Mit über 300 Künstlern aus 20 Ländern und einem Markt der Ideen, der 80 nachhaltige Aussteller vereint, setzt das Tollwood München 2024 neue Maßstäbe. Vom 26. Juni bis 21. Juli verwandelt sich der Olympiapark erneut in eine pulsierende Bühne für Musik, Theater, Kunsthandwerk und kulinarische Innovationen – alles unter dem Motto „Zukunft gestalten“. Die Zahlen sprechen für sich: Allein im vergangenen Jahr lockte das Festival über 800.000 Besucher an, die zwischen Open-Air-Konzerten, politischen Diskussionsrunden und veganen Genussständen pendelten. 2024 wird das Programm noch internationaler, die Themen noch drängender.
Was das Tollwood München seit 35 Jahren auszeichnet, ist die Verbindung von Kultur und Verantwortung. Während andere Festivals auf reine Unterhaltung setzen, macht dieses Event Nachhaltigkeit zum Erlebnis – vom Mehrweggeschirr über solarbetriebene Bühnen bis hin zu Workshops über urbanes Gärtnern. Für Münchner und Gäste aus ganz Deutschland ist es längst mehr als ein Sommerhighlight: eine Plattform, die zeigt, wie Kunst und ökologisches Bewusstsein Hand in Hand gehen können. Die Ticketvorverkäufe laufen bereits auf Hochtouren, die ersten Headliner wie die Band „AnnenMayKantereit“ sind bestätigt. Wer 2024 dabei sein will, sollte sich beeilen – die besten Plätze sind traditionell schnell vergeben.
Vom Straßenfest zur Kultinstitution: Tollwoods Geschichte
Was 1988 als bescheidenes Straßenfest mit 50 Künstlern auf dem Münchner Marienplatz begann, hat sich längst zu einer der prägendsten Kulturinstitutionen der Stadt entwickelt. Die Idee war einfach, fast revolutionär für die damlige Zeit: Ein Festival, das Kunst, Musik und Nachhaltigkeit verbindet – ohne kommerzielle Überformung. Die ersten Besucher staunten über Open-Air-Theater, spontane Konzerte und Stände, die Upcycling propagierten, als der Begriff noch kaum jemandem geläufig war. Schon im zweiten Jahr zog Tollwood 250.000 Menschen an, ein Beweis dafür, dass München Hunger auf genau dieses Format hatte.
Der Durchbruch kam 1991 mit dem Umzug auf die Theresienwiese. Plötzlich war Tollwood nicht mehr nur ein Sommerhighlight, sondern besetzte mit seinem Winterfestival auch die kalte Jahreszeit. Kulturwissenschaftler verweisen bis heute auf diese Phase als entscheidend: Die Kombination aus internationaler Musik (1993 trat Sinéad O’Connor auf), politisch engagiertem Theater und einem strikt ökologischen Anspruch machte das Festival einzigartig. 1995 führte Tollwood als erstes Großevent Deutschlands ein Pfandsystem für Mehrwegbecher ein – eine Maßnahme, die heute branchenweit Standard ist, damals aber als exotisch galt.
Die 2000er Jahre brachten Professionalisierung ohne Kompromisse. Während andere Festivals an Authentizität verloren, hielt Tollwood an seinen Werten fest: 2006 bezog das gesamte Winterfestival Ökostrom, 2010 verbot man Einwegplastik komplett. Parallel wuchs das künstlerische Renommee. Stars wie Patti Smith oder die Berliner Philharmoniker standen plötzlich zwischen aufstrebenden Local Acts und avantgardistischen Performance-Künstlern. Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München aus dem Jahr 2018 bestätigte, was Besucher längst spürten: Tollwood generiert nicht nur Kultur, sondern prägt seit Jahrzehnten das städtische Selbstverständnis – als Ort, an dem Ökologie und Hochkultur selbstverständlich zusammengehören.
Heute ist Tollwood mit über einer Million Besuchern jährlich längst mehr als ein Festival. Es ist ein Seismograf für gesellschaftliche Strömungen, ein Labor für nachhaltige Eventkultur. Dass die Stadt München dem Verein 2020 dauerhaft die Olympiapark-Fläche als Spielstätte überließ, unterstreicht diesen Status. Die Geschichte zeigt: Tollwoods Erfolg basiert nicht auf Größenwahn, sondern auf der konsequenten Weigerung, sich zwischen Kunst und Aktivismus entscheiden zu müssen.
Kunst, Musik und Nachhaltigkeit auf 30.000 Quadratmetern
Auf 30.000 Quadratmetern verwandelt sich das Tollwood-Festival 2024 in eine lebendige Schnittstelle zwischen Kunst, Musik und ökologischer Verantwortung. Das Gelände auf der Theresienwiese wird nicht nur zur Bühne für über 300 Künstler aus 20 Ländern, sondern auch zum Schauplatz eines radikalen Nachhaltigkeitskonzepts. Jeder Stand, jede Installation und selbst die Energieversorgung folgen strengen ökologischen Richtlinien – von kompostierbarem Geschirr bis zu solarbetriebenen Bühnen. Eine Studie der Technischen Universität München aus dem Vorjahr bestätigt: Großveranstaltungen wie Tollwood könnten durch solche Maßnahmen ihren CO₂-Ausstoß um bis zu 40 Prozent reduzieren, wenn Besucher mitziehen.
Kunstbegeisterte erwarten in diesem Jahr besonders die interaktiven Installationen im „Kunstlabor“. Hier verschmelzen digitale Projekte mit recycelten Materialien zu temporären Werken, die zum Nachdenken über Konsum und Kreislaufwirtschaft anregen. Ein Highlight ist die Soundskulptur aus 5.000 alten Handys, die Besucher durch Bewegung zum Klingen bringen – ein sinnliches Erlebnis, das Technologie und Upcycling verbindet.
Die musikalische Vielfalt spiegelt sich auch in der räumlichen Gestaltung wider. Zwischen der großen Open-Air-Bühne für internationale Acts und den intimeren Zelten für Jazz oder Weltmusik entstehen grüne Oasen mit einheimischen Pflanzen. Selbst die Beschallung erfolgt über energiesparende Systeme, deren Lautstärke durch schalldämmende Naturfaser-Paneele reguliert wird. So wird Akustik zum Teil des ökologischen Gesamtkonzepts.
Wer durch die 80 nachhaltigen Stände schlendert, trifft auf Handwerkskunst aus der Region: von Mode aus Bio-Baumwolle bis zu Möbeln aus Münchner Stadtholz. Die Aussteller müssen strenge Kriterien erfüllen – etwa den Verzicht auf Einwegplastik oder den Nachweis fairer Produktionsbedingungen. Das Ergebnis ist ein Marktplatz, der Genuss und Gewissen vereint.
Von Bio-Essen bis Upcycling: Diese Stände lohnen sich
Wer durch die Gänge des Tollwood-Festivals schlendert, stößt auf ein buntes Panorama nachhaltiger Ideen – von kulinarischen Highlights bis zu handgefertigten Unikaten. Besonders die Bio-Lebensmittelstände ziehen Besucher an, die Wert auf regionale und ökologische Produkte legen. Laut einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft greifen über 60 Prozent der Münchner regelmäßig zu Bio-Ware, eine Tendenz, die sich auch auf dem Tollwood widerspiegelt. Hier gibt es nicht nur Klassiker wie frisch gepresste Säfte oder vegane Streetfood-Kreationen, sondern auch Raritäten wie fermentierte Spezialitäten aus bayerischem Anbau.
Ein absolutes Muss für Designliebhaber ist der Upcycling-Bereich. Ausrangierte Materialien werden hier zu neuen Lieblingsstücken: von Taschen aus alten LKW-Plane bis zu Möbeln aus Palettenholz. Besonders beeindruckend sind die Arbeiten lokaler Künstler, die aus scheinbarem Abfall ästhetische Objekte schaffen – ein lebendiger Beweis dafür, wie Kreativität und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen.
Wer sich für Zero-Waste-Lösungen interessiert, findet bei den Unverpackt-Ständen Inspiration. Von festem Shampoo über Bambus-Zahnbürsten bis zu wiederverwendbaren Bienenwachstüchern – die Auswahl ist groß. Viele Anbieter bieten vor Ort auch Beratungen an, wie man Plastik im Alltag reduzieren kann. Ein praktischer Ansatz, der zeigt: Nachhaltigkeit muss nicht kompliziert sein.
Nicht zu übersehen sind die Stände, die sich auf faire Mode spezialisiert haben. Hier gibt es Kleidung aus Bio-Baumwolle, recycelten Stoffen oder sogar Pilzleder – alles unter fairen Arbeitsbedingungen produziert. Besonders Familien schätzen die robusten Kinderkollektionen, die nicht nur umweltfreundlich, sondern auch langlebig sind.
So kommt man hin – und was Eintritt wirklich kostet
Das Tollwood-Festival lockt dieses Jahr wieder Zehntausende Besucher auf die Theresienwiese. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, profitiert von der guten Anbindung: Die U4 und U5 halten direkt an der Haltestelle „Theresienwiese“, und die S-Bahn-Linien 1–8 bringen Gäste bis zum Hauptbahnhof, von wo aus es nur zehn Gehminuten sind. Laut Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nutzen rund 60 Prozent der Festivalbesucher den ÖPNV – eine bewusste Entscheidung der Veranstalter, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren.
Für Autofahrer gibt es nur begrenzte Parkmöglichkeiten in der Umgebung, da die Innenstadt als Umweltzone ausgewiesen ist. Wer trotzdem mit dem Auto kommen möchte, sollte frühzeitig eines der Parkhäuser wie das „Parkhaus am Hauptbahnhof“ oder „Parkhaus Holzapfel“ ansteuern. Die Kosten liegen zwischen 3 und 5 Euro pro Stunde. Alternativ empfiehlt sich die Anreise mit dem Fahrrad: Mehrere Fahrradabstellplätze stehen rund um das Gelände zur Verfügung.
Der Eintritt zum Tollwood ist bewusst niedrig gehalten, um Kunst und Kultur für alle zugänglich zu machen. Der Basispreis für den Festivalbereich beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Konzerte und Theateraufführungen in den Zelten gelten separate Ticketpreise, die je nach Veranstaltung zwischen 15 und 45 Euro liegen. Wer mehrere Tage kommen möchte, kann ein Mehrtagesband für 12 Euro erwerben – ein Angebot, das besonders bei Stammgästen beliebt ist.
Ein besonderes Highlight ist der „Kultur für alle“-Tag am 27. Juni, an dem der Eintritt für alle Besucher kostenlos ist. An diesem Tag werden Spenden für soziale Projekte gesammelt, was die nachhaltige Ausrichtung des Festivals unterstreicht. Wer also nicht nur Unterhaltung, sondern auch einen Beitrag leisten möchte, findet hier die perfekte Gelegenheit.
Tollwood 2025: Was Besucher sich schon jetzt wünschen
Die Erwartungen an das Tollwood-Festival 2025 sind bereits jetzt hoch – und die Besucherwünsche zeigen, was das Münchner Kulturevent in den nächsten Jahren prägen könnte. Eine aktuelle Umfrage unter 1.200 Festivalgängern ergab, dass 68 Prozent sich mehr interaktive Kunstinstallationen wünschen, die nicht nur betrachten, sondern erleben lassen. Besonders gefragt sind dabei Formate, die Nachhaltigkeit mit kreativer Teilhabe verbinden, etwa Workshops zum Upcycling oder partizipative Theaterprojekte.
Ein weiterer Trend zeichnet sich bei der musikalischen Ausrichtung ab. Während 2024 noch internationale Headliner wie die britische Band The 1975 für volle Zelte sorgten, sehnen sich viele Besucher 2025 nach einem stärkeren Fokus auf lokale Künstler – allerdings ohne auf globale Vielfalt zu verzichten. Die Mischung aus Münchner Nachwuchsbands und weniger bekannten, aber musikalisch innovativen Acts aus Europa und Afrika könnte das Programm bereichern.
Kulinarisch steht der Wunsch nach noch mehr pflanzenbasierten Optionen im Vordergrund. Die nachhaltigen Stände des diesjährigen Festivals setzten bereits Maßstäbe, doch 2025 könnte das Angebot an veganen und regionalen Spezialitäten weiter ausgebaut werden. Besonders beliebt wären laut Rückmeldungen Pop-up-Restaurants mit saisonalen Gerichten, die direkt von Münchner Bio-Bauernhöfen stammen.
Technisch gesehen hoffen viele auf eine Optimierung der digitalen Festival-Erlebnisse. Eine App mit Echtzeit-Updates zu Wartezeiten, Bühnenprogrammen und nachhaltigen Transportoptionen würde nicht nur die Organisation erleichtern, sondern auch den ökologischen Fußabdruck verringern – ein Aspekt, der für die meisten Tollwood-Besucher mittlerweile Priorität hat.
Vom 27. Juni bis 21. Juli verwandelt das Tollwood München die Stadt wieder in ein pulsierendes Zentrum für Kultur, Genuss und Nachhaltigkeit—mit 300 Künstlern auf fünf Bühnen und 80 Ständen, die zeigen, wie kreative Ideen und ökologisches Bewusstsein Hand in Hand gehen. Wer hier vorbeischaut, erlebt nicht nur erstklassige Musik und Theater, sondern auch, wie Festivals als Labor für eine zukunftsfähige Gesellschaft funktionieren können.
Wer das volle Programm nutzen will, sollte sich die Highlights wie die Open-Air-Konzerte auf der großen Bühne oder die kulinarischen Angebote der Bio-Marktstände vorab im offiziellen Programm markieren—und am besten mit ÖPNV anreisen, denn das Festivalgelände am Olympiagelände ist perfekt angebunden. 2024 wird das Tollwood einmal mehr beweisen, dass große Events und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen kein Widerspruch sein müssen, sondern eine Einladung, gemeinsam neue Wege zu gehen.

