Mit einem Schlag wächst das Münchner U-Bahn-Netz um 9,5 Kilometer: Ab Dezember 2026 soll die U5 von ihrem aktuellen Endpunkt Neuperlach Süd bis nach Neuperlach Ost verlängert werden – inklusive 15 komplett neuer Stationen. Die Bauarbeiten laufen bereits auf Hochtouren, während die MVG die ersten konkreten Haltestellen-Pläne vorlegt. Besonders auffällig: Drei der neuen U5 München Haltestellen entstehen in unmittelbarer Nähe zu bestehenden S-Bahn-Linien, was den Umstieg für Pendler aus dem Umland deutlich beschleunigen wird.
Für Münchens ÖPNV-Nutzer bedeutet das Projekt mehr als nur eine Streckenverlängerung. Die geplanten U5 München Haltestellen füllen seit Jahren bestehende Lücken im Netz – etwa im dicht besiedelten Neuperlach oder am neuen Gewerbegebiet an der Otto-Hahn-Straße. Mit Taktzeiten von nur fünf Minuten zur Hauptverkehrszeit könnte die U5 künftig bis zu 40.000 Fahrgäste täglich zusätzlich aufnehmen. Die Stadt rechnet damit, dass sich durch die neue Linie die Fahrzeit zwischen Perlach und der Innenstadt um bis zu 12 Minuten verkürzt.
Münchens U-Bahn-Netz wächst: Warum die U5 kommt
Münchens U-Bahn-Netz steht vor dem größten Ausbau seit Jahrzehnten. Die geplante U5 wird nicht nur eine neue Linie sein, sondern das Rückgrat für die wachsende Stadt im Norden und Osten stärken. Aktuell pendeln täglich über 20.000 Menschen zwischen den Stadtteilen Moosach und Neuperlach – eine Strecke, die mit der U5 künftig in weniger als 20 Minuten zu bewältigen sein wird. Verkehrsexperten betonen, dass die neue Linie die MVG-Infrastruktur entlasten und gleichzeitig die Anbindung an den ÖPNV in bisher unterversorgten Gebieten deutlich verbessern wird.
Der Ausbau kommt nicht von ungefähr. Studien des Münchner Verkehrsverbunds zeigen, dass die Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsmitteln in den kommenden zehn Jahren um mindestens 15 Prozent steigen wird. Die U5 soll diese Lücke schließen, indem sie 15 neue Haltestellen erschließt – von der Frankfurter Ring im Norden bis zur Neuperlach Süd im Süden. Besonders profitieren werden Pendler aus den dicht besiedelten Vierteln wie Schwabing-Freimann oder Berg am Laim, wo die bestehende U6 bereits an ihre Kapazitätsgrenzen stößt.
Doch der Nutzen beschränkt sich nicht auf kürzere Fahrzeiten. Durch die direkte Anbindung an den Hauptbahnhof und die U1/U2 am Olympia-Einkaufszentrum entsteht ein nahtloser Umstiegsknoten, der auch den Individualverkehr reduzieren soll. Stadtplaner rechnen damit, dass die U5 langfristig den Autoverkehr in den betroffenen Korridoren um bis zu 12 Prozent verringert – ein entscheidender Schritt für Münchens Klimaziele.
Kritische Stimmen monieren zwar die Baukosten von voraussichtlich 1,8 Milliarden Euro. Doch im Vergleich zu anderen Großprojekten wie der zweiten S-Bahn-Stammstrecke gilt die U5 als kosteneffizient, da sie weitgehend auf bestehenden Trassen und Tunnelabschnitten aufbaut. Die ersten Bauarbeiten beginnen 2024, die Inbetriebnahme ist für Dezember 2026 vorgesehen.
Diese 15 Stationen prägen die neue Strecke ab 2026
Die neue U5 wird Münchens U-Bahn-Netz ab Dezember 2026 um 15 Kilometer verlängern – und damit auch 15 Haltestellen, die das Gesicht der Stadt verändern. Startpunkt bleibt der Hauptbahnhof, doch statt wie bisher an der Stachus enden zu müssen, schwenkt die Linie künftig nach Norden. Die erste Neuerung folgt direkt mit der Station Max-Weber-Platz, die als Umsteigeknoten zur U4 und U5 fungiert. Besonders spannend wird der Abschnitt zwischen Praterinsel und Michaelibad, wo die Strecke unter der Isar hindurchführt – ein technisches Meisterwerk, das laut Verkehrsplanern rund 120 Millionen Euro verschlang.
Im weiteren Verlauf durchquert die U5 Gebiete, die bisher schlecht angebunden waren. Die Haltestelle Quiddestraße erschließt das aufstrebende Werksviertel-Mitte, während Ostbahnhof als zentraler Knotenpunkt mit S-Bahn, Regionalzügen und Tramlinien verknüpft wird. Ein Highlight für Pendler: Die Station Innsbrucker Ring bietet direkten Zugang zum neuen Bürokomplex „The Seven“, wo bis 2026 über 5.000 Arbeitsplätze entstehen sollen.
Im Norden der Strecke dominieren Wohngebiete. Hier setzen Haltestellen wie Cosimapark oder Johannesplatz auf kurze Wege – beide liegen weniger als 300 Meter von Schulen und Kindergärten entfernt. Der Endpunkt Neuperlach Süd markiert gleichzeitig den Beginn der künftigen U9, die ab 2035 weiter in Richtung Ottobrunn führen soll. Stadtplaner betonen, dass die neue U5 nicht nur Fahrzeiten verkürzt, sondern auch die Lebensqualität in den Außenbezirken deutlich verbessert.
Besonders aufwendig gestaltet sich die Station Messestadt West, die als einzige der neuen Haltestellen über einen Mittelbahnsteig verfügt. Der Grund: Hier kreuzt die U5 die bestehende U2, was komplexe Tunnelbauarbeiten erforderlich machte. Die Bauarbeiten laufen seit 2021 auf Hochtouren, mit einer Fertigstellungsquote von derzeit 78 Prozent.
Von Neuperlach bis Pasing: Streckenverlauf und Taktung
Die neue U5 wird München ab Dezember 2026 mit 15 zusätzlichen Haltestellen durchziehen – von Neuperlach im Südosten bis Pasing im Westen. Die Strecke beginnt am bestehenden U-Bahn-Knoten Neuperlach Süd und verläuft zunächst parallel zur U5-Altstrecke bis Innsbrucker Ring. Dort zweigt sie ab und führt unterirdisch durch Obergiesing, die Isarvorstadt und die Ludwigsvorstadt, bevor sie am Hauptbahnhof in die bestehende U4/U5-Strecke einmündet. Von dort geht es weiter Richtung Westen, wo sie zwischen Donnersbergerbrücke und Heimeranplatz eine neue Verbindung schafft, bevor sie in Pasing endet.
Besonders dicht wird das Haltestellennetz im Innenstadtbereich: Zwischen Kolumbusplatz und Hauptbahnhof liegen nur etwa 800 Meter, was die U5 zur verkehrstechnischen Entlastung für die stark frequentierte U1/U2-Strecke macht. Verkehrsexperten der Landeshauptstadt gehen davon aus, dass die neue Linie die Kapazität im öffentlichen Nahverkehr um bis zu 20 Prozent erhöht – vor allem in den Stoßzeiten.
Die Taktung orientiert sich am Münchner Standard: In den Hauptverkehrszeiten verkehren die Züge alle 5 Minuten, außerhalb alle 10 Minuten. An Wochenenden und in den Abendstunden wird ein 20-Minuten-Takt angeboten. Die Fahrzeit von Neuperlach Süd nach Pasing beträgt voraussichtlich 28 Minuten – eine deutliche Verbesserung für Pendler, die bisher auf Umstiege angewiesen waren.
Ein besonderes Merkmal der Strecke ist die Anbindung an bestehende Verkehrsknotenpunkte. So entstehen Umsteigemöglichkeiten zur S-Bahn am Hauptbahnhof und in Pasing, zur U3/U6 am Marienplatz sowie zu mehreren Tram- und Buslinien. Die Haltestelle Theresienwiese wird zudem direkt an das Oktoberfestgelände anschließen.
Was Fahrgäste über Umstiege und Barrierefreiheit wissen müssen
Mit der Eröffnung der U5 im Dezember 2026 ändert sich für viele Münchner Pendler nicht nur die Route, sondern auch die Umstiegslogistik. Besonders an Knotenpunkten wie dem Hauptbahnhof oder der Haltestelle Max-Weber-Platz wird es zu Stoßzeiten eng – hier rechnen Verkehrsexperten mit bis zu 20.000 Umsteigern täglich. Wer bisher mit der U4 oder U5 unterwegs war, muss sich auf neue Wege einstellen, da einige Linien nun anders verknüpft werden. Die MVG empfiehlt, bereits vor der Fahrt die Umstiegszeiten zu prüfen, da sich durch die neue Strecke auch Taktungen verschieben könnten.
Barrierefreiheit spielt bei den 15 geplanten Stationen eine zentrale Rolle. Alle Haltestellen werden stufenlos zugänglich sein, mit Aufzügen, taktilen Leitstreifen und akustischen Ansagen. Besonders an den tiefer gelegenen Bahnhöfen wie Ostbahnhof oder Innsbrucker Ring setzen die Planer auf breitere Aufzüge, um den Andrang zu Stoßzeiten zu bewältigen. Laut einer Studie des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen nutzen in München bereits 12 % der U-Bahn-Fahrgäste regelmäßig barrierefreie Angebote – Tendenz steigend.
Für Eltern mit Kinderwagen oder Reisende mit schwerem Gepäck lohnt sich ein Blick auf die neuen Stationen Michaelibad und Quiddestraße. Hier wurden die Bahnsteige extra verbreitert, um mehr Platz zum Manövrieren zu bieten. Wer auf Rollstühle oder Gehhilfen angewiesen ist, findet an jeder Haltestelle markierte Wartebereiche direkt vor den Aufzügen. Kritisch könnte es nur bei spontanen Ausfällen werden: Die MVG testet derzeit ein Echtzeit-Warnsystem, das Störungen sofort anzeigt.
Wer bisher gewohnte Umstiege vermeiden will, sollte die Alternativrouten checken. So bindet die U5 zwar den Nordfriedhof erstmals an das U-Bahn-Netz an, doch wer Richtung Olympia-Einkaufszentrum fährt, muss künftig an der Moosacher St.-Martins-Platz umsteigen – ein kleiner Umweg, der laut Fahrplan aber nur zwei Minuten extra kostet.
Langfristige Pläne: Wie die U5 Münchens Verkehr revolutioniert
Die U5 wird nicht nur eine neue U-Bahn-Linie sein – sie ist das Rückgrat eines Verkehrskonzepts, das München bis 2040 prägen soll. Mit 15 Haltestellen auf 10,5 Kilometern verbindet sie ab Dezember 2026 die Nordweststadt mit dem Ostbahnhof und entlastet so die überlastete U6 um voraussichtlich 20.000 Fahrgäste täglich. Verkehrsexperten der Stadt rechnen damit, dass die U5 den Individualverkehr in den betroffenen Korridoren um bis zu 15 Prozent reduzieren wird, sobald das gesamte Streckennetz in Betrieb ist. Besonders im Berufsverkehr könnte sich die Situation an neuralgischen Punkten wie der Scheidplatz-Kreuzung spürbar entspannen.
Langfristig ist die U5 nur der erste Schritt. Die Planungen sehen vor, die Linie bis 2035 um weitere drei Stationen bis nach Neuperlach Süd zu verlängern – eine Reaktion auf das rasante Wachstum der Stadt. Aktuell pendeln täglich über 800.000 Menschen in München mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Tendenz steigend. Die U5 soll hier als Bindeglied zwischen den bestehenden Linien U1, U2 und U6 fungieren und Umsteigezeiten an Knotenpunkten wie dem Hauptbahnhof oder dem Ostbahnhof verkürzen. Durch die direkte Anbindung an den Mittleren Ring wird zudem der Modal Split zugunsten des ÖPNV verschoben.
Ein oft unterschätzter Aspekt: Die neue Linie schafft auch Raum für städtische Entwicklung. Rund um geplante Haltestellen wie Petuelpark oder Michaeliburgstraße sind bereits Flächen für Wohn- und Gewerbeprojekte reserviert. Die Stadt nutzt die U-Bahn-Erschließung gezielt, um verdichtete, autofreie Quartiere zu fördern – ein Modell, das in Metropolen wie Wien oder Kopenhagen bereits erfolgreich umgesetzt wurde.
Kritische Stimmen monieren zwar die hohen Baukosten von rund 3,8 Milliarden Euro. Doch verglichen mit den volkswirtschaftlichen Folgen von Staus – alleine 2022 beliefen sich die Staukosten in München auf geschätzte 1,2 Milliarden Euro – könnte sich die Investition mittelfristig auszahlen.
Mit den geplanten 15 neuen Haltestellen ab Dezember 2026 wird die U5 nicht nur Münchens U-Bahn-Netz deutlich erweitern, sondern auch ganze Stadtteile wie Neuperlach, Perlach und den Osten besser an das Zentrum anbinden – eine lang ersehnte Entlastung für Pendler und ein wichtiger Schritt für die Verkehrswende. Besonders für Bewohner der äußeren Bezirke bedeutet das kürzere Wege, weniger Umstiege und eine attraktivere Alternative zum Auto, was den öffentlichen Nahverkehr noch einmal deutlich aufwertet.
Wer jetzt schon seine Routen plant, sollte die vorläufigen Stationsstandorte wie Michaeliburg, Quiddestraße oder Neuperlach Süd im Auge behalten und sich über mögliche Anschlüsse an Busse oder Tramlinien informieren, um künftig Zeit zu sparen. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie schnell die Bauarbeiten voranschreiten und ob die MVG zusätzliche Taktungen einführt, um den erwarteten Andrang von Anfang an zu bewältigen.
