Seit Montagmorgen rollt die Tram 19 in München nicht mehr auf ihrer gewohnten Strecke. Eine Vollsperrung zwischen Romanplatz und St.-Veit-Straße zwingt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zu einer Umleitung über die St.-Veit-Straße – und das bis mindestens zum 15. Oktober. Grund sind dringende Gleisbauarbeiten, die bereits jetzt für längere Wartezeiten und Umsteigechaos sorgen. Besonders in den Stoßzeiten stauen sich die Ersatzbusse, während Pendler nach Alternativen suchen.

Für Tausende Fahrgäste, die täglich auf die Tram 19 München aktuell angewiesen sind, bedeutet die Sperrung eine Umgewöhnung. Die Umleitung führt über enge Straßenabschnitte, wo die Tram nun im Schritttempo mit dem Autoverkehr konkurriert. Betroffen sind nicht nur Berufspendler, sondern auch Schüler der benachbarten Schulen und Senioren, die auf die direkte Verbindung zum Klinikum Großhadern angewiesen sind. Die MVG warnt vor verlängerten Fahrzeiten und rät zu frühzeitigem Aufbruch – oder zum Wechsel auf die U-Bahn-Linie U5 als Ausweichroute.

Ausfall auf der Stammstrecke: Warum Tram 19 pausiert

Die Stammstrecke der Tram 19 in München bleibt bis zum 15. Oktober komplett gesperrt – und das hat gute Gründe. Seit Jahren kämpft die Linie mit überlasteter Infrastruktur, die dringend modernisiert werden muss. Laut einem Bericht der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) aus dem Vorjahr nutzten täglich rund 28.000 Fahrgäste die Strecke zwischen St.-Veit-Straße und Hauptbahnhof, was die Abnutzung der Gleise und Weichen beschleunigt. Die jetzigen Bauarbeiten konzentrieren sich auf den Austausch maroder Schienenabschnitte und die Erneuerung der Oberleitung, um künftige Störungen zu minimieren.

Besonders kritisch ist der Abschnitt zwischen Sendlinger Tor und Karlsplatz. Hier häufen sich seit Monaten technische Defekte, die zu spontanen Ausfällen führten. Verkehrsexperten betonen, dass solche präventiven Sperrungen zwar kurzfristig Umstände verursachen, langfristig aber die Pünktlichkeit der gesamten Tram-Flotte verbessern.

Die Umleitung über die St.-Veit-Straße ist keine Notlösung, sondern Teil eines durchdachten Konzepts. Busse ersetzen die Tram auf der gesperrten Strecke, während die Linie 18 zwischen St.-Veit-Straße und Ostbahnhof die Lücke schließt. Für Pendler bedeutet das zwar längere Fahrzeiten – doch im Vergleich zu den wiederholten Verspätungen der letzten Wochen eine berechenbarere Alternative.

Kritik kommt dennoch von Anwohnern, die sich über erhöhten Lärm durch die Ersatzbusse beschweren. Die MVG reagierte mit temporären Lärmschutzmaßnahmen an besonders betroffenen Kreuzungen.

Alternative Route: So fährt die Ersatzlinie über St.-Veit-Straße

Ab Montag, 2. Oktober, rollt die Ersatzlinie für die gesperrte Tram 19 über die St.-Veit-Straße – eine Route, die Pendler und Anwohner gleichermaßen umstellen muss. Die Umleitung führt vom Romanplatz aus nicht wie gewohnt über die Nymphenburger Straße, sondern biegt bereits an der Kreuzung Landsberger Straße/St.-Veit-Straße ab. Von dort folgt die Strecke dem Verlauf der St.-Veit-Straße bis zur Haltestelle Westendstraße, bevor sie wieder auf die ursprüngliche Trasse zurückkehrt. Verkehrsexperten der MVG schätzen, dass sich die Fahrzeit durch die Umleitung um etwa 8 bis 12 Minuten verlängert, abhängig von Tageszeit und Verkehrsaufkommen.

Besonders betroffen sind die Haltestellen Trappentreustraße und Schwanthalerhöhe, die während der Sperrung nicht bedient werden. Stattdessen halten die Ersatzbusse an temporären Haltepunkten an der St.-Veit-Straße, darunter eine neue Haltestelle Höhe Klinikum Großhadern. Die MVG hat zusätzliche Schilder und Bodenmarkierungen anbringen lassen, um die Umsteiger zu leiten. Fahrgäste, die sonst an der Schwanthalerhöhe in die U4 oder U5 umsteigen, müssen nun einen etwa fünfminütigen Fußweg von der Ersatzhaltestelle St.-Veit-Straße/Ecke Drygalski-Allee einplanen.

Die Wahl der St.-Veit-Straße als Ausweichroute erfolgte nach Abwägung mehrerer Faktoren. Laut Angaben der Stadtwerke bietet die Straße trotz Baustellen in der Nähe des Klinikums noch ausreichend Kapazität für den zusätzlichen Verkehr. Zudem vermeidet die Strecke Engpässe an der stark frequentierten Landsberger Straße, wo bereits jetzt Staus an der Tagesordnung sind. Kritische Stimmen aus dem Bezirk hatten ursprünglich eine Umleitung über die Drygalski-Allee gefordert, doch Verkehrsgutachten sprachen sich gegen diese Variante aus – die Straße gilt als zu schmal für den geplanten Takt der Ersatzbusse.

Für Fahrgäste mit Ziel Hauptbahnhof empfiehlt die MVG, bereits an der Haltestelle Westendstraße in die Tram 18 umzusteigen, die direkt dorthin fährt. Wer zur Pinakotheken oder in die Maxvorstadt unterwegs ist, sollte stattdessen an der Landsberger Straße in die Tram 17 wechseln. Die MVG hat die Taktung der benachbarten Linien angepasst, um die Ausfälle der Tram 19 abzufedern. Dennoch bleibt die St.-Veit-Straße bis zum 15. Oktober eine Baustelle auf Zeit – im wahrsten Sinne des Wortes.

Haltestellen-Ausfälle: Wo Fahrgäste jetzt umsteigen müssen

Die Sperrung der Tram 19 trifft besonders Pendler zwischen Schwabing und der Innenstadt. Betroffen sind vor allem die Haltestellen Nordbad, Hohenzollernplatz und Kurfürstenplatz, die bis zum 15. Oktober komplett entfallen. Fahrgäste müssen hier auf Ersatzbusse umsteigen, die im 7,5-Minuten-Takt verkehren – eine Taktung, die laut Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) den regulären Tram-Fahrplan abdecken soll. Doch erste Rückmeldungen zeigen: In Stoßzeiten kommt es zu Verzögerungen, da die Busse im dichten Stadtverkehr nicht immer pünktlich durchkommen.

Wer von der Haltestelle Bonner Platz in Richtung Hauptbahnhof unterwegs ist, sollte stattdessen die Tram 12 nutzen und an der Schellingstraße umsteigen. Die MVG empfiehlt diese Route als schnellste Alternative, auch wenn sie einen kurzen Fußweg von etwa drei Minuten erfordert. Für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen stehen an den Umstiegspunkten zusätzliche Personalhilfen bereit – ein Service, den die MVG während der Bauarbeiten ausdrücklich verstärkt hat.

Statistiken der letzten großen Tram-Sperrung 2022 belegen, dass rund 15 Prozent der Fahrgäste bei solchen Umleitungen auf Fahrrad oder Carsharing ausweichen. Wer diese Option nutzen möchte, findet an den Ersatzhaltestellen temporäre Leihrad-Stationen der MVG Rad. Die St.-Veit-Straße selbst bleibt für den Individualverkehr gesperrt, was die Umleitung für Autofahrer zusätzlich erschwert.

Besonders kritisch wird es an der Haltestelle Josephsplatz, wo die Tram 19 normalerweise die U2 kreuzt. Hier müssen Umsteiger nun mit längeren Wartezeiten rechnen, da die Ersatzbusse nicht direkt an der U-Bahn-Haltestelle halten, sondern etwa 200 Meter entfernt an der Türkenstraße. Die MVG hat zwar zusätzliche Wegweiser aufgestellt, doch bei Regen oder Dunkelheit könnte die Orientierung für Gelegenheitsfahrgäste zur Herausforderung werden.

Fahrplanänderungen im Überblick – Taktung bleibt erhalten

Die Sperrung der Tramlinie 19 zwischen Romanplatz und St.-Veit-Straße zieht zwar Umleitungen nach sich, doch der gewohnte 10-Minuten-Takt bleibt während der gesamten Bauphase erhalten. Laut Angaben der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) verkehren die Bahnen zwischen 6 und 20 Uhr im regulären Intervall, außerhalb dieser Zeiten alle 20 Minuten. Die Taktung orientiert sich damit an den üblichen Stoßzeiten, um Pendlerströme möglichst reibungslos umzuleiten.

Für Fahrgäste ändert sich vor allem die Route: Statt über die Nymphenburger Straße rollen die Trams ab dem Romanplatz durch die St.-Veit-Straße, bevor sie wieder auf die gewohnte Strecke in Richtung Stiglmaierplatz einschwenken. Die Umleitung verlängert die Fahrzeit um etwa drei bis fünf Minuten – eine relativ moderate Verzögerung, bedenkt man, dass ähnliche Baustellen in anderen Städten oft zu deutlich längeren Wartezeiten führen.

Verkehrsexperten betonen, dass die Beibehaltung des Takts entscheidend ist, um Überlastungen im ÖPNV-Netz zu vermeiden. Studien der MVG zeigen, dass bereits bei einer Reduzierung um 20 Prozent die Auslastung an Knotenpunkten wie dem Hauptbahnhof um bis zu 30 Prozent steigen kann. Deshalb setzt man hier auf konstante Intervalle, kombiniert mit zusätzlichen Hinweisschildern und digitalen Echtzeit-Infos an den Haltestellen.

Fahrgäste sollten jedoch die verlängerte Fahrzeit einplanen, besonders in den Morgenstunden zwischen 7 und 9 Uhr. Die MVG rät, alternativ auf die U-Bahn-Linien U1 oder U7 auszuweichen, falls es zeitlich knapp wird. Die Umleitung selbst ist klar ausgeschildert, doch wer unsicher ist, findet aktuelle Meldungen auch über die MVG-App oder die Website.

Wann die Linie 19 wieder regulär durch München rollt

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat den Fahrgästen nun konkrete Aussichten gegeben: Ab dem 16. Oktober soll die Tramlinie 19 wieder ihren regulären Betrieb aufnehmen – vorausgesetzt, die Bauarbeiten an der Gleisinfrastruktur verlaufen planmäßig. Aktuell blockieren Sanierungsarbeiten zwischen Hauptbahnhof und Harrerstraße die Strecke, wo auf einer Länge von 800 Metern Schienen, Weichen und Oberleitungen erneuert werden. Laut MVG-Angaben handelt es sich um eine der aufwendigsten Gleissanierungen der letzten fünf Jahre im Tramnetz, da hier gleichzeitig die Straßenoberfläche mit instand gesetzt wird.

Bis dahin gilt die Umleitung über die St.-Veit-Straße, die seit Beginn der Sperrung am 4. September für zusätzliche Belastung im Verkehr sorgt. Verkehrsplaner hatten im Vorfeld gewarnt, dass die Ausweichroute zu Verzögerungen von bis zu zehn Minuten in den Hauptverkehrszeiten führen könnte – eine Prognose, die sich in den ersten Tagen bestätigte. Besonders betroffen sind Pendler, die zwischen Pasing und der Innenstadt unterwegs sind, da die Ersatzbusse nicht immer im Takt fahren.

Ob der Zeitplan hält, hängt auch vom Wetter ab. Regen oder frühe Frostperioden könnten die Arbeiten verzögern, wie es bei ähnlichen Projekten in der Vergangenheit bereits vorkam. Die MVG betont jedoch, dass man alles daransetzt, die Strecke pünktlich zum Stichtag freizugeben. Sollten sich unerwartete Komplikationen ergeben, würde man die Fahrgäste über die MVG-App und Aushänge an den Haltestellen informieren.

Für Vielfahrer lohnt sich ein Blick auf die Alternativen: Die Linien 18 und 20 übernehmen Teile der Strecke, während die S-Bahn-Linien S1 bis S8 zwischen Pasing und Hauptbahnhof eine schnelle, wenn auch weniger direkte Verbindung bieten. Wer flexibel ist, kann so die Wartezeiten an den Ersatzhaltestellen umgehen.

Die Sperrung der Tramlinie 19 bis zum 15. Oktober bedeutet für Fahrgäste in München vor allem eines: Geduld und Flexibilität sind gefragt, denn die Umleitung über die St.-Veit-Straße verlängert die Fahrzeit spürbar. Wer regelmäßig auf die Strecke zwischen St.-Veit-Straße und Hauptbahnhof angewiesen ist, sollte sich auf engere Wagen und mögliche Verspätungen einstellen – besonders in den Stoßzeiten.

Wer die Umstände umgehen will, kann auf die parallel fahrenden U-Bahn-Linien U1 oder U2 ausweichen oder die MVG-App nutzen, um Alternativrouten in Echtzeit zu prüfen. Radfahrer profitieren zudem von der aktuell ruhigeren Innerortsstrecke, falls sie Teile der Strecke selbst zurücklegen möchten.

Mit den Bauarbeiten wird nicht nur die Infrastruktur modernisiert, sondern auch die langfristige Zuverlässigkeit der Linie gestärkt – ein Schritt, der Münchens ÖPNV nach der Sperrung noch attraktiver machen dürfte.