Mit einem gewaltigen 200.000-Liter-Becken und einigen der seltensten Rochenarten Europas setzt das Sea Life München neue Maßstäbe – und das genau 15 Jahre nach seiner Eröffnung. Das Aquarium, das seit 2009 Besucher in die faszinierende Unterwasserwelt entführt, feiert sein Jubiläum nicht mit kleinen Gesten, sondern mit einem spektakulären Ausbau. Das Herzstück der Neuerung ist ein Becken, das allein 50.000 Liter mehr fasst als viele vergleichbare Anlagen in Deutschland. Hier schwimmen künftig seltene Arten wie der Gefleckte Adlerrochen oder der seltene Riffrochen, die sonst nur in wenigen europäischen Aquarien zu sehen sind.
Für Münchner und Touristen bedeutet das mehr als nur eine Attraktion: Das Sea Life München hat sich längst als Ort etabliert, der nicht nur unterhält, sondern auch aufklärt. Über 1,5 Millionen Gäste besuchen das Aquarium jährlich, viele davon Familien und Schulklassen. Die neue Anlage unterstreicht den Anspruch, Artenschutz und Bildung mit einem unvergesslichen Erlebnis zu verbinden. Wer hier durch die Tunnel aus Acrylglas geht, steht plötzlich Auge in Auge mit Tieren, die in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht sind – ein eindringlicher Appell zum Schutz der Meere.
Ein Vierteljahrhundert unter Wasser: Münchens Aquarium wird erwachsen
Vor 25 Jahren öffnete das Sea Life München seine Tore – ein Projekt, das damals als kühnes Experiment galt. Inmitten einer Großstadt ein Stück Ozean zu schaffen, war keine Selbstverständlichkeit. Doch die Idee überzeugte: Heute zählt das Aquarium zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region mit über 400.000 Besuchern jährlich. Was als bescheidenes Beckensystem begann, hat sich zu einem hochmodernen Zentrum für Meeresbiologie entwickelt, das nicht nur unterhält, sondern auch aufklärt.
Die Entwicklung spiegelt sich in den Zahlen wider. Während die ersten Jahre mit knapp 30 Becken und rund 3.000 Tieren starteten, beherbergt das Sea Life heute über 10.000 Meeresbewohner in mehr als 50 verschiedenen Lebensräumen – von heimischen Flüssen bis zu tropischen Korallenriffen. Besonders stolz ist man auf die Zuchterfolge bei bedrohten Arten wie den Kleinen Katzenhaien, deren Population hier seit Jahren stabil wächst.
Experten der Deutschen Gesellschaft für Meeresforschung betonen, wie selten es ist, dass ein innerstädtisches Aquarium über zwei Jahrzehnte hinweg kontinuierlich wissenschaftliche Standards erhöht. Das neue 200.000-Liter-Becken mit seinen seltenen Rochenarten markiert dabei nur den vorläufigen Höhepunkt. Hinter den Kulissen arbeitet ein Team aus Biologen und Technikern täglich daran, die Bedingungen noch natürlicher zu gestalten – etwa durch dynamische Strömungssysteme, die Gezeiten simulieren.
Doch nicht nur die Technik macht den Unterschied. Regelmäßige Bildungsprogramme für Schulen und die Zusammenarbeit mit Artenschutzprojekten haben dem Sea Life München ein Profil gegeben, das weit über reine Unterhaltung hinausgeht. Wer heute durch die Tunnelbecken schreitet, sieht nicht nur bunte Fische, sondern versteht auch, warum der Schutz der Ozeane längst keine ferne Angelegenheit mehr ist.
Das neue Highlight: 200.000 Liter Salzwasser und seltene Stechrochen
Mit einem spektakulären 200.000-Liter-Becken setzt das Sea Life München zum 15-jährigen Jubiläum neue Maßstäbe. Das Herzstück der Erweiterung bildet ein riesiges Salzwasserbecken, das nicht nur durch seine Größe beeindruckt, sondern auch durch seine Bewohner: Seltene Stechrochenarten, die in europäischen Aquarien nur selten zu sehen sind. Besonders die gefleckten Blauen Stechrochen ziehen mit ihren eleganten Bewegungen und dem markanten Muster die Blicke auf sich. Die Wassertiefe von bis zu drei Metern ermöglicht es den Tieren, ihr natürliches Verhalten fast ungestört auszuleben.
Experten betonen, dass solche Becken nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Laut aktuellen Daten der World Association of Zoos and Aquariums sind über 30 % der Rochenarten in ihrem natürlichen Lebensraum bedroht. Durch gezielte Zuchtprogramme in Aquarien wie dem Sea Life München soll der Bestand dieser faszinierenden Tiere langfristig gesichert werden.
Technisch ist das Becken eine Meisterleistung: Ein spezielles Filtersystem hält das Salzwasser kristallklar, während eine präzise Steuerung von Temperatur und Strömung optimale Bedingungen schafft. Besucher können die Rochen durch eine 180-Grad-Panoramascheibe aus nächster Nähe beobachten – ein Erlebnis, das selbst erfahrene Aquarienbesucher begeistert.
Neben den Stechrochen beherbergt das Becken auch eine bunte Vielfalt an Begleitfischen, darunter tropische Arten aus dem Indopazifik. Die Kombination aus Korallenriff-Atmosphäre und den majestätisch gleitenden Rochen schafft eine Unterwasserwelt, die zum Verweilen einlädt.
Hinter den Kulissen: Wie die Becken für die neuen Arten vorbereitet wurden
Monate bevor die ersten seltenen Rochenarten durch das neue 200.000-Liter-Becken im Sea Life München glitten, begann hinter den Kulissen eine akribische Vorbereitung. Jedes Detail zählte – von der Wasserzusammensetzung bis zur Gestaltung des Bodensubstrats. Die Aquarianer orientierten sich an strengen wissenschaftlichen Richtlinien für Meerwasserbecken dieser Größe, die eine Stabilisierungsphase von mindestens sechs Wochen vorschreiben. In dieser Zeit wurde das Wasser schrittweise mit speziellen Mineralien angereichert, um den pH-Wert und die Salzkonzentration exakt auf die Bedürfnisse der späteren Bewohner abzustimmen.
Besondere Aufmerksamkeit galt der Filtertechnik. Drei unabhängige Kreisläufe, darunter ein hochmoderner Proteinabschäumer, sorgen nun für kristallklares Wasser. Laut Empfehlungen des Europäischen Verbandes der Zoos und Aquarien (EAZA) müssen solche Systeme bei Becken über 150.000 Litern redundant ausgelegt sein – ein Standard, den das Sea Life München mit zusätzlichen Notfallpumpen sogar übertrifft.
Der Boden des Beckens wurde mit 12 Tonnen natürlichem Korallensand befüllt, der aus nachhaltiger Förderung stammt und frei von schädlichen Mikroplastikrückständen ist. Jeder Stein, jede Höhle wurde so platziert, dass die Rochen später ausreichend Versteckmöglichkeiten finden, ohne die Sicht für Besucher einzuschränken. Selbst die Beleuchtung durchlief Tests: LED-Paneele simulieren nun den Tagesrhythmus eines tropischen Riffs, von sanftem Morgenlicht bis zum intensiven Mittagsblau.
Erst als alle Parameter stabil blieben – Temperatur bei konstant 24°C, Nitratwerte unter 10 mg/l – gab das Team grünes Licht für die ersten Tiere. Die Umgewöhnung der Rochen an das neue Habitat dauerte weitere zwei Wochen, in denen sie in separaten Quarantänebecken langsam an die Wasserwerte des Hauptbeckens gewöhnt wurden.
Besucherinfos: Tickets, Führungen und die besten Zeiten für Rochen-Beobachtungen
Wer die neuen Rochenarten im frisch eröffneten 200.000-Liter-Becken des Sea Life München erleben möchte, sollte seinen Besuch strategisch planen. Die beste Zeit für ungestörte Beobachtungen liegt an Wochentagen außerhalb der bayerischen Schulferien, idealerweise zwischen 10 und 12 Uhr oder nach 15 Uhr. Zu diesen Zeiten ist die Besucherfrequenz laut interner Statistiken um bis zu 40 % geringer als an Wochenenden oder in den Stoßzeiten mittags. Besonders die scheuen Zitterrochen zeigen sich dann aktiver und nähern sich oft der Frontscheibe – ein Spektakel, das Fotobegeisterte mit Makroobjektiven nicht verpassen sollten.
Tickets lassen sich online mit Zeitfenster buchen, was nicht nur Wartezeiten spart, sondern auch einen Preisvorteil von bis zu 20 % gegenüber der Tageskasse bietet. Familien profitieren von Kombi-Tickets, die den Eintritt mit einer Führung verbinden. Die thematischen Touren, etwa zur „Biologie der Rochen“ oder „Riffökologie“, finden täglich um 11:30 und 14 Uhr statt und werden von Meeresbiologen geleitet. Für Gruppen ab zehn Personen empfiehlt sich eine separate Buchung über die Website, da die Plätze begrenzt sind.
Ein Geheimtipp für Wiederholungsbesucher: Das Jahreskarten-Angebot. Für 69 Euro erhalten Erwachsene unbegrenzten Zutritt – ein Schnäppchen, bedenkt man, dass der reguläre Eintrittspreis bei 22,50 Euro liegt. Inhaber der Jahreskarte dürfen zudem an exklusiven „Hinter den Kulissen“-Führungen teilnehmen, bei denen sie die technischen Anlagen des neuen Beckens besichtigen können. Kinder unter drei Jahren haben generell freien Eintritt.
Barrierefreiheit spielt im Sea Life eine große Rolle. Rollstuhlfahrer und Besucher mit eingeschränkter Mobilität nutzen am besten den Seiteneingang an der Rosenheimer Straße, wo ein Aufzug direkt in die Ausstellungsebene führt. Für Menschen mit Sehbehinderung stehen taktile Modelle der Rochenarten sowie Audioguides in vier Sprachen bereit. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, steigt an der Haltestelle „Ostbahnhof“ aus – das Aquarium liegt nur fünf Gehminuten entfernt.
Zukunftspläne: Nachhaltigkeit und Artenschutz im Fokus der nächsten Jahre
Mit dem neuen 200.000-Liter-Becken und der Haltung seltener Rochenarten setzt Sea Life München nicht nur akzente in der Ausstellung, sondern definiert auch klare Ziele für die kommenden Jahre. Nachhaltigkeit steht dabei im Mittelpunkt: Bis 2027 will das Aquarium seinen Plastikverbrauch um 80 Prozent reduzieren – ein ehrgeiziges Vorhaben, das bereits mit der Umstellung auf biologisch abbaubare Verpackungen im Bistro und Shop begonnen hat. Auch die Energieeffizienz der Anlagen wird kontinuierlich optimiert, etwa durch den Einsatz moderner Filtertechnik, die den Wasserverbrauch um bis zu 30 Prozent senkt.
Der Artenschutz bleibt ein zentrales Anliegen. In Kooperation mit internationalen Organisationen beteiligt sich Sea Life München an Zuchtprogrammen für bedrohte Meeresbewohner, darunter auch die neu eingeführten Zitterrochen. Experten des European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) bestätigen, dass solche Projekte entscheidend sind, um Populationen zu stabilisieren, die durch Überfischung und Lebensraumverlust bedroht sind. Besonders im Fokus: die Aufklärung der Besucher über die Bedeutung von Schutzgebieten und nachhaltiger Fischerei.
Ein weiteres Projekt in Planung ist die Erweiterung der Bildungsangebote für Schulen. Ab 2025 sollen interaktive Workshops ansetzen, die Kindern und Jugendlichen nicht nur die Biologie der Meere näherbringen, sondern auch konkrete Handlungsmöglichkeiten im Alltag aufzeigen – vom Verzicht auf Einwegplastik bis hin zur Unterstützung lokaler Naturschutzinitiativen. Die Resonanz auf bestehende Programme zeigt, dass das Interesse groß ist: Allein 2023 nahmen über 12.000 Schüler an Führungen teil.
Langfristig strebt Sea Life München an, als Vorreiter für umweltbewussten Tourismus in der Region wahrgenommen zu werden. Dazu gehören auch Partnerschaften mit Münchner Umweltverbänden, um gemeinsame Kampagnen zu starten – etwa zur Reduzierung von Mikroplastik in der Isar. Die nächsten fünf Jahre werden zeigen, wie sich diese Pläne in messbare Erfolge umsetzen lassen.
Fünfzehn Jahre nach seiner Eröffnung beweist das Sea Life München einmal mehr, dass es nicht nur ein Aquarium, sondern ein lebendiges Stück Ozean mitten in der Stadt ist – mit dem neuen 200.000-Liter-Becken und den seltenen Rochenarten setzt es Maßstäbe für artgerechte Haltung und faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelt. Wer die Chance hat, sollte den Besuch mit einer Führung verbinden, um die Hintergründe der Pflege dieser empfindlichen Ökosysteme zu verstehen und die Tiere aus nächster Nähe zu erleben.
Mit dem Ausbau zeigt das Aquarium auch, wie moderne Tierhaltung und Bildung Hand in Hand gehen können – ein Vorbild, das in den kommenden Jahren sicher noch mehr Nachahmer finden wird.

