Ab Dezember 2024 wird die Strecke zwischen Rosenheim und München zur bestgetakteten Regionalverbindung Oberbayerns: Alle 30 Minuten rollt dann eine neue Regionalbahn – ein Novum für Pendler, die bisher mit stündlichen oder unregelmäßigen Verbindungen klarkommen mussten. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) gibt das Projekt nach jahrelanger Planung frei, mit dem Ziel, den Ballungsraum München enger an das wirtschaftliche Zentrum Rosenheim anzubinden. 12.000 zusätzliche Sitzplätze pro Tag und eine Reisezeit von unter 50 Minuten sollen den Umstieg vom Auto auf die Schiene attraktiver machen als je zuvor.

Für Berufspendler, Studierende und Touristen bedeutet die Verdichtung der Takte eine spürbare Entlastung – besonders auf der stark frequentierten Achse Rosenheim nach München. Bisher führten Verspätungen oder überfüllte Züge zu Frust, doch mit den neuen Zügen vom Typ Stadler Flirt und optimierten Fahrplänen verspricht die BEG mehr Pünktlichkeit und Komfort. Auch für die Region selbst ist die Anbindung ein Gewinn: Unternehmen in Rosenheim profitieren von der schnelleren Erreichbarkeit der Landeshauptstadt, während München als Arbeitsmarkt und Kulturzentrum noch zugänglicher wird. Wer regelmäßig zwischen Rosenheim nach München unterwegs ist, kann sich ab Dezember auf weniger Wartezeit und mehr Flexibilität einstellen.

Jahrelange Planungen für die bessere Anbindung Oberbayerns

Die Pläne für eine bessere Bahnverbindung zwischen Rosenheim und München reichen bis in die frühen 2010er-Jahre zurück. Damals identifizierten Verkehrsplaner die Strecke als einen der größten Engpässe im oberbayerischen Schienennetz. Studien des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr zeigten, dass die bisherige Taktung von 60 Minuten den Pendlerbedarf nicht deckte – besonders in Stoßzeiten nutzten bis zu 12.000 Fahrgäste täglich die Verbindung, viele davon mit überfüllten Zügen.

2016 konkretisierten sich die Überlegungen, als der Freistaat Bayern gemeinsam mit der Deutschen Bahn eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gab. Im Fokus stand nicht nur die Verdichtung des Takts, sondern auch die Modernisierung der Infrastruktur. Gleisausbauten, Signaloptimierungen und neue Haltepunkte wie in Feldkirchen-Westerham wurden geprüft, um Verspätungen zu reduzieren.

Ein entscheidender Meilenstein folgte 2019 mit der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan. Damit flossen Mittel aus dem Gemeinschaftsprogramm von Bund und Ländern – insgesamt rund 140 Millionen Euro für die Strecke. Verkehrsexperten betonten damals, dass ohne diese Förderung eine Realisierung vor 2030 kaum möglich gewesen wäre.

Parallel liefen Verhandlungen mit Kommunen entlang der Strecke. Besonders die Stadt Rosenheim pochte auf eine direkte Anbindung des neuen Campus der Technischen Hochschule, der 2021 eröffnet wurde. Die Lösung: ein zusätzlicher Halt in Rosenheim Hochschule, der nun ab Dezember in den Fahrplan integriert ist.

Die letzten Hürden waren logistischer Natur. Bauarbeiten an Brücken und Bahnübergängen verzögerten sich durch Lieferengpässe bei Baumaterialien, doch seit Frühling 2023 laufen die Tests für den 30-Minuten-Takt. Nun steht fest: Pünktlich zum Fahrplanwechsel rollt die Regionalbahn 17 – und setzt damit ein Vorhaben um, das über ein Jahrzehnt Planung erforderte.

Taktfahrplan ab Dezember: Alle 30 Minuten ohne Umstieg

Ab Dezember wird der Pendleralltag zwischen Rosenheim und München deutlich entspannter. Der neue Taktfahrplan sieht vor, dass die Regionalbahn alle 30 Minuten fährt – und das ohne Umstieg. Damit entfällt das lästige Warten an den Knotenpunkten wie Grafing oder Aßling, wo Reisende bisher oft auf Anschlusszüge angewiesen waren.

Besonders für Berufspendler bringt die Verdichtung des Takts spürbare Vorteile. Laut einer Studie des Bayerischen Verkehrsministeriums nutzen täglich über 12.000 Fahrgäste die Strecke zwischen den beiden Städten. Mit der neuen Verbindung verkürzt sich die durchschnittliche Reisezeit um bis zu 15 Minuten, da direkte Züge die Hauptverkehrszeiten besser abdecken.

Nicht nur die Häufigkeit, sondern auch die Zuverlässigkeit profitiert vom optimierten Fahrplan. Durch die gleichmäßige Verteilung der Abfahrten – morgens ab 5:00 Uhr bis abends 23:30 Uhr – lassen sich Engpässe vermeiden, die bisher zu Stoßzeiten auftraten. Wer etwa um 7:45 Uhr in Rosenheim einsteigt, kommt ohne Zwischenstopp um 8:22 Uhr am Münchner Ostbahnhof an.

Für Gelegenheitsfahrer lohnt sich ein Blick auf die digitalen Fahrplanauskünfte, da sich die genauen Minutenabstände je nach Tageszeit leicht verschieben können. Wochenends gilt ein angepasster Takt, der jedoch ebenfalls auf maximale Direktverbindungen setzt.

Fahrzeit, Preise und Komfort der neuen Regionalbahn

Ab Dezember verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Rosenheim und München auf knapp 40 Minuten – eine deutliche Verbesserung gegenüber den bisherigen 50 bis 60 Minuten mit Umstiegen oder langsameren Regionalzügen. Die neue Taktung alle 30 Minuten macht Pendeln attraktiver, besonders für Berufstätige, die bisher auf überfüllte S-Bahnen oder Staus auf der A8 angewiesen waren. Laut einer Studie des Bayerischen Verkehrsministeriums nutzen bereits jetzt über 12.000 Menschen täglich die Strecke; mit der Verdopplung der Verbindungen rechnet man mit einem weiteren Anstieg um mindestens 30 Prozent.

Die Preise bleiben stabil: Ein Einzelfahrschein kostet weiterhin 11,50 Euro, das Bayern-Ticket (gilt für bis zu fünf Personen) liegt bei 27 Euro. Monatskarten für Pendler werden um etwa 5 Prozent günstiger, da die kürzere Fahrzeit in die Tarifgestaltung einfließt. Wer früh bucht, profitiert von Online-Rabatten bis zu 20 Prozent über die DB-App.

Komfort spielt eine zentrale Rolle. Die neuen Züge der Baureihe Stadler Flirt verfügen über Steckdosen an jedem Sitz, kostenloses WLAN und breitere Gänge für Gepäck und Fahrräder. Die Sitze sind mit Stoff bezogen – leichter zu reinigen als Leder, aber dennoch strapazierfähig. Klimatisierung und Schallschutzfenster sorgen für eine ruhigere Fahrt, was besonders in den Stoßzeiten zwischen 6 und 9 Uhr morgens spürbar sein wird.

Barrierefreiheit wurde ebenfalls verbessert: Alle Wagen sind stufenlos zugänglich, und die Toiletten sind rollstuhlgerecht gestaltet. Für Eltern mit Kindern gibt es spezielle Abteile mit Wickeltischen, während Fahrradstellplätze direkt an den Türen platziert wurden, um das Ein- und Ausladen zu beschleunigen.

Wie Pendler und Touristen von der Strecke profitieren

Für Berufspendler zwischen Rosenheim und München wird der tägliche Arbeitsweg ab Dezember deutlich entspannter. Die neue Regionalbahn verkürzt die Fahrzeit auf unter 50 Minuten – eine spürbare Verbesserung gegenüber den bisherigen 60 bis 75 Minuten, je nach Verbindung. Studien des Bayerischen Verkehrsministeriums zeigen, dass bereits eine Reduzierung der Pendelzeit um 15 Minuten die Zufriedenheit der Fahrgäste um bis zu 40 Prozent steigert. Wer bisher auf überfüllte S-Bahnen oder Staus auf der A8 angewiesen war, kann künftig bequem im Halbstundentakt zwischen den beiden Städten wechseln.

Touristen profitieren ebenfalls von der besseren Anbindung. Rosenheims Altstadt, der Chiemsee oder die nahen Alpen werden so zu attraktiven Tageszielen für Münchner und internationale Besucher. Besonders an Wochenenden und in der Hochsaison entlastet die neue Strecke die stark frequentierte Autobahn und reduziert Parkplatzsuche sowie Umweltbelastung.

Ein weiterer Vorteil: Die Regionalbahn hält an wichtigen Umsteigeknoten wie Ostbahnhof und Hauptbahnhof, wo direkte Anschlüsse an S-Bahnen, U-Bahnen und Fernverkehr bestehen. Das macht die Verbindung nicht nur für Pendler, sondern auch für Geschäfsreisende interessant, die Termine in beiden Städten wahrnehmen.

Langfristig könnte die Strecke sogar den Wohnungsmarkt entlasten. Immobilienexperten erwarten, dass die bessere Erreichbarkeit Münchens die Nachfrage nach Wohnraum in Rosenheim und Umgebung steigert – wo die Mieten im Vergleich zur Landeshauptstadt noch deutlich moderater sind.

Ausbaupläne bis 2030 und mögliche Erweiterungen

Bis 2030 plant die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) eine deutliche Aufwertung der neuen Regionalbahnverbindung zwischen Rosenheim und München. Geplant ist nicht nur die Verdichtung des Takts auf bis zu vier Züge pro Stunde in den Hauptverkehrszeiten, sondern auch die Einführung moderner Doppelstock-Triebzüge mit höherer Kapazität. Laut dem aktuellen Bayerischen Landesverkehrsplan 2023 soll die Strecke damit zu einer der leistungsfähigsten Regionalverbindungen im Freistaat ausgebaut werden – ein notwendiger Schritt angesichts der prognostizierten Fahrgastzunahme um 40 Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts.

Konkrete Erweiterungen betreffen vor allem die Infrastruktur: So sind zusätzliche Überholgleise in Grafing und Aßling vorgesehen, um Verspätungen zu minimieren und die Pünktlichkeit auf über 95 Prozent zu steigern. Auch der Ausbau der Stationen steht auf der Agenda. In Rosenheim entsteht bis 2027 ein drittes Gleis am Bahnhof, während in München-Ost ein neuer Haltepunkt für bessere Umsteigemöglichkeiten zur S-Bahn geprüft wird.

Langfristig diskutiert die BEG sogar eine Verlängerung der Linie über Rosenheim hinaus – etwa in Richtung Salzburg oder ins Inntal. Solche Pläne hängen jedoch von weiteren Machbarkeitsstudien und der Finanzierung durch Bund und Land ab. Fest steht bereits, dass die Strecke ab 2026 mit ETCS (European Train Control System) ausgerüstet wird, was die Zugfolge weiter verkürzen und die Sicherheit erhöhen soll.

Für Pendler besonders relevant: Die Fahrzeit zwischen den beiden Städten könnte durch die Maßnahmen um bis zu fünf Minuten sinken. Ob dies gelingt, hängt auch davon ab, ob die geplante Elektrifizierung der Nebenstrecken wie angekündigt umgesetzt wird.

Ab Dezember setzt die neue Regionalbahn zwischen Rosenheim und München einen lang erwarteten Standard: Alle dreißig Minuten rollt ein Zug, verdoppelt das Angebot und macht Pendeln oder spontane Ausflüge so einfach wie nie zuvor. Die Taktverdichtung kommt nicht nur Berufstätigen zugute, sondern entlastet auch die stark frequentierte Strecke – besonders zur Stoßzeit, wenn bisher oft jeder Platz besetzt war.

Wer die Verbindung nutzen will, sollte sich die genauen Fahrpläne rechtzeitig ansehen, denn trotz des dichteren Takts können sich Verspätungen zur Rushhour noch immer auf die Anschlüsse auswirken. Die Bayerische Eisenbahn-Gesellschaft hat bereits angekündigt, bei Erfolg das Konzept auf weitere Strecken auszuweiten.

Damit könnte die Regionalbahn nicht nur eine schnelle Alternative zum Auto werden, sondern auch andere Städte im Speckgürtel Münchens enger an die Landeshauptstadt binden.