Ab Dezember 2024 rollt ein neuer Nachtzug durch die Alpen: Die Verbindung zwischen München und Florenz wird wiederbelebt – diesmal mit modernisierten Liegewagen zu Preisen ab 49 Euro. Damit reagiert die Bahn auf die wachsende Nachfrage nach klimafreundlichen Reisealternativen, die gleichzeitig Komfort bieten. Die Strecke, die seit Jahren nur tagsüber bedient wurde, erhält so eine attraktive Option für Reisende, die Zeit sparen und gleichzeitig die Nacht nutzen wollen.

Der Nachtzug München–Florenz schließt eine Lücke im europäischen Nachtzugnetz und verbindet zwei kulturell und wirtschaftlich bedeutende Städte direkt. Für Pendler zwischen Deutschland und Italien entfällt das lästige Umsteigen, während Urlauber bequem in der Toskana ankommen – ohne Stau auf der Autobahn oder teure Inlandsflüge. Mit der Einführung des Nachtzugs München–Florenz setzt die Bahn ein klares Signal: Nachtzüge sind nicht nur Nostalgie, sondern eine praktische Lösung für moderne Reisende.

Die Renaissance der Nachtzüge in Europa

Nachtzüge erleben in Europa ein überraschendes Comeback – und das nicht ohne Grund. Während die Flugbranche mit steigenden CO₂-Emissionen und überlasteten Flughäfen kämpft, setzen immer mehr Reisende auf die klimafreundlichere Alternative: den Zug. Laut einer Studie des Europäischen Eisenbahnverbandes CER stieg die Nachfrage nach Nachtzugverbindungen zwischen 2020 und 2023 um über 30 Prozent. Die neue Strecke von München nach Florenz passt perfekt in diesen Trend, denn sie verbindet zwei beliebte Kulturmetropolen ohne Umstieg und mit minimalem ökologischen Fußabdruck.

Besonders attraktiv macht die Renaissance der Nachtzüge ihre Effizienz. Statt wertvolle Urlaubszeit mit Anreise zu verschwenden, schlafen Passagiere einfach im Zug – und wachen am nächsten Morgen am Zielort auf. Die neue Verbindung nach Florenz spart im Vergleich zum Flug rund 120 Kilogramm CO₂ pro Person. Kein Wunder also, dass Bahnbetreiber wie die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ihr Nachtzugnetz kontinuierlich ausbauen.

Doch nicht nur Umweltbewusste profitieren. Die Preise bleiben überraschend moderat: Ab 49 Euro gibt es Liegewagenplätze, was selbst günstige Flugtickets oft unterbietet. Hinzu kommt der Komfort moderner Nachtzüge mit privatem Waschraum, Steckdosen und sogar Frühstücksservice. Wer schon einmal in einem engen Flugzeughocker die Nacht verbracht hat, weiß die Vorzüge eines Bettplatzes im Zug zu schätzen.

Florenz ist dabei nur ein Beispiel für das wachsende Netz. Seit 2022 verkehren wieder Nachtzüge von Wien nach Paris, von Berlin nach Stockholm und von Amsterdam nach Zürich. Die EU fördert solche Projekte gezielt, um den Schienenverkehr als Rückgrat der europäischen Mobilität zu stärken. Die neue München-Florenz-Strecke zeigt: Die Bahn ist längst keine Nischenlösung mehr, sondern eine ernsthafte Konkurrenz für Kurzstreckenflüge.

Streckenführung und Reisezeiten des neuen Angebots

Der neue Nachtzug von München nach Florenz nimmt ab Dezember 2024 eine malerische Route durch die Alpen und das italienische Herzland. Ab München Hauptbahnhof fährt der Zug zunächst über Rosenheim und den Brennerpass, wo er die österreichische Grenze quert. Nach einem kurzen Halt in Innsbruck geht es weiter durch Südtirol mit Stopps in Bozen und Trient, bevor die Strecke durch die Po-Ebene führt. Die letzten Kilometer schlängeln sich durch die toskanischen Hügel, bis der Zug am Morgen in Florenz Santa Maria Novella eintrifft.

Die reine Fahrzeit beträgt rund 10 Stunden und 30 Minuten – eine effiziente Alternative zu Umstiegen oder langen Autofahrten. Bahnreisende sparen nicht nur Zeit, sondern auch den Stress von Flughafenprozeduren. Besonders attraktiv: Die Abfahrt in München ist auf 20:15 Uhr festgelegt, sodass Pendler nach einem Arbeitstag direkt in den Zug steigen können. Ankunft in Florenz ist um 6:47 Uhr Ortszeit, ideal für einen frühen Start in die Stadt.

Laut einer Studie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) aus dem Jahr 2023 bevorzugen 68 % der Nachtzugreisenden Verbindungen mit maximal zwei Zwischenhalten – ein Kriterium, das die neue Strecke erfüllt. Die ausgewählten Haltepunkte in Innsbruck, Bozen und Trient ermöglichen zudem flexible Ein- und Ausstiege für Touristen, die Unterwegsziele wie die Dolomiten oder den Gardasee erkunden möchten.

Wer die Landschaft genießen will, sollte einen Platz im Sitzwagen auf der rechten Zugseite reservieren. Hier bietet sich zwischen Bozen und Verona ein besonders spektakulärer Blick auf die Weinberge und mittelalterlichen Burgen der Region.

Komfortoptionen: Sitzplatz, Liegewagen, Schlafwagen im Vergleich

Wer im neuen Nachtzug von München nach Florenz reist, kann zwischen drei Komfortklassen wählen – mit Preisen, die sich deutlich unterscheiden, aber auch unterschiedliche Erwartungen bedienen. Die günstigste Option bleibt der klassische Sitzplatz ab 29 Euro, ideal für Kurzentschlossene oder Budget-Reisende. Doch wer schon einmal acht Stunden aufrecht in einem Zug verbracht hat, weiß: Die Realität sieht oft anders aus als die Theorie. Studien der Deutschen Bahn zeigen, dass nur etwa 12 % der Sitzplatznutzer in Nachtzügen tatsächlich durchschlafen.

Deutlich entspannter wird es im Liegewagen, der im neuen Angebot ab 49 Euro gebucht werden kann. Hier teilen sich bis zu sechs Personen einen Abteil mit bequemen Liegen, Bettwäsche und Vorhängen für etwas Privatsphäre. Die Liegewagen sind besonders bei jüngeren Reisenden und Gruppen beliebt, die Wert auf ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis legen, ohne auf grundlegenden Komfort zu verzichten. Wer früh bucht, sichert sich oft die besseren Plätze nahe den Fenstern – ein kleiner, aber feiner Unterschied bei langen Nachtfahrten.

Für ungestörten Schlaf und maximalen Komfort bietet der Schlafwagen die beste Wahl. Ab 99 Euro gibt es hier private Abteile mit einem oder zwei Betten, Waschbecken, Steckdosen und in der Regel einem inkludierten Frühstück. Die Nachfrage nach Schlafwagenplätzen steigt laut Bahnangaben seit 2022 jährlich um rund 15 %, was auf ein wachsendes Bedürfnis nach Qualität im Nachtzugverkehr hindeutet. Wer Wert auf Ruhe legt, sollte jedoch Ohrenstöpsel einpacken – selbst in der ersten Klasse sind Geräusche aus dem Gang oder dem Speisewagen nicht immer zu vermeiden.

Ein entscheidender Faktor bei der Wahl ist auch die Buchungsstrategie. Während Sitzplätze oft kurzfristig verfügbar bleiben, sind Liege- und Schlafwagenplätze besonders an Wochenenden und in der Hochsaison schnell ausgebucht. Wer flexibel ist, kann mit Last-Minute-Angeboten sparen; wer Sicherheit bevorzugt, bucht besser Monate im Voraus.

Buchungstipps und Frühbucherpreise ab 49 Euro

Frühbucher sichern sich die besten Preise: Ab sofort lassen sich Tickets für den neuen Nachtzug von München nach Florenz bereits ab 49 Euro im Liegewagen reservieren. Die günstigsten Tarife gelten für die einfache Fahrt in der 6er-Liegewagenklasse, wobei die Buchungsplattform der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zeigt, dass rund 40 Prozent der Sitzplätze in den ersten Verkaufstagen zu diesen Konditionen vergeben werden. Wer flexibel ist und nicht auf Wochenenden oder Feiertage angewiesen ist, findet besonders attraktive Angebote an Wochentagen außerhalb der Hauptreisezeiten.

Die Preisspanne steigt je nach Komfort: Ein Platz im 4er-Liegewagenabteil beginnt bei 69 Euro, während ein privates 2er-Abteil mit Waschbecken und Steckdose ab 119 Euro zu haben ist. Reisende, die Wert auf Privatsphäre legen, können auch ein ganzes Abteil für sich allein buchen – hier liegen die Preise bei etwa 199 Euro pro Strecke. Die ÖBB empfiehlt, spätestens drei Monate vor Abfahrt zu buchen, da die Nachfrage nach Nachtzügen in den letzten Jahren um durchschnittlich 15 Prozent pro Jahr gestiegen ist.

Ein Tipp für Familien und Gruppen: Die Nachtzug-Angebote lassen sich kombinieren. Wer beispielsweise mit vier Personen reist, kann ein gesamtes 4er-Abteil zum Festpreis buchen und spart so im Vergleich zu Einzelplätzen. Kinder unter sechs Jahren fahren kostenlos, ältere Kinder erhalten Ermäßigungen von bis zu 50 Prozent. Die Buchung erfolgt online über die ÖBB-Website oder die Nachtzug-App, wo auch Sitzplatzwünsche wie Fensterplatz oder Nähe zum Waschraum angegeben werden können.

Wer zusätzlich sparen möchte, sollte die Option eines Sparschainers prüfen. Dabei handelt es sich um nicht erstattbare Tickets, die jedoch bis zu 30 Prozent günstiger sind als flexible Tarife. Die Stornierungsbedingungen variieren je nach Buchungsklasse, wobei die günstigsten Tickets in der Regel nicht umbuchbar sind. Ein Blick in die AGB lohnt sich – besonders für Vielfahrer, die ihre Pläne kurzfristig anpassen müssen.

Ausblick: Weitere Nachtzugverbindungen in Planung

Der Start des neuen Nachtzugs von München nach Florenz ist nur der erste Schritt in einer größeren Expansion des europäischen Nachtzugnetzes. Laut dem jüngsten Bericht der Europäischen Bahnagentur könnten bis 2030 bis zu 30 neue Nachtzugverbindungen in Europa hinzukommen – eine Verdopplung des aktuellen Angebots. Besonders im Fokus stehen Strecken, die bisher nur umständlich mit Umstiegen oder teuren Flugverbindungen zu erreichen waren. Die Nachfrage nach klimafreundlichen Alternativen zum Flugverkehr steigt, und Bahnunternehmen reagieren mit konkreten Ausbauplänen.

Österreichs ÖBB, Vorreiter bei Nachtzügen in Europa, prüft bereits eine Verlängerung der bestehenden Route nach Rom bis nach Neapel und Sizilien. Auch eine direkte Verbindung von München nach Barcelona wird diskutiert, die über die Pyrenäen führen und die Reisezeit auf unter 14 Stunden verkürzen soll. Die Herausforderung liegt dabei in der Koordination der Infrastruktur: Während Deutschland und Österreich ihre Gleise bereits modernisieren, hinken andere Länder wie Frankreich oder Italien noch hinterher.

Ein weiteres Projekt in der Pipeline ist die Wiederbelebung der legendären Orient-Express-Route – allerdings nicht als Luxuszug, sondern als erschwingliche Nachtzugverbindung von Wien über Budapest bis nach Bukarest. Hier setzt man auf moderne Liegewagen mit flexiblen Buchungsoptionen, ähnlich dem Münchner Florenz-Zug. Branchenkenner gehen davon aus, dass solche Strecken besonders bei jüngeren Reisenden beliebt sein werden, die Komfort und Nachhaltigkeit verbinden möchten.

Doch nicht nur die großen Strecken sind im Blick: Regionale Nachtzüge, etwa von München nach Berlin oder Hamburg, könnten das Angebot ergänzen. Die Deutsche Bahn testet derzeit schallgedämmte Wagen, die auch auf stark befahrenen Strecken einen ruhigen Schlaf ermöglichen sollen. Ob diese Pläne realisiert werden, hängt allerdings stark von den Subventionen der EU ab – ohne finanzielle Unterstützung bleiben viele Projekte auf dem Papier.

Mit dem neuen Nachtzug von München nach Florenz ab Dezember 2024 wird die Reise zwischen den beiden Städten nicht nur bequemer, sondern auch erschwinglicher – ab 49 Euro im Liegewagen ist das ein überzeugendes Angebot für alle, die Stress und Kosten von Flug oder Mietwagen umgehen wollen. Wer früh bucht, sichert sich nicht nur die besten Preise, sondern kann auch die flexiblen Stornierungsbedingungen nutzen, falls Pläne sich ändern.

Für eine entspannte Anreise lohnt es sich, den Liegewagen mit Waschgelegenheit zu wählen oder gleich ein Schlafwagenabteil zu buchen, besonders wenn man früh in Florenz ankommen und direkt in die Stadt starten möchte. Die Strecke durch die Alpen und die Toskana verspricht zudem Landschaften, die selbst nachts – beim Aufwachen – beeindrucken.

Mit der schrittweisen Erweiterung des europäischen Nachtzugnetzes könnte diese Verbindung erst der Anfang sein: Wer heute München-Florenz fährt, könnte bald noch mehr Ziele ohne Umstieg erreichen.