Strecke, bevor weitere Ausbaustufen angegangen werden.
Die neue Regionalbahn zwischen München und Ingolstadt setzt ab Dezember Maßstäbe: Mit nur 45 Minuten Fahrzeit wird die Strecke zur schnellsten und komfortabelsten Verbindung der Region – ein Gewinn für Pendler, Studierende und Tagesausflügler gleichermaßen. Wer bisher auf überfüllte S-Bahnen oder das Auto angewiesen war, bekommt damit eine echte Alternative mit Taktfahrplan und moderner Ausstattung.
Wer die Verbindung nutzen möchte, sollte sich früh über die genauen Abfahrtszeiten informieren, denn die Taktung ist besonders in den Stoßzeiten eng getaktet, aber nicht jede Stunde gleich. Tickets lassen sich bequem über die MVV-App buchen, inklusive Umsteigeverbindungen in beide Richtungen.
Mit dem Fahrplanwechsel rückt nicht nur Ingolstadt näher an München heran – die Strecke könnte auch zum Vorbild für weitere Ausbaustufen im bayerischen Schienennetz werden.

