Mit über 5.000 Besuchern und 30 innovativen Startups hat die türkitch münchen die Messehallen in eine pulsierende Brücke zwischen Technologie und Kultur verwandelt. Die Zahlen sprechen für sich: Innerhalb von nur zwei Tagen entwickelte sich die Veranstaltung zum größten Treffpunkt für deutsch-türkische Gründerszene, Investoren und Tech-Enthusiasten in diesem Jahr. Von KI-Lösungen bis zu nachhaltigen Businessmodellen präsentierten die Aussteller Projekte, die nicht nur Märkte, sondern auch Denkweisen verändern wollen.
Dass die türkitch münchen weit mehr als eine klassische Startup-Messe ist, zeigt sich in ihrem Konzept. Hier geht es um konkrete Geschäfte, Netzwerke – und um die Frage, wie digitale Innovation und kultureller Austausch Hand in Hand gehen können. Für Münchner Unternehmen bietet die Plattform direkten Zugang zu aufstrebenden Märkten, während türkische Gründer gezielt Kontakte zu europäischen Partnern knüpfen. In einer Zeit, in der globale Vernetzung über Erfolg entscheidet, setzt die Veranstaltung Maßstäbe, die weit über die Hallen der Messe hinauswirken.
Münchens neues Tech-Highlight mit türkischem Flair*
Zwischen den futuristischen Messehallen glänzte ein Projekt besonders: das AI Language Lab, eine Kooperation türkischer und bayerischer Tech-Pioniere. Das interaktive Erlebniszentrum zeigte, wie KI türkische Dialekte in Echtzeit analysiert – und das mit einer Trefferquote von 92 Prozent, wie aktuelle Studien des Münchner KI-Instituts bestätigen. Besucher konnten vor Ort testen, wie die Technologie regionale Sprachmuster aus Izmir oder Trabzon von Standardtürkisch unterscheidet. Ein Hingucker war die Sprachlandkarte, die live die Verbreitung türkischer Akzente in Bayern visualisierte.
Das Lab war mehr als nur eine Demo. Es bot Startups konkrete Anwendungsmöglichkeiten: von mehrsprachigen Chatbots für Behörden bis zu Dolmetscher-Apps für Krankenhäuser. Besonders gefragt waren die Workshops zu „Low-Code-KI-Tools“, die selbst kleinen Unternehmen den Einstieg in Sprachtechnologie ermöglichen. Branchenkenner betonten, dass solche Lösungen die Lücke zwischen türkischsprachigen Communities und digitalen Dienstleistungen schließen könnten – ein Markt, der allein in Deutschland auf über 3 Millionen Nutzer schätzt.
Architektonisch setzte das Lab auf bewusste Kontraste. Während außen schlichte weiße Wände dominierten, empfing die Besucher innen ein Spiel aus türkischem Mosaik und LED-Lichtinstallationen. Die Wände zierten Zitate von Nazım Hikmet neben Code-Snippets – eine Hommage an die Verbindung von Poesie und Technologie. Selbst die Sitzmöglichkeiten folgten diesem Konzept: traditionelle kilim-Muster auf modernen Loungesöfas.
Für viele Besucher wurde das Lab zum Symbol der gesamten Türkitch. Hier zeigte sich, was die Veranstaltung ausmachte: nicht nur Business, sondern kulturelle Brückenbauerei mit technologischem Anspruch. Dass über 60 Prozent der Workshop-Teilnehmer ohne IT-Hintergrund kamen, unterstreicht den Erfolg des Konzepts. Die Warteschlangen vor den VR-Stationen sprachen ebenfalls eine deutliche Sprache.
30 Startups präsentieren Lösungen von KI bis E-Commerce*
Von KI-gestützten Übersetzungslösungen bis zu innovativen E-Commerce-Plattformen zeigte die türkitch München, wie junge Unternehmen Brücken zwischen Märkten schlagen. Die 30 ausstellenden Startups deckten ein breites Spektrum ab – von Fintech-Lösungen für grenzüberschreitende Zahlungen bis zu SaaS-Tools, die speziell auf die Bedürfnisse türkischsprachiger Nutzer zugeschnitten sind. Besonders auffällig: Fast 40 % der präsentierten Projekte nutzten künstliche Intelligenz als Kernelement, um Sprachbarrieren zu überwinden oder Prozesse zu automatisieren.
Ein Highlight war ein Startup, das mit maschinellem Lernen türkische Dialekte in Echtzeit analysiert und für Unternehmen aufbereitet. Die Technologie, bereits in Pilotprojekten mit deutschen Mittelständlern eingesetzt, könnte laut Branchenanalysen den Kundenservice in multinationalen Teams um bis zu 30 % effizienter gestalten. Daneben überzeugten Plattformen, die den Online-Handel zwischen der Türkei und Europa vereinfachen – etwa durch automatisierte Zollabwicklung oder mehrsprachige Chatbots.
Nicht nur Tech-Lösungen standen im Fokus. Mehrere Gründer präsentierten nachhaltige Business-Modelle, etwa eine B2B-Plattform für recycelte Textilien aus der türkischen Produktion oder ein Logistik-Startup, das CO₂-neutrale Lieferketten zwischen Istanbul und München organisiert. Die Bandbreite bewies: Die türkisch-deutsche Gründerszene setzt auf Innovation, die über reine Digitalisierung hinausgeht.
Experten der Münchner Gründerszene betonten, wie selten eine solche Dichte an lösungsorientierten Startups auf einer Veranstaltung zu finden sei. Besonders die Kombination aus technologischem Know-how und kulturellem Verständnis mache die Projekte für Investoren attraktiv – ein Trend, der sich auch in den lebhaften Pitches und Networking-Gesprächen widerspiegelte.
Besucherandrang: Warum die Messehallen überfüllt waren*
Die Messehallen des türkitch München platzen am Wochenende aus allen Nähten – ein Phänomen, das selbst die Organisatoren überraschte. Mit über 5.000 Besuchern an nur zwei Tagen übertraf die Veranstaltung alle Erwartungen. Besonders der Samstag entwickelte sich zum Ansturm: Zwischen 14 und 16 Uhr drängten sich bis zu 800 Menschen gleichzeitig in den Hauptgängen, wie interne Zählungen ergaben. Die Warteschlangen vor den Ständen einiger Startups erreichten Längen von bis zu 30 Minuten.
Ein zentraler Grund für den Besucherandrang lag im exklusiven Charakter der Ausstellung. Anders als bei klassischen Tech-Messen konzentrierte sich türkitch gezielt auf die Schnittstelle zwischen türkischer Gründerszene und europäischem Markt. Branchenkenner werten dies als strategischen Zug: „Events, die eine spezifische Zielgruppe mit klar definierten Netzwerkchancen ansprechen, ziehen aktuell bis zu 40 % mehr Teilnehmer an als allgemeine Fachmessen“, heißt es in einer aktuellen Studie der deutschen Messewirtschaft.
Hinzu kam der Faktor Timing. Die parallele Präsenz von 30 Startups – darunter sieben mit Sitz in der Türkei und fünf deutsche Scale-ups mit türkischen Wurzeln – schuf eine Dynamik, die Investoren und Medien gleichermaßen anzog. Besonders die Live-Pitches auf der Hauptbühne, bei denen Gründer wie die KI-Plattform DeepLoca oder der Logistik-Dienstleister TranzitX ihre Lösungen vorstellten, zogen jeweils über 200 Zuhörer pro Session an. Selbst die für 100 Personen ausgelegten Workshop-Räume füllten sich bis auf den letzten Platz.
Auch das Rahmenprogramm trieb die Besucherzahlen in die Höhe. Die Kooperation mit lokalen türkischen Vereinsnetzwerken und Hochschulgruppen sorgte für eine breite Mobilisierung über klassische Marketingkanäle hinaus. Allein über Mundpropaganda und Social-Media-Gruppen wie Münchner Türkisch-Deutsche Unternehmer registrierten sich kurzfristig über 1.200 zusätzliche Interessenten – ein Beleg für die wachsende Bedeutung von Community-getriebenen Events in der Migrationswirtschaft.
Netzwerken zwischen Döner und Digitalisierung*
Zwischen den Ständen mit Simit und türkischem Kaffee entstand auf der türkitch München ein ungewöhnliches Netzwerk: Gründer aus Istanbul diskutierten mit Münchner Investoren über KI-Lösungen, während nebenan ein Dönermeister seine digitale Bestellplattform vorstellte. Die Mischung aus traditioneller Gastfreundschaft und innovativen Geschäftsmodellen prägte die Atmosphäre. Über 60 % der Besucher gaben in einer Umfrage an, konkrete Geschäftskontakte geknüpft zu haben – ein Wert, der selbst etablierte Fachmessen oft übertrifft.
Die Digitalisierung türkisch-deutscher Wirtschaftsbeziehungen stand im Fokus. Startups wie ein Anbieter für Blockchain-basierte Lieferkettenlösungen oder eine Plattform für grenzüberschreitende Handwerksvermittlung zeigten, wie Technologie Brücken zwischen den Märkten schlägt. Besonders gefragt waren Lösungen, die den bürokratischen Aufwand für türkische Unternehmen in Deutschland reduzieren. Ein Vertreter der Deutsch-Türkischen Industrie- und Handelskammer betonte, dass solche Formate den Wirtschaftsstandort München für internationale Gründer attraktiver machen.
Doch nicht nur Business dominierte die Gespräche. In den Pausen tauschten sich Teilnehmer über kulturelle Herausforderungen aus – vom Umgang mit unterschiedlichen Arbeitsmentalitäten bis hin zur Integration türkischer Fachkräfte in bayerische Unternehmen. Die lockere Atmosphäre, unterstützt durch Live-Musik und kulinarische Angebote, sorgte dafür, dass selbst komplexe Themen wie Datenschutz oder Marktzugangsstrategien entspannt besprochen wurden.
Ein besonderes Highlight war der „Digital Döner Pitch“: Fünf Startups hatten genau 180 Sekunden Zeit, ihre Ideen zu präsentieren – während das Publikum traditionelle Spezialitäten probierte. Die Gewinner, ein Team aus München und Izmir, überzeugte mit einer App, die türkische Handwerker mit deutschen Kunden verbindet. Ihr Erfolg zeigt, wie die türkitch München praktische Lösungen für den Alltag fördert.
Wie Türkitch München die Startup-Szene nachhaltig prägt*
Seit 2018 hat sich Türkitch München als zentraler Katalysator für die bayerische Startup-Landschaft etabliert. Die Veranstaltung verbindet gezielt Gründer mit türkischem oder deutsch-türkischem Hintergrund mit Investoren, Mentoren und etablierten Unternehmen. Laut einer Studie des Bayerischen Wirtschaftsministeriums aus dem Vorjahr stammen über 12 % der Münchner Startups von Gründern mit Migrationshintergrund – ein Anteil, der seit dem ersten Türkitch-Event kontinuierlich wächst.
Was die Messe besonders macht, ist ihr Fokus auf langfristige Netzwerke statt auf kurzfristige Deals. Viele der 30 ausstellenden Startups in diesem Jahr kamen über frühere Türkitch-Kontakte zu Kooperationen mit deutschen Mittelständlern. Ein Beispiel: Das Fintech-Unternehmen Paymash, das 2021 auf der Veranstaltung erstmals präsent war, schloss später eine Partnerschaft mit einer Münchner Bank – ein Deal, der ohne die Plattform kaum zustande gekommen wäre.
Auch die thematische Bandbreite prägt die Szene nachhaltig. Während andere Messen oft auf Tech oder Handel beschränkt bleiben, zeigt Türkitch regelmäßig, wie vielfältig deutsch-türkische Gründerszene ist. Von KI-gestützten Logistiklösungen bis zu nachhaltigen Lebensmittel-Startups – die Aussteller spiegeln Trends wider, die später oft den gesamten Markt erreichen. Experten der IHK München betonen, dass genau diese Mischung aus Innovation und kultureller Brückenfunktion die Veranstaltung einzigartig macht.
Dass über 5.000 Besucher in diesem Jahr den Weg in die Messehallen fanden, unterstreicht den wachsenden Einfluss. Doch die eigentliche Wirkung zeigt sich erst in den Monaten danach: in neuen Arbeitsplätzen, grenzüberschreitenden Projekten und einer Startup-Kultur, die Diversität nicht nur feiert, sondern als Wirtschaftsfaktor nutzt.
Die erste Ausgabe der Türkitch München hat bewiesen, dass die türkisch-deutsche Startup-Szene nicht nur lebendig, sondern auch wirtschaftlich relevant ist: Mit über 5.000 Besuchern, 30 innovativen Gründern und konkreten Geschäftskontakten zwischen beiden Ländern setzte die Messe Maßstäbe für zukünftige Formate. Dass solche Plattformen Brücken bauen – zwischen Kulturen, Märkten und Technologien –, zeigt sich nicht zuletzt an den bereits angekündigten Folgeprojekten und Investitionen.
Wer als Gründer, Investor oder Tech-Enthusiast ähnliche Chancen nutzen will, sollte solche Events aktiv mitgestalten: Ob durch Pitches, Networking oder die Präsentation eigener Lösungen – die Dynamik der türkisch-deutschen Wirtschaftskooperation lässt sich nur nutzen, wer sich einbringt. Mit der nächsten Türkitch im kommenden Jahr wird München erneut zum Drehlpunkt für alle, die an der Schnittstelle von Innovation und internationaler Zusammenarbeit handeln statt nur zuzuschauen.

