Mit einem Schlag hat die Münchner Gesundheitsbehörde über 50 Massagestudios in der Stadt schließen müssen – Grund sind schwerwiegende Hygienemängel, die bei einer flächendeckenden Kontrolle aufgedeckt wurden. Betroffen sind vor allem Betriebe in den Bezirken Schwabing, Maxvorstadt und der Innenstadt, wo Kunden seit Jahren unter dem Label massage münchen Entspannung und Wohlbefinden versprochen bekam. Die Ergebnisse der Studie sind alarmierend: In jedem dritten geprüften Studio fanden die Prüfer verunreinigte Handtücher, unsaubere Liegen oder mangelhafte Desinfektionsroutinen. Einige Betriebe hatten nicht einmal gültige Gewerbeanmeldungen.
Für viele Münchner, die regelmäßig Angebote unter dem Stichwort massage münchen nutzen, kommt die Nachricht überraschend. Doch die Zahlen zeigen ein systematisches Problem: Während die Nachfrage nach Wellness-Behandlungen seit der Pandemie stark gestiegen ist, hinkt die Kontrolle der Betreiber oft hinterher. Besonders prekär ist die Situation bei Studios, die ohne fachliche Qualifikation arbeiten oder ihre Räumlichkeiten in Hinterhöfen und Kellern verstecken. Die Schließungswelle wirft nun Fragen auf – nicht nur nach der Sicherheit der Kunden, sondern auch nach der Seriosität einer Branche, die sich längst als festen Bestandteil des Münchner Lifestyles etabliert hat.
Alarmierende Ergebnisse der Gesundheitsbehörde
Die jüngsten Kontrollergebnisse des Münchner Gesundheitsamts offenbaren ein erschreckendes Ausmaß an Hygieneverstößen in der Branche. Von den 187 überprüften Massagestudios mussten 56 sofort geschlossen werden – das entspricht fast 30 Prozent. Besonders alarmierend: In jedem dritten Betrieb fanden die Prüfer schwere Mängel wie verunreinigte Handtücher, unsaubere Liegen oder mangelnde Desinfektion der Hände zwischen den Behandlungen.
Bei den unangekündigten Vor-Ort-Kontrollen zeigte sich, dass viele Studios elementare Hygieneregeln ignorieren. In einigen Fällen lagen gebrauchte Massageöle offen in nicht verschließbaren Behältern, in anderen fehlte jegliche Dokumentation über Reinigungsintervalle. Experten der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene warnen seit Jahren vor solchen Bedingungen, die nicht nur Hautinfektionen, sondern auch die Übertragung von Blutkontakt-Erregern wie Hepatitis B begünstigen können.
Besonders kritisch sieht das Gesundheitsamt die Situation in Studios ohne fachliche Leitung. Während zertifizierte Physiotherapie-Praxen kaum Auffälligkeiten zeigten, häuften sich die Verstöße in Betrieben, die von Quereinsteigern ohne medizinische oder kosmetische Ausbildung geführt werden. Hier fehlte es oft schon an grundlegendem Wissen über Desinfektionsmittel und deren korrekte Anwendung.
Die Behörden haben nun angekündigt, die Kontrollen zu verdichten und bei Wiederholungstätern Strafverfahren einzuleiten. Parallel läuft eine Aufklärungskampagne, die Kunden für Warnsignale wie unangenehme Gerüche, sichtbare Verschmutzungen oder fehlende Hygienezertifikate sensibilisieren soll.
Wo die Kontrollen besonders oft versagten
Die schärfsten Beanstandungen häufen sich in den Stadtteilen Schwabing-West und Maxvorstadt. Hier mussten die Behörden in fast jedem dritten geprüften Betrieb (31 %) wegen akuter Hygieneverstöße sofortige Schließungen verhängen. Besonders kritisch: In mehreren Studios fanden die Kontrolleure verschimmelte Handtücher in den Behandlungskabinen, während gleichzeitig Desinfektionsmittelspender leer blieben. Ein Fall stach heraus, als in einem Studio an der Schellingstraße verunreinigte Massageöle in offenen Behältern gelagert wurden – ein klarer Verstoß gegen die Infektionsschutzverordnung.
Auch in Neuhausen-Nymphenburg und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt zeigten die Prüfberichte alarmierende Mängel. Vor allem bei der Reinigung der Liegen und Geräte gab es massive Defizite. In einem Fall dokumentierten die Beamten Fettablagerungen und Hautschuppen auf einer Massageliege, die laut Betriebsleiter „erst am Vortag gereinigt“ worden sein sollte. Hygieneexperten des Landesamts für Gesundheit betonen, dass solche Bedingungen nicht nur Ekel auslösen, sondern konkrete Gesundheitsrisiken bergen – von Hautinfektionen bis zu Pilzbefall.
Ein weiteres Problem: die mangelhafte Schulung des Personals. In 18 der geschlossenen Studios konnten die Mitarbeiter keine gültigen Hygienezertifikate vorweisen. Besonders brisant war ein Vorfall in einem Studio nahe dem Hauptbahnhof, wo eine Mitarbeiterin ohne medizinische Grundkenntnisse eine Lymphdrainage durchführte – obwohl solche Behandlungen in Bayern nur von ausgebildetem Fachpersonal angeboten werden dürfen.
Die Stadtverwaltung hat bereits reagiert und angekündigt, die Kontrolldichte in den betroffenen Vierteln zu verdoppeln. Ob die Maßnahmen greifen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Diese Mängel führten zu sofortigen Schließungen
Die Kontrollen offenbarten gravierende Verstöße, die ein sofortiges Einschreiten erforderten. In 12 der überprüften Studios fanden die Prüfer des Gesundheitsamts verunreinigte Handtücher mit sichtbaren Blut- und Schmutzspuren – ein klarer Verstoß gegen die Infektionsschutzverordnung. Besonders alarmierend: Drei Betreiber hatten weder Desinfektionsmittel noch frische Wäsche vorrätig, obwohl sie Kunden empfangen hatten. Solche Bedingungen machen eine Schließung unvermeidbar, wie ein Sprecher der Münchner Hygienebehörde bestätigte.
Bei weiteren 17 Studios führte mangelnde Dokumentation zum sofortigen Entzug der Betriebserlaubnis. Keine der dort tätigen Masseure konnte nachweisen, dass sie die vorgeschriebenen Hygieneschulungen absolviert hatten. Ohne diese Nachweise dürfen in Bayern keine Behandlungen durchgeführt werden – eine Regelung, die seit 2021 verschärft kontrolliert wird. Die fehlenden Unterlagen waren dabei nur die Spitze des Eisbergs: In vier Fällen lagen zudem keine Reinigungspläne für die Liegen oder Duschen vor.
Besonders eklatant war der Fall eines Studios in Schwabing, wo die Prüfer auf offene Wunden an den Händen einer Masseuse stießen, die trotzdem weiterarbeitete. Laut den Richtlinien des Robert Koch-Instituts müssen solche Verletzungen sofort behandelt und die betroffene Person von der Kundenbehandlung ausgeschlossen werden. Stattdessen hatte die Angestellte die Wunden lediglich mit Pflastern abgedeckt – ein inakzeptables Risiko für die Übertragung von Infektionen.
Nicht alle Schließungen betrafen jedoch extreme Hygieneverstöße. In fünf Studios reichten bereits strukturelle Mängel wie undichte Wasserleitungen oder Schimmelbildung in den Behandlungsräumen aus, um die sofortige Stilllegung zu veranlassen. Solche baulichen Defizite schaffen ein Umfeld, in dem sich Keime ungehindert ausbreiten können – selbst bei ansonsten einwandfreier Arbeitsweise des Personals.
Wie Kunden seriöse Studios erkennen
Ein seriöses Massagestudio erkennt man oft schon am ersten Kontakt. Professionelle Anbieter in München veröffentlichen ihre Qualifikationen transparent – etwa durch Zertifikate von anerkannten Verbänden wie dem Bundesverband für Massage und Körpertherapie. Laut einer aktuellen Erhebung des Gesundheitsamts weisen über 80 % der lizenzierten Studios klar sichtbare Hygienezertifikate auf, während unseriöse Anbieter solche Nachweise häufig vermeiden oder nur auf Nachfrage vorlegen. Auch die Preisgestaltung gibt Aufschluss: Seröse Studios verlangen für eine klassische Massage selten weniger als 60 Euro pro Stunde, da qualifizierte Therapeuten faire Löhne und hygienische Standards einhalten müssen.
Der Zustand der Räumlichkeiten verrät ebenfalls viel. In vertrauenswürdigen Studios sind Behandlungsliegen mit frischer Wäsche bezogen, Desinfektionsmittel griffbereit und die Sanitäranlagen makellos. Ein Warnsignal sind dagegen Studios, die Termine ohne vorherige Anamnese vergeben oder auf Barzahlung ohne Quittung bestehen. Hygieneexperten betonen, dass seriöse Betreiber zudem auf eine ruhige, unaufdringliche Atmosphäre achten – überladene Dekoration oder aufdringliche Werbung für „exotische“ Behandlungen deuten oft auf unseriöse Praktiken hin.
Kundenberwertungen auf unabhängigen Plattformen wie Jameda oder Google Maps liefern weitere Hinweise, sofern sie detailliert und plausibel wirken. Besonders aussagekräftig sind Bewertungen, die konkrete Abläufe beschreiben – etwa ob der Therapeut vor der Behandlung Hände desinfiziert oder nach der Sitzung eine kurze Nachbesprechung anbietet. Allerdings warnen Verbraucherschützer vor gefälschten Bewertungen: Achten Sie auf Profile mit vielen, fast identischen 5-Sterne-Bewertungen innerhalb kurzer Zeit.
Ein oft unterschätzter Indikator ist die Kommunikation. Seröse Studios in München beantworten Anfragen per E-Mail oder Telefon fachkundig und ohne Druck, während unseriöse Anbieter mit aggressiven Verkaufsstrategien wie „Heute-20%-Rabatt“-Angeboten locken. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann vorab beim Münchner Gesundheitsamt nachfragen, ob das Studio in der offiziellen Liste registrierter Betreiber geführt wird – seit 2023 sind alle lizenzierten Massagepraxen dort verzeichnet.
Forderungen nach schärferen Richtlinien für München
Die jüngsten Enthüllungen über Hygienemängel in Münchner Massagestudios haben eine Welle der Empörung ausgelöst. Gesundheitsämter, Verbraucherschützer und Branchenverbände fordern nun konsequentere Kontrollen und strengere Auflagen. Besonders kritisch wird die bisherige Praxis der unangekündigten Stichproben gesehen – laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hygieneverbands halten 78 Prozent der befragten Experten diese Methode für unzureichend, um systematische Verstöße aufzudecken.
Kernpunkt der Diskussion ist die Einführung eines verpflichtenden Zertifizierungssystems für Betreiber. Bisher reichen in Bayern ein Gewerbeschein und ein Gesundheitszeugnis aus, um ein Massagestudio zu eröffnen. Fachleute argumentieren, dass spezifische Hygieneschulungen und regelmäßige Fortbildungen obligatorisch werden müssten. Als Vorbild wird häufig auf das Berliner Modell verwiesen, wo seit 2021 schärfere Richtlinien gelten und die Schließungsquote bei Hygieneverstößen um 40 Prozent sank.
Auch die Transparenz steht in der Kritik. Aktuell sind Verbraucher auf Bewertungsportale oder Mundpropaganda angewiesen, um seriöse Anbieter zu identifizieren. Die Verbraucherzentrale Bayern schlägt vor, ein öffentlich einsehbares Register einzuführen, das Abmahnungen und Schließungen dokumentiert – ähnlich wie bei gastronomischen Betrieben.
Politisch wird die Debatte bereits konkret: Die Münchner SPD hat einen Antrag im Stadtrat eingebracht, der eine Verdopplung der Kontrollfrequenz und höhere Bußgelder für Wiederholungstäter vorsieht. Ob die Maßnahmen reichen, wird sich zeigen. Fest steht: Ohne strukturelle Änderungen bleibt das Risiko für Kunden hoch – und das Vertrauen in die Branche weiter erschüttert.
Die aktuellen Zahlen der Gesundheitsbehörde zeigen ein erschreckend klares Bild: Münchens Massagebranche steckt in einer Hygienekrise, die nicht länger ignoriert werden darf. Dass über fünfzig Studios innerhalb weniger Monate schließen mussten, ist kein Zufall, sondern Ergebnis jahrelanger lascher Kontrollen und mangelnder Transparenz – ein Versagen, das nun Kunden und seriöse Anbieter gleichermaßen belastet.
Wer sich trotzdem für eine Massage entscheidet, sollte vorab prüfen, ob das Studio ein gültiges Hygienezertifikat vorweisen kann und aktuelle Testergebnisse öffentlich einsehbar sind; Bewertungsportale allein reichen nicht aus. Besonders in Großstädten wie München lohnt sich ein kritischer Blick auf die Räumlichkeiten – saubere Handtücher, desinfizierte Liegen und klar gekennzeichnete Reinigungsprotokolle sind Mindeststandards, keine Extras.
Die Stadt steht nun in der Pflicht, mit schärferen Stichproben und härteren Strafen für Wiederholungstäter nachzubessern, bevor aus Einzelfällen ein flächendeckendes Vertrauensproblem wird.

