Ab Dezember setzt das Klinikum München Großhadern neue Maßstäbe in der Diagnostik: Mit dem ersten offenen MRT Münchens in 3-Tesla-Technologie erhalten Patient:innen Zugang zu hochpräziser Bildgebung ohne die Enge klassischer Röhren-Geräte. Die 3-Tesla-Stärke verdoppelt nahezu die Magnetfeldstärke herkömmlicher Systeme – bei gleichzeitig offener Bauweise, die besonders für klaustrophobische oder übergewichtige Patient:innen einen Durchbruch bedeutet. Studien zeigen, dass bis zu 15 Prozent der MRT-Untersuchungen wegen Platzangst abgebrochen werden; hier könnte die neue Anlage Abhilfe schaffen.

Für Münchner Patient:innen ändert sich damit die Wahlmöglichkeit grundlegend. Während bisher nur geschlossene Hochfeld-MRTs oder niedrigauflösende offene Geräte zur Verfügung standen, vereint das offene MRT Münchens im Großhadern nun beides: die Detailschärfe eines 3-Tesla-Systems mit dem Komfort eines seitlich und oben offenen Designs. Besonders profitieren werden davon Menschen mit Gelenkprothesen, Schwangere in speziellen Fällen oder Kinder, die bisher oft sediert werden mussten. Die Inbetriebnahme markiert einen Schritt, der die MRT-Diagnostik in der Region demokratischer macht – und weniger beängstigend.

Wie das offene MRT die Diagnostik revolutioniert

Die Einführung des offenen MRT am Klinikum München Großhadern markiert einen entscheidenden Fortschritt in der bildgebenden Diagnostik. Während herkömmliche Magnetresonanztomographen durch ihre geschlossene Röhrenform bei vielen Patienten Unbehagen oder sogar Platzangst auslösen, bietet das neue 3-Tesla-Gerät eine völlig offene Bauweise. Diese Innovation ermöglicht nicht nur eine stressfreie Untersuchung für klaustrophobische Patienten, sondern erweitert auch die Möglichkeiten für adipöse Personen oder Kinder, die in engen Räumen schwer zu positionieren sind.

Besonders bemerkenswert ist die Kombination aus offener Bauform und hochauflösender 3-Tesla-Technologie. Radiologen betonen, dass diese Konfiguration eine Bildqualität liefert, die mit geschlossenen Hochfeld-MRTs vergleichbar ist – bei deutlich höherem Patientenkomfort. Studien zeigen, dass bis zu 15 % der MRT-Untersuchungen in konventionellen Geräten aufgrund von Angst oder körperlichen Einschränkungen abgebrochen werden müssen. Das offene System könnte diese Abbruchrate deutlich senken.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Flexibilität während der Untersuchung. Da der Patient von drei Seiten zugänglich bleibt, können Ärzte leichter eingreifen, etwa um Kontrastmittel nachzuinjizieren oder die Position anzupassen. Dies beschleunigt nicht nur den Ablauf, sondern verbessert auch die Diagnosegenauigkeit, besonders bei komplexen Fällen wie Gelenkverletzungen oder neurologischen Erkrankungen.

Für das Klinikum Großhadern bedeutet die Anschaffung zudem eine Erweiterung des Behandlungsspektrums. Bisher mussten bestimmte Patientengruppen – etwa stark übergewichtige Menschen oder Kleinkinder – oft in spezialisierte Zentren überwiesen werden. Mit dem neuen Gerät entfällt dieser logistische Aufwand, was Wartezeiten verkürzt und die Versorgungseffizienz steigert.

3-Tesla-Technologie: Präzision ohne Platzangst

Die 3-Tesla-Technologie setzt im neuen offenen MRT des Klinikums München Großhadern Maßstäbe – nicht nur wegen ihrer hohen Feldstärke, sondern weil sie Präzision mit Patient:innenkomfort vereint. Während herkömmliche Geräte oft mit 1,5 Tesla arbeiten, liefert das stärkere Magnetfeld hier detailliertere Bilder in kürzerer Zeit. Radiolog:innen profitieren von einer bis zu 30 Prozent höheren Auflösung, besonders bei komplexen Strukturen wie dem zentralen Nervensystem oder Gelenken. Gleichzeitig reduziert die offene Bauweise das Engegefühl, das viele Patient:innen in geschlossenen Röhren beschreiben.

Ein entscheidender Vorteil zeigt sich bei Bewegungsartefakten. Studien der Deutschen Röntgengesellschaft belegen, dass offene MRT-Systeme mit 3 Tesla bis zu 40 Prozent weniger Wiederholungsaufnahmen erfordern – ein Gewinn für Menschen mit Schmerzen oder Kindern, die stillhalten müssen. Die Kombination aus hoher Feldstärke und dem 70 Zentimeter weiten Patientenraum ermöglicht zudem Untersuchungen bei Übergewichtigen oder Klaustrophobie-Betroffenen, die bisher oft ausgeschlossen waren.

Technisch überzeugt das System durch adaptive Spulentechnologie, die sich automatisch an die Anatomie anpasst. Ob Wirbelsäule, Knie oder Gehirn: Die Signalqualität bleibt konstant, selbst bei unruhigen Patient:innen. Die Klinik hat dafür extra ein Team aus MTRA-Spezialist:innen geschult, die auf die Besonderheiten der Hochfeld-Bildgebung in offenen Systemen vorbereitet sind.

Für die Praxis bedeutet das: kürzere Liegezeiten, weniger Kontrastmittel und eine höhere diagnostische Sicherheit. Wo andere Geräte an Grenzen stoßen – etwa bei der Darstellung von Entzündungsherden oder Mikrostrukturen – liefert die 3-Tesla-Variante klare Ergebnisse. Ein Fortschritt, der besonders in der Onkologie und Neurologie den Unterschied machen kann.

Vorteile für Patienten mit Klaustrophobie und Übergewicht

Für Patienten mit Klaustrophobie wird die MRT-Untersuchung am Klinikum München Großhadern ab Dezember deutlich entspannter. Das neue offene 3-Tesla-Gerät verzichtet auf die klassische Röhrenform und bietet stattdessen einen seitlich geöffneten Aufbau. Studien zeigen, dass bis zu 15 % aller MRT-Patienten unter Platzangst leiden – viele brechen herkömmliche Untersuchungen deshalb vorzeitig ab. Die offene Bauweise reduziert diesen Stress, da Patienten während der Aufnahme Blickkontakt zum Personal halten und bei Bedarf sogar die Hand eines Begleiters umklammern können.

Auch übergewichtige Patienten profitieren von der innovativen Technik. Herkömmliche MRT-Geräte sind oft auf ein maximales Gewicht von 130 bis 150 Kilogramm ausgelegt, was für viele Betroffene eine Hürde darstellt. Das neue System in Großhadern unterstützt dagegen bis zu 200 Kilogramm und verfügt über eine breitere Liegefläche. Radiologen betonen, dass dies nicht nur den Komfort erhöht, sondern auch die Bildqualität verbessert: Bei eng anliegenden Röhren können Artefakte durch Körperbewegungen entstehen – ein Problem, das die offene Bauweise minimiert.

Ein weiterer Vorteil liegt in der flexibleren Positionierung. Während geschlossene Geräte starre Lagerungen erfordern, lässt sich der Patient im offenen MRT natürlicher platzieren. Das ist besonders für Menschen mit Gelenkproblemen oder starken Schmerzen relevant, die sich nur eingeschränkt bewegen können. Die 3-Tesla-Technologie sorgt trotzdem für hochauflösende Bilder, wie sie sonst nur in Hochfeld-Röhrengeräten möglich sind.

Kliniksprecher heben hervor, dass die Investition auch psychologische Barrieren abbauen soll. Viele Patienten vermeiden notwendige Diagnostik aus Angst vor dem Engegefühl – mit Folgen für die Früherkennung von Erkrankungen. Das offene MRT könnte hier eine Lücke schließen, ohne Kompromisse bei der medizinischen Präzision einzugehen.

So läuft eine Untersuchung im neuen Großhaderner MRT ab

Der Ablauf im neuen offenen MRT am Klinikum Großhadern unterscheidet sich bewusst von klassischen Kernspinuntersuchungen. Patienten betreten einen hell erleuchteten Raum mit einem geräumigen, ringförmigen Gerät – statt der engen Röhre traditioneller Systeme. Die 3-Tesla-Technologie ermöglicht dabei präzise Aufnahmen bei gleichzeitig mehr Komfort: Studien zeigen, dass bis zu 30 % der Patienten mit Platzangst in offenen MRTs entspannter bleiben als in geschlossenen Modellen.

Vor der Untersuchung klärt das Fachpersonal über den Ablauf auf und entfernt metallische Gegenstände. Anders als bei herkömmlichen Geräten können Begleitpersonen oft in Sichtweite bleiben. Die Liegefläche ist breiter und trägt bis zu 200 kg, was auch größeren oder mobilitätseingeschränkten Patienten entgegenkommt.

Während der etwa 20- bis 40-minütigen Aufnahme hält ein Radiologe per Mikrofon Kontakt. Die Lautstärke bleibt dank moderner Dämmung unter 80 Dezibel – vergleichbar mit einem Staubsauger, aber ohne die pulsierenden Geräusche älterer Geräte. Spezielle Kopfhörer mit Musikauswahl helfen zusätzlich, die Untersuchung angenehmer zu gestalten.

Nach Abschluss erhalten Patienten die Bilder digital und besprechen die Befunde direkt mit den Ärzten. Die offene Bauweise erleichtert dabei auch Follow-up-Untersuchungen, da viele Patienten die Erfahrung als weniger belastend beschreiben.

Münchens Medizintechnik: Was als Nächstes kommt

Mit dem Start des offenen 3-Tesla-MRT am Klinikum Großhadern setzt München einen neuen Maßstab in der diagnostischen Bildgebung. Doch die Entwicklung bleibt nicht stehen: Aktuell arbeiten Forscher der Technischen Universität München (TUM) an einer noch präziseren Generation von MRT-Geräten, die mit KI-gestützter Echtzeitanalyse die Untersuchungzeiten um bis zu 30 % verkürzen könnten. Solche Fortschritte sind entscheidend, denn laut einer Studie des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) steigt die Nachfrage nach nicht-invasiven Diagnoseverfahren jährlich um etwa 8 % – besonders in Ballungsräumen wie München.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Verbesserung der Patientenerfahrung. Offene MRT-Systeme wie das neue Gerät in Großhadern reduzieren zwar bereits die Klaustrophobie-Rate deutlich, doch zukünftige Modelle könnten noch weiter gehen: Durch adaptive Beleuchtung und virtuelle Realität während der Untersuchung soll sich das subjektive Engegefühl fast vollständig auflösen. Erste Prototypen werden bereits am Universitätsklinikum Erlangen getestet.

Technisch gesehen rückt die 7-Tesla-Technologie näher in den klinischen Alltag. Während 3-Tesla-Geräte heute den Goldstandard darstellen, ermöglichen höhere Feldstärken noch detailliertere Aufnahmen – etwa für die Frühdiagnose von neurodegenerativen Erkrankungen. Die Herausforderung bleibt jedoch die Kosten-Nutzen-Relation: Hochfeld-MRTs erfordern nicht nur spezialisierte Infrastruktur, sondern auch geschultes Personal.

Parallel dazu gewinnt die mobile MRT-Diagnostik an Bedeutung. Pilotprojekte in Bayern zeigen, dass transportable Geräte ländliche Regionen besser versorgen können – ein Trend, der auch in München diskutiert wird. Die Stadt plant, bis 2026 mindestens zwei mobile MRT-Einheiten für den Einsatz in peripheren Stadtteilen anzuschaffen.

Mit dem neuen offenen 3-Tesla-MRT am Klinikum München Großhadern ab Dezember erhalten Patient:innen endlich eine hochmoderne Alternative, die präzise Diagnostik mit deutlich mehr Komfort verbindet – besonders für Menschen mit Platzangst oder Übergewicht, die bisher auf engere Röhren verzichten mussten. Die Kombination aus offener Bauweise und der leistungsstarken 3-Tesla-Technologie setzt Maßstäbe, ohne Kompromisse bei der Bildqualität einzugehen.

Wer unter Klaustrophobie leidet oder bisher MRT-Untersuchungen gemieden hat, sollte die Chance nutzen und gezielt nach Terminen in Großhadern fragen, sobald die Anlage im Dezember den Regelbetrieb aufnimmt. Auch Hausärzt:innen können ihre Patient:innen jetzt gezielt an das Zentrum verweisen, um die Wartezeiten für diese spezielle Technik zu verkürzen.

Die Investition zeigt, wie sich medizinischer Fortschritt und Patientenbedürfnisse immer besser vereinen lassen – ein Schritt, der Schule machen wird.