Ab 1. Januar 2025 wird das Parken am Münchner Flughafen deutlich teurer. Die Flughafen München GmbH hat die neuen Tarife veröffentlicht – und sie fallen drastisch aus: Bis zu 29 Euro pro Tag kosten dann die Kurzzeitparkplätze in den Terminalnähe, eine Steigerung von fast 50 Prozent gegenüber den aktuellen Preisen. Wer sein Fahrzeug länger als eine Woche abstellt, muss mit über 200 Euro rechnen. Die Erhöhung betrifft alle Parkbereiche, von den bequemen Parkhäusern direkt an den Abflugterminals bis zu den günstigeren, aber weiter entfernten Langzeitparkplätzen.
Die Preisanpassung trifft nicht nur Geschäftsreisende oder Urlauber, die ihr Auto am Flughafen abstellen. Auch Fahrgäste, die Angehörige bringen oder abholen, spüren die Auswirkungen – besonders, wenn der Aufenthalt länger als die kostenfreien 15 Minuten dauert. Für viele Münchner und Pendler aus dem Umland gehört das Parken am Münchner Flughafen zum Alltag, sei es für Dienstreisen, Wochenendtrip oder den jährlichen Urlaubsflug. Mit den neuen Gebühren wird die Suche nach Alternativen noch dringender: Carsharing, öffentliche Verkehrsmittel oder private Parkplatzanbieter in der Nähe des Flughafens München könnten an Attraktivität gewinnen – wenn die Preisschraube nicht auch dort bald nachzieht.
Preissprung mit Ansage: Warum München teurer wird
Der Preisanstieg kommt nicht überraschend. Schon seit Jahren klettert München in den Rankings der teuersten Städte Deutschlands nach oben – beim Wohnen, beim Essen, jetzt auch beim Parken. Eine Studie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) aus dem Vorjahr zeigte: Die Hauptstadt Bayerns liegt bei den Lebenshaltungskosten bereits 18 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Dass diese Entwicklung nun den Flughafen erreicht, passt ins Bild.
Dabei ist der Schritt strategisch gut vorbereitet. Die Betreiber verweisen auf steigende Betriebskosten, von Personal über Energie bis hin zu Sicherheitsaufwendungen. Hinzu kommt der Druck durch die Klimaziele: Parkflächen zu reduzieren oder teurer zu machen, gilt als Hebel, um Autofahrer zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bewegen. Der Flughafen selbst wirbt längst mit seiner S-Bahn-Anbindung – doch wer aus Regionen ohne direkte Verbindung anreist, bleibt oft auf das Auto angewiesen.
Für Vielflieger und Pendler wird die Rechnung ungemütlich. Wer bisher für eine Woche Parken am Terminal rund 100 Euro einplante, muss ab 2025 mit bis zu 140 Euro rechnen. Besonders hart trifft es diejenigen, die regelmäßig kurze Dienstreisen antreten oder Angehörige zum Abflug bringen. Die Alternative? Park-and-Ride-Angebote in der Peripherie – doch selbst dort ziehen die Preise nach, wenn auch langsamer.
Kritiker monieren, die Erhöhung treffe vor allem den Mittelstand. Während Geschäftsreisende die Kosten oft über die Firma abwickeln, müssen Privatpersonen tief in die Tasche greifen. Und wer sich die Parkgebühren nicht leisten kann, steht vor einem Dilemma: Entweder teure Taxis nutzen oder auf Mitfahrgelegenheiten hoffen – beides keine verlässlichen Lösungen für einen pünktlichen Abflug.
Von 12 auf 29 Euro: Die neuen Tarife im Detail
Ab Januar 2025 wird das Parken am Münchner Flughafen deutlich teurer – besonders für Langzeitparker. Während Reisende bisher im günstigsten Tarif 12 Euro pro Tag für einen Stellplatz im Parkhaus P20 zahlten, steigt der Preis dort auf 19 Euro. Noch stärker betroffen sind die kurzläufigen Parkzonen: Im Parkhaus P8 direkt am Terminal klettert der Tagespreis von 24 auf 29 Euro, eine Erhöhung von über 20 Prozent. Die Anpassung folgt einer Analyse der Flughafen München GmbH, die ergab, dass die bisherigen Gebühren seit 2018 nicht mehr kostendeckend waren.
Die neuen Tarife staffeln sich je nach Entfernung und Komfort. Wer bereit ist, ein paar Minuten zu laufen oder den kostenlosen Shuttle zu nutzen, zahlt im Parkhaus P20 oder auf den Freiflächen P41/P42 weiterhin weniger. Hier kostet ein Tag künftig 19 beziehungsweise 22 Euro. Dagegen schlagen die premiumnahen Parkplätze in P8 oder P9 mit bis zu 29 Euro zu Buche – ein Preisniveau, das Experten aus der Branche als „üblich für Großflughäfen mit hoher Auslastung“ einordnen.
Besonders betroffen sind Vielflieger und Pendler. Wer sein Fahrzeug für eine Woche abstellt, muss im teuersten Tarif statt bisher 168 Euro nun 203 Euro einplanen. Monatsparker zahlen künftig bis zu 580 Euro – eine Steigerung von 120 Euro. Laut einer Studie des ADAC liegen die Münchner Preise damit zwar im Mittelfeld deutscher Flughäfen, doch die sprunghafte Erhöhung könnte einige Autofahrer veranlassen, auf Alternativen wie Bahn oder Mitfahrgelegenheiten auszuweichen.
Die Flughafenbetreiber begründen die Anpassung mit gestiegenen Betriebskosten, insbesondere für Energie, Sicherheit und Instandhaltung. Zudem soll die Preisdifferenzierung dazu beitragen, die stark frequentierten Terminal-Parkhäuser zu entlasten. Ob die Maßnahme wirkt, wird sich zeigen: In Frankfurt am Main führte eine ähnliche Tarifreform 2023 zu einem Rückgang der Langzeitparker um rund 15 Prozent.
Kurzparker vs. Langzeitgäste: Wer zahlt was?
Die neuen Parkgebühren am Münchner Flughafen treffen Kurzparker und Langzeitgäste unterschiedlich hart. Während Vielflieger oder Urlauber, die ihr Auto für mehrere Tage abstellen, mit Tagespreisen von bis zu 29 Euro rechnen müssen, schlagen die erhöhten Tarife für Kurzparker vor allem bei spontanen Abholern oder Bringdiensten zu Buche. Besonders betroffen sind Fahrgäste, die nur für wenige Stunden parken – hier steigt der Preis pro Stunde von bisher 3,50 Euro auf künftig 4,20 Euro. Bei einer Wartezeit von drei Stunden summieren sich die Kosten damit auf über 12 Euro, ein Anstieg von fast 20 Prozent.
Für Langzeitgäste sieht die Rechnung anders aus. Wer sein Fahrzeug für eine Woche am Flughafen abstellt, zahlt ab 2025 statt bisher maximal 160 Euro nun bis zu 203 Euro. Branchenkenner verweisen darauf, dass viele Reisende bereits auf Alternativen ausweichen: Laut einer aktuellen Umfrage des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) nutzen mittlerweile 38 Prozent der Flughafenpassagiere öffentliche Verkehrsmittel oder Mitfahrgelegenheiten, um die hohen Parkkosten zu umgehen. Besonders bei Familien oder Gruppen, die sonst mehrere Autos abstellen müssten, gewinnt diese Option an Attraktivität.
Ein weiterer Unterschied zeigt sich bei den Parkprodukten selbst. Kurzparker haben kaum Ausweichmöglichkeiten – die teuersten Tarife gelten direkt an den Terminals, wo die Nachfrage am höchsten ist. Langzeitgäste hingegen können auf günstigere Parkplätze in etwas größerer Entfernung ausweichen, etwa das Parkhaus P20 oder die günstigeren „Park & Ride“-Angebote in Freising. Hier bleiben die Preise zwar ebenfalls nicht unverändert, doch der Aufschlag fällt mit rund 10 bis 15 Prozent moderater aus als in den Premiumbereichen.
Arbeitnehmer, die regelmäßig am Flughafen parken müssen, gehören zu den größten Verlierern der Preiserhöhung. Für sie gibt es zwar Rabattmodelle wie das „Flughafen-Abo“, doch selbst hier steigen die Monatsgebühren von 120 auf voraussichtlich 145 Euro. Gewerkschaften kritisieren, dass die höheren Kosten besonders Geringverdiener belasten, die auf das Auto angewiesen sind – etwa Reinigungskräfte oder Sicherheitsmitarbeiter mit Schichtdienst.
Alternativen zum teuren Flughafen-Parkplatz
Wer am Münchner Flughafen parken muss, aber die steigenden Gebühren von bis zu 29 Euro pro Tag ab 2025 umgehen will, findet Alternativen – oft direkt vor der Haustür. Viele Hotels in der Nähe des Flughafens bieten Parkplätze zu deutlich günstigeren Konditionen an, wenn Gäste eine Übernachtung buchen. Ein Vergleich der Preise lohnt sich: Während ein Tag auf dem offiziellen P1-Parkplatz künftig fast 30 Euro kosten wird, liegen die Tarife bei Partnerhotels oft zwischen 8 und 15 Euro – inklusive Shuttle-Service zum Terminal. Besonders beliebt sind Häuser wie die Ketten Holiday Inn oder NH Hotels, die spezielle Park-&-Fly-Pakete anbieten.
Noch sparsamer wird es mit privaten Parkplatzvermittlern. Plattformen wie Parkopedia oder ParkingList listen Stellplätze von Anwohnern und Unternehmen in Flughafen-Nähe, die ihre freien Flächen vermieten. Laut einer Studie des ADAC aus 2023 sparen Nutzer so im Schnitt bis zu 60 Prozent gegenüber den offiziellen Flughafenpreisen. Die meisten Anbieter garantieren dabei bewachte Parkplätze und einen Transfer zum Abflugterminal – oft in weniger als 10 Minuten.
Für Vielflieger oder Langzeitparker könnte ein Abonnement bei externen Parkhausbetreibern sinnvoll sein. Einige Anbieter wie APCOA oder ParkHere bieten Monatskarten für Parkhäuser in der Nähe des Flughafens an, die sich bei häufiger Nutzung rechnen. Wer flexibel ist, kann auch auf Park-and-Ride-Lösungen ausweichen: Die S-Bahn-Linie S1 fährt direkt zum Terminal, und Parkplätze an den Stationen Freising oder Neufahrn sind oft kostenlos oder deutlich günstiger.
Wer Zeit hat, sollte zudem die Preise für Langzeitparkplätze vergleichen. Während die offiziellen P20-Flächen am Flughafen München ab 2025 auf 24 Euro pro Tag steigen, bieten private Anbieter wie Parken24 oder Flughafenparkplatz.de Wochen- und Monatsratentarife ab 5 Euro täglich an – inklusive Videoüberwachung und Versicherungsschutz. Einziger Haken: Die günstigsten Optionen sind oft etwas weiter entfernt, erfordern also eine frühere Ankunft.
Elektroautos und Bahn: Wie die Zukunft aussieht
Während Autofahrer am Münchner Flughafen ab 2025 tiefer in die Tasche greifen müssen, zeichnet sich für Elektroautos und Bahnreisende ein anderes Bild ab. Die Flughafen München GmbH plant, Parkflächen für E-Autos deutlich günstiger anzubieten – ein Schritt, der die klimafreundliche Mobilität fördern soll. Aktuell liegen die Preise für E-Auto-Parkplätze bei rund 50 Prozent des regulären Tarifs, doch ab 2025 könnte dieser Rabatt noch attraktiver ausfallen. Studien des Verkehrsclubs Deutschland zeigen, dass bereits 2023 jeder fünfte Neuwagen in Bayern elektrisch betrieben wurde, was die Nachfrage nach entsprechenden Ladeinfrastrukturen an Flughäfen steigen lässt.
Die Bahn bleibt indes eine stabile Alternative. Mit dem Ausbau der S-Bahn-Linie S8 und der direkten Anbindung an den Terminal 2 wird der Flughafen für Pendler und Reisende ohne Auto immer attraktiver. Die Deutsche Bahn hat zudem angekündigt, die Taktung der Regionalzüge zwischen München Hauptbahnhof und dem Flughafen zu verdichten – eine Reaktion auf die steigenden Fahrgastzahlen.
Doch nicht nur die Preispolitik, auch die Infrastruktur steht im Fokus. Bis 2026 sollen am Flughafen München über 200 zusätzliche Ladestationen für E-Autos entstehen, darunter auch Schnelllader mit bis zu 300 kW Leistung. Damit würde der Flughafen zu einem der am besten ausgestatteten Standorte in Süddeutschland aufsteigen. Gleichzeitig prüft die Flughafenleitung, ob Park-and-Ride-Plätze in der Umgebung ausgebaut werden, um Bahnfahrern den Umstieg zu erleichtern.
Langfristig könnte sich das Verhältnis zwischen Individualverkehr und öffentlichem Nahverkehr am Flughafen verschieben. Während Parkgebühren für Verbrenner steigen, werden Anreize für klimaneutrale Alternativen geschaffen – ein Trend, der sich auch an anderen großen deutschen Flughäfen wie Frankfurt oder Berlin abzeichnet.
Die drastische Erhöhung der Parkgebühren am Münchner Flughafen ab 2025 auf bis zu 29 Euro pro Tag trifft Pendler, Urlauber und Geschäftsreisende gleichermaßen – besonders hart sind Langzeitparker betroffen, die künftig für eine Woche schnell über 200 Euro allein fürs Abstellen des Autos zahlen. Wer bisher auf die günstigen Tarife am Terminal oder den Park&Fly-Angeboten setzte, muss nun umdenken und die zusätzlichen Kosten einkalkulieren.
Wer die Preissprünge umgehen will, sollte frühzeitig Alternativen prüfen: Öffentliche Verkehrsmittel wie die S-Bahn oder Shuttle-Dienste von nahen Parkplätzen außerhalb des Flughafengeländes bleiben oft die günstigere Wahl – gerade bei längeren Reisen lohnt sich der Vergleich. Mit der schrittweisen Einführung der neuen Tarife ab Januar 2025 wird sich zeigen, ob der Flughafen München nachzieht und attraktivere Mobilitätslösungen anbietet oder ob die Preispolitik Reisende dauerhaft in Richtung konkurrierender Airports wie Stuttgart oder Memmingen treibt.
