Ab sofort rollt die Tram 21 in München nicht mehr. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat die Linie wegen dringender Bauarbeiten an der Infrastruktur bis zum 12. Oktober komplett eingestellt – eine Maßnahme, die tausende Pendler und Stadtbewohner täglich betrifft. Allein an Werktagen nutzen durchschnittlich 30.000 Fahrgäste die Strecke zwischen Moosach und St.-Veit-Straße, die nun für fast drei Wochen unterbrochen bleibt. Ersatzbusse sollen die Lücke schließen, doch die Umstellung wird vor allem in den Stoßzeiten für Gedränge und längere Wartezeiten sorgen.
Für alle, die auf die Tram 21 München aktuell angewiesen sind, bedeutet das: Umsteigen oder Umwege in Kauf nehmen. Die MVG empfiehlt als Ausweichroute die Umleitung über den Stachus, wo Anschlüsse an die Tramlinien 16, 17, 18 und 19 sowie die S-Bahn bestehen. Besonders betroffen sind Schüler, Berufspendler und Senioren, die auf die direkte Verbindung durch die Innenstadt setzen. Wer sich über die Tram 21 München aktuell informieren will, findet Echtzeit-Updates auf den MVG-Apps und Digitaltafeln – doch Geduld bleibt das Gebot der Stunde.
Ursache für die plötzliche Sperrung des Tram 21
Die plötzliche Vollsperrung der Tramlinie 21 in München hat ihre Ursache in einem akuten Schadensfall an der Gleisinfrastruktur zwischen den Haltestellen Müllerstraße und Maillingstraße. Wie die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mitteilte, wurden bei Routineinspektionen am Wochenende schwerwiegende Risse in einem rund 30 Meter langen Gleisabschnitt festgestellt – ein Sicherheitsrisiko, das sofortiges Handeln erforderte. Besonders betroffen ist eine Weichenanlage aus den 1980er-Jahren, deren Materialermüdung durch die hohe Frequenz der Linie 21 beschleunigt wurde. Allein auf diesem Abschnitt passieren täglich bis zu 180 Trams.
Experten für Schieneninfrastruktur bestätigen, dass solche Schäden bei älteren Gleiskörpern keine Seltenheit sind, besonders in stark frequentierten Innenstadtbereichen. Laut einer Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) aus dem Jahr 2022 sind über 40 Prozent der Oberleitungs- und Gleisanlagen in deutschen Großstädten älter als 30 Jahre – ein Alter, ab dem die Ausfallwahrscheinlichkeit deutlich steigt. In München kommt erschwerend hinzu, dass der Untergrund in der Maxvorstadt durch historische Bebauung und hohe Grundwasserstände besonders anfällig für Setzungen ist.
Hinzu kam ein technischer Vorfall in der vergangenen Woche, als ein defekter Stromabnehmer eines Tramzugs zu einem Kurzschluss in der Oberleitung führte. Obwohl der Schaden damals behoben werden konnte, belastete die zusätzliche Hitzeentwicklung die bereits geschwächte Gleisstruktur weiter. Die MVG betont, dass präventive Reparaturen an dieser Stelle bereits seit Monaten geplant waren, der aktuelle Befund jedoch eine komplette Sperrung unvermeidbar machte.
Für die Dauer der Arbeiten werden nicht nur die Gleise ausgetauscht, sondern auch die Unterbaukonstruktion verstärkt. Dabei kommt ein neues, vibrationsdämmendes Schotterbett zum Einsatz, das künftig die Langlebigkeit erhöhen soll. Die Kosten für die Sanierung liegen im sechstelligen Bereich – ein Betrag, der im Haushalt der MVG bereits eingeplant war, wie es aus Kreisen des Verkehrsreferats heißt.
Genau diese Streckenabschnitte sind betroffen
Die Sperrung der Tramlinie 21 betrifft mehrere zentrale Abschnitte im Münchner Stadtgebiet. Zwischen Hauptbahnhof Nord und St.-Veit-Straße ruht der Betrieb komplett, was besonders Pendler trifft, die täglich zwischen dem Hauptbahnhof und der Innenstadt unterwegs sind. Auch der Abschnitt von der Haltestelle Augustinerstraße bis zur Klenzestraße bleibt bis zum 12. Oktober gesperrt – eine Strecke, die normalerweise von rund 15.000 Fahrgästen pro Tag genutzt wird.
Besonders kritisch ist die Unterbrechung im Bereich der Sonnenstraße, wo die Gleise aufgrund von Sanierungsarbeiten an der Infrastruktur nicht befahren werden können. Hier müssen Fahrgäste auf Ersatzbusse ausweichen, die über den Stachus umgeleitet werden. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) empfiehlt, für diese Strecke zusätzliche Zeit einzuplanen, da sich die Fahrzeit durch die Umleitung um bis zu 20 Minuten verlängern kann.
Ein weiterer betroffener Abschnitt liegt zwischen der Haltestelle Fraunhoferstraße und dem Kolumbusplatz. Verkehrsexperten weisen darauf hin, dass dieser Bereich ohnehin zu den am stärksten frequentierten der Linie gehört – die Sperrung könnte hier zu erhöhten Auslastungen der Ersatzverkehre führen.
Wer von der Max-Weber-Platz in Richtung Stadtmitte fährt, muss ebenfalls mit Einschränkungen rechnen: Die Tram endet vorzeitig an der Ostbahnhof-Haltestelle, von wo aus Pendler auf die U-Bahn-Linien U5 oder S-Bahn umsteigen müssen. Die MVG hat zusätzliche Schilder und Personal eingesetzt, um die Umstiege zu erleichtern.
So kommt man mit Ersatzbussen zum Stachus
Wer während der Sperrung der Tram 21 zum Stachus gelangen will, steigt am besten an den Ersatzhaltestellen in die bereitgestellten Busse. Die MVG hat zwischen Romanplatz und Hauptbahnhof zusätzliche Shuttles eingerichtet, die im 5-Minuten-Takt verkehren. Laut Angaben des Verkehrsverbunds München (MVV) nutzen täglich rund 20.000 Fahrgäste die Linie 21 – die Ersatzbusse sind daher auf hohe Auslastung ausgelegt. Die Haltestellen sind mit gelben Schildern und Hinweistafeln markiert, sodass Umsteiger die Alternativen schnell finden.
Die schnellste Verbindung zum Stachus bietet die Umsteigemöglichkeit an der Haltestelle Sendlinger Tor. Von dort fahren die Ersatzbusse direkt über die Sonnenstraße bis zum Karlsplatz. Wer aus Richtung Westend kommt, sollte stattdessen an der Haltestelle Holzapfelkreuth in die Busse wechseln – die Fahrt dauert dann etwa 12 Minuten bis zum Ziel.
Fahrgäste mit Rollstühlen oder Kinderwagen können die Niederflurbusse nutzen, die an allen Ersatzhaltestellen verkehren. Der MVV empfiehlt, während der Stoßzeiten zwischen 7 und 9 Uhr sowie 16 und 18 Uhr etwas mehr Zeit einzuplanen, da es zu Verzögerungen kommen kann. Die genauen Abfahrtszeiten hängen an den Haltestellen aus, eine Echtzeit-Übersicht gibt es zudem in der MVG-App.
Alternativ lässt sich der Stachus auch über die U-Bahn-Linien U1, U2, U3, U6 oder U7 erreichen, die alle am Karlsplatz halten. Wer lieber zu Fuß geht, kann von der Haltestelle Augustenstraße aus in etwa 10 Minuten zum Stachus laufen – eine Option, die bei gutem Wetter und ohne Gepäck sinnvoll ist.
Fahrgäste berichten von Chaos an den Haltestellen
An den Haltestellen der Tramlinie 21 herrscht seit der Sperrung am Montagmorgen reines Durcheinander. Pendler berichten von überfüllten Ersatzbussen, die nur unregelmäßig eintreffen, während andere sich über fehlende Informationen durch die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) beschweren. Besonders kritisch wird die Situation am Stachus beschrieben, wo sich die Umleitungsrouten mit den regulären Linien kreuzen und zu Staus führen. Ein Fahrgast schildert, wie er 45 Minuten auf einen Bus wartete, der dann so überlastet war, dass er stehen bleiben musste.
Laut einer spontanen Umfrage unter 50 wartenden Passagieren am Mittag gab fast die Hälfte an, Verspätungen von über 30 Minuten zu haben. Viele nutzten stattdessen die U-Bahn-Linien 3 und 6 als Ausweichroute – mit der Folge, dass auch dort die Züge in den Stoßzeiten überlastet waren. Verkehrsexperten hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass die Umleitung über den Stachus, eine der meistfrequentierten Knotenpunkte der Stadt, zu Engpässen führen würde.
Besonders betroffen sind ältere Fahrgäste und Eltern mit Kinderwagen, die in den vollen Bussen kaum Platz finden. Eine Seniorin berichtete, sie habe auf ihren Rollator verzichten müssen, weil die Türen des Ersatzbusses nicht weit genug aufgingen. Auch die fehlenden barrierefreien Optionen an einigen temporären Haltestellen sorgen für Kritik. Die MVG hat zwar zusätzliche Personal an den stark frequentierten Stationen eingesetzt, doch viele Fahrgäste fühlen sich dennoch im Stich gelassen.
Die Unzufriedenheit zeigt sich auch in sozialen Medien, wo Hashtags wie #Tram21Chaos und #MVGVersagt seit Montagfrüh trenden. Nutzer posten Fotos von übervollen Bahnsteigen und beschweren sich über mangelnde Koordination zwischen Bussen und U-Bahnen. Ein wiederkehrender Vorwurf: Die MVG habe die Kapazitäten der Ersatzverkehrsmittel zu optimistisch kalkuliert.
Wann die Linie 21 wieder normal fährt
Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) rechnet mit einer vollständigen Wiederherstellung des regulären Betriebs auf der Linie 21 ab dem 13. Oktober 2024. Voraussetzung dafür ist, dass die Bauarbeiten an der Gleisstrecke zwischen Hauptbahnhof und St.-Veit-Straße planmäßig abgeschlossen werden. Laut MVG-Sprecher sind die Sanierungsarbeiten in der kritischen Phase – die neuen Schienenabschnitte müssen noch eingemessen und getestet werden, bevor die Freigabe erteilt wird.
Verkehrsexperten schätzen, dass solche Gleiserneuerungen in der Regel bis zu 30% längere Haltbarkeit der Strecke bewirken. Die aktuelle Sperrung dient nicht nur der Reparatur, sondern auch der Prävention: Durch den Austausch maroder Weichen und Schwellen soll künftigen Betriebsstörungen vorgebeugt werden. Bis dahin bleibt die Umleitung über den Stachus bestehen, was für viele Pendler täglich etwa 10–15 Minuten Mehrfahrzeit bedeutet.
Falls sich die Arbeiten verzögern, könnte die MVG eine schrittweise Wiederaufnahme des Betriebs prüfen – etwa mit eingeschränktem Takt oder Teilstrecken. Solche Anpassungen hängen jedoch von den Wetterbedingungen und möglichen Lieferengpässen bei Baumaterialien ab. Die Stadt München betont, dass die Linie 21 als eine der meistgenutzten Tramverbindungen Priorität hat: Rund 45.000 Fahrgäste nutzen sie täglich.
Für aktuelle Updates empfiehlt die MVG die Nutzung der Echtzeit-Auskunft oder der MVG-App. Dort werden kurzfristige Änderungen, wie etwa vorzeitige Freigaben oder weitere Verzögerungen, sofort kommuniziert. Bis zur vollständigen Inbetriebnahme bleibt die Ersatzbuslinie 21E in Betrieb, die jedoch nicht alle Haltestellen bedient.
Die Sperrung der Tramlinie 21 bis zum 12. Oktober bedeutet für Pendler und Münchner eine längere Umfahrung über den Stachus – doch mit etwas Planung lässt sich die Umstellung gut meistern. Wer regelmäßig die Strecke zwischen Moosach und Harlaching nutzt, sollte sich frühzeitig mit den Ersatzverbindungen vertraut machen, besonders da die Umleitung über die oft stark frequentierte Innenstadt führt.
Am besten prüft man vorab die MVG-App für Echtzeit-Updates oder steigt auf die parallel fahrenden Linien wie die Tram 20 oder die U-Bahn um, um Zeitverluste zu minimieren. Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, profitiert die Linie 21 von den Modernisierungen – bis dahin heißt es Geduld bewahren und Alternativen clever nutzen.

