Seit Montagmorgen kämpfen Pendler zwischen Oberbayern und der Landeshauptstadt mit massiven Einschränkungen: Statt im gewohnten 15-Minuten-Takt rollen die Züge auf der Strecke Rosenheim–München aktuell nur noch alle 30 Minuten. Grund sind Oberleitungsstörungen bei Grafing, die voraussichtlich bis mindestens Donnerstagabend andauern. Betroffen sind nicht nur Regionalexpress-Linien, sondern auch Fernverkehrszüge wie der ICE 958, der gestrichen werden musste. Die Deutsche Bahn spricht von einem „technischen Großschaden“, während Ausweichbusse und überfüllte Ersatzverbindungen die Situation nur teilweise entschärfen.

Für Tausende Berufstätige, Studenten und Reisende bedeutet das Chaos auf der Zugverbindung Rosenheim–München aktuell längere Fahrzeiten, Umstiege in überlasteten Knotenpunkten wie Ostbahnhof oder gar ausgefallene Verbindungen. Besonders hart trifft es Pendler aus dem Raum Wasserburg oder Ebersberg, die nun mit Verspätungen von bis zu 90 Minuten rechnen müssen. Die Bahn empfiehlt, auf alternative Routen über Freising oder den MVV-Regionalbus auszuweichen – doch auch dort herrsche „hohe Auslastung“, wie ein Sprecher auf Nachfrage einräumte. Ob die Zugverbindung Rosenheim–München aktuell bis Wochenende wieder stabil läuft, bleibt ungewiss.

Auslöser der Zugausfälle: Bauarbeiten und Personalmangel

Die häufigen Zugausfälle auf der Strecke zwischen Rosenheim und München haben zwei zentrale Ursachen: großflächige Bauarbeiten und anhaltenden Personalmangel bei der Deutschen Bahn. Seit Wochen behindern Gleiserneuerungen und Modernisierungsprojekte den regulären Betrieb. Besonders betroffen ist der Abschnitt zwischen Aßling und Grafing, wo die Arbeiten bis voraussichtlich Ende November andauern. Die Bahn hatte zwar Ersatzbusse angekündigt, doch diese stoßen bei Pendler:innen auf Kritik – Verspätungen von über 30 Minuten sind hier keine Seltenheit.

Doch nicht nur Baustellen sorgen für Chaos. Laut einem aktuellen Bericht des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) fehlen bundesweit rund 12.000 Beschäftigte im Bahnsektor, davon allein 3.000 Lokomotivführer:innen. Die Folge: Kurzfristige Zugstreichungen, weil schlicht das Personal fehlt, um die geplanten Verbindungen zu fahren. Besonders in Stoßzeiten wie morgens zwischen 6 und 8 Uhr häufen sich die Ausfälle – genau dann, wenn Berufspendler:innen auf zuverlässige Verbindungen angewiesen sind.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Viele Triebwagen der Baureihe 423, die auf der Strecke Rosenheim–München im Einsatz sind, fallen wegen Wartungsrückständen oder technischer Defekte aus. Die Bahn setzt zwar vermehrt auf ältere Modelle wie die Baureihe 420, doch diese sind anfälliger für Störungen. Ein Teufelskreis, der sich seit Monaten wiederholt.

Experten warnen, dass sich die Situation ohne gezielte Gegenmaßnahmen weiter verschärfen wird. Während die Bauarbeiten irgendwann abgeschlossen sein werden, bleibt der Personalmangel ein langfristiges Problem – und das nicht nur in Bayern.

Fahrplan im Chaos: Aktuelle Taktung und Alternativrouten

Die sonst so zuverlässige Verbindung zwischen Rosenheim und München kämpft seit Tagen mit massiven Einschränkungen. Statt der üblichen Taktung im 15- bis 20-Minuten-Intervall verkehren die Regionalzüge aktuell nur alle 30 Minuten – und selbst das nicht immer pünktlich. Grund sind Oberleitungsprobleme bei Grafing, wo Reparaturarbeiten die Strecke seit Montagabend blockieren. Betroffen sind vor allem Pendler, die auf die RB 58 und RB 59 angewiesen sind, aber auch Fernverkehrsreisende müssen mit Verspätungen rechnen, da ICE-Züge die betroffene Strecke nur eingeschränkt passieren können.

Wer dringend nach München oder zurück muss, sollte auf Alternativrouten ausweichen. Die Deutsche Bahn empfiehlt Umwege über Holzkirchen (mit Umstieg in die S3) oder Mühldorf (mit Weiterfahrt über die RB 54 Richtung Freilassing). Beide Varianten verlängern die Fahrzeit um mindestens 40 Minuten. Für Autofahrer kommt die A8 als Ausweichroute infrage, doch auch hier ist mit Staus zu rechnen – besonders in den Stoßzeiten zwischen 6 und 9 Uhr sowie am späten Nachmittag.

Laut Angaben des Bayerischen Verkehrsministeriums sind die Reparaturen komplexer als zunächst angenommen. „Bei Oberleitungsschäden dieser Art muss jeder Mast einzeln geprüft und die Spannung neu justiert werden“, erklärt ein Sprecher. Die Arbeiten dürften noch bis mindestens Freitag andauern. Bis dahin bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Aßling und Grafing bestehen, was die Kapazitäten weiter einschränkt.

Fahrgastverbände kritisieren die mangelnde Kommunikation. Viele Reisende erfuhren erst vor Ort von den Ausfällen, da die Echtzeit-Informationen in Apps wie DB Navigator oder Google Maps teilweise veraltet waren. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vor der Abfahrt die Live-Auskunft der Bahn checken – oder gleich auf Homeoffice umsteigen, falls möglich.

Betroffene Streckenabschnitte zwischen Rosenheim und Ostbahnhof

Der Störungsbereich erstreckt sich aktuell über mehrere kritische Abschnitte zwischen Rosenheim und dem Münchner Ostbahnhof. Besonders betroffen ist die Strecke zwischen Aßling und Grafing Bahnhof, wo die Deutsche Bahn aufgrund von Oberleitungsproblemen die Geschwindigkeit auf 80 km/h begrenzen musste. Laut Angaben des Bayerischen Verkehrsministeriums führen diese Einschränkungen zu Verspätungen von durchschnittlich 20 bis 30 Minuten pro Verbindung – ein Wert, der seit dem frühen Morgen kontinuierlich steigt.

Zwischen Grafing und dem Ostbahnhof kommt es zusätzlich zu Engpässen durch erhöhten Regionalverkehr. Hier teilen sich Fern- und Regionalzüge eine reduzierte Gleiskapazität, was zu weiteren Verzögerungen führt. Experten der Bahn warnen, dass sich die Situation während der Stoßzeiten zwischen 16 und 19 Uhr noch verschärfen könnte, da dann zusätzliche Pendlerzüge in den Fahrplan integriert werden müssen.

Ein weiterer Brennpunkt liegt im Bereich zwischen Bad Aibling und Rosenheim, wo ein technischer Defekt an einer Weichenanlage behoben wird. Die Reparaturarbeiten sollen bis zum späten Nachmittag andauern, was zu Ausfällen einzelner Verbindungen führt. Betroffen sind vor allem die Linien RE 5 und RB 58, die in diesem Abschnitt teilweise durch Busse ersetzt werden.

Für Reisende zwischen Kolbermoor und München Ostbahnhof empfiehlt die Bahn, alternative Routen über die S-Bahn-Linie S4 zu prüfen. Allerdings ist auch hier mit längeren Fahrzeiten zu rechnen, da die Umleitung über Ebersberg bereits jetzt zu einer Auslastung von über 90 Prozent führt.

Tipps für Pendler: Apps, Ersatzverkehr und Flexibilität

Wer täglich zwischen Rosenheim und München pendelt, kennt die Herausforderungen: Verspätungen, Ausfälle oder wie aktuell eingeschränkte Taktungen. Doch mit den richtigen Tools lässt sich der Arbeitsweg trotzdem planbarer gestalten. Apps wie DB Navigator oder ÖBB Scotty bieten Echtzeit-Updates zu Verspätungen und Gleisänderungen. Besonders nützlich ist die Funktion für alternative Routen – etwa über den Regionalexpress nach Holzkirchen mit Umstieg in die S-Bahn. Laut einer Studie des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) sparen Pendler, die solche Apps nutzen, im Schnitt bis zu 20 Minuten pro Fahrt durch bessere Umsteigeverbindungen.

Fällt der Zug komplett aus, hilft der Ersatzverkehr – sofern angeboten. Aktuell sind zwischen Rosenheim und Aßling Busse im Einsatz, die jedoch oft länger brauchen als die Bahn. Wer flexibel reagieren kann, sollte die MVV-App oder Google Maps checken: Beide zeigen nicht nur Bahnersatz, sondern auch Carpooling-Optionen wie BlaBlaCar oder Leihräder an Stationen. Ein Tipp für Eilige: Die S4 ab Ebersberg fährt aktuell im 20-Minuten-Takt und ist eine sinnvolle Alternative, wenn man früh genug umsteigt.

Flexibilität ist das A und O. Viele Arbeitgeber erlauben inzwischen Homeoffice oder gleitende Arbeitszeiten – besonders bei Bahnstörungen lohnt sich die Nachfrage. Wer gar nicht auf die Schiene angewiesen sein will, kann Testangebote wie das Deutschlandticket (49 Euro/Monat) nutzen, das auch Busse und Trams in München abdeckt. Pendler, die ihre Route regelmäßig anpassen, berichten von deutlich weniger Stress – selbst bei Baustellen oder Streiks.

Langfristig hilft nur eines: sich auf Unvorhergesehenes einstellen. Wer Puffer einplant – etwa durch frühere Abfahrt oder einen Plan B mit dem Auto (Park+Ride in Feldkirchen ist oft weniger überlaufen als in München) –, kommt entspannter ans Ziel. Die DB verspricht zwar Besserung ab Herbst, doch bis dahin bleibt Improvisationstalent gefragt.

Wann normalisiert sich der Betrieb? Prognosen der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn rechnet frühestens ab dem 15. Oktober mit einer schrittweisen Normalisierung des Fahrplans zwischen Rosenheim und München. Aktuell verkehren die Züge im Stundentakt – statt wie üblich alle 20 Minuten – wegen umfangreicher Bauarbeiten an der Strecke. Besonders betroffen ist der Abschnitt zwischen Grafing und Aßling, wo Gleise und Weichen erneuert werden. Laut Angaben des Unternehmens sollen die Arbeiten zwar planmäßig voranschreiten, doch Wetterbedingungen und Lieferengpässe bei Baumaterialien könnten die Fertigstellung noch verzögern.

Experten aus dem Verkehrsministerium bestätigen, dass solche Großbaustellen in der Regel vier bis sechs Wochen benötigen, bis der Regelbetrieb wiederaufgenommen werden kann. Die aktuelle Situation entspricht damit dem üblichen Zeitrahmen für vergleichbare Projekte – auch wenn Pendler die Einschränkungen spürbar belasten.

Für Fahrgäste bedeutet das vorerst: längere Wartezeiten und überfüllte Züge in den Stoßzeiten. Die Bahn empfiehlt, auf alternative Verbindungen über Freising oder den Münchner S-Bahn-Ring auszuweichen, wo möglich. Ob der Stundentakt tatsächlich ab Mitte Oktober wieder auf den 20-Minuten-Takt hochgefahren wird, hängt jedoch davon ab, ob die abschließenden Tests der neuen Signaltechnik wie geplant verlaufen.

Langfristig verspricht die Modernisierung der Strecke zwischen Rosenheim und München aber Verbesserungen: schnellere Verbindungen und weniger Störanfälligkeit. Bis dahin bleibt Geduld gefragt.

Für Pendler zwischen Rosenheim und München bleibt die aktuelle Situation klar: Bis auf Weiteres fahren die Züge nur im Halbstundentakt, was vor allem Berufstätige und Schüler vor Herausforderungen stellt. Die Deutsche Bahn verweist auf technische Störungen als Ursache, doch konkrete Lösungen oder einen Zeitplan für die Normalisierung gibt es noch nicht.

Wer auf die Verbindung angewiesen ist, sollte sich kurzfristig umorientieren—alternative Routen über den MVV oder Fahrgemeinschaften können die Wartezeiten verkürzen, auch wenn sie mehr Planung erfordern. Apps wie DB Navigator oder Echtzeit-Updates helfen, spontane Änderungen im Griff zu behalten.

Wie schnell die Störungen behoben werden, hängt nun von den anstehenden Reparaturen ab, doch eines ist sicher: Die Strecke bleibt eine der wichtigsten Achsen Oberbayerns—und die Erwartungen an zuverlässige Verbindungen bleiben hoch.