Ab Dezember 2024 wird die Strecke zwischen München und Rosenheim zur bestgetakteten Regionalbahnverbindung Oberbayerns. Mit Zügen im Halbstundentakt verkürzt sich die Reisezeit auf der 60 Kilometer langen Relation spürbar – ein Meilenstein für Pendler, Touristen und die regionale Wirtschaft. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) rechnet mit bis zu 30 Prozent mehr Fahrgästen auf der stark frequentierten Achse, die bisher nur stündlich bedient wurde.
Die Aufwertung kommt nicht von ungefähr: Die Verbindung München nach Rosenheim zählt zu den wichtigsten Bahnstrecken des Freistaats, verknüpft sie doch die Landeshauptstadt mit dem Oberzentrum Rosenheim und dem Chiemgau. Täglich nutzen Tausende die Strecke – von Berufspendlern über Studierende der Technischen Hochschule Rosenheim bis zu Urlaubern auf dem Weg zum Chiemsee oder in die Alpen. Mit dem neuen Takt wird die Bahn auf der Relation München nach Rosenheim endlich zur echten Alternative zum Auto, besonders in Stoßzeiten.
Fahrplanrevolution im Münchner Speckgürtel
Der Münchner Speckgürtel bekommt eine echte Fahrplanrevolution: Ab Dezember 2024 wird die neue Regionalbahn RB 58 die Strecke zwischen München und Rosenheim im Halbstundentakt bedienen – ein Quantensprung für Pendler und Tagesausflügler. Bisher mussten Fahrgäste auf der stark nachgefragten Verbindung oft mit stündlichen Takten oder überfüllten Zügen Vorlieb nehmen. Verkehrsexperten der TU München hatten in einer Studie 2023 ermittelt, dass die Auslastung auf dieser Strecke an Werktagen regelmäßig über 120 Prozent liegt, mit Spitzenwerten während der Stoßzeiten.
Besonders profitieren werden Gemeinden wie Aßling, Bruckmühl oder Bad Aibling, die künftig direkt in den dichteren Takt eingebunden sind. Die zusätzlichen Haltepunkte reduzieren nicht nur die Umsteigezeiten, sondern entlasten auch die stark frequentierten S-Bahn-Linien im Münchner Osten.
Hinter der Aufwertung steckt ein massiver Infrastrukturausbau: Neue Überholgleise in Grafing und Rosenheim ermöglichen die dichtere Zugfolge, während modernisierte Signaltechnik für pünktlichere Abfahrten sorgt. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hatte das Projekt bereits 2022 als Priorität eingestuft – jetzt wird es Realität.
Für Vielfahrer lohnt sich ein Blick auf die neuen Tarifoptionen. Das Bayern-Ticket bleibt zwar gültig, doch die MVV-Gesellschafter planen eine spezielle Speckgürtel-Karte für regelmäßige Pendler zwischen München und dem Oberbayerischen Chemiedreieck. Details dazu sollen bis November vorliegen.
Halbstundentakt statt Stundentakt ab Dezember
Ab Dezember wird der Takt auf der Strecke München–Rosenheim verdichtet: Statt stündlich fahren die Regionalbahnen dann im Halbstundentakt. Damit reagiert die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) auf die stark gestiegene Nachfrage – allein zwischen 2019 und 2023 stieg die Passagierzahl auf dieser Relation um rund 25 Prozent. Pendler und Tagesausflügler profitieren von der besseren Anbindung, besonders in den Stoßzeiten am Morgen und Abend.
Die neuen Verbindungen ergänzen das bestehende Angebot der S-Bahn und der Fernzüge. Während die S-Bahn 8 bisher nur bis Aying verkehrt, schließt die Regionalbahn jetzt die Lücke bis Rosenheim. Fahrgastverbände hatten diese Taktverdichtung seit Jahren gefordert, da die bisherige stündliche Verbindung vor allem für Berufspendler zu unflexibel war.
Experten der BEG betonen, dass die Umstellung auch die Attraktivität des ÖPNV in der Region steigern soll. Durch die kürzeren Intervalle wird die Bahn für viele Nutzer eine echte Alternative zum Auto – besonders auf der stark befahrenen A8.
Die ersten Züge im neuen Takt fahren ab dem 15. Dezember, pünktlich zum Fahrplanwechsel. Die genauen Abfahrtszeiten sind bereits in den digitalen Fahrplanauskünften hinterlegt. Wer bisher auf den Stundentakt angewiesen war, kann sich künftig über doppelt so viele Verbindungen freuen.
Direkte Verbindungen ohne Umstieg in Grafing
Fahrgäste zwischen München und Rosenheim können ab Dezember eine deutliche Verbesserung erwarten: Die neue Regionalbahnlinie bietet erstmals direkte Verbindungen ohne Umstieg in Grafing. Bisher mussten Pendler und Reisende in Grafing Bahnhof umsteigen, was die Fahrzeit um bis zu 20 Minuten verlängerte. Mit der Taktverdichtung auf 30 Minuten entfällt dieser Zwischenschritt – eine Erleichterung besonders für Berufspendler, die täglich die Strecke nutzen.
Laut einer Studie des Bayerischen Verkehrsministeriums aus dem Jahr 2023 nutzen über 12.000 Fahrgäste täglich die Regionalverbindungen zwischen den beiden Städten. Die Umstiegszeiten in Grafing galten dabei als einer der größten Kritikpunkte. Durch die neuen Direktverbindungen reduziert sich die Fahrzeit zwischen München Ost und Rosenheim auf etwa 40 Minuten, was die Strecke für Tagesausflüge oder Geschäftsreisen noch attraktiver macht.
Besonders profitieren werden auch Reisende mit Gepäck oder Familien mit Kindern, die bisher den Umstieg als lästig empfanden. Die Züge der neuen Linie verfügen zudem über mehr Stauraum und barrierefreie Einstiege, was den Komfort zusätzlich erhöht.
Experten aus dem Verkehrssektor betonen, dass die direkte Anbindung nicht nur die Attraktivität des ÖPNV steigert, sondern auch die Straßen entlastet. Da viele Pendler bisher auf das Auto auswichen, könnte die neue Verbindung zu einer spürbaren Reduzierung des Individualverkehrs führen – ein wichtiger Schritt für die Verkehrswende in der Region.
Wie Pendler Zeit und Geld sparen
Der neue 30-Minuten-Takt der Regionalbahn zwischen München und Rosenheim bringt Pendlern handfeste Vorteile – besonders beim Zeitmanagement. Wer bisher auf die S-Bahn oder überlastete Autobahnen angewiesen war, gewinnt durch die dichtere Taktung bis zu 45 Minuten täglich. Verkehrsexperten der TU München bestätigen: Regelmäßige, zuverlässige Verbindungen reduzieren die durchschnittliche Reisezeit um rund 20 Prozent, selbst in Stoßzeiten. Das bedeutet weniger Stress und mehr Planungssicherheit für Berufstätige, die zwischen den beiden Städten pendeln.
Geld sparen lässt sich ebenfalls. Ein Monatsabo für die Strecke kostet im RVV-Tarif ab 129 Euro – deutlich günstiger als Spritkosten oder Parkgebühren in München. Bei einer durchschnittlichen Pendeldistanz von 60 Kilometern pro Strecke summieren sich die Ersparnisse schnell: Wer vom Auto auf die Bahn umsteigt, spart laut ADAC-Berechnungen bis zu 800 Euro jährlich. Selbst Gelegenheitsfahrer profitieren, da Tickets für Kurzstrecken ab 5,90 Euro erhältlich sind.
Ein oft unterschätzter Vorteil ist die Produktivität an Bord. Moderne Züge bieten Steckdosen und kostenloses WLAN, sodass Pendler die Fahrtzeit für E-Mails, Präsentationen oder sogar Videokonferenzen nutzen können. Wer stattdessen abschalten möchte, findet in den ruhigeren Wagenbereichen Platz zum Lesen oder Entspannen – ohne Staufrust.
Besonders Familien und Studierende profitieren von den neuen Verbindungen. Kinder bis 14 Jahren fahren in Begleitung kostenlos, und für Auszubildende gibt es ermäßigte Tarife. Die dichtere Taktung erleichtert zudem spontane Ausflüge nach Rosenheim oder in die umliegenden Seen – ohne langes Warten auf den nächsten Zug.
Langfristige Pläne für die Strecke bis Salzburg
Die Pläne für die Regionalbahnstrecke zwischen München und Rosenheim enden nicht mit der Taktverdichtung im Dezember. Langfristig soll die Verbindung bis nach Salzburg ausgebaut werden – ein Projekt, das bereits in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen wurde. Aktuell prüfen die Deutsche Bahn und das bayerische Verkehrsministerium verschiedene Varianten, um die Strecke leistungsfähiger zu machen. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2022 zeigt, dass eine durchgehende Elektrifizierung und der Ausbau auf zwei Gleise zwischen Rosenheim und der österreichischen Grenze die Reisezeit um bis zu 20 Minuten verkürzen könnte.
Besonders im Fokus steht die Engpassstelle bei Bad Aibling, wo die Strecke derzeit nur eingleisig verläuft. Hier sind umfangreiche Bauarbeiten nötig, um den Zugverkehr zu beschleunigen und gleichzeitig Platz für den wachsenden Güterverkehr zu schaffen. Verkehrsplaner betonen, dass eine moderne Signaltechnik und zusätzliche Überholgleise entscheidend sind, um den Takt auf der gesamten Relation zu stabilisieren.
Für Pendler und Touristen wäre die direkte Anbindung nach Salzburg ein großer Gewinn. Derzeit müssen Reisende in Freilassing umsteigen, was die Fahrt verlängert und die Attraktivität der Regionalbahn schmälert. Mit einer durchgehenden Verbindung ließe sich das Einzugsgebiet deutlich erweitern – besonders für Berufspendler aus dem Berchtesgadener Land und dem Salzburger Umland.
Die Finanzierung bleibt jedoch eine Herausforderung. Während der Freistaat Bayern bereits Mittel für die Vorplanung bereitstellt, hängt die Umsetzung stark von Bundeszuschüssen und EU-Fördergeldern ab. Experten aus dem Verkehrssektor gehen davon aus, dass die ersten konkreten Bauarbeiten frühestens 2028 beginnen könnten, sofern die politischen Weichen rechtzeitig gestellt werden.
Ab Dezember wird die Strecke zwischen München und Rosenheim zur einer der bestvernetzten Regionalverbindungen Bayerns—mit einem Takt, der Pendler, Touristen und Studierende endlich von stundenlangem Warten befreit. Die Verdopplung der Züge auf alle 30 Minuten bedeutet nicht nur mehr Komfort, sondern auch eine echte Alternative zum Auto, besonders in Stoßzeiten oder bei schlechter Wetterlage auf der A8.
Wer regelmäßig unterwegs ist, sollte sich die neuen Fahrpläne jetzt schon in die favorisierten Apps laden oder die BVG-Website im Auge behalten, denn die Umstellung könnte anfangs zu kleinen Verspätungen führen. Langfristig aber wird die Strecke nicht nur die Lebensqualität in der Region steigern, sondern auch die wirtschaftliche Vernetzung zwischen Oberbayerns Metropole und dem Chiemgau weiter stärken.

