Mit über einer Million erwarteten Fußballfans während der EM 2024 wird München erneut zum Epizentrum des Public Viewing – und die Stadt rüstet sich mit zwölf offiziellen Leinwänden für das gemeinsame Fußballerlebnis. Die größten Standorte wie der Olympiapark oder die Theresienwiese verwandeln sich in riesige Fanmeilen, wo Tausende bei Live-Übertragungen, Musik und kulinarischen Angeboten zusammenkommen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Extra Sicherheitskonzepte, erweiterte Verkehrsanbindungen und sogar temporäre Toilettenanlagen sollen dafür sorgen, dass das Spektakel reibungslos über die Bühne geht.

Für Münchner und Touristen alike ist das Public Viewing München längst mehr als nur Fußballgucken – es ist ein Stadtfest mit eigenem Charakter. Wer 2021 noch auf improvisierte Lösungen angewiesen war, findet 2024 ein durchdachtes Netz aus Standorten vor, von Innenhof-Atmosphäre in Schwabing bis zu Großleinwänden mit Stadionfeeling. Die Stadt setzt bewusst auf dezentrale Angebote, um Menschenmassen zu verteilen und gleichzeitig jedem Quartier sein eigenes Public Viewing München-Erlebnis zu ermöglichen. Die Devise: Je näher die EM rückt, desto schneller sollten Fans ihre Lieblingsplätze reservieren – oder sich auf spontane Alternativen einstellen.

Wo die Fans 2024 gemeinsam jubeln

Wo die Fans 2024 gemeinsam jubeln

Wenn die EM 2024 München in Fußballfieber versetzt, werden die öffentlichen Leinwände wieder zu den pulsierenden Herzen der Stadt. Über 500.000 Besucher strömten 2021 zu den Public-Viewing-Veranstaltungen während der letzten Europameisterschaft – eine Zahl, die dieses Jahr laut Schätzungen von Veranstaltern noch übertroffen werden könnte. Besonders beliebt sind traditionell die Großleinwände am Königsplatz und am Odeonsplatz, wo Fans bei jedem Tor in ein kollektives Jubelgewitter ausbrechen. Hier trifft man auf eine Mischung aus eingefleischten Ultras, Familien mit Kindern und Touristen, die das besondere Flair Münchner Fußballkultur live erleben wollen.

Neu in diesem Jahr ist der Standort am Werksviertel-Mitte. Das moderne Viertel mit seiner urbanen Atmosphäre bietet nicht nur eine riesige LED-Wand, sondern auch ein Rahmenprogramm mit Live-Musik und kulinarischen Ständen. Wer es etwas ruhiger mag, findet am Riemer Park eine familienfreundliche Alternative mit Liegewiesen und Spielbereichen für Kinder. Beide Locations setzen auf Barrierefreiheit und ausreichend sanitäre Einrichtungen – ein Punkt, den Sicherheitsbehörden nach den Erfahrungen vergangener Jahre besonders betonen.

Die Stadt hat die Standorte bewusst über das gesamte Stadtgebiet verteilt, um Menschenmassen zu entzerren. Während der Marienplatz mit seiner zentralen Lage vor allem Berufspendler und Spontanbesucher anzieht, lockt die Leinwand am Olympiapark Sportbegeisterte mit Blick auf das historische Stadiondach. Für alle, die es gemütlich angehen lassen wollen, empfiehlt sich der Englische Garten in der Nähe des Chinesischen Turms – hier lässt sich das Spiel unter alten Bäumen mit einem kühlen Maß Bier in der Hand verfolgen.

Einzig die Sperrstundenregelung könnte für manche Fans zum Stolperstein werden. Wie bereits 2021 gilt: Bei Spielen, die nach 22 Uhr enden, müssen die Public-Viewing-Areas umgehend geräumt werden. Die Münchner Polizei kündigte an, dies konsequent zu überwachen, um Lärmbelästigungen in den Wohnvierteln zu vermeiden.

Von der Allianz Arena bis zum Olympiapark: Die Hotspots

Von der Allianz Arena bis zum Olympiapark: Die Hotspots

Münchens Public-Viewing-Flair während der EM 2024 entfaltet sich an Orten, die längst mehr als nur Sportstätten sind. Die Allianz Arena wird mit ihrer futuristischen Lichtarchitektur zum pulsierenden Zentrum – hier versammeln sich bis zu 50.000 Fans auf dem Vorplatz, wenn die deutsche Mannschaft spielt. Die Atmosphäre ist elektrisch, besonders bei Abendspielen, wenn die Fassade in Nationalfarben leuchtet und die Jubelrufe der Menge durch den Norden der Stadt hallen. Wer früh kommt, sichert sich nicht nur die besten Plätze, sondern erlebt auch das Rahmenprogramm mit Live-Musik und Fanmeilen-Charakter.

Nur wenige Kilometer entfernt lockt der Olympiapark mit einer Mischung aus Nostalgie und Moderne. Die Leinwand am Olympiaberg nutzt die natürliche Amphibühne des Hügels – Zuschauer bringen Decken mit, picknicken zwischen den Spielen und genießen den Blick über die Stadt. Stadtplaner betonen, wie selten solche Großveranstaltungen die historische Bedeutung des Parks mit aktueller Begeisterung verbinden. Besonders Familien schätzen die entspannte Stimmung hier, während die jüngere Crowd sich eher zu den spontanen Fan-Zonen in der Innenstadt hingezogen fühlt.

Wer es urbaner mag, findet im Marienplatz oder am Stachus kompakte, aber nicht weniger leidenschaftliche Public-Viewing-Spots. Die Leinwände sind kleiner, die Stimmung dafür umso konzentrierter – zwischen den historischen Fassaden und dem Trubel der Einkaufsstraßen entsteht ein einzigartiges Münchner EM-Gefühl. Laut einer Umfrage der Stadt bevorzugen über 60% der Einheimischen diese zentralen Lagen, weil sie Public Viewing mit einem Stadtbummel verbinden können. Abends, wenn die Straßenlaternen angehen, wird aus dem Fußballschauen schnell ein geselliges Event mit Fremden, die für 90 Minuten zu Nachbarn werden.

Etwas abseits, aber nicht weniger beliebt: die Theresienwiese. Normalerweise dem Oktoberfest vorbehalten, verwandelt sie sich während der EM in eine riesige Grünfläche mit Leinwand und Biergärten. Hier kommt der bayerische Gemütlichkeitsfaktor voll zum Tragen – zwischen Maßkrügen und Brezn wird nicht nur Fußball geschaut, sondern gefeiert, als stünde der Titel schon fest.

Barrierefreiheit, Sicherheit und was Besucher wissen müssen

Barrierefreiheit, Sicherheit und was Besucher wissen müssen

Die öffentlichen Leinwände während der EM 2024 in München sind nicht nur Orte des gemeinsamen Feierns, sondern auch auf Barrierefreiheit ausgelegt. Alle 12 Standorte erfüllen die Vorgaben des Bayerischen Behindertengleichstellungsgesetzes: Rollstuhlgerechte Zugänge, induktive Höranlagen für Hörgeschädigte und ausreichend markierte Wege für Sehbehinderte gehören zum Standard. Besonders der Königsplatz und die Theresewiese bieten zusätzliche Assistenzdienste, darunter Begleitpersonen für Besucher mit Mobilitätseinschränkungen. Laut einer Studie der Stadt München aus dem Jahr 2023 nutzen rund 12 % der Public-Viewing-Besucher solche Angebote – eine Zahl, die zeigt, wie wichtig inklusive Planung ist.

Sicherheit hat bei Großveranstaltungen Priorität. Die Münchner Polizei setzt auf ein mehrstufiges Konzept: Personalkontrollen an den Einlässen, Videoüberwachung der Hauptzugänge und klar gekennzeichnete Notausgänge. Alkoholkonsum ist in den ausgewiesenen Zonen erlaubt, doch Glasflaschen bleiben wie üblich verboten. Bei den letzten Public-Viewing-Events während der WM 2018 gab es dank dieser Maßnahmen keine schweren Zwischenfälle – ein Erfolg, den die Behörden 2024 wiederholen wollen.

Besucher sollten sich auf längere Wartezeiten an den Einlässen einstellen, besonders vor den Spielen der deutschen Mannschaft. Die Stadt empfiehlt, frühzeitig zu kommen und nur kleine Taschen mitzuführen, um die Kontrollen zu beschleunigen. Wer mit Kindern anreist, findet an allen Standorten familienfreundliche Bereiche mit sanitären Einrichtungen und Sitzgelegenheiten in der Nähe der Leinwände. Tickets sind nicht erforderlich, doch bei hoher Auslastung können die Organisatoren den Zutritt vorübergehend regeln.

Ein oft unterschätzter Aspekt: die Anreise. Die MVG verstärkt während der Spiele den ÖPNV-Takt, doch Parkplätze in der Innenstadt sind knapp. Fahrradständer werden an allen Locations eingerichtet, und Carsharing-Stationen in der Nähe sind ausgewiesen. Wer mit dem Auto kommt, sollte die Parkleitsysteme nutzen – oder gleich auf die U-Bahn umsteigen, die bis spät in die Nacht fährt.

So kommen Sie mit ÖPNV oder Fahrrad zu den Leinwänden

So kommen Sie mit ÖPNV oder Fahrrad zu den Leinwänden

Wer die Public-Viewing-Standorte in München ohne eigenes Auto erreichen will, hat gute Alternativen. Das Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) hat für die EM 2024 zusätzliche U-Bahn-, S-Bahn- und Tram-Linien eingeplant, um die erwarteten Menschenmassen zu bewältigen. Besonders stark frequentierte Haltestellen wie Marienplatz, Olympiazentrum oder Ostbahnhof werden während der Spiele im 5-Minuten-Takt bedient. Laut MVV nutzten bei der WM 2006 über 1,2 Millionen Fans den ÖPNV für Public-Viewing-Events – dieses Jahr rechnet man mit ähnlichen Zahlen.

Für die Leinwand am Königsplatz empfiehlt sich die U-Bahn-Linie U2 bis zur Station Königsplatz oder ein kurzer Fußmarsch von der Haltestelle Karolsplatz (Stachus). Die Leinwände am Olympiapark sind mit der U-Bahn U3 (Olympiazentrum) oder der S-Bahn S1/S2 (Olympiastadion) optimal erreichbar. Wer zur Leinwand am Odeonsplatz will, steigt am besten an der U-Bahn-Haltestelle Odeonsplatz (U3/U4/U5/U6) aus.

Fahrradfahrer profitieren von den vielen Leihradstationen der MVG Rad. Rund um die Public-Viewing-Zonen gibt es zusätzliche Abstellflächen, etwa am Marienplatz oder entlang der Isar. Die Stadt rät jedoch, frühzeitig zu kommen – bei Großveranstaltungen sind die Stationen oft schnell ausgelastet.

Wer von außerhalb anreist, sollte die Park-and-Ride-Plätze an den Stadträndern nutzen. Von dort aus bringen S-Bahn-Linien wie die S8 (Herrsching–München Flughafen) oder die S1 (Freising–München Ost) direkt ins Zentrum. Tickets für den gesamten MVV-Bereich gelten während der EM auch in den Nachtstunden bis Betriebsschluss.

Münchens Pläne für Public Viewing nach der EM

Münchens Pläne für Public Viewing nach der EM

Die EM 2024 ist vorbei, doch München denkt bereits über die Zukunft des Public Viewing nach. Laut ersten Planungen der Stadtverwaltung soll das Konzept der öffentlichen Leinwände weiterentwickelt werden – mit Fokus auf Flexibilität und Nachhaltigkeit. Studien zeigen, dass rund 70 Prozent der Besucher:innen bei der diesjährigen EM die Atmosphäre an den Fanmeilen als „besonders verbindend“ bewerteten, was die Stadt als Bestätigung für ihr Engagement wertet.

Künftig könnten temporäre Standorte stärker in Stadtteile mit hoher Nachfrage verlagert werden. Besonders im Gespräch sind Plätze in Schwabing oder Neuhausen, wo die Infrastruktur für Großveranstaltungen bereits vorhanden ist, aber bisher kaum genutzt wurde. Die Idee: Public Viewing soll nicht mehr nur auf die Innenstadt konzentriert bleiben, sondern dezentraler organisiert werden.

Ein weiterer Punkt betrifft die Technik. Nach Kritik an der Bildqualität einiger Leinwände während der EM prüft die Stadt aktuell Investitionen in moderne LED-Panels, die auch bei Tageslicht eine bessere Sicht ermöglichen. Zudem sollen mobile Lösungen getestet werden, um spontan auf Events wie Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele reagieren zu können.

Ob die Pläne umgesetzt werden, hängt auch von den finanziellen Spielräumen ab. Experten aus der Eventbranche raten jedoch dazu, Public Viewing als festen Bestandteil der Münchner Freizeitkultur zu etablieren – nicht nur für Fußball, sondern auch für Kulturveranstaltungen oder Konzerte.

Münchens Public-Viewing-Fläche für die EM 2024 bietet mehr als nur Fußball auf Großbildschirmen – sie verwandelt die Stadt in ein lebendiges Festgelände, bei dem Fans aus aller Welt zusammenkommen, ohne ein Ticket fürs Stadion zu brauchen. Von der historischen Kulisse des Königsplatzes bis zur entspannten Atmosphäre im Olympiapark oder den familienfreundlichen Zonen in den Außenbezirken deckt die Auswahl jeden Geschmack ab, ob man jubelnd im Gedränge stehen oder lieber mit Kindern auf Decken Platz nehmen möchte.

Wer früh kommt, sichert sich nicht nur die besten Plätze, sondern vermeidet auch lange Schlangen an den Einlässen – besonders an Spieltagen der deutschen Mannschaft oder im Halbfinale lohnt es sich, mindestens zwei Stunden vor Anpfiff da zu sein. Packt Snacks und eine Regenjacke ein, denn Münchner Wetter kann schnell umschlagen, und nicht alle Standorte bieten überdachte Bereiche.

Wenn die EM vorbei ist, bleibt die Hoffnung, dass die Stadt das Konzept beibehält und öffentliche Leinwände auch für zukünftige Turniere oder Kulturveranstaltungen noch großzügiger nutzt.