Bis 2026 rollt die Münchner S-Bahn mit 27 nagelneuen Zügen – ein 500-Millionen-Euro-Auftrag, der das Pendlerleben in der bayerischen Metropole grundlegend verändern wird. Die Schweizer Stadler München, seit Jahrzehnten ein verlässlicher Partner für innovative Schienenfahrzeuge, setzt damit einen weiteren Meilenstein in der Modernisierung des Nahverkehrs. Die neuen Fahrzeuge vom Typ ET 490 ersetzen ältere Modelle, bringen mehr Kapazität und setzen auf Energieeffizienz sowie Barrierefreiheit. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h und modernster Technik soll der Takt auf den stark frequentierten Linien 1 bis 8 künftig präziser und zuverlässiger werden.

Für die über 800.000 täglich Nutzer der S-Bahn kommt der Liefervertrag von Stadler München zur rechten Zeit: Überlastete Züge und Verspätungen gehörten in den vergangenen Jahren zum Alltag. Die neuen Züge bieten nicht nur 20 Prozent mehr Sitzplätze, sondern auch verbesserte Klimatisierung, Echtzeit-Infodisplays und USB-Ladestationen – Features, die den Standard im Großraum München neu definieren. Während die ersten Prototypen bereits auf dem Prüfstand stehen, läuft die Produktion im Werk in Pankow bei Berlin auf Hochtouren. Die Auslieferung beginnt 2025, rechtzeitig für die anstehenden Großveranstaltungen wie die Fußball-EM 2024 und das Oktoberfest.

Münchens S-Bahn vor dem Generationswechsel

Die Münchner S-Bahn steht vor dem größten Modernisierungsschub seit Jahrzehnten. Bis 2026 werden 27 neue Züge des Typs ET 490 von Stadler die seit den 1970er-Jahren eingesetzten Baureihen 420 und 423 ersetzen. Ein Wechsel, der nicht nur optisch auffällt, sondern auch technisch Maßstäbe setzt: Die Fahrzeuge bieten 20 Prozent mehr Sitzplätze, barrierefreien Einstieg und eine Energieeffizienz, die den Stromverbrauch um bis zu 30 Prozent senkt.

Besonders im Fokus steht die Zuverlässigkeit. Nach Jahren mit Pannen und Verspätungen – 2023 verzeichnete die S-Bahn München eine Pünktlichkeitsquote von nur 92,3 Prozent – soll die neue Flotte für stabilere Abläufe sorgen. Fachleute betonen, dass die moderne Steuerungstechnik und redundante Systeme Ausfälle minimieren. Gleichzeitig ermöglicht die einheitliche Fahrzeugplattform vereinfachte Wartungsprozesse.

Der Generationswechsel betrifft nicht nur die Technik, sondern auch das Fahrgasterlebnis. Großzügige Mehrzweckbereiche, Echtzeit-Infodisplays und eine verbesserte Klimatisierung reagieren auf langjährige Kritik von Pendler:innen. Die ersten Züge sollen ab 2025 schrittweise auf den Linien S1 bis S8 eingesetzt werden – ein Prozess, der parallel zum Ausbau des Netzes läuft.

Kritische Stimmen monieren zwar die hohen Investitionskosten von rund 500 Millionen Euro, doch Verkehrsplaner sehen darin eine Notwendigkeit. Angesichts steigender Fahrgastzahlen und des Ziels, den ÖPNV-Anteil bis 2030 auf 40 Prozent zu erhöhen, kommt der Modernisierung eine Schlüsselrolle zu.

27 moderne Stadler-Züge im Detail

Die 27 neuen Stadler-Züge für die Münchner S-Bahn setzen Maßstäbe in Sachen Effizienz und Fahrgastkomfort. Mit einer Länge von 140 Metern pro Einheit bieten sie Platz für bis zu 1.200 Passagiere – rund 20 Prozent mehr als die bisherigen Modelle. Die moderne Leichtbauweise reduziert das Gewicht um etwa 15 Tonnen pro Zug, was Energieverbrauch und Wartungskosten spürbar senkt. Besonders auffällig ist das futuristische Design mit glatten Frontpartien und LED-Lichtbändern, das nicht nur optisch überzeugt, sondern auch die Aerodynamik verbessert.

Technisch glänzen die Fahrzeuge durch ihr innovatives Antriebskonzept. Jeder Zug verfügt über vier angetriebene Drehgestelle mit Asynchronmotoren, die eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h ermöglichen. Die Bremsenergie wird zu über 90 Prozent zurückgewonnen und ins Netz eingespeist – ein Wert, der laut unabhängigen Verkehrsexperten zu den höchsten im europäischen Nahverkehr zählt. Die digitale Steuerungstechnik erlaubt zudem eine präzisere Zugabfolge und reduziert Verspätungen.

Im Innenraum sorgen breitere Türen, barrierefreie Einstiege und dynamische Fahrgastinformationssysteme für mehr Komfort. Die Sitzplätze sind in einem 2+2-System angeordnet, mit extra Abstellflächen für Gepäck und Fahrräder. Klimatisierung und Schallschutz wurden nach aktuellen Standards optimiert, um das Reiseerlebnis auf den stark frequentierten Strecken der Linien S1 bis S8 zu verbessern.

Die Auslieferung der Züge erfolgt in drei Tranchen bis 2026, wobei die ersten Einheiten bereits 2024 im Probebetrieb getestet werden. Stadler produziert die Fahrzeuge im Werk Berlin-Pankow, wo speziell für dieses Projekt eine zusätzliche Montagelinie eingerichtet wurde. Die Investition von rund 500 Millionen Euro unterstreicht die langfristige Partnerschaft zwischen dem Hersteller und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.

Mehr Komfort und weniger Störungen für Fahrgäste

Die neuen Züge von Stadler setzen Maßstäbe, wenn es um Fahrgastkomfort geht. Mit breiteren Türen, mehr Sitzplätzen und optimierten Einstiegsbereichen verkürzt sich die Aufenthaltszeit an den Bahnhöfen spürbar. Studien zeigen, dass moderne S-Bahn-Züge wie diese die durchschnittliche Haltezeit um bis zu 20 Prozent reduzieren – ein entscheidender Faktor für pünktlichere Verbindungen im Münchner Netz.

Besonders auffällig ist das verbesserte Innenraumkonzept. Die Fahrzeuge bieten nicht nur mehr Platz, sondern auch intelligente Beleuchtungssysteme, die sich automatisch den Tageslichtverhältnissen anpassen. Klimatisierung und Schallschutz wurden ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht, was vor allem in Stoßzeiten für spürbar weniger Stress sorgt.

Ein weiterer Vorteil: Die Züge sind mit Echtzeit-Infodisplays ausgestattet, die Störungen oder Verspätungen sofort anzeigen. Das reduziert Unsicherheiten bei den Fahrgästen und ermöglicht bessere Umplanungen. Verkehrsexperten betonen, dass solche Systeme die Zufriedenheit im ÖPNV deutlich steigern – besonders in einer wachsenden Stadt wie München.

Nicht zuletzt profitieren auch mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Die neuen Stadler-Züge erfüllen höchste Barrierefreiheitsstandards, von stufenlosen Einstiegen bis zu klar markierten Haltegriffen. So wird das Reisen für alle einfacher.

Wie die neuen Züge den Takt verdichten sollen

Mit den 27 neuen Stadler-Zügen wird die Münchner S-Bahn ab 2026 nicht nur moderner, sondern auch deutlich dichter getaktet. Die Fahrzeuge vom Typ ET 490 sollen die Kapazitäten auf den stark frequentierten Linien S1 bis S8 um bis zu 30 Prozent steigern – ein entscheidender Schritt, um die wachsende Nachfrage im Großraum München zu bewältigen. Verkehrsexperten betonen, dass die Taktverdichtung besonders in Stoßzeiten die Wartezeiten an hochbelasteten Stationen wie Hauptbahnhof oder Ostbahnhof um durchschnittlich 2–3 Minuten reduzieren wird.

Ein zentraler Hebel dafür ist die höhere Beschleunigung der neuen Züge. Während ältere Modelle oft 60 Sekunden für das Anfahren und Bremsen benötigen, schaffen die Stadler-Züge dieselbe Strecke in unter 45 Sekunden. Kombiniert mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h ermöglicht dies kürzere Umlaufzeiten und damit mehr Fahrten pro Stunde. Auf der Linie S1, wo aktuell alle 10 Minuten ein Zug fährt, könnte der Takt in Spitzenzeiten auf 7,5 Minuten verkürzt werden.

Die Taktverdichtung hängt allerdings nicht allein von der Technik ab. Parallel laufen Ausbauprojekte wie die zweite Stammstrecke, die ab 2029 zusätzliche Kapazitäten schaffen soll. Doch schon jetzt setzen die neuen Züge Maßstäbe: Ihre Energieeffizienz und die Möglichkeit, bis zu vier Einheiten zu koppeln, machen sie flexibel einsetzbar – ob als Verstärkerzug zur Rushhour oder im regulären Betrieb.

Für Pendler bedeutet das konkrete Entlastung. An Tagen mit Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest oder bei Baustellen-bedingten Ausfällen können die Züge kurzfristig umgeleitet oder verdichtet werden, ohne dass der gesamte Fahrplan kollabiert. Die S-Bahn München rechnet damit, dass sich die Pünktlichkeit durch die homogenere Flotte und die standardisierte Technik um mindestens 5 Prozentpunkte verbessert.

Fahrplan: Lieferungen bis 2026 und danach

Die ersten neuen Züge für die Münchner S-Bahn werden bereits 2025 erwartet. Stadler plant, die Auslieferung in zwei Phasen zu organisieren: Zunächst rollen bis Ende 2026 insgesamt 12 Einheiten vom Band, um den dringendsten Kapazitätsbedarf auf den stark frequentierten Linien S1 bis S8 zu decken. Die restlichen 15 Züge folgen dann schrittweise bis 2028, sobald die Infrastruktur der Deutschen Bahn die Integration der zusätzlichen Fahrzeuge ermöglicht.

Experten der Verkehrsrundschau betonen, dass die schrittweise Inbetriebnahme strategisch sinnvoll ist. So können Wartungsteams und Fahrer die neuen Modelle schrittweise einarbeiten, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden. Besonders die Linien mit Spitzenauslastungen – etwa die S1 zwischen Freising und dem Flughafen – profitieren frühzeitig von den zusätzlichen Kapazitäten.

Ab 2027 beginnt die zweite Phase: Dann sollen die Züge mit modernster ETCS-Technik (European Train Control System) ausgestattet werden, um sie für den zukünftigen automatisierten Betrieb vorzubereiten. Dies ist ein zentraler Baustein für das Münchner S-Bahn-Konzept 2030, das eine Taktverdichtung auf bis zu 2,5 Minuten vorsieht. Die ersten Testläufe für das digitale Stellwerk sind bereits in Planung.

Langfristig rechnet die Bayerische Eisenbahngesellschaft damit, dass die neuen Stadler-Züge die Pünktlichkeit um bis zu 15 % steigern – ein entscheidender Faktor für die rund 850.000 täglich pendelnden Fahrgäste.

Mit der Lieferung von 27 modernen Zügen des Typs ET 490 bis 2026 setzt die Münchner S-Bahn auf Zuverlässigkeit, Komfort und zukunftsfähige Technik – ein entscheidender Schritt, um die wachsenden Fahrgastzahlen und steigenden Anforderungen im Großraum München zu bewältigen. Die neuen Stadler-Fahrzeuge bringen nicht nur mehr Kapazität und Barrierefreiheit, sondern auch Energieeffizienz und digitale Systeme, die den Betrieb langfristig stabiler machen sollen.

Fahrgäste können sich auf weniger Ausfälle und kürzere Taktungen einstellen, doch der volle Nutzen entsteht nur, wenn die Infrastruktur – von Gleisen bis zu Signaltechnik – mit der Modernisierung der Züge Schritt hält. Die BVG und der Freistaat Bayern stehen hier in der Pflicht, die begleitenden Investitionen zügig umzusetzen.

Bis die letzten Züge 2026 rollen, wird sich zeigen, ob München damit nicht nur den aktuellen Engpässen begegnet, sondern auch ein Modell für andere Ballungsräume schafft, wie öffentlicher Nahverkehr krisensicher und attraktiv gestaltet wird.