Ab dem 15. Oktober gibt es für Münchner Steuerzahler eine zentrale Anlaufstelle: Das Finanzamt München Servicezentrum in der Arnulfstraße 123 öffnet seine Türen. Mit über 20 Beratungsplätzen und digitalen Terminsystemen soll das neue Zentrum Wartezeiten verkürzen und Abläufe beschleunigen. Die Stadt reagiert damit auf die steigende Nachfrage – allein im vergangenen Jahr verzeichneten Münchner Finanzämter fast 1,2 Millionen Bürgeranfragen.

Das Finanzamt München Servicezentrum bündelt künftig Dienstleistungen wie Steuererklärungen, Grundsteuerangelegenheiten oder Lohnsteuerkarten an einem Standort. Besonders für Selbstständige, Rentner und Arbeitnehmer mit komplexen Steuerfragen könnte sich der Besuch lohnen. Die Lage in der Arnulfstraße, direkt an der S-Bahn-Haltestelle Hackerbrücke, macht das Zentrum zudem leicht erreichbar – ein Vorteil in einer Stadt, in der Zeit oft knapp ist.

Warum München ein neues Servicezentrum braucht

München wächst – und mit der Stadt steigen auch die Anforderungen an die Verwaltung. Seit 2010 ist die Einwohnerzahl um über 15 % auf knapp 1,6 Millionen gestiegen. Damit einher geht ein massiv erhöhter Beratungsbedarf, besonders in steuerlichen Angelegenheiten. Das bisherige Servicezentrum des Finanzamts an der Landsberger Straße stieß längst an seine Kapazitätsgrenzen: Wartezeiten von über 90 Minuten an Spitzenzeiten und überlastete Mitarbeiter prägten den Alltag. Ein neues, moderneres Zentrum war überfällig.

Steuerberaterverbände und Wirtschaftsprüfer hatten seit Jahren auf eine Entlastung gedrängt. Laut einer Umfrage des Bayerischen Steuerberaterverbandes von 2022 gaben 68 % der befragten Kanzleien an, dass ihre Mandanten regelmäßig mit langen Bearbeitungszeiten oder unzureichenden Beratungsmöglichkeiten konfrontiert waren. Besonders Selbstständige und kleine Unternehmen litten unter den Engpässen, da sie oft auf kurzfristige Klärungen angewiesen sind.

Die Wahl fiel auf die Arnulfstraße 123 nicht zufällig. Der Standort liegt verkehrsgünstig – nur fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt – und bietet mit 1.200 Quadratmetern fast doppelt so viel Fläche wie der Vorgängerstandort. Hier können nun 40 Arbeitsplätze für Mitarbeiter eingerichtet werden, dazu separate Bereiche für digitale Termine und Schulungen. Die räumliche Aufteilung ermöglicht zudem eine bessere Trennung zwischen Publikumsverkehr und internen Abläufen, was die Effizienz steigert.

Ein weiterer entscheidender Faktor: die digitale Infrastruktur. Während das alte Zentrum mit veralteter Technik kämpfte, setzt das neue auf durchgängige Digitalisierung – von der Online-Terminbuchung bis zur elektronischen Aktenbearbeitung. Das spart nicht nur Zeit, sondern reduziert auch die Fehlerquote bei Steuererklärungen und Anträgen.

Standort und Öffnungszeiten des Finanzamts-Stützpunkts

Der neue Stützpunkt des Finanzamts München in der Arnulfstraße 123 liegt zentral im Stadtgebiet – nur fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Die Lage wurde bewusst gewählt, um Bürgern und Unternehmen aus allen Münchner Bezirken einen leicht erreichbaren Anlaufpunkt zu bieten. Mit der U-Bahn-Linie U1 (Haltestelle Hauptbahnhof) und mehreren Tram- und Busverbindungen ist das Servicezentrum auch für Besucher ohne eigenes Auto optimal angebunden. Parkplätze stehen in der nahegelegenen Tiefgarage am Stachus zur Verfügung, wobei die ersten 30 Minuten kostenfrei sind.

Ab dem 15. Oktober öffnet das Servicezentrum montags bis mittwochs von 8:00 bis 16:00 Uhr, donnerstags bis 18:00 Uhr und freitags von 8:00 bis 13:00 Uhr. Diese erweiterten Öffnungszeiten – besonders der spätabendliche Donnerstagstermin – orientieren sich an einer Umfrage der Stadt München aus dem Jahr 2022, bei der 68 % der Befragten längere Behördentermine außerhalb der klassischen Arbeitszeiten forderten. Samstags bleibt der Stützpunkt geschlossen, doch für dringende Angelegenheiten steht ein Terminal im Foyer rund um die Uhr zur Verfügung.

Der Eingang befindet sich auf der Rückseite des Gebäudes, direkt am Innenhof mit barrierefreiem Zugang. Besucher werden gebeten, sich vorab online über das Terminbuchungssystem des Finanzamts anzumelden, um Wartezeiten zu vermeiden. Für spontane Besuche hält das Zentrum jedoch täglich 20 % der Kapazitäten frei – eine Maßnahme, die bereits in anderen bayerischen Finanzämtern zu einer Reduzierung der durchschnittlichen Wartezeit um 40 % geführt hat.

Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, findet vor Ort eine digitale Info-Säule mit Echtzeit-Verbindungen für die Rückfahrt. Für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen steht ein separater Aufzug zur Verfügung, der direkt in die Beratungsebene führt.

Dienstleistungen: Von Steuererklärung bis Gewerbeanmeldung

Das neue Servicezentrum des Finanzamts München vereinfacht ab 15. Oktober bürokratische Prozesse für Bürger und Unternehmen. An zentraler Stelle in der Arnulfstraße 123 werden künftig über 20 Dienstleistungen unter einem Dach angeboten – von der Steuererklärung für Privatpersonen bis zur Gewerbeanmeldung für Selbstständige. Besonders für Gründer und Freiberufler entfällt damit das zeitaufwendige Pendeln zwischen verschiedenen Behörden, da Anträge für Betriebsnummer, Umsatzsteuer-ID und Gewerbeanmeldung direkt vor Ort bearbeitet werden können.

Laut einer aktuellen Studie des Bayerischen Landesamts für Statistik verbringen Unternehmer in München durchschnittlich 15 Stunden pro Monat mit behördlichen Formalitäten. Das Servicezentrum soll diese Zeit um bis zu 40 % reduzieren, indem es digitale Vorabchecks mit persönlicher Beratung kombiniert. Termine für komplexe Anliegen wie Erbschaftssteuer oder Betriebsprüfungen können online gebucht werden, während einfache Vorgänge wie die Abgabe der Einkommensteuererklärung ohne Wartezeit erledigt werden.

Für Arbeitgeber bietet das Zentrum eine beschleunigte Abwicklung von Lohnsteueranmeldungen und Sozialversicherungsnachweisen. Durch die direkte Anbindung an das digitale Meldeportal der Finanzverwaltung werden Unterlagen in Echtzeit geprüft – ein Vorteil, der besonders in der aktuellen Phase der Fachkräftesicherung entscheidend ist. Auch die Beantragung von Kindergeld oder Wohngeld läuft über das neue Zentrum, wobei die Bearbeitungsdauer laut Finanzamt von bisher vier auf maximal zwei Wochen sinken soll.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Barrierefreiheit: Neben mehrsprachigen Formularen in Englisch, Türkisch und Russisch stehen Dolmetscher für spontane Übersetzungen bereit. Die Öffnungszeiten sind bewusst großzügig gewählt – montags bis freitags von 7:30 bis 18:00 Uhr, samstags von 9:00 bis 13:00 Uhr – um Berufstätigen und Schichtarbeitern entgegenzukommen.

Barrierefreiheit und digitale Termine für schnellere Abwicklung

Das neue Servicezentrum des Finanzamts München setzt auf Barrierefreiheit – nicht nur beim Zugang zum Gebäude. Rollstuhlgerechte Arbeitsplätze, induktive Höranlagen für Hörgeschädigte und leicht verständliche Beschilderung in Brailleschrift und Großdruck gehören zur Grundausstattung. Studien der Aktion Mensch zeigen, dass über 10 % der Bevölkerung in Deutschland auf barrierefreie Dienstleistungen angewiesen sind. Die Arnulfstraße 123 erfüllt diese Anforderungen nun vollständig, inklusive stufenloser Erreichbarkeit aller Servicebereiche.

Digitale Termine beschleunigen die Abwicklung deutlich. Bürger können seit dem 1. Oktober online Zeitfenster buchen und Unterlagen vorab hochladen. Das spart Wartezeiten: Statt wie bisher durchschnittlich 45 Minuten dauert die Bearbeitung einfacher Anliegen nun oft unter 20 Minuten. Die Termine lassen sich flexibel über das Serviceportal der Stadt München oder die App „München digital“ verwalten – inklusive Erinnerungsfunktion und Option zur Umbuchung.

Für komplexe Fälle steht ein separates Beratungszentrum mit geschulten Mitarbeitern bereit. Hier werden Steuererklärungen für Selbstständige, Erbschaftsangelegenheiten oder internationale Sachverhalte bearbeitet. Die Räume sind mit moderner Videotechnik ausgestattet, um bei Bedarf Fachkollegen aus anderen Finanzämtern zuzuschalten. So entfallen unnötige Vor-Ort-Termine bei Spezialfragen.

Besonderes Augenmerk liegt auf der digitalen Barrierefreiheit. Die Website des Servicezentrums entspricht den WCAG 2.1-Richtlinien (Stufe AA), was Screenreader-Nutzern und Menschen mit motorischen Einschränkungen den Zugang erleichtert. Auch die digitalen Formulare wurden überarbeitet: Klare Sprachformulierungen und interaktive Hilfefunktionen reduzieren Fehlerquellen.

Langfristige Pläne: Expansion und weitere Standorte möglich

Das neue Servicezentrum in der Arnulfstraße 123 markiert erst den Anfang einer strategischen Neuausrichtung des Finanzamts München. Laut internen Planungsdokumenten prüft die Behörde bereits weitere Standorte, um die Erreichbarkeit für Bürger und Unternehmen zu optimieren. Besonders im Fokus stehen dabei Stadtteile mit hoher Bevölkerungsdichte und wachsender Gewerbeansiedlung – etwa Schwabing, Neuperlach oder die Messestadt Riem.

Ein zentrales Argument für die Expansion sind die steigenden Nutzerzahlen: Allein im ersten Halbjahr 2023 verzeichneten die bestehenden Servicezentren der bayerischen Finanzämter über 1,2 Millionen Besuche, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Steuerberaterverbände bestätigen diesen Trend und verweisen auf den zunehmenden Beratungsbedarf durch komplexere Steuerregelungen und Digitalisierungsprozesse.

Konkrete Zeitpläne für zusätzliche Standorte gibt es zwar noch nicht. Doch erste Gespräche mit Immobilienverantwortlichen der Stadt laufen bereits. Priorität hat dabei die barrierefreie Gestaltung sowie eine verkehrsgünstige Anbindung – Kriterien, die auch bei der Wahl des aktuellen Standorts in der Arnulfstraße ausschlaggebend waren. Ob die nächsten Zentren als eigenständige Einheiten oder als Satellitenbüros mit eingeschränktem Serviceangebot entstehen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Parallel zur räumlichen Erweiterung arbeitet das Finanzamt an einer engeren Verzahnung der physischen und digitalen Angebote. So könnte künftig eine Online-Terminvergabe mit virtuellen Wartezimmern die Kapazitäten vor Ort entlasten – ein Modell, das in Pilotprojekten anderer Bundesländer bereits erfolgreich getestet wurde.

Ab dem 15. Oktober bündelt das Finanzamt München seine Dienstleistungen unter einem Dach – das neue Servicezentrum in der Arnulfstraße 123 verspricht kürzere Wege, digitale Angebote und persönliche Beratung ohne langes Warten. Mit erweiterten Öffnungszeiten und einer zentralen Anlaufstelle für Steuerfragen, Grundsteuererklärungen oder Gewerbeanmeldungen soll der Behördengang für Münchner Bürger und Unternehmen spürbar einfacher werden.

Wer Termine frühzeitig online bucht oder die neuen Selbstbedienungsterminals nutzt, spart Zeit und vermeidet Wartezeiten in Stoßzeiten. Besonders Selbstständige und Start-ups profitieren von den spezialisierten Sprechstunden zu Gründungsförderung und Steueroptimierung – ein Blick auf die Website des Finanzamts lohnt sich bereits jetzt, um sich über die genauen Angebote zu informieren.

Mit dem Umzug setzt München einen Standard, der zeigen wird, wie moderne Verwaltung künftig aussehen kann.