München steht vor einer extremen Wetterlage: Bis Mitternacht erwarten Meteorologen lokal Starkregen mit bis zu 120 Litern pro Quadratmeter – eine Menge, die sonst in einem ganzen Monat fällt. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Überflutungen, vollgelaufenen Kellern und chaotischen Verkehrsverhältnissen, besonders in Tiefgaragen und Unterführungen. Die Intensität der Niederschläge übersteigt selbst die Werte des Rekordregens von 2021, als die Isar über die Ufer trat.

Für Anwohner und Pendler wird der Regen Radar München in den nächsten Stunden zum wichtigsten Tool, um Risikogebiete zu identifizieren und Routen anzupassen. Die Echtzeitdaten zeigen, dass sich die heftigsten Schauer von Westen her auf die Innenstadt zubewegen, mit besonderen Warnstufen für Schwabing und Neuhausen. Wer jetzt den Regen Radar München checkt, kann noch rechtzeitig Vorsichtsmaßnahmen treffen – von Sandsäcken bis zur Umplanung der Abendtermine. Die Stadt hat bereits Krisenstäbe aktiviert, doch die entscheidenden Minuten zur Vorbereitung laufen.

Wie Starkregen-Radar eigentlich funktioniert

Hinter den farbigen Flächen auf dem Starkregen-Radar steckt ein komplexes Netz aus Technologie und Echtzeitdaten. Moderne Wetterradare senden elektromagnetische Impulse in die Atmosphäre, die von Regentropfen, Hagelkörnern oder Schneeflocken reflektiert werden. Die Stärke und Laufzeit dieser Echos verrät Meteorologen nicht nur, wo es regnet, sondern auch, wie intensiv der Niederschlag ausfällt. In München kommt dabei ein C-Band-Radar zum Einsatz, das selbst lokale Schauer mit einer Auflösung von bis zu 250 Metern erfasst – präzise genug, um Stadtteile wie Schwabing oder Neuhausen separat zu bewerten.

Die Farbskala von Blau bis Violett ist kein Zufall, sondern folgt physikalischen Messwerten. Leichte Niederschläge erscheinen in Hellblau, während tiefes Rot oder Violett auf extreme Regenmengen von über 50 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde hindeutet. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes können solche Systeme die Niederschlagsintensität mit einer Genauigkeit von etwa 90 Prozent vorhersagen – vorausgesetzt, die Radardaten werden alle fünf Minuten aktualisiert. Gerade bei schnellziehenden Gewitterzellen wie denen über Oberbayern am heutigen Nachmittag ist diese Frequenz entscheidend.

Allerdings hat auch die beste Technik Grenzen. Starkregen-Radare erfassen zwar die horizontale Verteilung des Regens, nicht aber die exakte Menge, die am Boden ankommt. Windverfrachtungen oder lokale Effekte wie die Föhnlage an den Alpen können die Messwerte verzerren. Deshalb kombinieren Meteorologen die Radardaten mit Bodenstationen, die tatsächlich gefallene Niederschlagsmengen registrieren. So entsteht das Bild, das Münchner heute auf ihren Handys sehen: eine dynamische Karte, die nicht nur warnt, sondern auch zeigt, wo die Kanalisation bereits an ihre Grenzen stößt.

120 Liter pro Quadratmeter: Was das konkret bedeutet

120 Liter pro Quadratmeter – diese Zahl klingt abstrakt, doch sie entspricht einer Wassermenge, die sich viele kaum vorstellen können. Zum Vergleich: Ein voller Badewanneninhalt liegt bei etwa 150 Litern. Auf einen Quadratmeter Fläche prasseln also fast drei Viertel einer Badfüllung nieder – und das innerhalb weniger Stunden. Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes warnen, dass solche Mengen selbst gut ausgebaute Kanalsysteme an ihre Grenzen bringen. Besonders in dicht bebauten Stadtgebieten wie München, wo versiegelte Flächen das Wasser nicht aufnehmen können, steigt die Gefahr von Überschwemmungen rapide.

Die Folgen zeigen sich oft sofort: Keller laufen voll, Straßen verwandeln sich in reißende Flüsse, und der öffentliche Nahverkehr kommt zum Erliegen. Bei ähnlichen Ereignissen in der Vergangenheit, etwa während des Starkregens 2021 in Westdeutschland, wurden Schäden in Milliardenhöhe verzeichnet. Selbst moderne Entwässerungssysteme sind für solche Extremmengen nicht ausgelegt – sie berechnen sich meist nach Durchschnittswerten von 30 bis 50 Litern pro Quadratmeter.

Für Münchner bedeutet das konkret: Wer in Tiefgaragen parkt oder in erdgeschossigen Wohnungen lebt, sollte jetzt handeln. Sandbeutel, mobile Pumpen oder zumindest wertvolle Gegenstände in höhere Stockwerke bringen, kann im Ernstfall den Unterschied machen. Die Stadtverwaltung rät zudem, Abflüsse von Laub und Schmutz freizuhalten, um das Abfließen des Wassers nicht zusätzlich zu behindern.

Hinzu kommt das Risiko von Erdrutschen in hanglagen Naherholungsgebieten wie dem Englischen Garten oder den Isarauen. Der Boden ist durch die anhaltenden Niederschläge der letzten Wochen bereits gesättigt – weitere 120 Liter pro Quadratmeter könnten ganze Hänge instabil werden lassen.

Betroffene Stadtteile und aktuelle Warnstufen

Die aktuellen Starkregenwarnungen für München konzentrieren sich besonders auf die östlichen und nördlichen Stadtteile. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) sind Schwabing-Freimann, Bogenhausen und Trudering-Riem mit bis zu 120 Litern Regen pro Quadratmeter bis Mitternacht am stärksten betroffen. Diese Werte übersteigen die monatliche Durchschnittsmenge für Juli um das Doppelte – ein Extremereignis, das lokal begrenzte Überflutungen und Verkehrseinschränkungen zur Folge haben kann.

In den südlichen Bezirken wie Thalkirchen oder Harlaching bleibt die Lage dagegen vorerst stabil. Hier werden zwar ebenfalls Schauer erwartet, die prognostizierten 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter gelten jedoch als weniger kritisch. Dennoch warnen Hydrologen vor plötzlichen Abflussstauungen in der Isar und ihren Nebenflüssen, falls der Regen länger anhält als vorhergesagt.

Die Warnstufe für die betroffenen Gebiete wurde auf „Orange“ (Stufe 3 von 4) hochgestuft. Das bedeutet: Behörden und Einsatzkräfte bereiten sich auf mögliche Evakuierungen in Tiefgaragen und Kellern vor. Besonders gefährdet sind Gebiete entlang des Mittleren Isarrings, wo das Wasser bei anhaltendem Regen schneller ansteigt. Die Stadt München hat bereits mobile Pumpen und Sandsäcke in Bereitschaft.

Für die Innenstadt und die westlichen Viertel wie Neuhausen oder Laim gilt derzeit Warnstufe „Gelb“. Hier sind vor allem punktuelle Überflutungen an bekannten Schwachstellen wie der Landsberger Straße möglich. Der DWD empfiehlt Autofahrern, Unterführungen zu meiden und auf Stauwarnungen zu achten.

So schützt man sich bei plötzlichen Unwettern

Wenn sich wie aktuell über München eine extreme Regenfront zusammenbraut, bleibt oft nur wenig Zeit zum Handeln. Laut dem Deutschen Wetterdienst erreichen 80 Prozent der wetterbedingten Schäden in Städten ihren Höhepunkt innerhalb der ersten 30 Minuten nach Starkregenbeginn. Wer dann schnell und besonnen reagiert, kann schlimmere Folgen abwenden.

Der erste Schritt: Gefahrenquellen im und um das Haus sofort entschärfen. Kellerfenster und Lichtschächte gehören geschlossen, ebenerdige Türen lassen sich mit Sandsäcken oder speziellen Dichtungsprofilen aus dem Baumarkt notdürftig sichern. Elektrogeräte im Untergeschoss sollten umgehend vom Strom genommen werden – selbst kleine Mengen Wasser können hier zu Kurzschlüssen oder Bränden führen. Wer in einer Tiefgarage parkt, fährt das Fahrzeug besser rechtzeitig an höher gelegene Stellen.

Draußen gilt es, sich von unterspülten Straßen, vollgelaufenen Unterführungen und reißenden Bächen fernzuhalten. Schon 20 Zentimeter schnell fließendes Wasser reichen aus, um einen Erwachsenen umzuwerfen. Die Münchner Feuerwehr warnt regelmäßig davor, bei Unwettern mit dem Auto durch überschwemmte Straßen zu fahren – in über der Hälfte dieser Fälle endet das Manöver mit einem liegengebliebenen Fahrzeug oder schlimmeren Folgen.

Wer unterwegs von heftigem Regen überrascht wird, sucht am besten Schutz in stabilen Gebäuden und meidet Bäume, Laternenmasten oder Werbetafeln. Blitze schlagen bevorzugt in hohe, isoliert stehende Objekte ein. Offene Plätze oder Hügelkuppen sind während eines Gewitters ebenso tabu wie das Benutzen von Regenschirmen mit Metallgestell.

Nach dem Unwetter heißt es: Vorsicht vor versteckten Gefahren. Nasse Stromleitungen, umgestürzte Äste oder undichte Gasleitungen bergen Risiken. Die Stadt München rät, Schäden umgehend der Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 oder dem technischen Hilfsdienst zu melden – selbst wenn der erste Schreck vorbei ist.

Münchens Pläne gegen häufigere Extremregen

München reagiert auf die zunehmenden Extremregenereignisse mit einem umfassenden Maßnahmenpaket. Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hat sich die Häufigkeit von Starkregen mit über 60 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde in Süddeutschland seit den 1990er-Jahren fast verdoppelt. Die Stadt setzt nun auf eine Kombination aus digitaler Frühwarnung, wie dem neuen Regenradar, und konkreten baulichen Anpassungen.

Ein zentraler Baustein ist die Entsiegelung von Flächen. Bis 2030 sollen mindestens 15 Prozent der versiegelten Böden in München durchlässig gestaltet werden – etwa durch begrünte Dächer, wasserdurchlässige Beläge oder Rückhaltebecken in Parks. Besonders im Fokus stehen dicht bebaute Viertel wie Neuhausen oder Schwabing, wo die Kanalisation bei Extremwetter bereits an ihre Grenzen stößt.

Parallel dazu investiert die Stadt in ein intelligentes Kanalsystem. Sensoren messen künftig in Echtzeit den Wasserstand in kritischen Abschnitten und steuern bei Bedarf Überlaufbecken an. Diese Technologie, bereits in Pilotprojekten in Hamburg und Berlin erprobt, soll Überschwemmungen in Kellern und Tiefgaragen verhindern. Die Kosten für die Umrüstung werden auf rund 80 Millionen Euro bis 2027 veranschlagt.

Auch die Bevölkerung wird aktiv einbezogen. Über eine neue App erhalten Münchner*innen nicht nur Warnmeldungen, sondern können auch selbst Schadensmeldungen wie vollgelaufene Keller oder überflutete Straßen einreichen. Die Daten fließen direkt in die Krisenstabsarbeit ein. Klimaforscher betonen, dass solche partizipativen Ansätze die Resilienz der Stadt deutlich erhöhen – besonders in Zeiten, in denen Extremwetter kaum noch planbar ist.

Die aktuellen Daten des Starkregen-Radars für München machen deutlich: Bis Mitternacht müssen sich die Bewohner auf extreme Niederschlagsmengen von bis zu 120 Litern pro Quadratmeter einstellen – eine Belastung, die selbst gut vorbereitete Kanalsysteme an ihre Grenzen bringt und akute Überflutungsgefahren mit sich bringt. Besonders in tiefer gelegenen Stadtteilen wie Schwabing-West oder der Isarvorstadt ist jetzt höchste Vorsicht geboten, da hier das Risiko von Kellerüberflutungen und Verkehrseinschränkungen besonders hoch ausfällt.

Wer noch Zeit hat, sollte umgehend Sandsäcke vor Türen und Lichtschächte platzieren, wertvolle Gegenstände in höhere Stockwerke bringen und auf unnötige Fahrten verzichten, da selbst kurze Strecken durch unterspülte Straßen schnell zur Gefahr werden können. Die nächsten Stunden werden zeigen, wie gut Münchens Notfallpläne greifen – doch schon jetzt steht fest, dass solche Extremwetterlagen künftig noch häufiger und intensiver auftreten werden.