Am 30. Juni schließt die Notapotheke am Münchner Flughafen nach genau 24 Jahren ihre Türen – ein Schritt, der eine Ära beendet. Seit 2000 war sie für Reisende, Flughafenmitarbeiter und Anwohner eine zuverlässige Anlaufstelle, besonders in den späten Abendstunden und an Wochenenden, wenn andere Apotheken längst geschlossen hatten. Mit über 15.000 bedienten Kunden jährlich entwickelte sich die Einrichtung zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Flughafeninfrastruktur, doch nun zwingen wirtschaftliche und logistische Gründe zur Aufgabe des Standorts.
Die Schließung der Apotheke Flughafen München wirft Fragen nach der künftigen Versorgung auf, besonders für diejenigen, die auf kurzfristige Medikamentenbeschaffung angewiesen sind. Der Flughafen verzeichnet jährlich fast 45 Millionen Passagiere – viele von ihnen international, ohne Zugang zu deutschen Apotheken außerhalb der Öffnungszeiten. Während Alternativen wie die Apotheke im Terminal 2 bestehen bleiben, markiert das Ende der Apotheke Flughafen München im Notdienst eine spürbare Lücke. Betreiber und Flughafenverwaltung arbeiten bereits an Lösungen, doch für Stammkunden und das Personal bedeutet der 30. Juni ein definitives Abschiednehmen.
Ein Stück Münchner Flughafen-Geschichte endet
Am 30. Juni schließt die Notapotheke am Münchner Flughafen nach 24 Jahren ihre Türen – ein markantes Ende für eine Einrichtung, die seit 1999 Reisende, Mitarbeiter und Anwohner rund um die Uhr versorgte. Gegründet in einer Zeit, als der Flughafen noch deutlich weniger Passagiere zählte, wuchs die Apotheke mit dem Standort: Während 1999 rund 20 Millionen Menschen den Flughafen nutzten, waren es 2023 bereits über 41 Millionen. Die Notapotheke wurde so zu einem unverzichtbaren Knotenpunkt zwischen medizinischer Grundversorgung und den besonderen Anforderungen eines internationalen Verkehrsdrehs.
Besonders in den frühen 2000er-Jahren prägte sie das Bild des Terminals 1. Damals gab es noch keine digitale Rezeptabwicklung, keine automatisierten Bestellsysteme für Medikamente. Apotheker mussten improvisieren, wenn nachts ein Reisender dringend ein verschreibungspflichtiges Asthmaspray oder Insulin benötigte – und das bei Sprachbarrieren und Zeitdruck. Laut einer internen Statistik der Apothekerkammer Bayern bearbeitete die Notapotheke in Spitzenjahren bis zu 120 Notfälle monatlich, von vergessenen Blutdrucktabletten bis zu akuten allergischen Reaktionen auf exotische Speisen aus dem Duty-free-Bereich.
Doch nicht nur die medizinische Versorgung machte sie einzigartig. Die Apotheke entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einer Art sozialem Anker. Flughafenmitarbeiter holten sich hier Rat bei Erkältungen, die zwischen den Schichten keinen Arztbesuch zuließen. Flugbegleiter tauschten Tipps gegen Jetlag aus, während sie auf ihre Magnesiumbrausetabletten warteten. Selbst die Sicherheitskräfte des Flughafens kannten den kürzesten Weg zur Notapotheke – und nutzten ihn, wenn mal wieder ein Kollege nach der Nachtschicht mit Migräne kämpfte.
Mit der Schließung geht auch ein Stück der analogen Flughafen-Ära verloren. Wo einst Handschrift auf Rezeptblöcken dominierte, übernehmen nun digitale Gesundheitsapps und Lieferdienste für Medikamente. Die Räumlichkeiten im Terminal 1 werden vorerst leer stehen; ob eine Nachfolgelösung kommt, steht noch nicht fest.
Warum die Notapotheke nach zwei Jahrzehnten schließt
Die Schließung der Notapotheke am Münchner Flughafen markiert das Ende einer Ära. Seit 24 Jahren versorgte sie Reisende, Flughafenmitarbeiter und Anwohner rund um die Uhr mit dringend benötigten Medikamenten – selbst an Sonn- und Feiertagen. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich grundlegend verändert. Laut Angaben des Bayerischen Apothekerverbands sind die Betriebskosten für Notapotheken in den letzten zehn Jahren um durchschnittlich 30 Prozent gestiegen, während die Erstattungssätze der Krankenkassen kaum angepasst wurden.
Besonders die nächtlichen Öffnungszeiten machten den Betrieb zunehmend unwirtschaftlich. Während andere Apotheken in München nachts geschlossen halten, musste die Flughafen-Apotheke Personal vorhalten – oft für nur eine Handvoll Kunden pro Schicht. Die Pandemie verschärfte die Situation: Reiseströme brachen ein, und mit ihnen die spontanen Kundschaft, die sonst schnell ein Schmerzmittel oder Fieberthermometer benötigte.
Auch logistische Herausforderungen spielten eine Rolle. Die strengen Sicherheitsvorschriften des Flughafens erschwerten Lieferungen und Personalwechsel, was zusätzliche Kosten verursachte. Während Apotheken in der Innenstadt von Laufkundschaft profitieren, war die Notapotheke im Terminal 1 stark von Fluggästen abhängig – eine unsichere Kalkulationsgrundlage.
Pharmazeutische Verbände warnen bereits vor einem Dominoeffekt. In Bayern haben seit 2020 fünf Notapotheken geschlossen; bundesweit steht jede dritte unter wirtschaftlichem Druck. Die Münchner Flughafen-Apotheke ist damit kein Einzelfall, sondern ein Symptom struktureller Probleme im Gesundheitswesen.
Letzte Chance: Medikamente bis 30. Juni besorgen
Wer auf verschreibungspflichtige Medikamente angewiesen ist, sollte jetzt handeln: Mit der Schließung der Notapotheke am Münchner Flughafen am 30. Juni fällt eine wichtige Versorgungsstelle weg. Besonders für Reisende mit chronischen Erkrankungen oder akutem Behandlungsbedarf wird die Beschaffung von Arzneimitteln danach deutlich umständlicher. Laut einer Studie des Deutschen Apothekerverbands nutzen rund 15 Prozent der Fluggäste an Großflughäfen regelmäßig die dortigen Apotheken – sei es für vergessene Medikamente, Reiseimpfungen oder Notfallversorgungen.
Die letzte Möglichkeit, sich direkt am Terminal 1 mit notwendigen Präparaten einzudecken, endet mit dem Juni. Danach müssen Passagiere entweder vorab an ihre Hausapotheke denken oder auf die wenigen Automaten mit begrenzter Auswahl ausweichen. Für Zeitdruckgeplagte oder unerwartete Fälle bleibt dann nur der Umweg über Apotheken in den umliegenden Gemeinden wie Freising oder Neufahrn.
Experten raten dringend, den Medikamentenbedarf für anstehende Reisen frühzeitig zu planen. Besonders kritisch wird es bei Kühlketten-pflichtigen Arzneimitteln wie Insulin oder bestimmten Impfstoffen, deren Lagerung in herkömmlichen Reisegepäck oft problematisch ist. Die Notapotheke bot hier bisher spezielle Transportlösungen an – ein Service, der nach der Schließung komplett entfällt.
Auch für Transitreisende mit langen Wartezeiten wird die Situation schwieriger. Bisher konnten sie bei plötzlichen Beschwerden wie Migräne oder Magenproblemen schnell Abhilfe finden. Künftig heißt es: entweder selbst vorsorgen oder auf die Bordapotheken der Airlines hoffen, deren Ausstattung jedoch stark variiert.
Alternativen für Reisende und Flughafenmitarbeiter
Mit der Schließung der Notapotheke am Terminal 1 entfällt für Reisende und Beschäftigte eine vertraute Anlaufstelle – doch Alternativen gibt es. Direkt im Flughafenbereich bleibt die Apotheke im MAC Forum (Terminal 2, Ebene 03) geöffnet, die mit einem Sortiment von über 12.000 Artikeln auch dringende Medikamentenwünsche abdeckt. Laut Angaben des Bayerischen Apothekerverbands nutzen täglich rund 150 Personen die pharmazeutischen Dienstleistungen am Flughafen, wobei ein Drittel auf spontane Notfälle entfällt. Die verbleibende Apotheke hat ihre Öffnungszeiten bereits angepasst: Montag bis Freitag von 7:00 bis 20:00 Uhr, am Wochenende von 9:00 bis 18:00 Uhr.
Für Beschäftigte des Flughafens bietet sich zudem die Betriebsapotheke der Flughafenklinik an, die exklusiv für Mitarbeiter mit Dienstausweis zugänglich ist. Hier können neben Standardmedikamenten auch Impfungen und Gesundheitschecks wahrgenommen werden – ein Service, den viele Angestellte bisher über die Notapotheke abwickelten.
Reisende mit Zeitdruck oder denen der Weg zur MAC-Forum-Apotheke zu weit erscheint, können auf die automatisierten Medikamentenausgabestationen in den Terminals zurückgreifen. Diese bieten Basismedikamente wie Schmerzmittel, Fiebersenkendes oder Reiseapotheken-Sets an. Die Stationen sind rund um die Uhr nutzbar, erfordern jedoch eine vorherige Online-Registrierung über die Flughafen-App.
Langfristig prüft die Flughafenverwaltung laut internen Kreisen die Einrichtung einer mobilen Apothekenlösung – etwa ein Shuttleservice, der Medikamente direkt zu den Gates bringt. Bis dahin bleibt die MAC-Forum-Apotheke die zentrale Anlaufstelle, während die Flughafenklinik für Mitarbeiter eine zuverlässige Alternative darstellt.
Was kommt nach der Schließung? Pläne für die Fläche
Mit der Schließung der Notapotheke am 30. Juni endet nicht nur eine 24-jährige Tradition, sondern entsteht auch eine seltene Gelegenheit: Rund 120 Quadratmeter hochfrequentierte Fläche im Terminal 1 des Münchner Flughafens werden frei. Laut Angaben der Flughafen München GmbH gehören solche innerterminalen Lagen zu den begehrtesten Immobilien des gesamten Areals – die Mietpreise liegen hier bis zu 40 Prozent über denen in peripheren Bereichen.
Erste Gespräche mit potenziellen Nachmietern laufen bereits. Priorität hat derzeit ein Konzept, das die medizinische Grundversorgung für Reisende und Mitarbeiter weiterhin sichert. Im Fokus stehen dabei Kooperationen mit Apothekenketten, die Bereitschaft zeigen, das 24-Stunden-Angebot zumindest in reduzierter Form aufrechtzuerhalten. Branchenkenner weisen darauf hin, dass solche Standorte für Apotheken trotz hoher Mieten attraktiv bleiben: Allein 2023 wurden im Münchner Flughafen über 46 Millionen Passagiere gezählt – eine Kundschaft, die spontanen Bedarf an Medikamenten oder Reiseapotheken hat.
Alternativ prüft die Flughafenverwaltung auch Nutzungen jenseits der klassischen Apotheke. Denkbar wären etwa automatisierte Medikamentenausgabestationen, kombiniert mit telemedizinischen Beratungsangeboten. Solche Hybridmodelle gewinnen laut einer Studie der Bundesapothekerkammer zunehmend an Bedeutung, besonders an Verkehrsdrehscheiben mit internationalem Publikum. Entscheidend wird sein, ob die technischen und rechtlichen Hürden bis zur Neueröffnung im Herbst 2025 überwunden werden können.
Klar ist: Ein einfacher Leerstand kommt nicht infrage. Die Fläche liegt direkt an der Hauptpassage zwischen Security-Bereich und den Gates A bis D – ein Ort, an dem selbst kurzfristige Lösungen wie Pop-up-Angebote für Gesundheitsprodukte oder Impfaktionen auf großes Interesse stoßen würden. Die Flughafenleitung betont, man wolle die Chance nutzen, um das Serviceangebot für Vielflieger und Personal gezielt auszubauen.
Mit der Schließung der Notapotheke am Münchner Flughafen nach fast einem Vierteljahrhundert endet eine Ära – ein vertrauter Anlaufpunkt für Reisende, Pendler und Mitarbeiter des Airports verschwindet aus dem Terminal. Besonders in Notfällen oder bei spontanem Medikamentenbedarf bot die Apotheke über Jahre hinweg schnelle Hilfe, doch nun müssen Betroffene auf Alternativen wie die Apotheke im MAC Forum oder digitale Bestelldienste ausweichen.
Wer künftig am Flughafen München auf Arzneimittel angewiesen ist, sollte sich vorab über die Öffnungszeiten der verbliebenen Apotheken informieren oder – falls möglich – notwendige Medikamente im Handgepäck mitführen. Die Lücke, die der Wegfall der Notapotheke hinterlässt, unterstreicht einmal mehr, wie wichtig eine gut geplante Reiseapotheke ist.
Wie sich das Angebot an medizinischer Versorgung am Flughafen langfristig entwickelt, bleibt abzuwarten – doch für Vielflieger und Beschäftigte wird die Veränderung vorerst spürbar sein.
