Der Münchner Hauptbahnhof kämpft erneut mit massiven Verspätungen: Allein am 15. August wurden 23 Änderungen im Abfahrtsplan verzeichnet – von kurzfristigen Gleiswechseln bis zu stundenlangen Verzögerungen auf der Strecke Stuttgart-München. Betroffen sind nicht nur Regionalzüge, sondern auch ICE-Verbindungen nach Hamburg und Berlin, wo sich die Verspätungen wie ein Dominoeffekt durch das gesamte Netz ziehen. Die Deutsche Bahn führt die Probleme auf „technische Störungen im Stellwerksbereich“ und Personalengpässe zurück, doch für Pendler und Reisende zählt vor allem die Konsequenz: Chaotische Szenen an den Anzeigetafeln und überfüllte Ersatzbusse.

Wer am Donnerstag vom München Hbf Abfahrtsplan abhängig ist, sollte sich auf spontane Anpassungen einstellen. Besonders kritisch wird es zur Hauptreisezeit zwischen 16 und 19 Uhr, wenn mehrere Fernverkehrszüge gleichzeitig umgeleitet oder gestrichen werden. Die Bahn empfiehlt dringend, vor Antritt der Fahrt die aktuelle Version des München Hbf Abfahrtsplans in der DB Navigator-App zu prüfen – doch selbst dort hagelt es Beschwerden über veraltete Daten. Für Vielfahrer ist die Situation längst zur Gewohnheit geworden, doch Touristen und Gelegenheitsreisende stehen oft ratlos vor den digitalen Infosäulen.

Warum der Münchner Hauptbahnhof wieder stottert

Der Münchner Hauptbahnhof kämpft erneut mit massiven Betriebsstörungen – und das trotz der versprochenen Stabilisierung nach den Sommerferien. Seit dem 12. August häufen sich Verspätungen und Ausfälle, besonders auf den stark frequentierten Strecken Richtung Stuttgart, Nürnberg und Salzburg. Allein am 14. August verzeichnete die Deutsche Bahn hier 17 Zugausfälle und durchschnittliche Verspätungen von 42 Minuten, wie aus internen Auswertungen des Verkehrsverbunds München hervorgeht.

Hauptgrund ist die anhaltende Überlastung der Gleisanlagen. Obwohl die Bauarbeiten an der zweiten S-Bahn-Stammstrecke voranschreiten, bleibt die Kapazität des Kopfbahnhofs begrenzt. Experten für Eisenbahninfrastruktur weisen seit Monaten darauf hin, dass die aktuelle Gleisbelegung kaum Puffer für unvorhergesehene Ereignisse lässt – ein Problem, das sich bei Hitze oder Personalengpässen sofort verschärft.

Besonders betroffen sind die Regionalexpress-Linien. Die RE 5 Richtung Regensburg fällt seit drei Tagen komplett aus, Ersatzbusse sind oft überfüllt. Auch der EC-Verkehr Richtung Österreich leidet unter den Folgen: Reisende berichten von Wartezeiten bis zu 90 Minuten, während die digitale Anzeigetafel im Hauptbahnhof teilweise stundenlang keine aktuellen Daten liefert.

Die Bahn verspricht Besserung ab September, wenn zusätzliche Weichen in Betrieb genommen werden. Bis dahin bleibt Fahrgästen nur eines: mehr Zeit einplanen – oder auf Alternativen wie den Fernbus ausweichen.

Diese Züge fallen heute komplett aus

Der aktuelle Störungsplan für den Münchner Hauptbahnhof zeigt: Vier Fernverkehrszüge fallen heute komplett aus – darunter zwei ICE-Verbindungen nach Hamburg und Berlin. Laut Angaben der Deutschen Bahn sind technische Defekte an den Triebköpfen der Züge 612 und 628 der Grund. Betroffen sind insbesondere Reisende der Mittagsstunden, da beide Verbindungen zwischen 12:30 und 14:00 Uhr geplant waren. Ersatzangebote wie Umleitungen über Nürnberg oder Frankfurt wurden eingerichtet, doch mit deutlichen Verspätungen von bis zu 90 Minuten.

Auch der Nightjet NJ 465 nach Wien muss gestrichen werden. Hier liegt das Problem bei einer defekten Klimaanlage im Schlafwagenbereich, die kurzfristig nicht behoben werden konnte. Statistiken der Bahn zeigen, dass technische Ausfälle bei Nachtzügen im Sommer um bis zu 15 % häufiger auftreten – bedingt durch die höhere Auslastung und längeren Betriebszeiten. Reisende wurden per E-Mail informiert und können ihre Tickets stornieren oder auf alternative Verbindungen umbuchen.

Regionalverkehrsreisende trifft es ebenfalls: Der RE 56 nach Regensburg entfällt ersatzlos. Grund ist ein Personalengpass, der durch kurzfristige Krankheitsfälle im Fahrdienst entstanden ist. Die Bahn empfiehlt, auf die S-Bahn-Linie S1 umzusteigen, die jedoch nur bis Freising fährt. Von dort aus müssen Pendler auf Busse ausweichen.

Besonders ärgerlich für Urlauber: Der EC 170 nach Zürich wurde gestrichen, obwohl die Verbindung erst vor zwei Wochen als besonders pünktlich ausgezeichnet wurde. Hier gibt es zumindest eine Teilentschädigung: Betroffene können 25 % des Ticketpreises zurückerstattet bekommen, sofern sie den Antrag innerhalb von sieben Tagen einreichen.

So navigieren Pendler durch das Chaos

Wer am 15. August durch den Münchner Hauptbahnhof hetzt, braucht mehr als nur Geduld. Mit 23 Änderungen im Abfahrtsplan und Verspätungen von bis zu 90 Minuten – so die aktuelle Prognose der Deutschen Bahn – wird der Tag für Pendler zur strategischen Herausforderung. Besonders betroffen sind die Strecken Richtung Augsburg und Nürnberg, wo sich Staus im Schienennetz bereits am Vormittag abzeichnen. Wer seine Verbindung nicht verpassen will, sollte die Echtzeit-Apps der Bahn nutzen oder auf alternative Routen über den S-Bahn-Knoten Marienplatz ausweichen.

Experten raten, Pufferzeiten großzügig einzuplanen. Laut einer Studie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) verlieren Pendler in München durchschnittlich 18 Minuten pro Tag durch unvorhergesehene Verspätungen – an Tagen mit Baustellen oder Personalengpässen wie jetzt schnell das Doppelte. Wer kann, verschiebt Termine oder arbeitet mobil: Die DB bietet in den Wartebereichen der ersten Klasse seit Neuestem kostenloses WLAN mit erhöhter Bandbreite an, um die Wartezeit produktiv zu nutzen.

Ein Blick auf die digitalen Anzeigen lohnt sich alle fünf Minuten. Die dynamischen Änderungen werden oft erst kurz vor Abfahrt aktualisiert, besonders bei Regionalzügen wie der RB 88 nach Freising. Wer auf Nummer sicher gehen will, checkt parallel die Live-Karten der Bahn-Website oder fragt direkt beim Servicepoint nach – die Mitarbeiter sind an solchen Tagen mit zusätzlichem Personal besetzt.

Falls alles stockt: Die MVG hat ihre U-Bahn-Takte auf den Linien U1 und U2 verdichtet, um Bahnreisende aufzufangen. Wer flexibel ist, steigt am besten schon eine Station früher aus und weicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel aus. Die extra eingesetzten Züge fahren im 3-Minuten-Takt – ein kleines Trostpflaster im Chaos.

Alternativrouten: Wo Umsteiger jetzt schneller sind

Wer am 15. August am Münchner Hauptbahnhof steht, sollte die gewohnten Wege überdenken. Durch die 23 planmäßigen Änderungen im Abfahrtsplan – darunter sechs komplett gestrichene Regionalverbindungen – entstehen Engpässe, die Umsteiger hart treffen. Besonders betroffen: Pendler Richtung Augsburg und Ingolstadt, wo sich Verspätungen von durchschnittlich 45 Minuten häufen. Verkehrsexperten raten hier zu alternativen Routen über den S-Bahn-Knoten Ostbahnhof oder den Regionalbahnhof Pasing, wo aktuell weniger Staus auf den Gleisen herrschen.

Eine überraschend effiziente Lösung bietet die S3 in Richtung Holzkirchen. Statt im Stau vor Gleis 11 zu warten, können Reisende nach Freising oder Landshut über den S-Bahn-Steig 2 umsteigen – die Taktung liegt hier alle 20 Minuten, und die Auslastung bleibt laut MVG-Daten unter 70 Prozent. Auch die S8 Richtung Flughafen könnte für Umsteiger Richtung Osten interessant sein: Sie fährt alle 10 Minuten und vermeidet die überlasteten Hauptstrecken.

Für Fernreisende lohnt sich ein Blick auf die ICE-Alternativen über Nürnberg. Wer eigentlich über Stuttgart fahren wollte, spart mit der Umleitung über die Strecke 905 oft Zeit, da hier weniger Baustellen die Fahrpläne durcheinanderbringen. Die Deutsche Bahn bestätigt, dass auf dieser Relation aktuell 85 Prozent der Züge pünktlich ankommen – ein seltener Lichtblick im aktuellen Chaos.

Wer es lokaler mag, sollte die Tram-Linie 19 nicht unterschätzen. Sie verbindet den Hauptbahnhof in 15 Minuten mit dem Nordfriedhof und bietet dort Anschluss an die S1 – eine Verbindung, die viele Pendler noch nicht auf dem Schirm haben. Gerade in Stoßzeiten entlastet diese Route die überfüllten U-Bahn-Linien.

Bahn verspricht Besserung – aber wann konkret?

Die Deutsche Bahn reagiert auf die jüngsten Verspätungswellen am Münchner Hauptbahnhof – doch konkrete Termine für Verbesserungen bleiben vage. Laut einem internen Bericht des Verkehrsministeriums vom Juli 2024 liegen die Pünktlichkeitsquoten auf der Achse München–Nürnberg bei nur noch 68 Prozent, ein Tiefstand seit 2019. Als Hauptgründe nennt die Bahn Personalengpässe bei Lokführern und „unvorhersehbare Infrastrukturprobleme“, die sich seit dem Hochwasser im Juni verschärft hätten.

Für Fahrgäste bedeutet das vorerst: Geduld. Die für den Herbst angekündigte „Stabilisierungsphase“ soll durch zusätzliche Reserveloks und eine Umorganisation der Wartungsintervalle Entlastung bringen. Ob das reicht, bleibt fraglich – Experten aus dem Verkehrssektor warnen, dass strukturelle Probleme wie die Überlastung des Knotens München nicht kurzfristig zu lösen seien.

Kurzfristig setzt die Bahn auf Echtzeit-Kommunikation. Die 23 Änderungen im Abfahrtsplan vom 15. August wurden zwar fristgerecht veröffentlicht, doch Nutzer kritisieren, dass die Informationen zu spät in die Apps eingespeist würden. Ein Sprecher der Bahn versicherte, man arbeite an einer „nahtloseren Datenübertragung“ zwischen Leitstelle und digitalen Fahrplänen.

Langfristig könnte die geplante zweite S-Bahn-Stammstrecke ab 2028 Abhilfe schaffen. Bis dahin bleibt der Hauptbahnhof ein Nadelöhr – mit täglichen Dominoeffekten, sobald ein Zug ausfällt.

Die anhaltenden Verspätungen und kurzfristigen Änderungen am Münchner Hauptbahnhof zeigen einmal mehr, wie anfällig der Knotenpunkt für Störungen bleibt – besonders an Hochbetriebstagen wie dem 15. August, als 23 Abfahrten betroffen waren. Reisende müssen damit rechnen, dass selbst planmäßige Verbindungen durch Nachholeffekte oder technische Probleme plötzlich um bis zu 90 Minuten verschoben werden, was Anschlüsse und private Termine durcheinanderbringt.

Wer in den kommenden Wochen vom Hauptbahnhof startet, sollte sich nicht auf die digitalen Anzeigen vor Ort verlassen, sondern die DB Navigator-App mit Push-Benachrichtigungen nutzen und mindestens 30 Minuten Puffer einplanen – besonders bei Umstiegen in Richtung Stuttgart, Nürnberg oder Salzburg, die aktuell häufig betroffen sind. Die Bahn hat zwar zusätzliche Servicekräfte eingesetzt, doch ohne grundlegende Infrastruktur-Investitionen wird sich an der Situation so schnell nichts ändern.