Mit über 12.000 Bewerbungen auf gerade einmal 4.500 Studienplätze gehört die Hochschule München zu den begehrtesten Hochschulen Deutschlands. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Nur jeder dritte Bewerber erhält einen Platz, der Wettbewerb ist hart. Besonders in den Fachbereichen Informatik, Wirtschaft und Ingenieurwesen übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem – ein Trend, der sich seit Jahren verstärkt.

Für Abiturienten und Fachabiturienten in Bayern und darüber hinaus ist die Hochschule München längst eine feste Größe. Wer hier studiert, profitiert nicht nur von praxisnahen Lehrkonzepten und starken Industriepartnern, sondern auch vom Ruf einer der größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Land. Doch der Weg ins Studium bleibt ein Hindernislauf – und die Auswahlverfahren werden immer anspruchsvoller.

Die Hochschule München in Zahlen

Die Hochschule München (HM) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland – und die Zahlen sprechen für sich. Mit rund 18.000 Studierenden, verteilt auf 14 Fakultäten, ist sie ein zentraler Akteur in der bayerischen Bildungslandschaft. Besonders auffällig: Die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Im letzten Bewerbungsverfahren gingen über 12.000 Anträge für knapp 4.500 Studienplätze ein, was einer Annahmequote von unter 40 Prozent entspricht.

Die Vielfalt der Studiengänge spiegelt sich auch in der Struktur wider. Über 80 Bachelor- und Masterprogramme decken Fachbereiche von Ingenieurwissenschaften über Wirtschaft bis hin zu Sozialwissenschaften ab. Laut dem aktuellen Hochschulranking des CHE schneidet die HM besonders in den Kategorien Praxisbezug und internationale Ausrichtung überdurchschnittlich ab – ein Faktor, der für viele Bewerber:innen entscheidend ist.

Finanziell gesehen bewegt sich die Hochschule in einem beeindruckenden Rahmen. Der jährliche Haushalt liegt bei etwa 200 Millionen Euro, wobei ein erheblicher Teil in Forschung und Lehre fließt. Allein im Bereich Drittmittelprojekte konnte die HM 2023 über 30 Millionen Euro einwerben, was ihre starke Verknüpfung mit der Wirtschaft unterstreicht.

Auch die internationale Ausrichtung ist messbar: Rund 15 Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland, und die Hochschule pflegt Partnerschaften mit über 200 Universitäten weltweit. Diese Zahlen machen deutlich, warum die HM nicht nur regional, sondern auch über die Grenzen Bayerns hinaus eine wichtige Rolle spielt.

Beliebteste Fächer und Zulassungschancen

Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik und Betriebswirtschaftslehre führen die Beliebtheitsskala an der Hochschule München an. Allein auf den Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen entfielen im letzten Auswahlverfahren über 1.200 Bewerbungen für knapp 200 Plätze – eine Konkurrenz, die selbst erfahrene Studienberater als „extrem selektiv“ einordnen. Die Kombination aus technischen und betriebswirtschaftlichen Inhalten zieht vor allem Abiturienten mit starken Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaften an, die gleichzeitig praktische Anwendungsbezüge suchen.

Nicht weniger umkämpft sind die Studienplätze in der Informatik. Hier steigt die Nachfrage seit Jahren kontinuierlich, getrieben von der digitalen Transformation in fast allen Branchen. 2023 registrierte die Hochschule fast 900 Bewerbungen für den Bachelor Informatik, wobei die Zulassungschancen mit einem Numerus clausus von 2,1 im Hauptverfahren eng begrenzt blieben. Besonders gefragt sind die Vertiefungsrichtungen Künstliche Intelligenz und Softwareengineering, die Absolventen direkte Einstiegsmöglichkeiten in Münchner Tech-Unternehmen wie Siemens oder BMW bieten.

Betriebswirtschaftslehre bleibt ein Dauerbrenner, allerdings mit regionalen Besonderheiten. Während klassische BWL-Studiengänge an vielen Hochschulen überlaufen sind, punktet die HM mit praxisnahen Kooperationen zu mittelständischen Unternehmen in Bayern. Rund 750 Bewerber konkurrierten 2023 um 150 Plätze im Bachelor Internationales Management – ein Verhältnis, das die Hochschule durch strenge Auswahlkriterien wie Vorpraktika oder Sprachzertifikate steuert.

Deutlich bessere Chancen haben Interessenten in Nischenfächern wie Geoinformation oder Papier- und Verpackungstechnik. Diese Studiengänge verzeichnen zwar nur etwa 50 bis 80 Bewerbungen pro Jahr, bieten aber exzellente Berufsaussichten in spezialisierten Industrien. Laut einer aktuellen Erhebung des Bayerischen Wissenschaftsministeriums liegen die Absolventen dieser Fächer mit über 90 Prozent direkt im Anschluss an das Studium in festen Anstellungsverhältnissen – ein Argument, das zunehmend Schulabgänger überzeugt.

Bewerbungsverfahren: Fristen und Tipps

Die Bewerbungsfristen an der Hochschule München sind klar definiert – und wer sie verpasst, hat kaum Chancen auf einen Studienplatz. Für die meisten Bachelorstudiengänge endet die Frist am 15. Juli eines Jahres, während Masterprogramme oft bis zum 15. Mai oder 15. Juni Bewerbungen annehmen. Ausnahmen wie zulassungsfreie Studiengänge oder höhere Fachsemester haben abweichende Termine, die auf der Hochschulwebsite detailliert aufgelistet sind. Wer sich für einen zulassungsbeschränkten Studiengang interessiert, sollte besonders früh handeln: Bei über 12.000 Bewerbungen auf 4.500 Plätze entscheidet nicht nur die Qualifikation, sondern auch die Rechtzeitigkeit der Unterlagen.

Ein häufiger Fehler: Unvollständige Anträge. Laut einer internen Erhebung der Hochschule scheitern rund 20 % der Bewerbungen an fehlenden Dokumenten wie beglaubigten Zeugnissen oder Sprachnachweisen. Besonders internationale Studierende müssen hier sorgfältig sein – neben den üblichen Unterlagen sind oft zusätzliche Nachweise wie die Anerkennung ausländischer Abschlüsse über uni-assist oder ein Visum erforderlich. Die Hochschule rät, den Antrag frühzeitig im Online-Portal zu starten und alle Dokumente digital bereitzuhalten, um Verzögerungen zu vermeiden.

Wer seine Chancen erhöhen will, sollte die Hochschulstart-Bewerbung für bundesweit zulassungsbeschränkte Fächer wie Medizin oder Psychologie nicht mit den lokalen Fristen verwechseln. Während die HM eigene Termine setzt, laufen einige Verfahren über die Stiftung für Hochschulzulassung – hier gelten andere Deadlines. Ein Tipp von Studienberatern: Bewerber:innen, die sich unsicher sind, können die zentrale Studienberatung der HM nutzen, die während der Bewerbungsphase zusätzliche Sprechstunden anbietet.

Nach der Bewerbung folgt die Wartezeit. Die Zusage oder Absage erfolgt in der Regel bis Mitte August für Bachelorstudiengänge, bei Masterprogrammen kann es bis September dauern. Wer einen Platz erhält, muss diesen meist innerhalb von zwei Wochen annehmen – sonst rückt die nächste Person auf der Warteliste nach. Wer leer ausgeht, kann sich für das Losverfahren anmelden oder alternative Optionen wie ein duales Studium oder ein Gap Year prüfen.

Studienalltag zwischen Theorie und Praxis

Der Studienalltag an der Hochschule München (HM) ist geprägt von der Balance zwischen theoretischem Wissen und praktischer Anwendung. Während Vorlesungen in modernen Hörsälen die Grundlagen vermitteln, findet ein Großteil des Lernens in kleinen Gruppen statt – sei es in Laboren, Werkstätten oder bei Projektarbeiten mit regionalen Unternehmen. Besonders in technischen Studiengängen wie Maschinenbau oder Informatik verbringen Studierende bis zu 40 Prozent ihrer Zeit in praxisorientierten Formaten, wie eine aktuelle Erhebung der HM zeigt.

Die enge Verzahnung mit der Wirtschaft ist kein Zufall. Dozierende mit Branchenhintergrund bringen reale Fallbeispiele in die Lehre ein, und Kooperationen mit Firmen wie BMW, Siemens oder Start-ups aus dem Münchner Umland ermöglichen Praktika, Abschlussarbeiten oder sogar duale Studienmodelle. Für viele Studierende bedeutet das: Schon im dritten Semester arbeiten sie an konkreten Aufgaben – von der Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen bis zur Programmierung von KI-Anwendungen für den Mittelstand.

Doch nicht nur Technikstudierende profitieren. Auch in sozialwissenschaftlichen oder gestalterischen Fächern steht die Anwendung im Vordergrund. Kommunikationsdesign-Studierende entwerfen etwa Kampagnen für lokale Kulturinstitutionen, während angehende Sozialarbeiter:innen in Münchner Einrichtungen hospitieren. Die HM setzt dabei auf interdisziplinäre Projekte, in denen Teams aus verschiedenen Studiengängen gemeinsam Lösungen erarbeiten – eine Arbeitsweise, die Absolvent:innen später im Berufsleben wiederfindet.

Der Rhythmus ist intensiv: Blockveranstaltungen, Deadlines für Projektberichte und Prüfungsphasen fordern Organisationstalent. Gleichzeitig bieten die hochschulnahen Wohnheime, die Campus-Bibliothek mit 24/7-Lernbereichen und die zentrale Lage in München Raum für Austausch – ob in Lerngruppen oder bei Events wie den regelmäßigen „Industrie-Dialogabenden“, zu denen Unternehmen auf den Campus kommen.

Neue Studiengänge ab Wintersemester 2025

Die Hochschule München erweitert ihr Angebot zum Wintersemester 2025 um drei zukunftsorientierte Studiengänge, die aktuelle Marktbedarfe aufgreifen. Besonders auffällig: Der Bachelor Künstliche Intelligenz in der Medizintechnik kombiniert Informatik mit biomedizinischer Anwendung – ein Feld, das laut einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung bis 2030 über 20.000 neue Fachkräfte in Deutschland benötigen wird. Der Studiengang setzt auf praxisnahe Projekte in Kooperation mit Münchner Kliniken und Tech-Unternehmen, um Absolventen direkt einsatzfähig zu machen.

Ebenfalls neu ist der Master Nachhaltige Stadtentwicklung und Klimaresilienz, der auf die wachsende Nachfrage nach Experten für urbane Transformation reagiert. München als wachsende Metropole mit ambitionierten Klimazielen bietet hier ein ideales Umfeld: Studierende analysieren reale Fallbeispiele wie die Entwicklung des Werksviertels oder die Renaturierung der Isar.

Für Technikaffine mit Interesse an digitaler Produktion startet der Bachelor Industrie 4.0 und Robotik. Der Studiengang verzahnt Maschinenbau, Datenanalyse und Automatisierungstechnik – Themen, die in der bayerischen Wirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die enge Zusammenarbeit mit regionalen Mittelständlern, die Praxissemester und Abschlussarbeiten anbieten.

Die neuen Programme spiegeln eine bewusste Strategie wider. Wie eine Sprecherin der Hochschule betont, gehe es darum, „Studieninhalte nicht nur an wissenschaftlichen Trends, sondern an konkreten Berufsfeldern auszurichten“. Ob die zusätzlichen Plätze die Bewerberflut entschärfen, bleibt abzuwarten – die Konkurrenz um die 4.500 Studienplätze bleibt vorerst hoch.

Die Hochschule München bleibt eine der begehrtesten Adressen für Studierende in Bayern – doch die Zahlen zeigen klar: Der Wettbewerb um die begrenzten Plätze wird härter. Mit fast dreimal so vielen Bewerbungen wie verfügbaren Studienplätzen müssen angehende Studierende strategisch vorgehen, um ihre Chancen zu maximieren.

Wer sich für einen der gefragten Studiengänge interessiert, sollte frühzeitig die Zulassungskriterien prüfen, Praktika oder relevante Vorkenntnisse sammeln und Alternativen wie duale Studiengänge oder benachbarte Hochschulen in Betracht ziehen. Auch ein Blick auf weniger überlaufene, aber inhaltlich ähnliche Fächer kann den Einstieg erleichtern.

Mit der geplanten Erweiterung der Kapazitäten könnte sich die Situation mittelfristig entspannen, doch bis dahin bleibt Präzision bei der Bewerbung der Schlüssel zum Erfolg.