Mit über 10.000 angemeldeten Teilnehmenden wird die heutige Klimademonstration in München zu einer der größten Protestaktionen der letzten Monate. Ab 14 Uhr versammeln sich Aktivist:innen, Umweltverbände und besorgte Bürger:innen am Königsplatz, um mit Plakaten, Reden und kreativen Aktionen mehr Klimaschutz von Politik und Wirtschaft zu fordern. Die Münchner Polizei hat bereits verstärkte Einsatzkräfte angekündigt, um den Ablauf zu sichern – ein Zeichen für die erwartete Dynamik der Veranstaltung.
Wer sich fragt, welche Demo heute in München stattfindet, landet schnell beim globalen Klimastreik, der diesmal unter dem Motto „Klima geht über alles“ läuft. Organisiert wird die Aktion von Fridays for Future München in Kooperation mit weiteren Gruppen wie Extinction Rebellion und Greenpeace. Die Route führt vom Königsplatz durch die Innenstadt, wobei die Demonstrant:innen gezielt auf die Dringlichkeit des 1,5-Grad-Ziels hinweisen wollen. Für alle, die noch unschlüssig sind: welche Demo heute in München die richtige ist, bietet sich hier die Chance, Teil einer sichtbaren Bewegung für die Zukunft des Planeten zu werden.
Wer steht hinter der Münchner Klimademonstration?
Hinter der heutigen Klimademonstration in München steht ein breites Bündnis aus Umweltorganisationen, lokalen Initiativen und überregionalen Bewegungen. Die Hauptorganisatoren sind die Münchner Ortsgruppen von Fridays for Future, Extinction Rebellion und Greenpeace, die sich seit Monaten auf die Aktion vorbereitet haben. Unterstützt werden sie von Gewerkschaften wie ver.di, kirchlichen Gruppen und Studentenvertretungen der LMU und TU München. Laut Angaben der Stadt haben sich über 50 zivilgesellschaftliche Akteure dem Aufruf angeschlossen – ein Zeichen für die wachsende Vernetzung der Klimabewegung.
Besonders auffällig ist die Rolle junger Aktivist:innen, die seit 2019 die Münchner Klimaproteste prägen. Eine aktuelle Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie zeigt, dass in Bayern rund 68 % der Demonstrationsteilnehmer:innen unter 30 Jahre alt sind. Viele von ihnen engagieren sich in Basisgruppen, die gezielt auf kommunaler Ebene Druck aufbauen – etwa durch Forderungen nach autofreien Innenstädten oder schnellerer Wärmewende. Die heutige Kundgebung am Königsplatz knüpft damit an frühere Großdemonstrationen an, etwa die 25.000 Menschen starke Klimaproteste im September 2022.
Neu ist diesmal die explizite Einbindung von Wissenschaftler:innen. Klimaforschende des Deutschen Klimakonsortiums werden auf der Bühne sprechen und aktuelle Daten zur Erderwärmung in Bayern präsentieren. Diese Kooperation unterstreicht den Anspruch der Veranstalter, nicht nur Forderungen zu stellen, sondern auch evidenzbasierte Lösungsvorschläge zu diskutieren. Ob die Demonstration wie geplant friedlich bleibt, hängt auch davon ab, wie die Polizei mit möglichen Blockadeaktionen einzelner Gruppen umgeht – bei früheren Klimaprotesten in München kam es vereinzelt zu Festnahmen.
Im Hintergrund läuft zudem eine kontroverse Debatte über die Finanzierung solcher Großveranstaltungen. Während die meisten Gruppen auf Spenden und ehrenamtliche Arbeit setzen, erhalten einige Organisationen wie Greenpeace auch institutionelle Förderung. Kritiker werfen der Bewegung vor, zu stark von politischen Stiftungen beeinflusst zu werden. Die Veranstalter kontern, dass Transparenz bei den Geldflüssen gegeben sei – und verweisen auf die öffentliche Spendenliste auf ihrer Website.
Route und Ablauf der Demo am Königsplatz
Die Demonstration startet um 14 Uhr am Königsplatz mit einer Auftaktkundgebung vor den Propyläen. Von dort aus zieht der Zug durch die Innenstadt – vorbei an der Ludwig-Maximilians-Universität und über die Geschwister-Scholl-Straße Richtung Marienplatz. Die Route wurde in Absprache mit der Polizei festgelegt, um den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Laut Angaben der Veranstalter wird mit einer Länge von etwa drei Kilometern gerechnet, wobei die Marschgeschwindigkeit bewusst moderat gehalten wird, um auch Familien mit Kindern die Teilnahme zu ermöglichen.
Gegen 15:30 Uhr erreicht der Demonstrationszug voraussichtlich den Marienplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfindet. Hier sind Redebeiträge von Klimaschutzinitiativen, lokalen Aktivist:innen und Wissenschaftler:innen geplant. Eine aktuelle Umfrage des Bayerischen Klimarats zeigt, dass 68 Prozent der Münchner Bevölkerung mehr politische Maßnahmen zum Klimaschutz fordern – eine Zahl, die die Organisatoren als Bestätigung für die wachsende Unterstützung ihrer Forderungen werten.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Einhaltung der Demonstrationsregeln: Die Polizei wird mit einem Großaufgebot präsent sein, um die Sicherheit aller Teilnehmer:innen zu gewährleisten. Absperrungen und Umleitungen sind bereits ab Mittag eingerichtet, wobei der ÖPNV im Bereich der Demonstrationsroute mit Einschränkungen rechnen muss. Die S-Bahn-Linien 1 bis 8 fahren während der Veranstaltung im 10-Minuten-Takt, um alternative Verkehrswege anzubieten.
Für den Fall von Regen ist die Veranstaltung nicht abgesagt – die Organisatoren haben Regenschirme und wetterfeste Lautsprecheranlagen organisiert. Wer nicht mitlaufen möchte, kann sich auch an den Stationen entlang der Route den Reden und Aktionen anschließen. Die Stadt München hat zudem zusätzliche Müllstationen aufgestellt, um den Abfall während der Demo zu minimieren.
Was Teilnehmer und Passanten jetzt wissen müssen
Die Klimademonstration am Münchner Königsplatz beginnt heute um 14 Uhr – doch wer genau teilnimmt und was Passanten erwarten müssen, ist für viele noch unklar. Organisiert wird die Veranstaltung von einem Bündnis aus lokalen Umweltinitiativen, Fridays for Future München und überregionalen Gruppen wie dem BUND Naturschutz. Laut Anmeldung beim Kreisverwaltungsreferat rechnen die Veranstalter mit bis zu 10.000 Teilnehmenden, was die Demo zu einer der größten Klimakundgebungen in Bayern dieses Jahr machen würde. Die Route führt vom Königsplatz über die Ludwigstraße bis zum Odeonsplatz, wo gegen 16:30 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant ist.
Für Passanten und Anwohner bedeutet das erhebliche Einschränkungen. Die Ludwigstraße wird ab 13:30 Uhr teilweise gesperrt, der Individualverkehr umgeleitet. ÖPNV-Nutzer müssen mit Verspätungen bei Tramlinien rechnen, die den Demonstrationszug kreuzen. Klimaproteste dieser Größe ziehen oft auch Gegenproteste an – in der Vergangenheit kam es bei ähnlichen Veranstaltungen in München zu Auseinandersetzungen mit kleineren Gruppen, die die Forderungen der Bewegung ablehnen. Die Polizei wird mit einem Großaufgebot präsent sein, um die Lage zu überwachen.
Wer mitmachen will, sollte sich auf strenge Auflagen einstellen. Die Veranstalter betonen, dass die Demo friedlich bleiben muss; Transparente und Plakate dürfen keine gewaltverherrlichenden Parolen tragen. Studien des Umweltbundesamts zeigen, dass Klimaproteste in Deutschland seit 2020 deutlich gewaltfreier verlaufen als noch in der Vorjahresdekade – ein Trend, den auch Münchner Behörden bestätigen. Dennoch: Taschenkontrollen an den Zugangspunkten sind möglich, und Alkohol ist auf der gesamten Strecke verboten.
Für alle, die nicht demonstrieren, aber die Kundgebung verfolgen wollen, gibt es Live-Streams über die Kanäle von Fridays for Future München. Wer die Route meiden muss, findet Echtzeit-Updates zu Sperrungen über die App der Stadtwerke oder den Twitter-Kanal der Münchner Polizei. Ein Sprecher des Ordnungsreferats rät Autofahrern, den Innenstadtbereich heute komplett zu umfahren – „die Alternativrouten sind klar ausgeschildert, aber Staus sind unvermeidbar.“
Forderungen der Aktivisten an Stadt und Politik
Die Klimabewegung Münchens formuliert klare Erwartungen an die Stadtspitze und die bayerische Landespolitik. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einem verbindlichen Zeitplan für die Verkehrswende: Bis 2030 soll der motorisierte Individualverkehr in der Innenstadt um mindestens 40 Prozent reduziert werden. Studien des Umweltbundesamts zeigen, dass Münchens aktuelle Maßnahmen dieses Ziel um mindestens ein Jahrzehnt verfehlen würden. Die Aktivisten verweisen auf Städte wie Amsterdam oder Kopenhagen, wo radikale Umverteilungsmaßnahmen zugunsten von Radwegen und Fußgängerzonen bereits messbare Erfolge bringen.
Konkrete Maßnahmen wie die sofortige Ausweitung der Umweltzone auf das gesamte Stadtgebiet und die Einführung einer City-Maut für Verbrenner ab 2025 gehören zu den zentralen Punkten. Besonders kritisch sehen die Demonstranten die zögerliche Haltung der CSU-geführten Staatsregierung beim Ausbau der Radinfrastruktur. Während andere Großstädte jährlich zweistellige Millionenbeträge in Radschnellwege investieren, fließen in München gerade einmal 12 Euro pro Einwohner und Jahr in den Radverkehr – ein Bruchteil dessen, was Experten für eine echte Wende für notwendig halten.
Ein weiterer Knackpunkt ist die energetische Sanierung des städtischen Gebäudebestands. Die Klimagruppen fordern, dass die Stadtwerke München bis 2027 alle eigenen Immobilien auf Klimaneutralität umstellen und dabei sozialverträgliche Mietmodelle vorlegen. Besonders im Fokus: die über 100.000 Wohnungen im Besitz der städtischen Wohnungsbaugesellschaften, von denen bisher nur 18 Prozent den aktuellen Energieeffizienzstandards entsprechen.
Nicht zuletzt richtet sich der Protest gegen die geplante Erweiterung des Flughafens München. Die Aktivisten verlangen einen Stopp aller Ausbauprojekte und stattdessen die Umsetzung eines verbindlichen Nachtflugverbots ab 22 Uhr. Klimaforscher des Potsdam-Instituts hatten erst kürzlich in einer Metaanalyse bestätigt, dass der Luftverkehr zu den am schnellsten wachsenden Emissionsquellen in Deutschland gehört – mit besonders gravierenden lokalen Auswirkungen auf die Gesundheit der Anwohner.
Die Demonstration am Königsplatz soll daher nicht nur ein Zeichen für globale Klimagerechtigkeit setzen, sondern gezielt Druck auf die anstehende Haushaltsdebatte im Stadtrat ausüben. Ob die Politik die Forderungen aufgreift, wird sich zeigen: Die nächste Sitzung des Umweltausschusses steht bereits in zwei Wochen an.
Wie es nach der Demo mit der Bewegung weitergeht
Die heutige Klimademonstration am Königsplatz markiert keinen Endpunkt, sondern einen Zwischenstopp. Studien des Umweltbundesamts zeigen, dass 72 Prozent der Münchner Bevölkerung zwar Klimaschutz für dringend halten, doch nur 18 Prozent regelmäßig an Protesten teilnehmen. Diese Lücke zwischen Haltung und Handlung wird die Bewegung in den kommenden Wochen gezielt adressieren – mit dezentralen Aktionen in Stadtteilen wie Schwabing oder Neuhausen, wo lokale Initiativen konkrete Forderungen an den Stadtrat stellen wollen.
Strategisch setzt man auf zwei Ebenen: zum einen auf den Druck durch Sichtbarkeit, zum anderen auf konstruktive Gespräche mit der Politik. Bereits nächste Woche treffen sich Vertreter der Bewegung mit Mitgliedern des Umweltausschusses, um über die Umsetzung des Münchner Klimaneutralitätsziels bis 2035 zu verhandeln. Parallel laufen Vorbereitungen für eine monatliche Demonstrationsreihe, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte setzt – von Verkehrswende bis zu sozial gerechter Energiewende.
Neu ist der Fokus auf digitale Mobilisierung. Über Plattformen wie MunichForFuture sollen vor allem junge Erwachsene zwischen 20 und 35 Jahren erreicht werden, eine Gruppe, die Klimaproteste oft unterstützt, aber seltener selbst auf die Straße geht. Geplant sind interaktive Formate wie Live-Diskussionen mit Wissenschaftlern oder virtuelle Stadtrundgänge zu Klimahotspots.
Kritische Stimmen aus der Bewegung selbst warnen jedoch vor Überlastung: Zu viele Einzelaktionen könnten die Energie der Aktivisten zersplittern. Als Reaktion darauf wurde ein Rotationsprinzip eingeführt, das ehrenamtliche Helfer entlasten soll – ein Modell, das bereits in Berlin erfolgreich erprobt wurde.
Die Klimademonstration am Königsplatz zeigt heute einmal mehr, wie lebendig die Münchner Protestkultur ist – und dass der Druck für konsequenten Klimaschutz nicht nachlässt. Mit Tausenden Expecteden wird die Kundgebung nicht nur ein Zeichen für politische Verantwortung setzen, sondern auch die Vielfalt der lokalen Initiativen sichtbar machen, von Schüler:innen bis zu Wissenschaftler:innen.
Wer teilnehmen möchte, sollte frühzeitig anreisen, da mit größeren Menschenmengen und möglichen Verkehrsbehinderungen rund um den Königsplatz zu rechnen ist; aktuelle Infos geben die Veranstalter über Social Media bekannt. Wie sich die Forderungen der Demonstrierenden in konkrete kommunale Maßnahmen übersetzen, wird in den kommenden Wochen nicht nur in München eine zentrale Debatte bleiben.
