Ab sofort rollt auf der Strecke zwischen München und Regensburg kein Regionalexpress mehr. Die Deutsche Bahn hat den Verkehr bis zum 12. Oktober komplett eingestellt – ein herber Einschlag für Pendler und Reisende, die täglich auf die Verbindung angewiesen sind. Betroffen sind alle Züge der Linie RE3, die normalerweise stündlich zwischen den beiden Städten verkehren und wichtige Halte wie Freising, Landshut und Straubing bedienen. Stattdessen müssen Fahrgäste auf Ersatzbusse ausweichen, was die Reisezeiten deutlich verlängert und die Planung für Tausende durcheinanderwirbelt.

Der Ausfall des Zugs München-Regensburg trifft besonders Berufstätige, die auf die schnelle und zuverlässige Anbindung zwischen der bayerischen Landeshauptstadt und der Oberpfalz angewiesen sind. Doch auch Touristen und Studierende spüren die Folgen, denn die Strecke verbindet nicht nur Wirtschaftszentren, sondern auch Universitätsstandorte wie Regensburg mit dem internationalen Flughafen München. Während die Bahn von „unvorhergesehenen technischen Problemen“ spricht, bleibt unklar, warum die Reparaturen fast drei Wochen dauern sollen. Für alle, die regelmäßig den Zug München-Regensburg nutzen, bedeutet das nun: Geduld, Umwege und die Hoffnung, dass der Fahrplan nach dem 12. Oktober wieder stabil läuft.

Ursache für die plötzliche Zugstreichung

Ein technischer Defekt an der Oberleitung zwischen Ingolstadt und Regensburg zwingt die Deutsche Bahn zu einer vollständigen Streckensperrung. Wie ein Sprecher des Konzerns bestätigte, handelt es sich um einen schwerwiegenden Schaden an der Stromversorgungsinfrastruktur, der nicht kurzfristig behoben werden kann. Betroffen ist ein rund 30 Kilometer langes Teilstück, auf dem die Oberleitung an mehreren Stellen gerissen ist. Solche Schäden entstehen oft durch extreme Witterungsbedingungen oder Materialermüdung – in diesem Fall deutet alles auf einen spontanen Kabelbruch hin, der durch die aktuellen Temperaturschwankungen begünstigt wurde.

Experten der Bahn gehen davon aus, dass die Reparatur mindestens zwei Wochen in Anspruch nehmen wird. Laut Angaben des Bundesverkehrsministeriums sind Oberleitungsschäden dieser Art zwar selten, aber besonders aufwendig: Allein 2023 registrierte die Bahn bundesweit 12 vergleichbare Großstörungen, die im Schnitt 14 Tage Behebungszeit erforderten. Hinzu kommt, dass Ersatzteile für die spezielle Leitungsführung in diesem Streckenabschnitt nicht vorrätig sind und erst beschafft werden müssen.

Die Situation wird durch die hohe Auslastung der Strecke verschärft. Täglich nutzen rund 8.000 Pendler den Regionalexpress zwischen München und Regensburg – viele von ihnen sind nun auf Umleitungen über Augsburg oder Landshut angewiesen, was die Fahrzeiten um bis zu 90 Minuten verlängert.

Ein zusätzliches Problem stellt die Koordination mit anderen Verkehrsbetrieben dar. Während die Bahn Ersatzbusse organisiert, sind die Kapazitäten der regionalen Busunternehmen begrenzt. Einige Verbindungen müssen daher mit kleineren Fahrzeugen bedient werden, was zu weiteren Engpässen führt.

Betroffene Strecken und Alternativrouten im Überblick

Der Ausfall des Regionalexpress RE3 zwischen München und Regensburg betrifft die gesamte Strecke auf 140 Kilometern. Betroffen sind alle Halte von München Hauptbahnhof über Freising, Landshut, Moosburg und Pfaffenhofen bis Regensburg Hauptbahnhof. Besonders stark frequentiert ist die Verbindung zwischen München und Landshut, wo täglich rund 8.000 Pendler unterwegs sind – viele davon Berufstätige, die auf die direkte Anbindung angewiesen sind.

Als Ersatz bieten die Deutschen Bahn und der Bayerische Verkehrsverbund (BVB) ein Schienenersatzverkehrskonzept mit Bussen an. Die Busse fahren im Stundentakt und bedienen alle regulären Haltepunkte der Zugstrecke. Für die Strecke München–Landshut verlängert sich die Fahrzeit dadurch um etwa 25 Minuten, da die Busse nicht die gleiche Höchstgeschwindigkeit erreichen wie die Züge.

Wer flexibel ist, kann auf die Regionalbahn RB22 ausweichen, die zwischen München und Landshut weiterhin verkehrt. Allerdings hält diese an weniger Stationen und ist oft stärker ausgelastet. Alternativ besteht die Möglichkeit, auf die S-Bahn-Linie S1 bis Freising umzusteigen und von dort mit dem Ersatzbus weiterzufahren.

Fahrgäste, die bis Regensburg müssen, sollten die Umstiegmöglichkeit in Landshut nutzen: Dort besteht Anschluss an die Regionalbahn RB16 Richtung Regensburg, die nicht vom Ausfall betroffen ist. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann die A92 nutzen – allerdings wird mit erhöhtem Verkehrsaufkommen gerechnet, besonders zu Stoßzeiten zwischen 6:30 und 9:00 Uhr.

Die Bahn empfiehlt, sich vorab über die App DB Navigator oder die Website des BVB über aktuelle Verbindungen zu informieren, da sich kurzfristige Änderungen ergeben können. Tickets des Regionalexpress gelten ohne Aufpreis in allen Ersatzverkehren.

Fahrgastrechte: Erstattungen und Entschädigungen

Der Ausfall des Regionalexpress zwischen München und Regensburg bis zum 12. Oktober wirft für Pendler und Reisende die Frage nach ihren Rechten auf. Laut Fahrgastrechteverordnung der EU haben Betroffene Anspruch auf Erstattungen oder Entschädigungen, sobald Verspätungen 60 Minuten überschreiten oder Züge komplett ausfallen. Bei einer vollständigen Streichung der Verbindung wie in diesem Fall können Fahrgäste die volle Rückerstattung des Ticketpreises verlangen – unabhängig davon, ob sie das Ticket online, am Automaten oder am Schalter gekauft haben.

Verkehrsverbünde wie der MVV und die Deutsche Bahn bieten dafür standardisierte Formulare an, die online oder in den Kundenzentren erhältlich sind. Die Bearbeitung dauert in der Regel bis zu vier Wochen. Wer auf die Verbindung angewiesen ist und Alternativen wie Busse oder andere Zugverbindungen nutzt, kann zudem die Mehrkosten geltend machen. Ein Report des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) aus dem Jahr 2023 zeigt, dass nur etwa 30 Prozent der berechtigten Fahrgäste ihre Ansprüche tatsächlich einfordern – oft aus Unwissenheit oder wegen bürokratischer Hürden.

Für Vielfahrer mit Abo-Tickets gelten Sonderregelungen. Hier wird der Erstattungsbetrag anteilig für die ausgefallenen Tage berechnet. Wer ein Bayern-Ticket oder ähnliche Tageskarten genutzt hat, erhält den vollen Preis zurück, sofern die Fahrt aufgrund des Ausfalls nicht angetreten werden konnte. Wichtig: Originaltickets und Nachweise über die geplante Fahrt (z. B. Buchungsbestätigungen oder Zeugenaussagen) sollten bereitgehalten werden, um den Anspruch zu belegen.

Bei weiteren Fragen helfen die Servicestellen der Bahn oder unabhängige Verbraucherberatungen. Die Hotline der Deutschen Bahn (0180 6 99 66 33) ist montags bis sonntags von 6 bis 22 Uhr erreichbar. Alternativ kann man sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr wenden, falls die Bahn die Erstattung verweigert.

Pendler berichten von Chaos und Improvisation

Seit dem plötzlichen Ausfall des Regionalexpress zwischen München und Regensburg am Montagmorgen kämpfen Pendler mit überfüllten Ersatzbussen, stundenlangen Verspätungen und improvisierten Lösungen. Viele berichten von chaotischen Szenen an den Bahnhöfen, wo Schlangen von bis zu 150 Metern Länge vor den Ersatzhaltestellen entstanden. Besonders betroffen sind Berufstätige aus Städten wie Freising, Landshut und Pfaffenhofen, die normalerweise auf die stündlichen Verbindungen angewiesen sind. Ein Fahrgast aus Moosburg beschrieb die Situation als „reine Glückssache“ – wer nicht früh genug am Bahnhof sei, müsse auf private Mitfahrgelegenheiten ausweichen oder gar auf die Arbeit verzichten.

Laut einer spontanen Umfrage der Süddeutschen Zeitung unter 200 Pendlern gab fast die Hälfte an, bereits mehr als zwei Stunden Verspätung aufgrund der Ausfälle gehabt zu haben. Viele kritisieren vor allem die unzureichende Kommunikation der Deutschen Bahn: Fahrpläne für die Ersatzbusse seien erst mit großer Verzögerung veröffentlicht worden, teilweise gar nur handschriftlich an Pinnwänden. Verkehrsexperten bestätigen, dass solche kurzfristigen Umstellungen selbst bei gut vorbereiteten Verkehrsbetrieben zu Engpässen führen – besonders auf stark frequentierten Strecken wie dieser, die täglich rund 12.000 Fahrgäste nutzen.

Einige Unternehmen in der Region reagierten mit Notlösungen. So organisierte ein Logistikbetrieb aus Regensburg kurzerhand einen eigenen Shuttle-Service für Mitarbeiter, während eine Münchner IT-Firma ihren Angestellten bis auf Weiteres Homeoffice anbot. Doch nicht alle haben diese Flexibilität: Auszubildende, Schichtarbeiter oder Eltern mit Betreuungspflichten stehen vor weit größeren Problemen. An den größeren Bahnhöfen wie Landshut bildeten sich spontane Fahrgemeinschaften, koordiniert über soziale Medien – ein Zeichen für die Kreativität der Betroffenen, aber auch für das Ausmaß der Störung.

Besonders bitter: Die Deutsche Bahn hatte erst im Mai dieses Jahres die Strecke als „stabil und zuverlässig“ beworben, nach Jahren der Sanierungsarbeiten. Jetzt zeigt sich, wie anfällig das System bleibt – selbst ein technischer Defekt an einer Weiche, wie ihn die Bahn als Auslöser nannte, legt den gesamten Verkehr lahm.

DB plant Ersatzverkehr – doch reicht das?

Der Ersatzverkehr mit Bussen soll die Lücke schließen, die der Ausfall des Regionalexpress zwischen München und Regensburg bis zum 12. Oktober reißt. Doch ob das Angebot ausreicht, bleibt fraglich. Pendler berichten bereits von überfüllten Bussen und Verspätungen, besonders zu Stoßzeiten. Die Deutsche Bahn versichert zwar, dass die Taktung angepasst wurde, doch die Praxis zeigt: Wer auf die Schiene angewiesen ist, muss mit längeren Fahrzeiten rechnen.

Laut einer aktuellen Erhebung des Fahrgastverbands Pro Bahn nutzen täglich rund 12.000 Menschen die Strecke zwischen den beiden Städten. Viele von ihnen sind Berufspendler oder Studierende, für die jeder Minutenverlust zählt. Der Ersatzverkehr kann diese Kapazitäten nicht vollständig abdecken – vor allem, weil Busse im Vergleich zu Zügen deutlich weniger Passagiere befördern.

Besonders kritisch wird es an den Knotenpunkten wie Freising oder Landshut, wo Umsteiger auf andere Regionalzüge angewiesen sind. Hier häufen sich die Beschwerden über unklare Ansagen und fehlende Koordination zwischen den Verkehrsmitteln. Die Bahn empfiehlt zwar, frühzeitig umzusteigen, doch bei Verspätungen im Ersatzverkehr wird das schnell zum Problem.

Experten aus dem Verkehrssektor weisen darauf hin, dass solche Ausfälle nicht nur die Pendler belasten, sondern auch wirtschaftliche Folgen haben. Unternehmen in der Region sind auf zuverlässige Verkehrsverbindungen angewiesen, um Mitarbeiter und Waren zu transportieren. Ob der Ersatzverkehr hier eine echte Alternative bietet, bleibt abzuwarten.

Der vollständige Ausfall des Regionalexpress zwischen München und Regensburg bis zum 12. Oktober stellt Pendler und Reisende vor erhebliche Herausforderungen—insbesondere in einer Strecke, die für viele zum täglichen Arbeitsweg gehört. Die Ersatzbusse und Umleitungen über Ingolstadt oder Freising werden die Fahrzeiten verlängern, doch mit genauer Planung lässt sich der Mehraufwand begrenzen, etwa durch frühere Abfahrten oder die Nutzung digitaler Fahrplan-Apps wie DB Navigator für Echtzeit-Updates.

Wer flexibel reagieren kann, sollte Alternativen wie Fernverkehrszüge mit Reservierung prüfen oder, falls möglich, Homeoffice-Tage einlegen, um die belastendsten Stoßzeiten zu umgehen. Ob die Bahn die angekündigten Verbesserungen nach der Unterbrechung tatsächlich umsetzt, wird sich zeigen—bis dahin bleibt Geduld und Vorbereitung der beste Begleiter auf der Schiene.