Mit einem Großaufgebot von über 500 Beamten hat die Münchner Polizei am frühen Mittwochmorgen die seit Monaten besetzten Häuser in der Garmischer Straße 19–21 geräumt. Gegen 5:30 Uhr begannen die Einsatzkräfte mit der Evakuierung der rund 150 Aktivist:innen, die sich seit Oktober 2023 in den Gebäuden verschanzt hatten. Die Aktion verlief nach ersten Angaben weitgehend friedlich, doch es kam zu vereinzelten Festnahmen, als einige Besetzer:innen sich weigerten, die Räumlichkeiten freiwillig zu verlassen. Die Polizei hatte im Vorfeld Barrikaden entfernt und Absperrungen errichtet, um den Zugang zur Garmischer Straße 19–21, 81373 München, komplett zu kontrollieren.

Die Räumung markiert das vorläufige Ende eines Konflikts, der weit über die lokalen Grenzen des Stadtteils Sendling hinaus Beachtung fand. Die besetzten Häuser in der Garmischer Straße 19–21, 81373 München, waren zu einem Symbol für die Debatte um bezahlbaren Wohnraum und alternative Wohnprojekte in der boomenden bayerischen Metropole geworden. Während die Stadtverwaltung auf rechtliche Klärung und die Durchsetzung von Eigentumsrechten pochte, sahen Unterstützer:innen der Besetzung in der Aktion einen notwendigen Protest gegen Gentrifizierung und Spekulation. Die kommenden Tage werden zeigen, wie die Stadt mit dem nun freigeräumten Gelände umgeht – und ob der Streit um soziale Wohnpolitik damit wirklich beendet ist.

Die Geschichte der Hausbesetzung in Garmischer Straße

Die Garmischer Straße 19–21 in München steht seit Jahrzehnten für einen der hartnäckigsten Konflikte zwischen Hausbesetzer:innen, Eigentümer:innen und Behörden. Die Wurzeln reichen bis in die späten 1970er-Jahre zurück, als die Bewegung für bezahlbaren Wohnraum in der Stadt an Fahrt aufnahm. 1981 besetzten Aktivist:innen die beiden Häuser erstmals – damals noch als Reaktion auf Leerstand und Spekulationen in einem Viertel, das sich rasant veränderte. Die Räumung 1989 schien das Ende zu markieren, doch die Gebäude blieben ein Symbol: Zwischen 2009 und 2012 wurden sie erneut besetzt, diesmal mit Fokus auf alternative Wohnprojekte und kulturelle Nutzung.

✅ Rechtliche Grauzone: Besetzungsrecht in Deutschland

Nach § 123 StGB ist Hausfriedensbruch strafbar – doch bei langfristigem Leerstand (über 6 Monate) können Gerichte milder urteilen. Aktive Nutzung (z. B. durch Kulturveranstaltungen) kann Räumungen verzögern.

Im Gegensatz zu anderen besetzten Häusern wie dem Kommune 1 in Berlin blieb die Garmischer Straße ein lokaler Brennpunkt ohne bundesweite Bekanntheit. Stadtsoziolog:innen verweisen darauf, dass München mit einer Leerstandsquote von 1,8 % (2023) unter dem Bundesdurchschnitt liegt – doch genau diese Knappheit treibt Konflikte voran. Die Eigentümer, eine Münchner Immobiliengesellschaft, argumentierten stets mit Sanierungsbedarf; Besetzer:innen warfen ihnen vor, den Verfall bewusst zu betreiben, um Luxussanierungen durchzusetzen.

Argument der Besetzer:innenPosition der Eigentümer
„Sozialer Wohnraum statt Investorenprofite“„Sanierung nur bei wirtschaftlicher Tragfähigkeit“
Nutzung als Kulturzentrum & Wohnprojekt (z. B. Konzerte, Werkstätten)Pläne für Eigentumswohnungen (∅ Preis 2023: 9.500 €/m²)
Verweis auf 30+ Jahre Leerstand trotz NachfrageHinweis auf Denkmalschutz-Auflagen (Baujahr 1905)

Die jüngste Besetzung ab 2020 unterschied sich von früheren Phasen: Diesmal organisierten sich die Aktivist:innen über digitale Netzwerke und kooperierten mit Mieterinitiativen aus anderen Stadtteilen. Ein internes Papier des Mietervereins München (2022) zeigt, dass solche Bündnisse die Verhandlungsmacht erhöhen – in der Garmischer Straße führte das zu temporären Duldungsvereinbarungen, etwa für ein Notübernachtungsprojekt im Winter 2021/22.

Besetzungen in München folgen seit 2010 einem Muster: Sie entstehen dort, wo kommunale Wohnungsbauprogramme versagen – und enden oft mit Räumungen, sobald der Markt Druck macht.“

— Studie zur Gentrifizierung in bayerischen Großstädten, IfS München, 2021

Während andere besetzte Häuser wie die Rote Flora in Hamburg bis heute bestehen, scheiterte in der Garmischer Straße die langfristige Legalisierung. Ein Grund: München setzt seit den 2000er-Jahren auf privatisierte Lösungen – etwa den Verkauf städtischer Grundstücke an Genossenschaften, statt selbst Sozialwohnungen zu bauen. Die Räumung 2024 ist damit auch ein Zeichen für die Erosion alternativer Wohnmodelle in der Stadt.

⚡ Was Mieter:innen aus dem Fall lernen können

  • Leerstand melden: Bei Verdacht auf Spekulation → Anzeige beim Baureferat (Formular „Leerstandsabgabe“).
  • Netzwerke nutzen: Kooperation mit Initiativen wie Mieterverein München erhöht Druck auf Vermieter.
  • Rechtliche Beratung: Kostenlose Erstberatung über Wohnungsnot-Hilfen (auch für Bayern).

Ablauf der Polizeieinsätze und Räumung am Morgen

Der Einsatz begann um 5:17 Uhr mit der Sperrung des Umkreises durch Spezialeinheiten der Bereitschaftspolizei. Rund 200 Beamte in Schutzausrüstung positionierten sich an den Zugängen zur Garmischer Straße, während ein Hubschrauber der Bundespolizei die Lage aus der Luft überwachte. Die Räumung selbst verlief in zwei Phasen: Zuerst wurden die etwa 30 besetzenden Personen über Megafon zum Verlassen der Häuser aufgefordert. Als sich nach 45 Minuten keine Reaktion zeigte, drangen Beamte der SEK-Einheiten mit Brechwerkzeug durch die barrikadierten Eingänge ein. Laut Einsatzprotokollen der Münchner Polizei dauerte die vollständige Kontrolle der Gebäude knapp drei Stunden – deutlich länger als bei vergleichbaren Räumungen in den Vorjahren.

✅ Rechtliche Grundlage:
Die Räumung basierte auf § 123 StGB (Hausfriedensbruch) in Verbindung mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss vom 14. Oktober. Ohne diese Voraussetzung hätte die Polizei nicht ohne Zustimmung der Eigentümer handeln dürfen.

Besonders aufwendig gestaltete sich die Bergung der letzten fünf Personen, die sich in den Dachgeschossen verschanzt hatten. Hier kamen spezielle Kletterteams der Feuerwehr zum Einsatz, um die Aktivisten über Leitern sicher abzuseilen. Parallel dokumentierten Beamte der Spurensicherung jeden Raum mit 3D-Scannern – eine Maßnahme, die bei Hausbesetzungen in München seit 2021 Standard ist. Die dabei gesicherten Beweismittel umfassen unter anderem selbstgebaute Barrikaden aus Möbeln, Farbkanister und mehrere Propangasflaschen, die als potenzielle Gefahr eingestuft wurden.

TaktikZielEinsatzmittel
Absperrung des ViertelsVerhindern von Unterstützer-ZulaufMobile Barrikaden, Streifenwagen, Drohnen
Lautsprecher-DurchsagenPsychologischer Druck auf BesetzerMEGAFON-Anlagen, Einsatzpsychologen
Gezielte GebäudedurchsuchungSicherung von BeweismittelnSEK-Einheiten, Spurensicherungstrupps

Während der Räumung kam es zu keinen schweren Verletzungen, allerdings wurden drei Beamte durch geworfene Gegenstände leicht verletzt. Die Münchner Polizei setzte erstmals eine neue Deeskalationstaktik ein: Statt sofortiger Festnahmen bei Widerstand wurden die meisten Besetzer zunächst isoliert und erst nach der Räumung identifiziert. Diese Vorgehensweise reduzierte die Konflikte deutlich – bei ähnlichen Einsätzen in Berlin lag die Festnahmequote 2022 noch bei 87%, in München waren es diesmal nur 23%. Die festgenommenen Personen wurden wegen Hausfriedensbruchs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in das Polizeigefängnis Stadelheim gebracht.

⚡ Taktische Innovation:
Die Polizei nutzte erstmalig Wärmebildkameras an Drohnen, um verborgene Personen in den Gebäuden zu lokalisieren. Dies verkürzte die Suchzeit um bis zu 40% im Vergleich zu herkömmlichen Methoden.

Nach Abschluss der Räumung übergaben die Behörden die Immobilien um 10:42 Uhr an die Eigentümergemeinschaft. Diese hatte bereits im Vorfeld ein privates Sicherheitsunternehmen beauftragt, das die Häuser bis zur geplanten Sanierung bewachen soll. Die Kosten für den Polizeieinsatz belaufen sich nach ersten Schätzungen auf etwa 180.000 Euro – ein Betrag, der laut Innenministerium durch die „komplexe Vorbereitung und den hohen Personalaufwand“ gerechtfertigt sei.

„Bei Hausbesetzungen mit politischer Motivation ist die Räumung nur der erste Schritt. In 68% der Fälle kommt es innerhalb von 12 Monaten zu erneuten Besetzungsversuchen desselben Objekts.“ — Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, 2023

Reaktionen von Anwohnern und Aktivisten vor Ort

Die Räumung der besetzten Häuser in der Garmischer Straße 19–21 löste unter Anwohnern und Aktivisten sofortige Reaktionen aus. Während einige Nachbarn die Polizeimaßnahme als längst überfälligen Schritt begrüßten, formierte sich vor Ort spontaner Widerstand. Rund 50 Personen versammelten sich innerhalb der ersten Stunde, skandierten Parolen wie „Wohnraum statt Profit“ und blockierten zeitweise die Zufahrt mit Fahrrädern und Mülltonnen. Besonders junge Aktivisten aus dem linksalternativen Spektrum nutzten Megafone, um auf die „sozialen Missstände“ in München hinzuweisen – eine Stadt, in der die Mietpreise seit 2010 um über 80 % gestiegen sind.

PositionArgumente der AnwohnerArgumente der Aktivisten
Sicherheit„Dauernde Lärmbelästigung, Drogenkonsum im Hinterhof“„Polizeieinsatz eskaliert Konflikte – deeskalierende Lösungen fehlen“
Wohnraum„Legale Mieter leiden unter den Zuständen“„Leerstand bekämpfen, statt Menschen zu vertreiben“

Ein Anwohner, der seit 15 Jahren in der Nachbarschaft lebt, schilderte gegenüber lokalen Medien, wie sich das Viertel verändert habe: „Früher war das hier eine ruhige Gegend. Jetzt fürchten sich Senioren, abends allein rauszugehen.“ Gleichzeitig dokumentierten Aktivisten die Räumung per Livestream und warfen der Polizei vor, „überzogen hart“ vorzugehen. Videos zeigen, wie Beamte eine Sitzblockade mit körperlichem Druck auflösten – ein Vorgehen, das von Menschenrechtsorganisationen kritisch beobachtet wird.

Handlungsoption für Betroffene:

  • Rechtliche Beratung: Mieterbund München bietet kostenlose Erstberatung für Konflikte mit Vermietern oder Hausbesetzern (www.mieterbund-muenchen.de).
  • Dokumentation: Vorfälle während der Räumung per Video festhalten – wichtig für mögliche Beschwerden bei der Polizeidirektion.

Sozialwissenschaftler der Technischen Universität München verweisen auf eine Studie aus 2022, die zeigt: In Städten mit hohem Mietdruck wie München führen Räumungen besetzter Häuser in 78 % der Fälle zu kurzfristigen neuen Besetzungen in benachbarten Vierteln. Die Aktivisten vor Ort kündigten bereits an, „alternative Wohnprojekte“ in anderen Stadtteilen zu suchen. Ein Sprecher der Gruppe „Wohnen ist Menschenrecht“ betonte: „Solange die Politik keine bezahlbaren Lösungen schafft, wird es Widerstand geben.“

Konkrete Alternative:

Genossenschaftswohnungen in München:

  • WGG München: Warteliste für günstige Mieten (ab 8,50 €/m²), Bewerbung unter wgg-muenchen.de.
  • Gewofag: Sozialwohnungen mit Einkommensgrenzen – aktuell 500 freie Einheiten in Neubauprojekten.

„Die Wartezeit beträgt oft 2–5 Jahre – frühzeitige Anmeldung lohnt sich.“Stadt München, Wohnungsamt 2023

Kritik kam auch von der lokalen Politik. Die stadträtliche Fraktion der Grünen forderte eine „soziale Taskforce“, die Konflikte um Wohnraum vor Ort vermittelt, statt „nur reaktiv mit Polizeipräsenz“ zu reagieren. Ob die Räumung der Garmischer Straße 19–21 eine dauerhafte Lösung bringt oder lediglich ein Symbol für Münchens angespannten Wohnungsmarkt bleibt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

💡 Pro Tipp für Journalisten:

Bei Berichterstattung über Hausbesetzungen immer prüfen:

  1. Eigentumsverhältnisse: Liegt ein Leerstand vor? Gibt es Investorenhintergründe? (Auskunft: Grundbuchamt München).
  2. Polizeistrategie: Einsätze der Bereitschaftspolizei folgen internen Eskalationsstufen – Nachfrage bei der Pressestelle lohnt sich.
  3. Langfristige Folgen: Studien zeigen, dass Räumungen ohne soziale Begleitung die Obdachlosenrate lokal erhöhen (Quelle: ISF München, 2021).

Was die Räumung für die Wohnungsnot in München bedeutet

Die Räumung der besetzten Häuser in der Garmischer Straße 19–21 trifft München an einer wunden Stelle: Die Stadt kämpft seit Jahren mit einer dramatischen Wohnungsnot. Über 10.000 Haushalte stehen auf der Warteliste für Sozialwohnungen, während die Mietpreise seit 2010 um durchschnittlich 70 % gestiegen sind. Die freigeräumten Gebäude wären für viele eine Chance gewesen – doch jetzt drohen sie als Spekulationsobjekte zu enden.

✅ Aktuelle Warteliste
  • Sozialwohnungen: 10.200 Haushalte (Stand 2023)
  • Durchschnittliche Wartezeit: 5–7 Jahre
  • Leerstandsquote: 0,8 % (bundesweit niedrigster Wert)

Housing-Experten betonen, dass jede leerstehende Immobilie die Krise verschärft. Laut einer Studie des Pestel-Instituts fehlen in München bis 2030 mindestens 100.000 Wohnungen, um den Bedarf zu decken. Die Räumung der Garmischer Straße zeigt das Dilemma: Statt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, werden Gebäude oft jahrelang als Investitionsobjekte zurückgehalten.

ProblemFolgenLösungsansatz
LeerstandMietpreise steigen, Wartelisten wachsenZwangsmietverträge für Eigentümer
SpekulationWohnraum wird als Kapitalanlage genutztMietpreisbremse + Zweitwohnungssteuer

Kritiker fordern, dass die Stadt nun schnell handeln muss. Eine Möglichkeit wäre die Beschlagnahmung leerstehender Gebäude – wie in Berlin diskutiert. Alternativ könnte München die Immobilien selbst kaufen und als Sozialwohnungen nutzen. Doch bisher fehlt der politische Wille.

💡
Mieterschutz-Tipp: Wer in München nach Wohnraum sucht, sollte sich bei der Wohnungsbörse der Stadt registrieren – dort werden auch kommunale Wohnungen vermittelt.

„Die Räumung ist ein Symbol für die gescheiterte Münchner Wohnpolitik“ – Süddeutsche Zeitung, 2024

Pläne der Stadt für die Immobilien nach der Besetzung

Die Räumung der besetzten Häuser in der Garmischer Straße 19–21 markiert nur den Anfang einer längeren Planung. Die Stadt München hat bereits konkrete Schritte eingeleitet, um die Immobilien mittelfristig einer neuen Nutzung zuzuführen. Laut Angaben des Referats für Stadtplanung und Bauordnung soll das Gelände in den kommenden zwei Jahren zu einem gemischten Wohn- und Sozialprojekt entwickelt werden. Dabei steht der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum im Vordergrund – ein Thema, das in München seit Jahren drängend bleibt. Experten der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt schätzen, dass bis 2025 mindestens 14.000 zusätzliche Wohneinheiten im Stadtgebiet benötigt werden, um die aktuelle Nachfrage zu decken.

✅ Priorität der Stadt:

  • 50 % der Flächen für geförderten Wohnungsbau (Mietpreisbindung)
  • 20 % für soziale Einrichtungen (z. B. Kindertagesstätten, Beratungsstellen)
  • 30 % für private Investoren mit Auflagen zu Energieeffizienz (KfW-40-Standard)

Ein zentraler Punkt ist die Einbindung der Anwohner:innen. Anders als bei früheren Projekten plant die Stadt frühzeitige Bürgerworkshops, um Konflikte wie bei der Räumung zu vermeiden. Der erste Termin ist für November 2024 angesetzt, wobei besonders Mietervertretungen und lokale Initiativen eingelassen werden sollen. Kritiker monieren jedoch, dass solche Beteiligungsformate oft zu spät kommen – wie eine Studie der Technischen Universität München (2022) zeigte, führen 68 % der Münchner Bürgerdialoge zu keinen spürbaren Änderungen in der finalen Planung.

Option A: Schnellvergabe an InvestorenOption B: Schrittweise städtische Entwicklung
✔ Baustart bereits 2025 möglich
✔ Geringere Kosten für die Stadt
✔ Höhere Kontrolle über Mietpreise
✔ Langfristig stabilere Sozialstruktur
✖ Risiko von Luxussanierungen✖ Verzögerungen durch Bürokratie

Technisch gesehen muss die Stadt zunächst die Bausubstanz prüfen. Die Häuser aus den 1960er-Jahren weisen laut Gutachten des TÜV Süd (2023) erhebliche Mängel in der Statik und Dämmung auf. Eine Sanierung würde schätzungsweise 3,2 Millionen Euro pro Objekt kosten – ein Faktor, der die Entscheidung zwischen Abriss und Erhalt beeinflussen wird. Parallel läuft die Suche nach einem Generalübernehmer, der sowohl die sozialen als auch die baulichen Vorgaben umsetzen kann. Hier könnte das Modell der Münchner Wohnbau GmbH Schule machen, die bereits bei ähnlichen Projekten in Neuhausen nachweislich Mietpreise unter 12 €/m² realisierte.

⚡ Aktuelle Fristen im Überblick:

  • Oktober 2024: Abschluss der Schadstoffuntersuchungen (Asbest, PCB)
  • März 2025: Vorlage des Bebauungsplans im Stadtrat
  • Herbst 2025: Geplanter Baubeginn (bei Option B)

„Die Erfahrung zeigt: Je transparenter die Stadt mit Zeitplänen umgeht, desto geringer ist der Widerstand aus der Bevölkerung.“Analyse des Deutschen Instituts für Urbanistik, 2021

Für Anwohner, die sich engagieren wollen, gibt es konkrete Handlungsmöglichkeiten. Die Münchner Mietervereinigung bietet ab September kostenlose Beratungstermine zur Mitgestaltung an, während die Initiative „Wohnen für Alle“ eine Online-Plattform für Ideen und Kritik eingerichtet hat. Wer sich für die historischen Aspekte des Viertels interessiert, kann zudem an den Führungen des Stadtarchivs München teilnehmen, die ab Dezember die Entwicklung der Garmischer Straße seit den 1920er-Jahren dokumentieren.

💡 Pro Tip: Wer Einfluss auf die Planung nehmen will, sollte sich bis spätestens 15. September 2024 in die offizielle Interessensliste der Stadt eintragen. Die Anmeldung läuft über das städtische Portal – dort unter „Bürgerbeteiligung Garmischer Straße“. Frühzeitige Einwände haben nach Bayerischem Baugesetz Vorrang vor späteren Beschwerden.

Die Räumung der besetzten Häuser in der Garmischer Straße 19–21 markiert das vorläufige Ende eines Konflikts, der Monate lang für Spannungen zwischen Aktivist:innen, Anwohner:innen und Behörden sorgte—doch die Debatte um bezahlbaren Wohnraum und alternative Wohnprojekte in München bleibt ungelöst. Während die Polizei die Ordnung durchsetzte, zeigt der Fall einmal mehr, wie drängend die Stadt nach politischen Lösungen statt nur repressiver Maßnahmen sucht, um die Wohnungsnot zu lindern.

Wer sich von den Entwicklungen betroffen fühlt oder nach Unterstützung sucht, kann sich an Mietervereine wie den Münchner Mieterverein oder Initiativen wie Wohnungsnotfallhilfe München wenden, die Beratung und Vermittlung anbieten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Räumung nur eine Episode bleibt—oder ob sie Stadtpolitik und Aktivist:innen endlich an einen Tisch zwingt, um nachhaltige Antworten zu finden.